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Beteiligungsformate für studentische Partizipation

Um studentische Partizipation sowohl im Projekt umzusetzen als auch hochschulweit zu fördern, wurden verschiedene Beteiligungsformate entwickelt und erprobt. Die Formate reichten von niedrigschwelligen Beteiligungsmöglichkeiten im Vorbeigehen bis hin zu ganztägigen Veranstaltungen mit vorheriger Anmeldung. Mit den Beteiligungsformaten wurden Studierende nicht nur als Zielgruppe, sondern insbesondere als Mitgestaltende von Hochschullehre und -leben, deren Perspektiven berücksichtigt werden, einbezogen. Durch die Beteiligungsformate konnte studentische Partizipation aktiv gefördert und sichtbar gemacht werden. Die Ergebnisse und Learnings, die im Rahmen der Förderung studentischer Partizipation im Projektzeitraum entstanden sind, wurden auf einer Website zur studentischen Partizipation dokumentiert, um die Verstetigung und den Transfer zu ermöglichen.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Studentische Partizipation
Beteiligungsformate
Studierendenzentrierung
Studierendenfeedback
Beteiligung
Zielgruppe(n)
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Tutor:innen/stud. Mentor:innen
Studierende
Professor:innen
Mitarbeiter:innen aus Service, Verwaltung & Wissenschaftsmanagement
Lehrbeauftragte
Hochschul-, Fachbereichs-/Fakultätsleitung
(Fach-)Öffentlichkeit
Akteur:innen außerhalb der Hochschule
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Projektkoordination
Partizipationsformate/Community Building entwickeln
Technisch-räumliche Infrastruktur
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Supportangebote
Beratungs-/Coachingangebote für die Lehre entwickeln
Angebote für Austausch und Kollaboration entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Ziel war es, Studierende in die Entwicklung von (Projekt-)Maßnahmen und in die Gestaltung von Hochschullehre und -leben einzubeziehen ─ denn die Studierendenperspektive wird oft zu wenig berücksichtigt. Auch fehlt an über (Lehr-)Evaluationen und studentischen Gremienarbeit hinaus gehende Beteiligungsmöglichkeiten für Studierende, insbesondere solchen, welche die Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden fördern.

Herangehensweise

Bereits zu Beginn des Projekts arbeiteten Mitarbeitende mit studentischen Mitarbeitenden zusammen, um Beteiligungsformate am Studienalltag der Studierenden auszurichten. Unterschiedliche Beteiligungsformate sollten möglichst viele Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen erreichen. Da Studierende wenig Zeit für Engagement innerhalb der Hochschule haben, wurden zeitsparende Beteiligungsformate konzipiert. Die Studierenden wurden mittels verschiedener Kommunikationskanäle über Beteiligungsmöglichkeiten und über Hochschulprozesse informiert. Auch wurde ein Partizipationskonzept entwickelt, welches die Definition, das Verständnis studentischer Partizipation und eine Übersicht über Beteiligungsformate enthält. Das Konzept diente als theoretische und methodische Grundlage für die Erarbeitung weiterer Beteiligungsformate. Durch Evaluation und Reflexion konnten die Planungs- und Durchführungsprozesse angepasst und Methoden und Formate optimiert werden.

Zusammenhang

Die Maßnahme wurde im Rahmen des Projekts entwickelt und durchgeführt. Die Beteiligungsformate fanden außerhalb regulärer Lehrveranstaltungen als Teil des Hochschullebens statt, hochschulweit und auf Ebene einzelner Fakultäten. Die Formate dienten dazu, studentische Ideen und Meinungen in Projektentscheidungen sowie bei der (Weiter-)Entwicklung von Hochschullehre und -leben einzubinden.

Voraussetzung

• fachliche Kompetenzen (Partizipation) und und methodische Kompetenzen der Mitarbeitenden (z. B. Moderationskompetenz)

• Aktive Beteiligung von Studierenden, z. B. als studentische Mitarbeitende, war essenziell im Entwicklungsprozess der Beteiligungsformate. Ihre Perspektiven bilden die Grundlage dieser Formate und erhöhen deren Akzeptanz sowie die Nähe zur Studienrealität.

• Eine klare Auftragserteilung durch die Hochschul- und/oder Projektleitung, um die Ziele der Beteiligungsformate festzulegen und sicherzustellen, dass die Ergebnisse genutzt und umgesetzt werden können.

• Transparenz und Kommunikation darüber, was mit den (studentischen) Ergebnissen aus Beteiligungsformaten passiert.

• Wertschätzung des Engagements der Studierenden (z. B. Aufwandsentschädigung)

• Zeitliche und organisatorische, dem Umfang des jeweiligen Beteiligungsformats angemessene Ressourcen

• eine offene Haltung gegenüber studentischer Partizipation aller am Prozess Beteiligten

Eignung

Die Beteiligungsformate wurden gemonitort und wirkungsorientiert evaluiert. Dass sich Beteiligungsformate zur Förderung studentischer Partizipation gut eignen, lässt sich z. B. an der Erreichung folgender intendierter Wirkungen erkennen:

• Hochschulangehörige kennen und nutzen Möglichkeiten zur studentischen Partizipation.

• Hochschulangehörige haben eine positive Einstellung gegenüber (studentischer) Partizipation.

• Hochschulangehörige gestalten Lehre und Hochschulleben aktiv und im Dialog mit Studierenden.

• Hochschulangehörige haben und adressieren Bedarf zur Umsetzung oder Förderung studentischer Partizipation beraten zu werden.

Schritte

Allgemein:

-Wissen über (studentische) Partizipation und Beteiligungsformate

-Bereitstellen von personellen und zeitlichen Ressourcen

-Offene Haltung und positive Einstellung gegenüber studentischer Beteiligung aller am Prozess beteiligten Hochschulakteur/-innen

-Regelmäßiger Kontakt zur Studierendenvertretung und zu studentischen Initiativen

-Förderung einer offenen Haltung und positiven Einstellung gegenüber studentischer Beteiligung innerhalb der Hochschule

-Vernetzung sowohl innerhalb der Hochschule als auch mit Projekten/Initiativen zu studentischer Partizipation außerhalb der eigenen Hochschule

Planung (Aufwand abhängig vom Format: 3-5 Monate):

-Einbindung von studentischen Mitarbeitenden und Lehrenden in die Konzeption von Beteiligungsformaten

-Erarbeitung einer Konzeption des Beteiligungsformats mit Ziel- und Themenstellung, Zielgruppe, intendierter Ergebnisverwendung, Art des Formats

-Abstimmung mit Hochschul- und/oder Projektleitung über die Konzeption und Zielsetzung des Beteiligungsformats

-Bei Bedarf: Abstimmung mit weiteren Hochschulakteurinnen und –akteuren je nach Beteiligungsformat Bewerbung des Beteiligungsformats über verschiedene Kanäle (Rundmail, Social-Media, Fachschaften usw.)

-Erarbeitung eines Moderationsplans

Durchführung (Aufwand abhängig vom Format: 2-8 Std.):

-Erfahrene Moderator/-innen (bestenfalls zwei Moderator/-innen)

-Anwendung unterschiedlicher Methoden innerhalb der Beteiligungsformate (z. B. Gruppenarbeit, Brainstorming, Visionsentwicklung)

-Wertschätzen der studentischen Ideen und Impulse

-Einbindung von studentischen Mitarbeitenden und Lehrenden in die Durchführung des Beteiligungsformats

-Umfassende Dokumentation der Ergebnisse des Beteiligungsformats sowie deren Hintergründe/Begründungen

-Evaluation der Beteiligungsformate, um die Konzeption und Durchführung fortwährend zu optimieren und deren Wirkung zu erfassen

Nachbereitung (Aufwand abhängig vom Format: 1-4 Monate):

-Entlohnung des studentischen Engagements in Form von Aufwandsentschädigung, ECTS o.ä.

-Transparente Kommunikation darüber, was mit den Ergebnissen aus Beteiligungsformaten geschieht

-Aufbereitung der Ergebnisse in Form einer Präsentation, eines Studierendengutachtens o. ä.

-Berichterstattung über Beteiligungsformate und deren Ergebnisse in Form von Social-Media-Posts, Website, Diashow, ggf. Pressemeldung

-Auswertung und Dokumentation zur Evaluation der Beteiligungsformate sowie Ableitung von Learnings

Hinweise

Effekte

Die Beteiligungsformate trugen hochschulweit zur Bekanntheit und zu einer positiveren Einstellung gegenüber studentischer Partizipation bei. Die Sichtbarkeit des Projekts und die Bedeutung studentischer Beteiligung nahmen zu. Bei Planung / Durchführung der Beteiligungsformate zeigte sich, wo an der Hochschule studentische Partizipation bereits gefördert wird und wo Entwicklungspotential besteht. Hochschulangehörige gestalteten die Lehre und das Hochschulleben gemeinsam im Dialog mit – unabhängig von ihrer Rolle.

Ein unerwarteter Effekt war die Überraschung der Studierenden über ihre aktive Beteiligung und die z. T. kritische Reaktion von Mitarbeitenden und Lehrenden gegenüber dem Nutzen dieser Beteiligung.

Dennoch wurden meist Bedarfe zur/Förderung studentischer Partizipation erkennbar. Studentische Mitarbeitende brachten eigeninitiativ Ideen ein und übernahmen Verantwortung in allen Phasen der Beteiligungsformate, persönliche und fachliche Entwicklung wurde beobachtet.

Learnings

• Studentische Beteiligung wird durch das kontinuierliche Angebot von Beteiligungsformaten wirksam, da das Thema hierdurch sichtbarer wird.

• Aufgrund von Skepsis gegenüber studentischer Partizipation ist es notwendig, die Vorteile und Relevanz von studentischer Beteiligung zu kommunizieren und eine offene sowie positive Einstellung gegenüber Partizipation zu fördern.

• Neben der Möglichkeit, aktiv ihre Ideen und Perspektiven einbringen zu können, dienen die Formate den Studierenden dazu, sich über die Fakultätsgrenzen hinweg austauschen zu können.

• Das Gefühl ‚gehört zu werden' erhöht sich bei den Studierenden.

• Die Beteiligungsformate liefern neue Impulse für Projektentwicklung, Hochschullehre und -leben.

• Ein wertschätzender und produktiver Austausch auf Augenhöhe zwischen Lehrenden, Mitarbeitenden und Studierenden ist möglich.

Empfehlung

Es wäre empfehlenswert, Beteiligungsformate auch im Rahmen von Lehrveranstaltungen durchzuführen, da Studierende in ihrem Studium und außerhalb viele Verpflichtungen haben und ihnen daher wenig Zeit für ein Engagement in der Hochschule bleibt. Hierbei wäre es hilfreich, gezielt mit Lehrenden zusammenzuarbeiten, um die Akzeptanz studentischer Beteiligung und die Akzeptanz ihrer Ergebnisse innerhalb der Lehrkörperschaft und Hochschulleitung zu erhöhen. Auch kann auf diese Weise gefördert werden, dass die Ergebnisse der Formate anschließend auch in der Lehre umgesetzt werden können.

Tipps

Wichtig ist es, dass Studierende, z. B. als studentische Mitarbeitende, in die Planung, Durchführung und Auswertung von Beteiligungsformaten einbezogen werden, um eine Passung zur studentischen Perspektive und zum Studienalltag zu gewährleisten. Auch ist es wichtig, dass eine offene und wertschätzende Haltung gegenüber den Studierenden und ihren Ideen besteht und dies auch gezeigt wird.

Generell sollte genug Zeit, sowohl bei der Planung und Vorbereitung als auch bei der Durchführung und Nachbereitung von Beteiligungsformaten, eingeplant werden.

Sonstiges

Häufig bestehen seitens Lehrender und Mitarbeitender Vorbehalte gegenüber studentischer Beteiligung, insbesondere hinsichtlich der Repräsentativität der Ergebnisse, da nur ein Teil der Studierenden teilnimmt oder befragt wird. Es ist wichtig, sich hiervon nicht entmutigen zu lassen und Beteiligungsformate fortzuführen, da die Berücksichtigung studentischer Perspektiven für die Qualität von Lehr- und Projektentwicklung von zentraler Bedeutung ist, unabhängig der Teilnehmendenzahl.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Gruppenarbeit, Brainstorming, Visionsentwicklung, Diskussion, Befragungen, Evaluationsmethoden, Student-as-Partners
Formate
Zukunftswerkstatt, Planungszelle, aufsuchende Beteiligungsformate, Fish-Bowl, Student Digital Officer
Technische Tools
EvaSys (zur Evaluation der Formate), Confluence/Bayern Collab (zur Planung und Dokumentation), Miro (für Online- bzw, hybride Formate)
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Online-Plattform für studentische PartizipationLink aufrufen/Link/

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