
Schritt-für-Schritt-Ansatz
Nach Motivationsbildung und Kontexteinbettung, wird die Vermittlung technisch komplexer Inhalte in kleine, logisch aufeinander aufbauende Schritte gegliedert, um Überforderung bei der Zielgruppe zu vermeiden. Durch diese kleinschrittige Struktur können sich die Nutzenden systematisch in technische und didaktische Konzepte einarbeiten. Diese Maßnahme haben wir in einem Tutorial zur Erstellung von Open Educational Resources (OER) und im Rahmen eines Workshops angewandt, in dem die Teilnehmenden ihre eigene OERs für die Hochschullehre technisch implementieren sollen.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die zentrale Herausforderung war es, komplexe Inhalte rund um offene und barrierefreie OERs inklusive ihrer technischen und inhaltlichen Umsetzung so aufzubereiten, dass sie für Lehrende ohne Vorkenntnisse verständlich und direkt umsetzbar sind. Ziel war es, technische Einstiegshürden zu reduzieren und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit offenen Bildungsformaten zu fördern.
Herangehensweise
Wir haben die komplexen Themen in kleine, aufeinander aufbauende Schritte gegliedert, die jeweils klar verständlich und praktisch umsetzbar sind. Durch praxisnahe Beispiele und Übungen wird das Gelernte direkt angewendet, was die Komplexität reduziert und die Hemmschwelle für den Einstieg senkt. Dieser Ansatz ermöglicht es Nutzer:innen, die Umsetzung offener und barrierefreier Materialien schrittweise zu erlernen und selbstbestimmt in ihre Lehre zu integrieren.
Zusammenhang
Diese Maßnahme wurde in einem Online-Tutorial und in Workshops umgesetzt. Durch das Entwickeln und fortwährende Evaluieren klarer, praxisorientierter Schritte und Beispiele konnten technische Barrieren abgebaut und Lernerfolg gefördert werden.
Voraussetzung
Für die Umsetzung war es entscheidend, komplexe Abläufe in klar abgegrenzte, verständliche Einzelschritte zu zerlegen. Anhand der erfassten Nutzer:innenperspektiven wurden bewältigbare Zwischenziele definiert, an denen sich die Nutzer:innen orientieren können. Auch das didaktische Format musste so gestaltet werden, dass jeder Schritt für sich verständlich ist und auf den nächsten vorbereitet. Eine konsistente Struktur sowie Wiederholung zentraler Elemente halfen zusätzlich dabei, Überforderung zu vermeiden und Sicherheit im Umgang mit den Inhalten aufzubauen.
Eignung
Der strukturierte, schrittweise Aufbau der Materialien wurde in den Workshops mehrfach positiv zurückgemeldet. In allen Workshops erreichten die Teilnehmenden das Kursziel, obwohl sie mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen gestartet waren. Technische Schwierigkeiten traten nur vereinzelt auf und konnten gemeinsam gelöst werden. Der Step-by-Step-Ansatz half insbesondere beim eigenständigen Nachvollziehen komplexer Vorgänge und stärkte das Vertrauen in die eigene Umsetzungskompetenz.
Vorgehen/Schritte
Inhalte in logische, kleinteilige Lerneinheiten unterteilen.
Jeden Schritt klar und eindeutig formulieren, ohne implizite Annahmen zu treffen.
Für jeden Schritt überlegen: Was ist das Ziel? Was muss ich tun? Was sollte passieren?
Technische Abläufe dokumentieren mit Screenshots, Code, ggf. Video.
Mit Icons oder Farben für Orientierung sorgen (Hinweise, Warnungen, Tipps).
C-C-C Schema (Context – Content – Conclusion): Kontext – Inhalt – Fazit, auch innerhalb von kleinen Aufgaben.
Mögliche Fehler oder Stolperstellen direkt mitdenken und benennen.
Wiederholungen ermöglichen: Teilnehmende müssen problemlos zu früheren Schritten zurückkehren können.
Fortschritt sichtbar machen, z. B. mit Checklisten oder Fortschrittsanzeigen.
Materialien testweise von Personen mit unterschiedlichem Vorwissen durchlaufen lassen.
Hinweise
Effekte
Der Schritt-für-Schritt-Ansatz hat wesentlich zur Verständlichkeit komplexer Abläufe beigetragen und die praktische Umsetzung erleichtert. Unsicherheiten und Unklarheiten während der Anwendung konnten so deutlich reduziert werden. In Workshops zeigte sich, dass Teilnehmende den Inhalten besser folgen konnten und seltener Rückfragen stellten. Auch komplexe technische Prozesse wurden auf diese Weise greifbarer und nachvollziehbarer.
Learnings
Unser Learning war, dass es für Workshopteilnehmende leichter war, selbstständig und in ihrer eigenen Geschwindigkeit technische Durchführungen anhand von sehr kleinschrittigen Schritten durchzuarbeiten, als sie gemeinsam in der großen Runde durchzugehen. Die Möglichkeit, jederzeit einen Schritt zurückzugehen, förderte ihre Selbstständigkeit und ermöglichte uns, die Workshopzeit deutlich effizienter zu nutzen.
Tipps
Es sollte beachtet werden, dass komplexe Inhalte in logische, aufeinander aufbauende Einzelschritte zerlegt werden. Diese Schritte sollten für sich verständlich und zugleich in ein übergeordnetes Konzept eingebettet sein. Die Struktur „Context – Content – Conclusion“ hilft dabei, sowohl einzelne Abschnitte als auch die Gesamtlektion kohärent und nachvollziehbar zu gestalten.
Sonstiges
Das schrittweise Vorgehen ist besonders hilfreich für die Nachvollziehbarkeit. Teilnehmende profitieren davon, dass sie bei Bedarf zurückspringen und Inhalte in ihrer eigenen Geschwindigkeit bearbeiten können. Dadurch werden Unsicherheiten abgebaut und die Workshopzeit effektiver genutzt.
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