
Medientechnische Konzeption und Aufbau eines SCALE-UP-Raums
Ziel war der Aufbau eines Demonstrationsraums nach dem SCALE-UP-Konzept („Student-Centered Active Learning Environment with Upside-down Pedagogies“), der darauf ausgerichtet ist, dass Studierende in Kleingruppen und bei Bedarf digital gestützt zusammenarbeiten. Diese Lernumgebung ist medientechnisch so ausgestattet, dass die Arbeitsergebnisse der Gruppen bei Bedarf für den gesamten Kurs sichtbar gemacht werden können und kollaborativ daran gearbeitet werden kann. [Anm. StIL: Diese Maßnahme wurde in einer Vorgängerversion der Abfrage dokumentiert. Bei der Übertragung auf das aktuelle Format kann es vorkommen, dass die Antworten nicht hundertprozentig zur Frage passen.]
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Fehlende Rahmenbedingungen (i. e. technisch-räumliche Infrastruktur), die zusammen mit fehlenden Unterstützungsstrukturen Hemmnisse für die Anbahnung und Umsetzung von kollaborativem Lernen darstellen.
Die durch die Wende zur Kompetenz- und Studierendenorientierung veränderten Vorstellungen von und Anforderungen an Lehr-/Lernszenarien bedingen veränderte Bedarfe an physischen Lehr-/Lernräumen und erfordern die Schaffung neuer Raumkonzepte.
Voraussetzung
Während der Planungsphase stellten vergaberechtliche Erfordernisse, wie etwa die Verwendung von rahmenvertragskonformem Mobiliar oder Ausschreibungsgrenzen, die eng mit der Beschaffungsabteilung abgestimmt werden mussten, oft eine Hürde dar. Auch die kleingliedrige Herrichtung des Raums in Bezug auf die infrastrukturelle Ausstattung und die planerische Koordination der Gewerke war eine Herausforderung. Während des Betriebes stellte die Erreichbarkeit des technischen Dienstleisters bei Supportanfragen sowie die Kooperationsbereitschaft der eingesetzten medientechnischen Steuerungskomponenten untereinander ein Erschwernis dar.
Die räumliche Gestaltung in Bezug auf die Anordnung von Möbeln im Raum sowie die technische Ausstattung eines SCALE-UP-Raums sollten immer den didaktischen Vorüberlegungen und den damit in Zusammenhang stehenden technischen Notwendigkeiten folgen. Der Bau und der anschließende Vergleich von bestellter und gelieferter Leistung stellen ohne tiefere technische Kenntnis
Eignung
formativ (projektbegleitend)
Aufgrund der heterogenen Kontextbedingungen (z. B. Vorliegen verschiedener Lehrveranstaltungsarten in diversen Fächern, Unterschiede in der Orientierung der Lehrenden sowie in ihren Lehransätzen) wurde für die projektbegleitende Evaluation des SCALE-UP-Raums ein exploratives Design gewählt. Ziel war es zu untersuchen, inwiefern der SCALE-UP-Raum lernförderliche Bedingungen unterstützt. Um möglichst verschiedene Einblicke in die Erfahrungen mit dem SCALE-UP-Raum zu gewinnen, wurde ein Mixed Methods-Design gewählt. In Abhängigkeit vom Fokus der Fragestellung wurden quantitative und qualitative Erhebungsinstrumente und Auswertungsmethoden eingesetzt (z. B. Fragebögen, teilnehmende Beobachtungen).
Vorgehen/Schritte
Suche, Sichtung und Auswahl eines geeigneten Raums (6-8 Wochen)
Festlegung technischer Projektziele (8 Wochen)
Erstellung eines medientechnischen Ausstattungskonzepts (4 Wochen)
Planungen zur infrastrukturellen Vorbereitung des Raums (16 Wochen)
Bauliche und technische Umsetzung (12 Wochen)
Erstellung und Umsetzung eines Bedienkonzepts (8 Wochen)
Interfacegestaltung (12 Wochen)
Inbetriebnahme (3 Tage)
Teststellung (16 Wochen)
Technische Weiterentwicklungsmaßnahmen auf Basis von Nutzer:innenbefragungen (1,5 Jahre)
ein Jahr oder mehr
Hinweise
Effekte
Mit dem Aufbau des SCALE-UP-Raums wurden technische und räumliche Rahmenbedingungen geschaffen und exploriert, in denen Studierende digital gestützt zusammenarbeiten können. Das SCALE-UP-Konzept erscheint als vielversprechende Möglichkeit, studierendenzentrierte Lehre einerseits und den Kompetenzerwerb (neben Fachkompetenzen auch Kommunikations-, Kooperations- und Mediennutzungskompetenzen) Studierender andererseits zu fördern.
Mit dem Aufbau des SCALE-UP-Raums konnte für die Lehre an der Fachhochschule Kiel ein qualitativ hochwertiger, technisch komplex ausgestatteter Raum zur Verfügung gestellt werden, der die Voraussetzungen für die Umsetzung innovativer studierendenzentrierter Lehrkonzepte bietet. Die projektbegleitende Evaluation zeigte, dass der Raum diese intendierte Wirkung entfalten kann: Die Studierenden werden zur eigenständigen Mitarbeit aktiviert. Die Lehrperson fungiert über weite Teile der Lehrveranstaltung als Lernbegleiter:in, nicht als Inputgeber:in. Teilweise war zu b
Learnings
Infolge der Funktionsanforderungen verfügt der an der Fachhochschule Kiel aufgebaute Raum über eine sehr hohe medientechnische Durchdringungstiefe und stellt so eine technische Weiterentwicklung des SCALE-UP-Konzepts dar. Der Raum erfüllt folgende technische Anforderungen:
Erstens sollte die Visualisierung von Arbeitsergebnissen einzelner Gruppen an den Tischinseln so flexibel wie möglich mit anderen Gruppen sowie mit allen Nutzer:innen im Raum geteilt werden können.
Zweitens wurde festgelegt, dass die Teilnahme an Lehrveranstaltungen im SCALE-UP-Raum mit einer größtmöglichen Anzahl an verschiedenen, selbst mitgebrachten Geräten nach dem Prinzip Bring Your Own Device (BYOD) möglich sein sollte und sich alle Geräte einfach und gleichberechtigt mit der Raummedientechnik verbinden lassen sollten, um Arbeitsprozesse und -ergebnisse zu visualisieren.
Drittens sollte die Teilnahme an Lehrveranstaltungen im SCALE-UP-Raum gleichermaßen vor Ort sowie als räumlich entfernte:r Teilnehmer:in problem
Empfehlung
Dem Formulieren von eng abgestimmten Anforderungsprofilen durch die didaktisch und technisch Verantwortlichen sollte ausreichend Raum und Zeit eingeräumt werden. In der Planungsphase zum Bau eines solchen Raums sollten zudem ausreichende Planungsressourcen und -kompetenzen vorgesehen werden. Für die Auswahl und Gestaltung der Möbel empfiehlt es sich, einen Raumplaner oder Architekten zurate zu ziehen, der z. B. unter Berücksichtigung von Ergonomieempfehlungen ein individuelles Raumlayout erstellt. Die Vielfalt von eingesetzten technischen Komponenten kann bzgl. deren Vernetzung eine Herausforderung darstellen. Es ist ratsam zu prüfen, inwieweit Herstellerfirmen für medientechnische Hintergrundkomponenten ein schlüssigeres Gesamtpaket anbieten.
Tipps
Die Maßnahme kann aufgrund ihres hohen Potenzials, studierendenzentrierte, lernorientierte Lehre zu unterstützen und so den Kompetenzerwerb Studierender zu fördern, grundsätzlich zur Adaption empfohlen werden. Allerdings sollten v. a. die andauernden hohen Anforderungen an die personelle Ausstattung (z. B. zur medientechnischen Betreuung des Raums, Durchführung von Schulungsmaßnahmen, Raumplanung) nicht unterschätzt werden.
Erfahrungen und Erkenntnisse zur Planung, zum Aufbau und Betrieb des SCALE-UP-Raums inkl. der Ableitung von Veränderungs- und Verbesserungsmaßnahmen sind ausführlich beschrieben in:
Ujc, O., Bergner, M. & Metzger, Ch. (2024). Lernräume als didaktisches Gestaltungselement: Medientechnische Konzeption und Aufbau eines SCALE-UP-Raums. In B. Berendt, A. Fleischmann, G. Sa
Sonstiges
Grundsätzlich würde die Umsetzung, wie sie durchgeführt wurde, erneut so gewählt werden. Einzige Ausnahme ist der Einsatz von interaktiven Displays an den Gruppeninseln. Ein Vorteil der interaktiven Displays ist es, dass es auch dann Geräte zum Arbeiten im Raum gibt, wenn keine anderen Endgeräte mitgebracht werden. Allerdings ergeben sich durch den Einsatz auch technische Einschränkungen. So ist es z. B. je nachdem, wo und wie das zu spiegelnde Bildsignal abgegriffen wird, nicht möglich, Bildsch
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