Maßnahme Bühne
Zum Projekt

Entwicklung digitaler Mathematik-Atlas „matlas“

Mit matlas können Studierende alle wichtigen Themen der Mathematik im Grundstudium über eine digitale Wissenslandkarte interaktiv erkunden und sich Wissen ergänzend zu Vorlesungen selbstständig aneignen. Über einen zentralen Einstiegspunkt ist matlas hochschulweit zugänglich. Über Lerneinheiten sind sämtliche multimediale Lernmaterialien, wie z.B. Lehrvideos und Foliensätze, zugänglich.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Mathematik-Atlas
Interaktives Lernen
Multimediale Materialien
Wissenslandkarte
Themenvernetzung Mathematik
Zielgruppe(n)
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Professor:innen
Lehrbeauftragte
Studierende
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Technisch-räumliche Infrastruktur
Plattformen/Portale entwickeln
Lernassistenz-/Monitoringsysteme entwickeln
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Lehr-/Studienangebote
Lehr-/Lernmaterialien entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Vor Projektbeginn waren Lernmaterialien an vielen Orten und in sehr vielen unterschiedlichen Formaten zugänglich. Sie waren auf Laufwerke, Lernplattformen und Clouds verteilt. Die Materialien waren auf die jeweiligen Themen beschränkt und nicht vernetzt. Außerdem gab es keine globale Übersicht über die wesentlichen Themen der Mathematik im Grundstudium.

Herangehensweise

Es wurde das Software-Framework matlas erstellt. Dieses ermöglicht den Studierenden eine interaktive Exploration aller wichtigen Teilgebiete der Mathematik. Zusätzlich wurden mithilfe der Software-Bibliothek manim didaktisch konzipierte Lernvideos erstellt. Zudem wurden die Lernmaterialien in ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild konvertiert und in matlas integriert.

Zusammenhang

Der Mathematik-Atlas matlas wurde im Rahmen des Teilprojekts „Digitales Mathematikwissen im Grundstudium“ erstellt und anhand von einigen Kapiteln der Grundlagenmathematik (Lineare Gleichungssysteme, Komplexe Zahlen, Differenzengleichungen) exemplarisch vorlesungsbegleitend eingesetzt. Darüber hinaus wurden die Prototypen mehrfach durch Studierende evaluiert. Dies erfolgte durch Fragebögen und Einzelinterviews.

Voraussetzung

Für die Erstellung der Lernvideos wurde die Programmier-Bibliothek manim gesucht und gefunden, mit deren Hilfe Videos per Skripting-Technologie erstellt werden können. Dieses Konzept erleichtert die Wartung und Pflege der Videos beträchtlich und sorgt für nachhaltige und stets aktuelle Lerninhalte.

Eignung

Der Einsatz von matlas wurde in Studierenden-Evaluationen positiv beurteilt. Insgesamt wurden von den Studierenden noch mehr Lernmaterialien dieser Art nachgefragt. Das Interesse der Studierenden an matlas ist über die Zeit gewachsen und besteht unvermindert. Der Aufbau einer derartigen Lernumgebung lohnt sich insbesondere für Grundlagenthemen, die für einen großen Kreis von Studierenden relevant sind und die sich nicht sprunghaft ändern.

Vorgehen/Schritte

  1. Feststellen, ob Bedarf an einer fakultäts- und/oder studiengangübergreifenden Wissenslandkarte besteht

  2. Software-Framework erstellen oder übernehmen

  3. Integration in die eigene Lernplattform sicherstellen

  4. Struktur der Fachgebiete und Teilgebiete in bis zu drei Ebenen anlegen

  5. Fachliche Inhalte generieren und einpflegen

  6. Relevanz der Teilgebiete anhand der Modulbeschreibungen der teilnehmenden Studiengänge identifizieren

  7. Pilotversuch in den Veranstaltungen durchführen

  8. Feedback der Studierenden einholen und die Wissenslandkarte iterativ verbessern

Hinweise

Effekte

Die Erstellung von Videos ist extrem zeitaufwendig. Unter Nutzung der eingesetzten Scripting-Technologie werden die Lernvideos quasi programmiert. Es wird ein Programmcode erzeugt, der den Inhalt und Ablauf der Videos detailliert beschreibt. Dieser Code wird übersetzt und anschließend automatisiert in ein Video gerendert. Nur durch diese eingesetzte Technologie, bleiben die Ergebnisse wartbar und können bei Bedarf aktualisiert werden.

Es muss sichergestellt werden, dass das Software-Framework dauerhaft gewartet wird. Hierfür müssen personelle Ressourcen vorgehalten werden.

Learnings

- Lernmaterialien sind umso beliebter, je multimedialer sie aufbereitet werden. Dies haben die durchgeführten Studierenden-Evaluationen gezeigt. Durch unterschiedliche Formate soll sichergestellt werden, dass die Studierenden möglichst aktiv lernen.

- Lernmaterialien mit explizit ausgewiesenem Schwierigkeitsgrad, etwa anhand einer Stern-Klassifikation, werden von den Studierenden als besonders hilfreich empfunden.

- Die Erstellung von guten Lernvideos ist ein mehrstufiger Prozess und erfordert hohen zeitlichen Aufwand.

- Features mit Bugs verlieren schnell die Akzeptanz der Studierenden.

- Das Software-Knowhow sollte nicht auf eine einzelne Person beschränkt sein. Durch Personalfluktuation geht schnell wertvolles Wissen verloren. Die Einarbeitung neuer Personen ist zeitaufwändig.

Tipps

Vom ersten Tag an sollte eine mittel- und langfristige Perspektive entwickelt werden, wie das Lernangebot erstellt und vor allem gewartet und weiterentwickelt wird. Ein fakultäts- und studiengangübergreifender Mathematik-Atlas ist ein größeres Projekt. Selbst die reine Pflege der Software und der fachlichen Inhalte erfordert regelmäßig Wartungsaufwand. Ein derartiges Lernangebot ist kein fertiges Produkt.

Sonstiges

Es lohnt sich in jedem Fall, jenseits von YouTube und unzähligen anderen - mehr oder weniger verlässlichen – Quellen, eine Plattform für das Fachgebiet Mathematik im Grundstudium an der eigenen Hochschule zu etablieren. Sorgfältig selbst erstellte, hochwertige Lernmaterialien bilden einen wichtigen und wertvollen Gegenpol zu unscharfen und teilweise falschen über KI generierten Lösungen und Antworten.

Methoden

Empfohlen

Technische Tools
Python, html, javascript, manim

Nicht empfohlen

Methoden
Aufzeichnen von Videos direkt mit einer Kamera und beteiligten Personen. Outsourcing der Programmierarbeit.

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
Keine Kontaktdaten vorhanden
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Imagefilm Lernplattform matlasLink aufrufen/Link/
Poster Lehr-Lern-Konferenz Stuttgart 2025DownloadDas Poster zeigt eine Übersicht über den Wissensatlas matlas und wurde bei der Lehr-Lern-Konferenz Stuttgart 2025 präsentiert.SonstigePDF2.67 MB

Das könnte Sie auch interessieren

Projekt 101546
Projekt

Innovative Lehre: Assessment, Rückmeldung, Adaption

Das Projekt iLEARN@HRSM fördert innovative Lehre, indem es digitale Assessments (weiter)entwickelt und die Nutzung der darüber generierten Informationen verbessert. Dies geschieht durch eine systematische Verschränkung der Rückmeldungen aus den Assessments mit Unterstützungs- und Beratungsangeboten für die Studierenden. Gleichzeitig nutzen die Lehrenden die Informationen für die Adaption der Lehre und werden dabei durch eine didaktische Weiterbildung zum Einsatz und zur Qualitätssicherung der Assessments unterstützt. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes ist Teil des institutionellen Lernprozesses der HSRM. In der Gestaltung von digitalen Assessments – im Sinne aller Lernstandserhebungen, unabhängig davon, ob ihr Ergebnis unmittelbar in die abschließende Leistungsfeststellung einfließt – sieht die Hochschule einen effektiven Hebel zur Steigerung der Lehr- und Lernqualität. Das häufigere und zeitnähere Feedback zum individuellen Lern- und Leistungsstand hilft den Lehrenden, besser auf die Studierenden einzugehen, und den Studierenden, ihr Studium individueller zu gestalten. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag, um der stark gewachsenen, heterogenen Studierendenschaft ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen.

Projekt anzeigen
Maßnahme 100060
Maßnahme

Hospitationen bei Partnerships (Teilprojekten)

Zur Förderung des persönlichen Austauschs, des Kennenlernens der Teilprojekte (sog. „Partnerships“) und dem praktischen Erleben wurden über den Verlauf der Förderung mehrere Hospitationen bei allen Partnerships durchgeführt. Ziel war es, Einblicke in die jeweiligen Arbeitsweisen, Herausforderungen und Fort-schritte zu gewinnen und dadurch Synergien innerhalb des Gesamtprojekts zu stärken. Diese persönlichen Kontakte und praktischen Erfahrungen ermöglichten einen gezielten Wissenstransfer und trugen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Teilprojekte bei.

Maßnahme anzeigen
Publikation 100118

Students as Partners: Potenziale und Grenzen der Umsetzung in einem sächsischen Verbundprojekt

[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]

Publikation anzeigen