
Implementierung des Matlab-Web-App-Servers
In der Konzeptionsphase wurde die Anforderung aufgenommen, den digitalen Zwilling auch im Browser verfügbar zu machen, um eine bessere Integration in Moodle, der Lernplattform der Hochschule, zu ermöglichen. Der Matlab-Web-App-Server bietet die Möglichkeit, Matlab-Apps, die ansonsten nur als eigenständige Installation verfügbar sind, im Browser auszuführen.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Für die Entwicklung des digitalen Zwillings wurde aufgrund der vorhandenen Infrastruktur und Expertise Matlab verwendet. Standardmäßig bietet Matlab jedoch keine Möglichkeit, Programme im Browser auszuführen. Abhilfe schafft hier der Matlab-Web-App-Server, der die Ausführung von Matlab-Applikationen im Browser ermöglicht. Durch den Einsatz browserbasierter Anwendungen entfallen Installationsroutinen für die Studierenden. Zudem können die Anwendungen besser in LMS wie Moodle integriert werden.
Herangehensweise
Zunächst wurde geklärt, ob die Lizenz für den Matlab-Web-App-Server im Matlab-Landesvertrag Baden-Württemberg enthalten ist. Da dies der Fall war, hat das Rechenzentrum anschließend einen Server zur Verfügung gestellt, auf dem der Matlab-Web-App-Server installiert und konfiguriert wurde.
Zusammenhang
Diese Maßnahme wurde im Rahmen eines Online-Eingangstests für das Labor Bioverfahrenstechnik erprobt. Dieses Testat müssen alle Teilnehmenden vor Beginn der Laborveranstaltung bestehen. Dieser Online-Test wurde in Moodle implementiert. Insgesamt müssen drei Fragen mithilfe einer Simulation mit dem digitalen Zwilling beantwortet werden. Mit dem Matlab-Web-App-Server kann der digitale Zwilling direkt aus Moodle aufgerufen werden, ohne dass er auf dem lokalen Rechner installiert werden muss.
Voraussetzung
Die Installation und Wartung des Matlab-Web-App-Servers ist zeitaufwändig. Die Bereitstellung der erforderlichen personellen Ressourcen des Rechenzentrums muss frühzeitig geplant werden. Ebenso ist die Zeit zu berücksichtigen, die das IT-Personal für die Einarbeitung in die Thematik und die lauffähige Konfiguration des Systems benötigt.
Eignung
Die Durchführung des Online-Testats in Moodle ist nur mithilfe des Matlab-Web-App-Servers möglich, da dieser Test im Browser bearbeitet werden muss. Die Simulation mit dem digitalen Zwilling im Rahmen des Online-Testats bietet zudem noch einen weiteren wichtigen Vorteil. Bevor die Studierenden im Labor eine reale Kultivierung mit E.coli-Bakterien zur Herstellung von rekombinanten Proteinen in einem Bioreaktor durchführen, können sie den entsprechenden Bioprozess im digitalen Zwilling zeitbeschleunigt durchführen und lernen somit das Prinzip und den Ablauf des realen Versuchs kennen.
Vorgehen/Schritte
Es ist sicherzustellen, dass eine dauerhafte Lizenz für den Matlab-Web-App-Server vorhanden ist. Der Vertrag des Landes Baden-Württemberg mit MathWorks läuft im März 2026 aus. Planen Sie ausreichend Zeit ein, bis die entsprechende IT-Infrastruktur aufgebaut und der Server funktionsfähig konfiguriert ist. Ein direkter Kontakt zu MathWorks kann hierbei hilfreich sein.
Ermitteln Sie die benötigte Rechenleistung für Ihre Anwendung unter Berücksichtigung der Anzahl paralleler Zugriffe durch die Teilnehmer (ggf. externes Hosting abklären). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zugriffsberechtigung. Ursprünglich war geplant, dass die Studierenden über eine VPN-Verbindung auf den digitalen Zwilling zugreifen können. Es zeigte sich jedoch, dass nur wenige Studierende eine VPN-Verbindung eingerichtet hatten. Im Nachhinein hat es sich als zielführend erwiesen, den Zugang über ein Single-Sign-On-Login zu ermöglichen.
Hinweise
Effekte
Der Anfangsaufwand ist relativ hoch. Der laufende Betrieb erfordert zwar regelmäßige Wartung, der Aufwand hierfür ist jedoch überschaubar.
Learnings
Eine enge Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum ist entscheidend für die erfolgreiche Implementierung des Matlab-Web-App-Servers.
Fälschlicherweise wurde davon ausgegangen, dass die Studierenden über eine funktionierende VPN-Verbindung verfügen. Tatsächlich ist dies jedoch nur bei einem Bruchteil von ihnen der Fall.
Empfehlung
Zu Beginn des Projekts war nicht klar, dass der Landesvertrag für die Matlab-Lizenzen nicht verlängert werden würde. Dies hätte vermutlich zur Wahl einer anderen Programmiersprache (Python) geführt.
Methoden
Empfohlen
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Medizin studieren für die Realität - Virtuelle Technologien für Stressresistenz in der Chirurgie
Die Medizin stellt in Studium und anschließender Weiterbildung hohe Ansprüche an Studierende. Ein großer fachlicher Wissensschatz, praktische Fertigkeiten und eine gute Kommunikation sind dabei notwendig. Diese gilt es allerdings auch in kritischen Situationen abrufen zu können. Überfüllte Notaufnahmen oder schwerstverletzte Patienten im Schockraum, aber auch Gespräche mit Angehörigen und Mitteilungen komplexer Diagnosen sind Situationen mit hohen kognitiven und psychischem Ansprüchen. Zusätzlich können äußere Stressoren wie Zeitdruck, subjektive Überforderung oder störende Anrufe z.B. im Rahmen von Operationen auftreten. Dies gilt es für junge Ärztinnen und Ärzte zu meistern, um im Beruf langfristig erfolgreich und gesund arbeiten zu können. Jedoch existieren bisher keine strukturierten Lehrveranstaltungen für derartige Coping Strategien. Die Virtuelle Realität (VR) stellt dabei eine Technologie dar, mit der sich derartige Szenarien erstmals realitätsnah in sicherer Umgebung abbilden lassen. Ziel des skizzierten Projektes ist die Entwicklung einer Lehr- und Lerneinheit für den Umgang mit Stresssituationen sowie von VR Trainingseinheiten zur Simulation selbiger. Dabei ist die Realitätsnähe und entsprechende Interaktionsmöglichkeiten ein wichtiger Aspekt um den Lerneffekt nachhaltig zu gestalten. Inhaltlich soll die Vermittlung von Bewältigungs- und Lösungsstrategien durch interdisziplinäre Kooperationen erfolgen. Medizinstudierende werden bereits konzeptionell eingebunden.
Projekt anzeigen
Arbeitsstruktur-/Prozessanalysen im Verbund
Im Rahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung im Verbundprojekt D2C2 soll auch sicherge-stellt werden, dass die Mitarbeitenden im Verbund gut zusammenarbeiten. Hierfür werden geeignete Arbeitsstrukturen und Prozessabläufe benötigt, die den unterschiedlichen Projektphasen gerecht werden. Als Maßnahme wurde regelmäßig erfasst, wie die Strukturen und Prozesse genutzt bzw. um-gesetzt werden. Dies erfolgt über regelmäßige interne Online-Befragungen mit den Verbundmitarbei1. Projektkoordinationtenden, qualitativen Feedbacks während der Treffen.
Maßnahme anzeigen
Digitalisierung in der Hochschullehre – Perspektiven und Gestaltungsoptionen
Die Digitalisierung übt tiefgreifenden Einfluss auf verschiedenste Bereiche menschlichen Lebens aus, unter anderem auf Bildung und damit einhergehend auch auf die Hochschullehre. Eine Kultur der Digitalität (Felix Stalder) verändert nicht nur die für Hochschulen grundlegenden Formen der Produktion von Wissen, sondern ebenso die Umgangsformen und Lehr-Lern-Strategien, die in Lehrveranstaltungen zum Einsatz kommen. Sie wirkt sich auf die Art und Weise aus, wie Wissensinhalte und Kompetenzen vermittelt, erworben und angewendet werden, aber auch auf die Integration digitaler Lerninhalte, die Schaffung neuer Lehr- und Lernmethoden sowie neuer Prüfungsformate. Eine Kultur der Digitalität eröffnet Chancen, um die Qualität der Lehre zu verbessern – beispielsweise durch die Erhöhung von Flexibilität, durch Anpassungsmöglichkeiten an die individuellen Bedürfnisse der Studierenden oderdurch die Vorbereitung sowie Ermöglichung lebenslangen Lernens. Damit verbunden sind jedoch auch Herausforderungen, die beispielsweise im Verhältnis und der Orchestrierung von Präsenz- und Online-Phasen, in der technischen Ausstattung oder in der nötigen Professionalität der Dozierenden gründen. Letztlich kommt es darauf an, die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Hochschullehre gezielt und sinnvoll zu nutzen, um zu einer Erhöhung der Qualität beizutragen. Der Sammelband hat das Ziel zu einer zukunftsweisenden interdisziplinären Entwicklung und Gestaltung einer digitalen Kultur der Lehre beizutragen.
Publikation anzeigen