
Das Blockseminar "Become a VR Teaching Partner"
My Virtual Reality Teaching Partner ist ein praxisbezogenes Lehrprojekt für Lehramtsstudierende der Universität Potsdam. Ziel ist die Ausbildung von Lehramtsstudierenden zu "VR Teaching Partners" (VRTP). Ein wichtiges Kernelement stellt hierbei das bildungswissenschaftliche Blockseminar dar, indem die VRTP Kompetenzen in der professionellen Unterrichtswahrnehmung, der Gestaltung lernförderlichen Feedbacks und dem Durchführen von VR-Übungen erlangen. [Anm. StIL: Diese Maßnahme wurde in einer Vorgängerversion der Abfrage dokumentiert. Bei der Übertragung auf das aktuelle Format kann es vorkommen, dass die Antworten nicht hundertprozentig zur Frage passen.]
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Aufbau von Kompetenzen in der professionellen Unterrichtswahrnehmung
benötigte Basiskompetenz zur Ausübung der Rolle als VR Teaching Partner; grundlegende Kompetenzanforderung an Lehrkräfte
Aufbau von Kompetenzen in der Gestaltung lernwirksamer Feedbackgespräche
benötigte Basiskompetenz zur Ausübung der Rolle als VR Teaching Partner; Gestaltung von Feedback ist voraussetzungsreich und nicht automatisch lernwirksam
Aufbau von Kompetenzen zur Anleitung und Durchführung von Übungen mit dem VR-Klassenzi
Voraussetzung
Mit dem Blockseminar ist das Ziel verfolgt worden, drei komplexe Kompetenzbereiche (PUW, FB, Anleitung von VR-Simulationen) zu fördern. Dementsprechend umfasste es nicht nur Übungen und Reflexionsphasen, sondern auch umfangreiche theoretische Bausteine. Diese müssten in Folgekontexten durch weitere aktivierende Elemente ergänzt werden, um die Konzentrationsfähigkeit und Motivation der Studierenden noch besser aufrechtzuerhalten. Gerade gegen Ende der zwei Tage des Blockseminars, war ein Abfall der Aufmerksamkeit der Studierenden zu erkennen, der die Beschäftigung mit den Themen zu diesen Zeitpunkten erschwert hat. Außerdem verzeichneten wir einige "No-Show-Fälle" zu Beginn des Seminars, die für eine Teilnahme durch ggf. bessere Kommunikation im Vorhinein noch hätten erreicht werden können.
Neben dem bereits beschriebenen Ansatz des fallbasierten Lernens war vor allem auch die Kurs-Atmosphäre von besonderer Bedeutung. Zum einen haben wir zu Beginn der Blockseminare viel Zeit für Kennenle
Eignung
formativ (projektbegleitend)
summativ (zum Abschluss)
Die Evaluation des Lehrprojekts, und damit insbesondere auch des Blockseminars, fand zu mehreren Zeitpunkten und anhand unterschiedlicher Zugänge statt. Für einen dieser Zugänge stand die Begleitforschung durch das Projektteam. Diese Untersuchung weist einen eher formativen Charakter auf, indem mehrere Messzeitpunkte vor- und nach dem Blockseminar eingesetzt wurden. Einen weiteren Zugang stellt die standardisierte Lehrevaluation der Universität Potsdam dar, die summativ am Ende des jeweiligen Semesters zum Einsatz gekommen ist. Damit kann einerseits nachvollzogen werden, wie sich verschiedene Kompetenzbereiche der Studierenden im Verlauf der Lerngelegenheiten entwickelt haben. Andererseits konnten anhand der standardisierten Lehrevaluation konkrete Rückmeldungen zur Gestaltung des Blockseminars gewonnen werden.
Vorgehen/Schritte
Auftaktmeeting Projektteam (Platzierung des Lehrprojekts im Vorlesungsverzeichnis, Vorbereitung des Projektplans, Durchführung, Nachbearbeitung) (1 Woche)
Recherche geeignetes Lehr-Lern-Format (Veranstaltungsart, flankierende Lerngelegenheiten) (1 Woche)
Nachbesprechung Rechercheergebnisse Projektteam und Festlegung Format (1 Woche)
Recherche Inhalte und Didaktisierung (2 Wochen)
Nachbesprechung Rechercheergebnisse Projektteam und Festlegung Inhalte (1 Woche)
Lehr-Lern-Konzeption: Entwicklung eines bildungswissenschaftlichen Blockseminars (3 Wochen)
Nachbesprechung Projektteam und Überarbeitung des Konzepts (2 Wochen)
Vorbereitung des Blockseminars: persönliche Vorbereitung (Erklärungen, Rhetorik), Erstellung digitaler Lernumgebung im LMS (Moodle-Kurs), Erstellung von Materialien (Literatur, Arbeitsblätter etc.), technische Vorbereitung (Check Einsatz VR-Technik), Teilnehmendenverwaltung (1 Woche)
Durchführung des Blockseminars (2 Tage)
Nachbereitung des Blockseminars: Besprechung Projektteam und Anpassung des Lehrkonzepts (3 Tage)
(ein Monat bis zu einem Semester)
Hinweise
Effekte
Das Blockseminar war von großer Bedeutung, um bestimmte Kompetenzen der Studierenden zur Ausübung ihrer Rolle als VR Teaching Partner auszubilden. Dabei konnte Veranstaltung für insgesamt drei Seminargruppen durchgeführt werden. Gefördert wurden hierbei Kompetenzen in der professionellen Unterrichtswahrnehmung (PUW), der Gestaltung lernwirksamen Feedbacks (FB) sowie der Durchführung von VR-Simulationen. Zum Tragen kam hier der Ansatz des fallbasierten Lernens. Im Bereich der PUW wurden insbesondere Unterrichtsvideos als Grundlage der kriteriengeleiteten Beobachtung, Analyse und Reflektion von Unterricht herangezogen und in mehreren Übungen vertieft. Die Übung des lernwirksamen FB baute auf diesen Analyseergebnissen auf und bezog in einem nächsten Schritt verschiedene Merkmale und Schritte ein, die zur Gestaltung von FB-Gesprächen herangezogen werden können. Auch hierzu fanden verschiedene Übungen im Plenum, aber v.a. auch in Kleingruppenarbeit statt. Schritte zur Durchführung von VR-Si
Learnings
Aus den Befunden unserer Begleitforschung wissen wir, dass die Teilnahme am Lehrprojekt in einem statistisch signifikanten und positiven Zusammenhang mit der Kompetenzsteigerung in der professionellen Unterrichtswahrnehmung sowie der Selbstwirksamkeit in der Klassenführung steht. Das fallbasierte Lernen anhand von Unterrichtsvideos, Simulationen und Vignetten hat sich demzufolge als lernwirksam erwiesen und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer tatsächlichen Kompetenzentwicklung der Studierenden geführt.
Empfehlung
Zum einen hat es sich in unserem Beispiel bewährt, evidenzbasiertes Wissen zu Lehrkräftekompetenzen mit praxisnahen und fallbasierten Übungen zu verbinden. So konnten wir nicht nur an vorhandene Befunde der Professionalisierungsforschung anknüpfen, sondern den Studierenden auch den Wert dieses wissenschaftlichen Zugangs verdeutlichen. Zudem erachten wir es als wichtig, den Studierenden gute Möglichkeiten zum Wissenstransfer anzubieten, damit sie ihre Kompetenzen tatsächlich auch anwenden können. Dies ist durch selbstorganisierte VR-Übungen nach dem Blockseminar geschehen. Hier haben die VRTP eigenverantwortlich Unterrichtssimulationen für andere Lehramtsstudierende angeboten und dabei ihre Kompetenzen in der PUW und der Gestaltung von Feedbackgesprächen eingebracht. Um die Potenziale dieses Peer-Learning-Prozesses Revue passieren zu lassen, verfassten die VRTP im Anschluss außerdem eine schriftliche Reflexion.
Tipps
Wir haben uns zur Förderung der professionellen Unterrichtswahrnehmung auf den Aspekt der effizienten Klassenführung fokussiert. Denkbar wären Adaptionen zu weiteren Tiefenstrukturen guten Unterrichts, wie z. B. der konstruktiven Unterstützung. Das VR-Klassenzimmer ist übrigens open source, so dass seine Nutzung und Adaption anderen Universitäten offen steht.
Unsere Maßnahme in Form des Blockseminars war von vielen unterschiedlichen Lerngelegenheiten geprägt. Eine wichtige Erkenntnis bezieht sich abseits von fachlichen und lernwirksamen Aspekten der Lehrveranstaltung darauf, dass diese auch Spaß gemacht hat. Eine Studentin resümierte gegen Ende der Teilnahme am Blockseminar, dass dies die erste Veranstaltung in ihrem Studium sei, die ihr Spaß bereitet hätte. Wir führen dies insbesondere auf
Sonstiges
Die inhaltliche Ausrichtung des Blockseminars würden wir im Falle einer Wiederholung beibehalten, da sie sich als essenziell für die Folgephasen des Lehrprojekts erweist. Hinsichtlich der methodisch-didaktischen Gestaltung könnte überlegt werden, ob das Blockseminar von 2 auf 3 Tage unter Zusatz weiterer aktivierender Methoden verlängert wird.
Methoden
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