Maßnahme Bühne
Zum Projekt

Mathematik und Elektrotechnik sinnvoll verzahnen

Zwei Grundlagenmodule der Studieneingangsphase wurden zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt. Hierzu war eine inhaltliche Umstrukturierung erforderlich, wobei ein gemeinsamer Konsens unter den Lehrenden zu identifizieren war. Ein einheitliches und schlüssiges Gesamtkonzept wurde erreicht, getestet und evaluiert.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Verzahnung
Studieneingangsphase
Lehrkonzept
Mathematik
Elektrotechnik
Zielgruppe(n)
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Tutor:innen/stud. Mentor:innen
Professor:innen
Lehrbeauftragte
Studierende
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Strukturelle Rahmenbedingungen
Profil/Strategien/Leitlinien entwickeln
Lehr-/Studienangebote
Lehrkonzepte/-formate entwickeln
Lehr-/Lernmaterialien entwickeln
Curricula/Studienprogramme entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

In der Studieneingangsphase fehlt eine ausreichende inhaltliche und zeitliche Abstimmung zwischen den einzelnen Modulen. Dies kann das Verständnis der Studierenden erschweren und ihre Motivation beeinträchtigen. Besonders im Bereich der Mathematik fehlen oft praxisnahe Bezüge zur Elektrotechnik. Durch eine systematische Verzahnung der Module werden mathematische Inhalte gezielt und rechtzeitig vor ihrer elektrotechnischen Anwendung vermittelt. Dadurch wird vernetztes Wissen aufgebaut nachhaltig.

Herangehensweise

Bei einer ersten Abstimmung zwischen den Dozierenden wurden Modulpläne verglichen und eine detaillierte Themenübersicht ausgearbeitet, wodurch erste Herausforderungen sichtbar wurden. In dieser Explorationsphase entstand eine Modullandkarte mit konkreten thematischen Verknüpfungen. Die Leitfrage lautet: Welche mathematischen Grundlagen sind zu welchem Zeitpunkt bereitzustellen, um in der Elektrotechnik eine darauf aufbauende Vermittlung zu ermöglichen? Inhalte mussten in verkürzter Form dargestellt werden oder durch anwendungsfreundlichere Erklärungen ersetzt werden. Die Lehrmaterialien wurden überarbeitet, sodass diese ein einheitliches Design und Struktur in Folien, Skripten und Übungen aufweisen. Ergänzend wurde ein Online-Kurs eingerichtet, in dem gezielt auf inhaltliche Verknüpfungen verwiesen wird, etwa vom Zweigstromverfahren (Elektrotechnik) zum Gaußschen Eliminationsverfahren (Mathematik).

Zusammenhang

Vorbereitend wurden Studierende zur Zufriedenheit beider Lehrveranstaltungen befragt. Im folgenden Semester wurde das neue Konzept erprobt. Während des Semesters wurde Feedback von Studierenden mithilfe einer Teaching Analysis Poll eingeholt und so wurden gelungene Aspekte und mögliche Verbesserungen identifiziert.

Voraussetzung

Entscheidend für die Umsetzung war die Bereitschaft der Dozierenden, ihre Veranstaltungspläne flexibel zu gestalten. Kompromisse sind essenziell, da eine veränderte Vermittlung einzelner Themen, sowie die Reduktion mancher Inhalte erforderlich ist. Auch eine Umstellung der Themenreihenfolge sollte mit Offenheit akzeptiert und in die Planung integriert werden. Hilfreich ist eine zusätzliche Person, die beide Veranstaltungen überblickt und erste Entwürfe für Skript, Folien und Übungen erstellt. Wöchentliche Teambesprechungen sind nachdrücklich anzuraten, um den kontinuierlichen Austausch zu gewährleisten. Im Rahmen dieser Treffen lassen sich frühzeitig Unstimmigkeiten erkennen und Fortschritte abgleichen.

Eignung

Die durchgeführten Evaluationen in Form von Vorher-Nachher-Erhebungen sowie die Ergebnisse der Teaching Analysis Poll liefern belastbare Erkenntnisse zum Erfolg des Lehrkonzepts und zu bestehenden Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die inhaltliche Verzahnung der Module. Ergänzend dazu wurden im regelmäßigen direkten Austausch mit den Studierenden Themenbereiche identifiziert, die weiter vertieft oder inhaltlich ergänzt werden sollten.

Schritte

Zunächst sollte eine koordinierte Besprechung der Dozierenden der betreffenden Module erfolgen, mit dem Ziel, inhaltliche Schnittstellen sowie bestehende Zeitpläne zu erörtern. In diesem ersten Treffen sollte ein erster Entwurf eines Wochenplans entwickelt werden, der die relevanten Inhalte beider Module zeitlich aufeinander abstimmt. Dabei steht insbesondere die Gestaltung der Themenabfolge im Vordergrund, um einen logischen Verlauf zu ermöglichen und inhaltliche Abhängigkeiten zu berücksichtigen. Eine zentrale Leitfrage könnte dabei lauten: „Welches Thema muss im Modul A behandelt sein, damit im Modul B in Woche X ohne zusätzliche Wiederholungen begonnen werden kann?“

Sobald dieser vorläufige Plan vorliegt, empfiehlt es sich, ein Flussdiagramm zu entwickeln, welches die inhaltlichen Brücken zwischen den Modulen visuell darstellt. Zum Beispiel: „Das Thema Gleichungen aus der Mathematik wird in der Elektrotechnik für die Themen X und Y benötigt.“ Dieses Diagramm hilft dabei, die inhaltliche Logik der Planung zu überprüfen und stellt sicher, dass die gewählte Themenabfolge in beiden Modulen sinnvoll ineinandergreift.

Vor der Erstellung der konkreten Unterrichtsmaterialien ist ein Abgleich mit dem aktuellen Semesterplan vorzunehmen. Hierbei ist zu prüfen, an welchen Tagen Lehrveranstaltungen durch Feiertage oder andere Ausfälle beeinträchtigt sind. Solche Unterbrechungen können direkte Auswirkungen auf die geplante Verzahnung haben. Es ist daher wichtig, frühzeitig zu erkennen, ob einzelne Themen verschoben oder anders gewichtet werden müssen, um die Kohärenz der Lehre aufrechtzuerhalten.

Im Anschluss daran können die inhaltlichen Materialien für beide Module konzipiert und aufeinander abgestimmt werden. Dazu gehören Folien, Skripte und Übungsaufgaben mit einheitlicher Gestaltung und Struktur. Um die inhaltlichen Verbindungen für die Studierenden noch sichtbarer zu machen, wurde in diesem Projekt zusätzlich ein gemeinsamer Moodle-Kurs eingerichtet. In diesem Kurs können zentrale Inhalte direkt miteinander verknüpft werden – zum Beispiel durch Verlinkungen von einem elektrotechnischen Thema auf das zugrundeliegende mathematische Kapitel. So entsteht für die Studierenden eine durchgängige Lernlinie, die Zusammenhänge transparent macht.

Hinweise

Effekte

Durch die Umstrukturierung der Mathematik ergaben sich neue Themenabfolgen, die als Wiederholung im Semester wirken – etwa die Behandlung komplexer Zahlen direkt nach den Exponentialfunktionen, um anschließend die Wiederholung von Matrizen durch komplexe Matrizen herzustellen. Ein positiver Effekt der neuen Struktur ist, dass Themen vom Semesterbeginn später erneut aufgegriffen, vertieft und somit wiederholt wurden. In der Elektrotechnik konnte durch die inhaltliche Abstimmung auf lange Wiederholungen mathematischer Grundlagen verzichtet werden. Dadurch ließ sich wertvolle Zeit einsparen, und der Fokus stärker auf die fachlichen Inhalte gelegt werden.

Learnings

Die generelle Bereitschaft zur Kooperation der Dozierenden ist zentral für eine erfolgreiche Umsetzung. Von besonderer Relevanz ist hierbei ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft und Flexibilität. Ebenso unterstützt der Austausch mit den Studierenden die frühzeitige Identifikation und Adressierung potenzieller Herausforderungen. Es zeigte sich als vorteilhaft, die Studierenden zu Semesterbeginn über das neue Konzept zu informieren. Empfehlenswert ist ein gemeinsames Begrüßen in der ersten Veranstaltung, um Transparenz und Verständnis zu schaffen.

Empfehlung

Die Erstellung der Materialien während des Semesters bedeutet einen erheblichen Aufwand und sollte bei der Planung der Umsetzung berücksichtigt werden. Hilfreich ist dabei die Einbindung einer dritten Person, etwa einer wissenschaftlichen Mitarbeiter*in oder einer studentischen Hilfskraft. Diese kann bei der Abstimmung, Aufbereitung und Verlinkung der Inhalte unterstützen und entlastet die Lehrenden im laufenden Betrieb.

Tipps

Hervorzuheben ist besonders die Empfehlung des regelmäßigen Austauschs. Abstimmungen sollten während des Semesters beibehalten werden. So wird sichergestellt, dass der erstellte Plan auch in der Praxis umsetzbar ist. Bei unerwarteten Problemen oder Abweichungen kann schnell reagiert und der Ablauf flexibel angepasst werden. Kontinuierliche Kommunikation trägt entscheidend zum Gelingen der Verzahnung bei.

Sonstiges

Um ein dauerhaft nutzbares sowie auf andere Lehrende und Disziplinen übertragbares Konzept zu etablieren, empfiehlt es sich, bereits zu Beginn über geeignete organisatorische und technische Umsetzungsformen, etwa den Einsatz von Lernmanagementsystemen oder versionsbasierter Plattformen wie Git, nachzudenken.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Persönliche Abstimmung und gemeinsame Vorbereitung, Auflistung und Verknüpfung aller Inhalte
Technische Tools
Miro Board – Organisation der Wochen, Moodle Kurs – gemeinsame Inhalte und Verlinkungen, Git
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Homepage Innovative MINT CurriculaLink aufrufen/Link/

Das könnte Sie auch interessieren

Projekt 101537
Projekt

Innovate!

„Innovate!“ entwickelt und implementiert eine neue Form der Lehre im Modul Einführung in das Innovationsmanagement, das sich jedes Semester an ca. 400 Wirtschaftsingenieure/-informatiker richtet. Dabei geht es primär um verbesserte Lernzielerreichung, Begeisterung und Motivation zum Studium und aus operativer Sicht um eine stabile Routine in einem sehr großen Kurs. Die neue Veranstaltung kombiniert ein Vorbereitungsmodul, zum interaktiven Einstieg in das Thema und zur software-gestützten optimierten Gruppenbildung, ein geblocktes Präsenzmodul zur Lösung einer konkreten Produktentwicklungsaufgabe und (3) ein asynchrones Online-Nachbereitungsmodul. Im zentralen Präsenzmodul arbeiten die Studierenden in Gruppen jeweils an einer konkreten Produktentwicklungsaufgabe, die mit Fischertechnik Robotics umzusetzen ist. Die Gruppen sind dabei in einer jeweils simulierten Organisation positioniert und arbeiten untereinander im Wettbewerb. Im Verlauf der Produktentwicklung sind Aufgaben im Innovationsprozess der simulierten Organisation zu erledigen (z.B. Ressourcenfreigabe). Das Design der Aufgaben führt u.a. Unsicherheit zur Aufgabenstellung ein (Kundenwünsche), überrascht mit IPR-Problematik und fordert ökologische Nachhaltigkeit, so dass Aufgaben des Innovationsmanagements spielerisch ausprobiert werden. Gute Teillösungen von einzelnen Teams werden dann im Plenum vorgestellt und reflektiert. Jeder Tag schließt mit Kurz-Vorträgen aus der Unternehmenspraxis.

Projekt anzeigen
Maßnahme 100051
Maßnahme

Partizipatives Lernen

Studierende lernen in angeleiteten Gruppen die Inhalte zur historischen Semantik von mhd. Wörtern. Durch das eigene Erstellen von Inhalten, gelingt ihnen ein Blick hinter die Funktionsweise der Lehr-Lern-App WABE. Ihre Produkte können anschließend eingepflegt werden, bieten neue Inhalte und ein greifbares Erfolgserlebnis für Lernende. Besonders herausfordernd sind hier leistungsheterogene Gruppen, deren Ergebnisse womöglich stärker überprüft werden müssen.

Maßnahme anzeigen
Publikation 100131

Evaluation von Studium und Lehre ko-kreativ gestalten

Der Begriff Ko-Kreation ist trotz seiner bis in die 60er Jahre zurückgehenden Historie im Hochschulkontext noch relativ neu. Um aufzuzeigen, wo ko-kreative Ansätze in der Qualitätsentwicklung von Studium und Lehre bereits Anwendung finden oder worin die Potentiale und Risiken liegen, versammelt die Publikation zentrale Beiträge einer Jahrestagung des Arbeitskreises Evaluation der HAW in NRW in 2024. Auf ihr wurden ko-kreative Projekte vorgestellt, die aktuelle Praxis in Evaluation und Qualitätsentwicklung reflektiert sowie neue Anwendungsbezüge aufgezeigt und gemeinsam mit Teilnehmenden aus den Bereichen Evaluation, QM und Hochschuldidaktik sowie Studierenden und Lehrenden diskutiert. Einleitend führen die Herausgeber:innen in Konzept, Herkunft, Trends und konkrete Praxisbeispiele für Ko-Kreation in Lehre, Curriculums- und Organisationsentwicklung ein und diskutieren Implikationen, Chancen und Herausforderungen für das Feld. In den folgenden 14 Beiträgen (begutachtet im Double-Blind-Peer-Review-Verfahren) werden ko-kreativ angelegte Evaluations- und Entwicklungsprojekte an Hochschulen sowie Praxisbeispiele, die partizipative bis ko-kreative Elemente in die Prozesse der Qualitäts- und Studiengangsentwicklung systematisch integrieren, vorgestellt und reflektiert, sowie das Feld der Lehrveranstaltungsevaluation teils anhand von Interviewstudien beleuchtet und mit Blick auf die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Instrumentariums diskutiert.

Publikation anzeigen