
Aufbau des Digital Object Learning Centre (DOLCE)
Das Digital Object Learning Centre (DOLCE) vermittelt disziplinübergreifend digitale Kompetenzen in der Arbeit mit Sammlungen am Beispiel der zentralen Sammlungsdatenbank der Goethe-Universität. Der aus aktuell neun Modulen bestehende DOLCE-Kurs kann entweder in Form eines Readers oder in Form von Video- oder Texttutorials auf Moodle benutzt werden. Er funktioniert sowohl als Selbstlern- als auch als Blended Learning Tool. DOLCE wurde bisher in der objektbezogenen Lehre genutzt und eignet sich darüber hinaus für den Kompetenzaufbau in der digitalen Sammlungsarbeit für Universitäten und GLAM-Institutionen.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die Arbeit mit Sammlungen wird immer digitaler – in der Universität, wie im GLAM-Bereich. Dennoch ist die Vermittlung digitaler Kompetenzen in der objektbezogenen universitären Lehre immer noch ein Desiderat. Da sich Digital Literacy insbesondere über eigene Praxis und deren Reflexion aufbauen lässt, braucht es Angebote, in denen Studierende digitale Infrastrukturen, deren Funktionsweise und Methoden kennenlernen, reflektieren und praxisnah digitale Kompetenzen aufbauen können.
Herangehensweise
DOLCE bietet als offener Moodle-Kurs in neun Modulen eine niedrigschwellige Einführung in den Umgang mit Sammlungsdaten - von der grundsätzlichen Einführung in Datenbanken, über das Anlegen von Datensätzen, der Arbeit mit Normdaten und der Vergabe von Lizenzen bis hin zum fairen und gerechten Umgang mit Daten. Der Kurs funktioniert als Selbstlern- wie auch als Blended Learning Tool integriert in ein Seminar mit Sammlungsbezug. Durch einen stark modularisierten Ansatz können Lehrende und Studierende die jeweils für sie relevanten Themen auswählen. Zugleich wird keinerlei Vorkenntnis erwartet. Die inhaltsgleichen Text- und Vidoetutorials ermöglichen unterschiedliche Lerngewohnheiten. In die Tutorials integrierte Übungen helfen das Gehörte oder Gelesene direkt selbst anzuwenden. Zudem leiten die Tutorials dazu an, in der Datenbank der Goethe-Universität selbst aktiv zu werden. Hier wurden eigene Strukturen eingerichtet, sodass sich die DOLCE-Teilnehmenden ausprobieren können.
Zusammenhang
DOLCE wurde während seiner gesamten Laufzeit in drei Seminaren erprobt. In einem Seminar zur altorientalischen Siegelkunde, einem Seminar zu Digitaler Archivarbeit am Institut für Jugendbuchforschung sowie einem Seminar zur Fach- und Mediengeschichte am Kunstgeschichtlichen Institut. In allen drei Seminaren wurde DOLCE als Blended Learning Tool eingesetzt. In zwei Seminaren war das DOLCE-Team auch Kooperationspartner und in einzelnen Sitzungen vor Ort.
Voraussetzung
Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Durchführung war die enge Verzahnung des Themas des Seminars mit den Inhalten von DOLCE. Je offensichtlicher die Relevanz der in DOLCE vermittelten Inhalte für das Thema des Seminars war, desto höher war die Motivation. Von großer Bedeutung war auch, dass der DOLCE-Kurs disziplinübergreifende Beispiele nutzte. Zudem aber war es hilfreich, wenn auf Datensätze zugegriffen werden konnte, die eng mit dem Fach oder dem Thema des Seminars verknüpft waren. Es erwies sich als sehr hilfreich die in den Tutorials vermittelten Inhalte in der darauffolgenden Sitzung Hands-On in Einzel- oder Gruppenarbeit anzuwenden. Hierfür waren Räumlichkeiten nötig, die mit ausreichend PCs ausgestattet waren. Außerdem war es von zentraler Bedeutung, dass die Zugänglichkeit zum DOLCE-Kurs so niedrigschwellig wie möglich war. Jeder weitere Log-in-Prozess erwies sich hier als kleines Hindernis. Deshalb war uns die Veröffentlichung in einem offenen Moodle-Kurs so wichtig.
Eignung
In der letzten Erprobung haben die Studierenden in der Evaluation sehr positives Feedback gegeben. Die Adjektive, die sie mit DOLCE verbunden haben waren: hilfreich, digital, intuitiv, informativ, einfach und zukunftsorientiert. Auch die Lehrenden, die sich für einen Einsatz von DOLCE entschieden haben, haben uns sehr positives Feedback gegeben und möchten den Einsatz in einem kommenden Seminar wiederholen. Insbesondere in Projekt- und Praxisseminaren lässt sich DOLCE auch deshalb so gut einsetzen, weil es ermöglicht, dass Studierende mit den in DOLCE erworbenen Kompetenzen einen eigenen Outcome produzieren, so etwa das Anfertigen von Digitalisaten, das Erschließen von Objekten oder das Anreichern von bereits existierenden Datensätzen mit Normdaten. Auch in der Fachcommunity, der wir das Projekt in unterschiedlichen Kontexten vorgestellt haben, haben wir viel positives Feedback und Interesse geerntet.
Vorgehen/Schritte
Grundsätzlich können alle Personen DOLCE einfach einsetzen. Der Moodle-Link ist für alle frei nutzbar und der Reader steht als pdf frei zu Verfügung. Begleitend empfehlen wir die Lektüre des Leitfadens „Come fare un DOLCE“.
Dennoch gilt es für eine Adaption der Maßnahme zu unterscheiden, ob sie innerhalb der Goethe-Universität oder an einer anderen Hochschule oder einem ganz anderen Kontext eingesetzt werden soll.
Auch Personen, die nicht an der Goethe-Universität angesiedelt sind, können einzelne Module aus DOLCE problemlos nutzen. Es handelt sich um die Module, die nicht vor allem auf die Sammlungsdatenbank der GU mit dem Namen CODA zurückgreifen. Dies ist am Titel der Module zu erkennen. Die Module, die den Zusatz „mit CODA“ enthalten verlieren ohne Zugang zur Datenbank ihren Praxisbezug. Hier wäre es sicher sinnvoll, dass dies dann ergänzend mit einer Datenbank gemacht wird, auf die an der Hochschule alle Zugriff haben. In diesem Fall könnten dann die Inhalte von DOLCE einfach ergänzt werden. Hierfür könnte es sich lohnen, die zur Verfügung gestellten mbz-Dateien in einen eigenen Moodle-Kurs zu integrieren und so noch Anpassungen und Ergänzungen vornehmen zu können.
Mitglieder der Goethe-Universität können DOLCE einfach unverändert und vollumfänglich nutzen. Sie sollten nur rechtzeitig vorher mit der Sammlungskoordination und insbesondere dem Team von CODA Kontakt aufnehmen, um sicher zu stellen, dass alle nötigen Rechte in der Datenbank vorhanden sind.
Hinweise
Effekte
DOLCE wurde wie erwartet durch die Modularisierung von den Studierenden insbesondere in den späteren Erprobungssettings als besonders verständlich und übersichtlich bewertet. Diese Modularisierung und die damit einhergehende detaillierte Kapitelübersicht hat wider Erwarten auch neue Interessierte angesprochen, die an einzelnen Modulen oder an der Nutzung der Sammlungsdatenbank der Goethe-Universität interessiert waren. Wie erwartet ergibt sich also eine starke Wechselwirkung zwischen DOLCE und CODA. Unerwartet schwer ist es, diese in der Vermittlung gut zu differenzieren.
Learnings
Zunächst war DOLCE auf ein Fach zugeschnitten. Erst in der zweiten Förderphase haben wir es aus dem fachlichen Kontext gelöst. Hier würden wir in einem neuen Projekt anders ansetzen und von Beginn an eher disziplinübergreifend agieren.
Sehr wichtig waren die Erprobungen, in denen wir zentrale Impulse mitgenommen haben. Insbesondere kritische Stimmen halfen uns, die Ausrichtung und Ausgestaltung immer wieder neu zu justieren. Hierfür war ein flexibler Umgang mit den eigenen Zielen und Plänen vonnöten. Ebenso wichtig war der Austausch in Round Tables, bei Konferenzen und Workshops. Hier würden wir im Nachhinein vielleicht noch früher in den Dialog gehen, um bestimmte Rückmeldungen noch früher in der Projektphase zu erhalten.
Empfehlung
In unserer ersten Erprobung lief DOLCE als Selbstlernkurs fast parallel zum Seminar ab und tauchte in den einzelnen Seminarsitzungen kaum auf. Dies hat dazu geführt, dass viele Studierende den Kurs nicht oder erst ganz am Ende des Seminars gemacht haben. Bei den weiteren Erprobungen haben wir darauf geachtet, dass es eigene DOLCE-Sitzungen gab. Dies ist unbedingt zu empfehlen.
In der ersten Erprobung hatten wir zudem sehr viele digitale Kontaktmöglichkeiten wie Chat, Sprechstunde und Co angeboten, die alle kaum genutzt wurden. Erst als wir im Seminar selbst präsent waren, wurden uns all die Probleme berichtet. Es ist also unbedingt darauf zu achten, dass die Studierenden nicht nur im digitalen Raum Kontakt aufnehmen können.
Tipps
DOLCE funktioniert besonders gut in Praxisseminaren, die sich digitaler Sammlungsarbeit widmen. Hier kann es als Vorbereitung dienen, um dann gemeinsam Hands-On Sammlungsgut zu erschließen.
Nutzen Sie für diese Sitzungen am besten Pool-Räume. Es ist nicht davon auszugehen, dass alle Studierenden Laptops haben, die sie mitbringen können.
Planen Sie ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion ein. Gerade die kritische Reflektion braucht den Seminarkontext.
Sonstiges
DOLCE soll Spaß machen. Wir haben uns bewusst für eine spielerische Art und Weise, süße Schaltflächen und das „Du“ entschieden.
Methoden
Nicht empfohlen
Kontakt
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