Maßnahme Bühne
Zum Projekt

Entwicklung des Stud.IP-Plugins „coLearn!“

Das Lernen in Kleingruppen bietet hervorragende Möglichkeiten zur Förderung studentischen Lernens. coLearn!, ein Stud.IP-Plugin, das an der Universität Augsburg entwickelt wurde, unterstützt Lehrpersonen darin, Kleingruppenarbeit strukturiert zu planen und in ihren Vorlesungen, Seminaren oder Übungen umzusetzen. coLearn! bietet Lehrenden – basierend auf Erkenntnissen der empirischen Lehr-Lernforschung - die folgenden Möglichkeiten: (a) Erstellen von Aufgaben, die von Studierenden gelöst werden sollen, (b) Bildung von Kleingruppen zur Bearbeitung von Aufgaben, (c) didaktische Strukturierung der Kleingruppenkooperation durch Vergabe von Rollen, Phasen und je spezifischen Anweisungen, (d) vielfältige Möglichkeiten zur Überwachung des Kooperationsprozesses für die Lehrperson.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Kooperatives Lernen
Didaktische Gestaltung
Onlinetool
Stud.IP
Zielgruppe(n)
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Tutor:innen/stud. Mentor:innen
Professor:innen
Lehrbeauftragte
Akteur:innen außerhalb der Hochschule
Studierende
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Strukturelle Rahmenbedingungen
Supportstrukturen entwickeln
Technisch-räumliche Infrastruktur
Softwarelösungen & technische Ausstattung entwickeln
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Lehr-/Studienangebote
Lehrkonzepte/-formate entwickeln
Lehr-/Lernmaterialien entwickeln
Projektkoordination
Wissenstransfer/Dissemination entwickeln
Kommunikationsprozesse & Öffentlichkeitsarbeit entwickeln
Bedarfs-/Wirkungsanalysen entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Die Erträge kooperativen Lernen beliben oft hinter den Erwartungen zurück. Die Wahrscheinlichkeit, mit der das Lernen in Kleingruppen positive Effekte erzielt, erhöht sich laut Erkenntnissen der empirischen Lehr-Lernforschung deutlich, wenn die Kleingruppenkooperation didaktisch angeleitet wird. Hochschullehrende bei der didaktischen Anleitung von Kleingruppenkooperation zu unterstützen, war daher das zentrale Ziel der Entwicklung von coLearn!.

Herangehensweise

Wir haben in einem interdisziplinären Team und in Kooperation mit einer Softwareentwicklungsfirma in einem agilen Softwareentwicklungsprozess das Stud.IP-Plugin „coLearn!“ entwickelt. Dieses erlaubt die Erstellung und Strukturierung von synchron und asynchron nutzbaren Lehr-Lernszenarien, mit deren Hilfe strukturierte Kleingruppenkooperationsphasen im Rahmen von Hochschullehrveranstaltungen umgesetzt werden können.

Zusammenhang

Die Maßnahme wurde in zahlreichen Lehrveranstaltungen aus einer großen Bandbreite an Studiengängen eingesetzt und systematisch evaluiert. Nachdem "coLearn!" zunächst nur innerhalb von Veranstaltungen von Mitarbeitenden im KodiLL-Projekt erprobt wurde, wurde es schließlich auch im Stud.IP-Produktivsystem der Universität Augsburg nutzbar gemacht. Inzwischen steht "coLearn!" allen Hochschulen zur Nutzung zur Verfügung, die Stud.IP als Learning Management System nutzen.

Voraussetzung

Sehr bewährt hat sich die Orientierung am agilen Softwareentwicklungsansatz. Zentrale Elemente waren dabei die Bildung eines interdisziplinären Teams, durch das die unterschiedlichen Designbedarfe artikuliert werden konnten, und die kontinuierlich-iterative Weiterentwicklung des Plugins, unter enger Zusammenarbeit mit einer externen Softwareentwicklungsfirma.

Eignung

Die umgesetzten Lehr-Lernszenarien wurden systematisch evaluiert, insb. auch hinsichtlich einer lernförderlichen Gestaltung von Lehr-Lernszenarien, die mit "coLearn!" umgesetzt wurden. Zu dieser Frage sind mehrere Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und zahlreiche Vorträge auf Konferenzen entstanden. Zudem wurde auf Basis von Evaluationsergebnissen die Usability von "coLearn!" über mehrere Iterationen hinweg kontinuierlich verbessert.

Für positiv evaluierte Lehr-Lernszenarien wurden auf der Projektwebseite Handreichungen veröffentlicht, die von interessierten Nutzer*innen als Modelle genutzt werden können. Zu diesen Szenarien liegen auch JSON-Dateien vor, die von anderen Lehrenden importiert und in Stud.IP weiterbearbeitet werden können.

Vorgehen/Schritte

  1. Gewinnung einer externen Softwareentwicklungsfirma

  2. Bildung eines interdisziplinären Teams

  3. Regelmäßige Workshops zur Entwicklung von User Stories zur Anforderungsdefinition

  4. Review-Meetings zur Inaugenscheinnahme und Diskussion des aktuellen Entwicklungsstands

  5. Entwicklung und intensive Testung von Prototypen innerhalb von Lehrveranstaltungen

  6. Evaluation der dabei entstandenen Lehr-Lernszenarien

  7. Entwicklung von Handreichungen zu positiv evaluierten Lehr-Lernszenarien

  8. Entwicklung von Unterstützungsmaterialien (u.a. Klickanleitungen, Kurzvideos) und deren Publikation auf der Projektwebseite

  9. Zeitversetzte Publikation des Plugins auf einem geschützten Testsystem und dem universitätsweit genutzten Produktivsystem

  10. Anbieten von Schulungen

  11. Bekanntmachung des Plugins in der Stud.IP-Community

Hinweise

Effekte

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit sind innerhalb der Universität zahlreiche wechselseitige Kontakte entstanden, die für die Weiterentwicklung von Lehr-Lernszenarien, aber auch für die gemeinsame Verfolgung von Forschungsfragen (incl. Publikationen) nutzbar gemacht werden konnten. Parallel wurde ein zweites Stud.IP-Plugin innerhalb des Projekts (namens "getFeedback!") entwickelt – zu diesem Teilprojekt ergaben sich zahlreiche Synergien, sowohl was die Gestaltung des Plugins selbst als auch was die Durchführung von Evaluationen und die Entwicklung von unterstützenden Materialien angeht.

Learnings

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit war eminent wichtig, um die unterschiedlichen Bedarfe der beteiligten Fakultäten/Disziplinen bei der (Weiter-)Entwicklung von coLearn! berücksichtigen zu können.

Regelmäßige Treffen zur Weiterentwicklung des Plugins sowie zur Erstellung von Unterstützungsmaterialien waren unerlässlich.

Beim Einsatz von "coLearn!" in Lehrveranstaltungen ist darauf zu achten, dass die Nutzung des Plugins in irgendeiner Form prüfungsrelevant gemacht wird (z.B. als Teil eines Portfolios), da bei reiner Freiwilligkeit oft nur wenige Studierende das Plugin nutzen.

Empfehlung

Nein.

Tipps

Es sollten vielfältige Wege beschritten werden, um Plugins wie "coLearn!" an der eigenen Hochschule, aber auch an anderen Hochschulen bekannt zu machen, die das Learning Management System nutzen. Hierfür sind Mailingaktionen, aber auch ein regelmäßiges Erscheinen auf der Entwicklertagung des LMS von gro-ßer Wichtigkeit.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Regelmäßige Online-Meetings des interdisziplinären Teams zur Entwicklung und zum Review des aktuellen Zustands des Plugins, intrauniversitäre Schulungen, Entwicklung von Unterstützungsmaterialien
Formate
Zoom-Meetings, Präsenzworkshops, asynchrones Arbeiten an Teilaufgaben in Subgruppen
Technische Tools
Trello zum Projektmanagement und zur Aufgabenverteilung, Nutzung der hochschulinternen Mailverteiler zur Information über das Plugin und die vorhandenen Unterstützungsmaterialien, Unipark bzw. SoSciSurvey für Evaluation

Nicht empfohlen

Methoden
keine
Formate
keine
Technische Tools
keine

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
Keine Kontaktdaten vorhanden
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Kurzreview zur Strukturierung von Kleingruppenkooperation in der HochschullehreLink aufrufen/PDF/
Webseite zu coLearn! incl. UnterstützungsmaterialienLink aufrufen/Link/

Das könnte Sie auch interessieren

Projekt 101629
Projekt

Eberswalder Studienmodell:Vom Projekt zur Struktur

Die HNEE entwickelt mit dem Eberswalder Studienmodell (EStM) eine zukunftsweisende Lehr-Lernarchitektur mit dem sie ihr Nachhaltigkeitsprofil auch für die Lehre schärft. Im Mittelpunkt steht der integrative Erwerb von Schlüsselkompetenzen für nachhaltige Entwicklung in Verbindung mit Fach- und Methodenkompetenzen sowie intra- und interpersonalen Kompetenzen.Um dieses Modell systematisch in der HNEE zu verankern, werden drei Entwicklungslinien miteinander verwoben: (1) Die Verankerung einer kompetenzorientierten Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung in den Curricula aller Studiengänge, (2) die für deren Umsetzung erforderliche Gestaltung adaptiver physischer, digitaler und hybrider Lernumgebungen und (3) die Entwicklung und Erprobung neuer reflexiver Prozesse der Lernbegleitung. Damit einher geht ein Kulturwandel, der einerseits Lehrende im Sinne einer „Scholarship of Teaching“ zur erfahrungsbasierten und reflektierten Weiterentwicklung von Lehre zu befähigt und andererseits alle Statusgruppen der Hochschule im Sinne eines Whole Institution Approach bei der Entwicklung einer unverzichtbaren Veränderungsaffinität unterstützt. Das EStM bietet anderen Hochschulen eine Blaupause für die Integration von Nachhaltigkeitskompetenzen in die Hochschulbildung. Die bereits erfolgte Erprobung einzelner Elemente und die neue School-Struktur der HNEE bieten ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung dieses "großen Wurfs" einer zukunftsorientierten Hochschulbildung.

Projekt anzeigen
Maßnahme 100175
Maßnahme

Planungs- und Entscheidungshilfe für E-Portfolios

Mit der Maßnahme wird eine Hilfestellung für die vielfältigen Entscheidungen gegeben, die mit der Implementierung von E Portfoliosystemen in Lehrveranstaltungen an Hochschulen verknüpft sind. Damit soll der in der Frühphase einer Implementierung gegebene höhere Workload durch eine effiziente didaktische und technologische Unterstützung für die Lehrenden transparent, planbar und bewältigbar strukturiert werden. Mit Hilfe einer didaktisch wie technisch angelegten Strukturmatrix werden Lehrende zur systematischen Planung ihrer Lehrveranstaltung angeregt und Handlungsempfehlungen gegeben, womit die Maßnahme effektiv, asynchron und veranstaltungsunabhängig zu einer Erhöhung der Akzeptanz der Implementierung von E Portfolio beiträgt.

Maßnahme anzeigen
Publikation 100322

Umsetzung eines E-Assessment zur Vorbereitung der Studierenden für ein Laborpraktikum mit Remote-Zugang unter Verwendung der Bildungsplattform OPAL/ONYX

[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]

Publikation anzeigen