
Hochschulinternes Austauschformat für Lehrende
Zur Förderung des fakultäts- bzw. hochschulstandortübergreifenden Wissenstransfers zu Themen der Hochschuldidaktik sowie Good Practices zur Digitalisierung von Lehr-Lern-Angeboten wurde ein Format zur Förderung des kollegialen Austausches für Lehrende entwickelt. Dieses wurde entsprechend des von den Lehrenden artikulierten Bedarfs konzipiert und als regelmäßiges Angebot implementiert.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Im partizipativen Prozess zur Weiterentwicklung der Hochschulstrategie zur Förderung der Lehre wurde deutlich, dass an der Hochschule eine Vielzahl von Akteuren und Good-Practice-Beispielen existie-ren, die das Potenzial haben wertvolle Impulse für ihre Kollegen zu liefern. Jedoch stellte sich der fakultäts-/hochschulstandortübergreifenden Wissenstransfer mangels entsprechender Formate und der knappen zeitlichen Ressourcen als Herausforderung dar. Die Maßnahme begegnet dieser Herausforderung.
Herangehensweise
Entsprechend dem von den Lehrenden artikulierten Bedarf wurde nach dem Vorbild anderer Hochschulen eine Art „Lunch Lecture“ -Austauschformat etabliert werden, in dem sich Lehrende beider Standorte der HSZG fakultätsübergreifend über ihre Erfahrungen zur Lehre austauschen, um den Transfer von Best-Practice-Ansätzen zu fördern. Im Zentrum der regelmäßigen Treffen steht bei jedem Termin ein 10-minütiger Input durch eine Lehrperson oder HD-Experten. Anschließend haben die Teilnehmenden die Mög-lichkeit, konkrete Fragen an die Inputgeber zu stellen, eigene Impulse einzubringen, Anregungen für die eigene Lehre zu erhalten und miteinander zu diskutieren. Die moderierten Austauschtreffen sind via Video-konferenz organsiert und erlauben damit eine smarte/standortflexible Teilnahme. Durch die Ausrichtung auf hochschulinterne Schwerpunkte, können bestehende Strukturen gezielt verwoben und Synergieeffekte gefördert werden.
Zusammenhang
Das Format wurde im Rahmen des zentral organisierten hochschulinternen Maßnahmenbündels zur Förde-rung des Wissenstransfers im Schwerpunkt: Hochschuldidaktik /Digitalisierung von Bildung und Lehre durchgeführt. Es stellt ein eigenes Angebot dar, welches weitere standorteigene Unterstützungsangebote für Lehrende flankiert und die Verzahnung mit externen Formaten und Netzwerken fördert. Veranstaltungs-teilnahme kann im hochschuldidaktischen Zertifikatsprogramm der HD-Sachsen anerkannt werden.
Voraussetzung
Im Rahmen des hochschulinternen Strategieentwicklungsprozesses zur Digitalisierung wurden Maßnah-menpakete und Verantwortlichkeiten definiert, sowie die erforderlichen technischen Infrastrukturen imple-mentiert, um damit die Voraussetzungen für die Durchführung des kollegiales Austauschformat zu schaf-fen. Für die inhaltliche Schwerpunktsetzung und die Terminfindung wurden Teilnehmerbefragungen durchgeführt.
Eignung
Der fakultäts-/hochschulstandortübergreifenden Wissenstransfer konnte durch die Maßnahme gefördert werden, nachgefragte Schwerpunktthemen der inzwischen über drei Dutzend Treffen waren digitale Lehr-formate von Blended Learning bis Hybride Lehre, Interaktion und Motivation in der Lehre, Digitale Tools und Plattformen, künstliche Intelligenz und digitale Transformation sowie didaktische Innovationen und Herausforderungen. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zum Angebot sind durchweg positiv (Auszug: https://www.hszg.de/news/austausch-digitale-lehre-hszg-ein-format-mit-vorbildwirkung), Mit dem Format konnten Impulse für die allg. Strategieentwicklung der Lehre und die Weiterentwicklung einzelner Modu-le/Angebote geliefert sowie (in der Folge) der individuelle kollegialen Austausch und gemeinsame Projekte gefördert werden.
Schritte
1. Bedarfsanalyse und Zielgruppenorientierung
Beteiligung der Lehrenden: Führen Sie eine kurze Umfrage oder einen Workshop durch, um die Interessen und Bedarfe der Lehrenden zu ermitteln.
Zielgruppen definieren: Klären Sie, welche Gruppen (z.B. Lehrende, wissenschaftliche Mitarbeitende, Studierende) angesprochen werden sollen.
2. Formatentwicklung und Struktur
Kernstruktur übernehmen: Halten Sie an der bewährten Struktur fest: 10-minütiger Input, gefolgt von mo-deriertem Austausch und Diskussion.
Regelmäßigkeit sicherstellen: Legen Sie feste Termine (z.B. monatlich) fest, um Kontinuität und Verlässlichkeit zu schaffen.
Digitale Durchführung: Nutzen Sie Videokonferenz-Tools, um standortübergreifende Teilnahme zu ermögli-chen.
3. Themenfindung und Programmplanung
Themen sammeln: Lassen Sie die Teilnehmenden Themenvorschläge einbringen, um Relevanz und Beteili-gung zu steigern.
Schwerpunkte setzen: Orientieren Sie sich an aktuellen Herausforderungen und Trends (z.B. KI in der Leh-re).
4. Organisation und Moderation
Verantwortlichkeiten klären: Bestimmen Sie ein kleines Organisationsteam für Planung, Kommunikation und Moderation.
Moderation schulen: Stellen Sie sicher, dass die Moderation die Diskussion fördert und alle zu Wort kom-men lässt.
5. Sichtbarkeit und Motivation
Kommunikation: Bewerben Sie das Format hochschulweit über Newsletter, Intranet und persönliche Ansprache mit Fokus auf die bedarfsgerechte Aktivierung von Fokusgruppen
Anreize schaffen: Bieten Sie Anrechnungsmöglichkeiten (z.B. für hochschuldidaktische Zertifikate) oder Teilnahmebescheinigungen an.
6. Dokumentation und Transfer
Ergebnisse festhalten: Protokollieren Sie die wichtigsten Impulse und Ergebnisse jeder Sitzung (z.B. in einem internen Wiki oder Newsletter).
Good-Practice-Sammlung: Erstellen Sie eine Sammlung der präsentierten Best-Practice-Beispiele zur Nachnutzung.
7. Evaluation und Weiterentwicklung
Feedback einholen: Nutzen Sie kurze Umfragen nach den Veranstaltungen, um Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge einzuholen.
Format anpassen: Reagieren Sie flexibel auf Rückmeldungen und passen Sie das Angebot bei Bedarf an.
8. Netzwerkbildung und Synergien
Kooperationen nutzen: Vernetzen Sie das Angebot mit bestehenden hochschulinternen und externen Initia-tiven, um Synergien zu schaffen.
Multiplikator*innen einbinden: Gewinnen Sie engagierte Lehrende als Botschafter*innen und Mitgestal-tende.
Hinweise
Effekte
Rückblickend zeigten sich erwartete Effekte wie die Förderung des standortübergreifenden Austauschs, die Verbreitung innovativer Lehrkonzepte und die Stärkung der Vernetzung unter Lehrenden. Unerwartet war die hohe Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung und die Bildung neuer, fakultätsübergreifender Kooperationen. Zudem wurde deutlich, dass das niederschwellige Format auch Lehrende mit wenig Zeit erreichte und so die Beteiligung erhöhte. Ein zusätzlicher Effekt war die verstärkte Sichtbarkeit hochschulinterner Expertise und die Förderung einer offenen Innovationskultur. Ein unerwarteter Effekt ist die Vorbildwirkung der Maßnahmen für andere Hochschulen die nach dem Vorbild ähnliche Format an ihren Standorten erprobten.
Learnings
Zu den Learnings zählen:
- Niedrigschwellige Formate wirken: Kurze, flexible Austauschformate senken die Teilnahmehürden und fördern die Beteiligung auch zeitlich stark eingebundener Lehrender.
- Bedarfsorientierung ist zentral: Der Standortbezug und die Einbindung der Lehrenden in die The-men- und Formatgestaltung erhöhen die Relevanz und Akzeptanz des Angebots.
- Vernetzung schafft Mehrwert: Der standort- und fakultätsübergreifende Austausch führt zu neuen Kooperationen und inspiriert zur Übernahme innovativer Ansätze.
- Moderation macht den Unterschied: Eine gute Moderation ist essenziell, um einen offenen, wert-schätzenden Austausch zu ermöglichen und alle Teilnehmenden einzubinden.
- Sichtbarkeit und Anerkennung motivieren: Die Anerkennung der Teilnahme (z.B. im Zertifikatsprogramm) sowie die gezielte Kommunikation steigern die Motivation und Sichtbarkeit der Lehrenden.
- Flexibilität und kontinuierliche Weiterentwicklung: Regelmäßiges Feedback und Anpassungen
Empfehlung
Nachnutzende können je nach Kontext folgende alternative oder ergänzende Maßnahmen erwägen:
1. Präsenz-Formate: Bieten Sie gelegentlichen Präsenz-Formate an, um den persönlichen Austausch und das Netzwerken weiter zu stärken.
2. ergänzende thematische Arbeitsgruppen: Bilden Sie kleinere, themenspezifische Arbeitsgruppen, die zwischen den Haupttreffen eigenständig an konkreten Fragestellungen arbeiten und ihre Ergebnisse im Plenum vorstellen.
3. Asynchrone Austauschmöglichkeiten: Ergänzen Sie die Live-Formate durch digitale Pinnwände, Foren oder Wikis, damit auch diejenigen mitwirken können, die zu den festen Terminen verhindert sind.
Das Kernformat ist empfehlenswert, sollte mit Blick auf bestehende Services durch gezielte Ergänzungen noch wirksamer und passgenauer auf die Bedürfnisse der jeweiligen Hochschule zugeschnitten werden.
Tipps
Bei der Adaption gilt es folgendes zu beachten:
- Bedarfsorientierung: vorab Bedürfnisse der Zielgruppe ermitteln, um Beteiligung sicherzustellen.
- Klare Struktur: Format übersichtlich halten (z.B. kurzer Input, anschließende Diskussion), um die Hemmschwelle zur Teilnahme niedrig zu halten.
- Technische Umsetzung: zuverlässiges/vertrautes Videokonferenz-Tool verwenden
- Moderation: erfahrene Moderation lenkt Diskussionen,
- Kommunikation: Angebot regelmäßig über etablierte Kanäle bewerben, um Teilnahme zu erhöhen.
- Feedback: Umfragen durchführen, um das Format an die Bedürfnisse anzupassen
- Anerkennung: Anreize wie Teilnahmebescheinigungen oder Anrechnung im Zertifikatsprogramm fördern Motivation
- Dokumentation: Ergebnisse festhalten und für die Community zugänglich machen.
Sonstiges
Ein hochschulinternes Format kann, neben bereits bestehende Angebote eine wertvolle Ergänzung sein, da standortspez. Themen besser adressiert und die Arbeitskultur (kollegialer Verbund) bedarfsgerecht fördert werden können.
Methoden
Empfohlen
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[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]
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