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Zum Projekt

Hochschulpodcast: HNEE voices

„HNEE voices“ ist ein seit 2023 regelmäßig erscheinender Hochschul-Wissenschaftspodcast im Interviewformat. Er macht Projekte, Initiativen und Personen aus dem der Hochschule und ihrem Umfeld hörbar, stärkt Austausch und Zugehörigkeit und übersetzt große Themen (z. B. Nachhaltigkeit/Digitale Lehre) in konkrete Beispiele. Die Veröffentlichung erfolgt auf gängigen Podcast-Plattformen.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Wissenschaftspodcast
Austauschformat/Interviewforma
Wissenschaftskommunikation
Hochschulkommunikation
Wissenstransfer
Zielgruppe(n)
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Tutor:innen/stud. Mentor:innen
Studierende
Professor:innen
Mitarbeiter:innen aus Service, Verwaltung & Wissenschaftsmanagement
Lehrbeauftragte
Hochschul-, Fachbereichs-/Fakultätsleitung
(Fach-)Öffentlichkeit
Akteur:innen außerhalb der Hochschule
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Lehr-/Studienangebote
Prüfungsformen/(Self-)Assessments entwickeln
Technisch-räumliche Infrastruktur
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Projektkoordination
Wissenstransfer/Dissemination entwickeln
Partizipationsformate/Community Building entwickeln
Kommunikationsprozesse & Öffentlichkeitsarbeit entwickeln
Strukturelle Rahmenbedingungen
Profil/Strategien/Leitlinien entwickeln
Anreizsysteme entwickeln
Supportangebote
Weiterbildungsangebote für die Lehre entwickeln
Angebote für Austausch und Kollaboration entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Innerhalb der Hochschule gingen Geschichten und Projekte der digitalen Lehre und Transformation im Alltag unter; Wissen blieb dezentral und wenig sichtbar.
Zu Projektbeginn zeigte sich: Sobald Vorhaben strukturell wurden und weitere Abteilungen einzubinden waren, stockten Prozesse.
Zudem fehlt vielen Hochschulangehörigen Zeit für feste Termine.
Nötig war ein asynchrones, niedrigschwelliges Transfer-Format, das Projektziele unmittelbar erreicht.

Herangehensweise

Audio ist im Vergleich zu Video technisch und organisatorisch weniger aufwendig. Während Video oft als stärker exponierend wahrgenommen wird, ermöglicht das Podcast-Format, sich hörbar zu machen, ohne sich zeigen zu müssen. Das senkt die Hemmschwelle und erhöht die Bereitschaft zur Teilnahme. Gleichzeitig weckt Audio Neugier und lädt dazu ein, Fachthemen niedrigschwellig zu erkunden. Im Unterschied zu Texten erfordert Hören weniger Konzentration und lässt sich gut in Alltagssituationen integrieren. Der Podcast ist zudem asynchron nutzbar: Inhalte können unabhängig von festen Terminen gehört werden, ohne an organisierten Formaten teilzunehmen.
Produziert wurde mit projektfinanzierter Technik; Hosting und Distribution liefen über externe Anbieter. So konnte ein verlässliches Kommunikations- und Transferformat unabhängig von bestehenden Servicestrukturen etabliert werden.

Zusammenhang

HNEE Voices wurde im Projektkontext als eigenständiges, asynchrones Kommunikations- und Transferformat umgesetzt, unabhängig von Lehrbetrieb und festen Terminen.
Durch HNEE voices etablierte sich Podcasting in der Hochschule, weckte Motivation und eröffnete neue Einsatzfelder in der Lehre. Podcasting wird inzwischen als alternatives Prüfungsformat genutzt. So vielfältig, dass ein zweiter Kanal (HNEE Sounds) entstand.
Zudem wird es in der Curriculumsentwicklung mitgedacht.

Voraussetzung

Für die Durchführung waren klare Rollen und ein verlässliches Team zentral. Für die Initialisierung waren zudem Abstimmung und Genehmigung mit Hochschulleitung und Hochschulkommunikation nötig. In Staffel 1 arbeiteten drei Personen zusammen: Kommunikation, Medientechnik und eine studentische Hilfskraft. Später wurde das Format bei reduziertem Team verschlankt und von Kommunikation und Medientechnik getragen. Wichtig war ein realistisch geplantes Zeitbudget: Neben dem initialen Setup entsteht pro Folge ein wiederkehrender Aufwand für Vorbereitung, Aufnahme, Postproduktion und Veröffentlichung. Ebenso relevant waren konzeptionelle Vorarbeit (Zielgruppe, Format, Episodenstruktur, Veröffentlichungsrhythmus) sowie ein standardisierter Workflow. Technisch und finanziell entscheidend war, dass die notwendige Aufnahmetechnik aus Projektmitteln angeschafft werden konnte und Projektgelder auch die Lizenzierung bzw. Bezahlung benötigter Software ermöglichten.

Eignung

Nachnutzende erkennen die Eignung der Maßnahme an einer Kombination aus quantitativen und qualitativen Indikatoren: Über Hosting- und Plattformdaten (z. B. Abrufe/Abonnements) lässt sich die Nutzung nachvollziehen. Entscheidend ist zudem das Feedback: Es kam ausschließlich positives Echo aus allen Statusgruppen der Hochschule. Gleichzeitig steigt die Nachfrage kontinuierlich. Immer mehr Lehrende und Studierende wollen das Format nutzen, besonders als alternatives Prüfungsformat, aber auch um Themen aus dem Hochschulkosmos zu kommunizieren, bspw. über Gremienarbeit oder Projektarbeiten. Ein weiterer Eignungsnachweis ist die Niedrigschwelligkeit: Inhalte können asynchron veröffentlicht werden, ohne aufwändige Abstimmungs- oder Serviceketten. Dass Podcasting in weitere Strukturen ausstrahlt (Prüfungsformat, Curriculumsentwicklung, zweiter Kanal), belegt die nachhaltige, institutionelle Anschlussfähigkeit.

Vorgehen/Schritte

Sofern von Hochschulleitung und Hochschulkommunikation grünes Licht für das Projekt gegeben wurde, können folgende Schritte als Handlungsempfehlung dienen:

1.     Leitfrage klären: Welche Lücke in Austausch/Sichtbarkeit soll geschlossen werden?

 

2.     Zielgruppe festlegen: primär + max. 1–2 sekundäre, nicht „für alle“

3.     Format wählen: Interview ist niedrigschwellig; ggf. mit zwei Hosts für Dynamik

4.     Struktur definieren: bspw. Intro, Gespräch, Takeaways, Outro; optional mit eigener, kleiner Rubrik (z.B ein Ritual)

5.     Rhythmus/Länge realistisch setzen: lieber seltener, aber dafür regelmäßig

6.     Rollen klären: Moderation, Gästekontakt, Aufnahme, Schnitt, Shownotes, Upload

7.     Themenpool/Redaktionsplan anlegen: Gäste, Thema, Termine, Deadlines

8.     Technik/Software festlegen: möglichst simples Setup, aber mit guter Verständlichkeit

9.     Hosting/Distribution wählen: am besten externe Anbieter für automatisiertes Hosting auf mehreren Plattformen, bspw. podcaster.de

10.  Pilotfolgen produzieren: 1–3 Folgen testen und Workflow nachschärfen

11.  Veröffentlichung kommunizieren: Website, Newsletter, Social, interne Kanäle

12.  Wirkung prüfen: Plattformdaten + kurzes Feedback kombinieren und iterativ verbessern

 

Tipp: Ein Workshop zu Moderation oder Sprechtraining stärkt Rollenverständnis und Sicherheit am Mikro.


Tipp: Gäste- und Themenauswahl punktuell mit Hochschulkommunikation, ggf. Hochschulleitung, abstimmen.

Hinweise

Effekte

Erwartete Effekte: Mit HNEE Voices konnte Audio als Teil digitaler Lehre praktisch erprobt und „Technik in Betrieb“ gebracht werden. Gleichzeitig wurden Projekte und Themen der Hochschule sichtbar gemacht und ein niedrigschwelliges, asynchrones Kommunikations- und Transferformat etabliert.

Unerwartete Effekte: Der Podcast entwickelte sich über das Praxisprojekt hinaus zu einer sehr starken Good-Practice mit hoher Reichweite und Beispielwirkung. Dadurch fand Podcasting immer mehr Anwendungen in der Lehre, insbesondere als alternatives Prüfungs- und Lernformat. Aus der Dynamik heraus entstanden weitere Maßnahmen wie eine Open Academy zum Thema „Sound in der Lehre“ sowie eine Sound-/Didaktik-Tagung. Ergänzend wurden Handreichungen und Leitfäden erstellt, die den Einstieg erleichtern. Zudem zeigten sich Wechselwirkungen: Studierende und Lehrende entwickelten eigene Podcasts und Hörstücke; in Lehrveranstaltungen wurden iterative, studierendenzentrierte Prozesse gestärkt, in denen Lehrende st

Learnings

Zielgruppenschärfe:
Je breiter die Zielgruppe, desto schwerer wird eine klare Botschaft. Der Wechsel zwischen internem und externem Fokus zeigte, dass zwei gleichrangige Zielgruppen die Ansprache verwässern; in der Verstetigung hilft ein klarer Schwerpunkt.

Niedrigschwelligkeit:
Teilnehmende reagieren durchweg positiv; die Frustrationsgefahr ist deutlich geringer als bei Videoformaten.

Postproduktion:
Der größte Aufwand liegt in der Postproduktion. Vorgespräch, Interview-Leitfaden und eine passgenaue Aufnahmezeit sind daher entscheidend.

Technisches Setup:
High-End-Technik ist nicht zwingend, aber gute Audioqualität erhöht die Akzeptanz und das Hörerlebnis.

Moderation:
Eine klare Moderationsrolle ist wichtig: eigene Perspektiven ja, Privates dosiert. Ein kleines Ritual erleichtert Einstieg und Übergang.

KI-Unterstützung:
Sprachmodelle helfen bei Vorbereitung und Veröffentlichung; Podcast-KI reduziert Schnittaufwand u.a. durch automatische Audiooptimierung.

Empfehlung

Nein. Rückblickend würden wir kein grundsätzlich alternatives Vorgehen empfehlen. HNEE voices als Kommunikations- und Transfertool, sowie als alternatives Prüfungsformat im Sinne der 4-K-Kompetenzen hat sich als Maßnahme voll bewährt, war sehr erfolgreich und hat die genannten Herausforderungen wirksam adressiert.

Tipps

Es empfiehlt sich, mit einer schlanken, gut beherrschbaren Struktur und einem klaren Kernformat zu starten. Der Podcast sollte erst dann um weitere Rubriken, Kategorien oder zusätzliche Elemente erweitert werden, wenn Workflow, Zeitbudget und Rollen stabil sind. Aus eigener Erfahrung lässt sich berichten: In der ersten Staffel wurde zusätzlich eine Außenreportage pro Folge umgesetzt, unterstützt durch eine studentische Hilfskraft. In der zweiten Staffel fiel diese Ressource weg. Die Außenreportage hätte den Aufwand unverhältnismäßig erhöht, daher wurde das Element gestrichen

Darüber hinaus sollten die größten Learnings beachtet werden (Zielgruppenschärfe, Postproduktion mitdenken, usw.).

Sonstiges

Um Audio als zugängliches Format stärker sichtbar zu machen, wurde es im Projekt durch weitere Maßnahmen unterstützt: Die Open Academy als Fortbildungsformat für Hochschulangehörige behandelte das Thema Sound und stellte neben dem Interviewpodcast auch Hörformate wie Audiowalks und Soundscapes vor. Eine Sound-Tagung griff u. a. wissenschaftliches Podcasting, Datensonifikation und Sound in virtuellen Touren auf.
Ergänzend wurden Handreichungen erstellt, die den Einstieg ins Podcasting erleichtern.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Hilfreich ist es, Kanal und einzelne Folgen klar zu definieren: Vorgespräch, Interviewleitfaden und eine Kernbotschaft pro Folge schaffen Fokus. Zudem empfiehlt sich, 1–3 Folgen vorab zu produzieren, bevor der Kanal startet, um Workflow und Machbarkeit realistisch zu testen.
Formate
Empfehlenswert ist ein klar definierter Kanal: Zielgruppe, Inhalte und Formatlogik müssen eindeutig sein. Lieber seltener, aber regelmäßig veröffentlichen als unregelmäßig. Für sehr unterschiedliche Audioformate besser mehrere Kanäle, statt verschiedenes zu mischen.
Technische Tools
Eine konkrete Schnittsoftware/Hardware zu empfehlen ist schwierig, da Budget und Anspruch stark variieren. Für Einsteiger ist eine Online-Suite wie Riverside.fm hilfreich. Unbedingt empfehlenswert ist eine Hosting-Plattform (z.B. podcaster.de) für einfache Veröffentlichung auf diversen Streaming-Pla

Nicht empfohlen

Methoden
Nicht empfehlenswert ist es, ohne Vorbereitung und klare Zielbotschaft in die Aufnahme zu starten. Ebenso ungünstig sind zu lange Aufnahmen, die deutlich über die geplante Sendezeit hinausgehen, da dies den Schnittaufwand massiv erhöht.
Formate
Nicht empfehlenswert sind eine unklare Zielgruppe und zu große Formatvielfalt ohne klare Linie. Weiterentwicklung ist sinnvoll, sollte aber schrittweise erfolgen und nicht stark von Folge zu Folge springen, da sonst Erwartung und Wiedererkennung verloren gehen.
Technische Tools
Ein konkretes Tool ist schwer zu empfehlen (Budget/Ziel variieren). Nicht empfehlenswert sind Setups mit schlechter Verständlichkeit: Rauschen, Brummen, Störgeräusche. Ein Podcast sollte „nebenbei“ hörbar sein. Unkommentierte Störgeräusche stören besonders.

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
Keine Kontaktdaten vorhanden
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Hochschulpodcast HNEE voices auf der kostenlosen Streaming-Plattform podcast.de Link aufrufen/Link/

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