
Immersive Technologie in der Hochschule etablieren
Das VR-Lab bietet Lehrenden einen Raum, um immersive Technologien wie Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality, Extended Reality und 360°-Anwendungen für die eigene Lehre zu erproben. Da in der Hochschullehre häufig nur begrenzte Zeit und Ressourcen für experimentelle Methoden zur Verfügung stehen – trotz hoher Motivation und Engagement seitens der Lehrenden – setzt das Labor gezielt hier an. Es unterstützt Lehrende auf unterschiedlichen Kompetenzstufen, fördert praxisnahes, eigenständiges Ausprobieren und schafft eine kollegiale, förderliche Lernatmosphäre. Zentrales Element ist eine gelebte Experimentier- und Fehlerkultur, die dazu ermutigt, Neues zu wagen und aus den Auseinandersetzungen mit Bildungstechnologien produktive Lernerfahrungen zu gewinnen. Entscheidend ist zudem die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse, um Vorbehalte abzubauen und Technikskepsis entgegenzuwirken. Der Erfolg des Lehrlabors basiert auf dem Zusammenspiel technischer, didaktischer und sozialer
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Beschreibung
Herausforderung
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, Lehrende bei der Erprobung und Integration innovativer sowie experimenteller Lehrmethoden zu unterstützen. Viele dieser Ansätze, etwa Virtual Reality, 360°-Technologie oder kollaborative Tools, setzen nicht nur technische Ausstattung, sondern auch didaktisches Know-how und geschützte Räume zum Ausprobieren voraus. Das VR-Lab bündelt Infrastruktur, Beratung und praxisnahe Erprobungsmöglichkeiten, Vernetzung und Weiterbildung unter einem Dach.
Herangehensweise
Die Herausforderung wurde durch den Aufbau des VR-Labs aufgegriffen, das Lehrenden einen geschützten Raum zur Erprobung neuer Lehrmethoden mit innovativen Technologien bietet. Zentrale Elemente waren die Bereitstellung von technischer Ausstattung wie VR-Headsets, 360°-Kameras und Tablets sowie die didaktische und technische Beratung durch das Projektteam. In Workshops und digitalen Selbstlernmaterialien erhielten Lehrende die Möglichkeit, niedrigschwellig erste Erfahrungen mit innovativen immersiven Formaten sammeln und diese praxisnah zu erproben. Darüber hinaus bot das Lab die Möglichkeit, Pilotprojekte in kleinerem Rahmen zu testen, bevor sie in größere Lehrveranstaltungen überführt wurden. Durch diese Kombination aus Infrastruktur, Qualifizierung und individueller Unterstützung wurde ein Rahmen geschaffen, der Lehrende befähigte, immersive Bildungstechnologien sicher und reflektiert einzusetzen.
Zusammenhang
Die Umsetzung der Maßnahme erfolgte vor allem im Rahmen von Workshops, der Begleitung von Lehrveranstaltungen und Beratungen für Lehrende. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Szenarien, in denen klassische Lehrmethoden mit immersiven Technologien angereichert oder gänzlich ersetzt und unmittelbar erprobt wurden. Viele Aktivitäten wurden direkt in Lehrveranstaltungen integriert, beispielsweise durch Lehrbegleitungen, Seminarkooperationen oder immersive Lernerfahrungen mit Studierenden und Lehrenden
Voraussetzung
Für die Durchführung waren mehrere Voraussetzungen entscheidend. An erster Stelle stand eine geeignete technische Infrastruktur: Virtual Reality Equipment, 360°-Kameras, leistungsstarke Rechner und geeignete Software. Ebenso notwendig war die Verfügbarkeit geeigneter Räume, die genügend Platz für das Erproben der Lehrszenarien boten. Auf organisatorischer Ebene mussten Prozesse etabliert werden, um einen unkomplizierten Zugang zur Ausstattung zu ermöglichen und einen reibungslosen Einsatz in Lehrveranstaltungen und für Lehrende zu gewährleisten. Darüber hinaus war die didaktische Begleitung durch das Projektteam entscheidend, um Lehrende bei der Auswahl, Planung und Reflexion geeigneter Methoden zu unterstützen. Nicht zuletzt trug die Bereitschaft der Lehrenden, sich auf neue Formate einzulassen, maßgeblich zum Gelingen bei.
Eignung
Die projektbegleitende Wirkungs- und Wirksamkeitsanalyse zeigt messbare Effekte und wurde in zwei Veröffentlichungen aufbereitet. Projektdokumentationen stehen im öffentlichen Bereich der UMR zur Verfügung und können bei der Hochschuldidaktik angefragt werden; sie geben Einblick in Konzept, Ablauf und methodische Entscheidungen.
Schritte
1. Klare Zieldefinition:
Bevor mit der praktischen Umsetzung begonnen wird, ist eine präzise Formulierung der Lehrziele und didaktischen Mehrwerte erforderlich. Es sollte klar definiert werden, welche Kompetenzen und Lernziele durch den Einsatz immersiver Technologien erreicht werden sollen. Eine curriculare Anbindung erhöht die Anschlussfähigkeit und stellt sicher, dass die Maßnahme nicht als technisches „Add-on“, sondern als integraler Bestandteil der Lehre wahrgenommen wird.
2. Niedrigschwelliger Zugang:
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor besteht darin, Lehrenden den Einstieg so unkompliziert wie möglich zu gestalten und fachspezifische Anwendungsszenarien als Anregung anzubieten. Dafür eignen sich Informations- und Weiterbildungsangebote, die praxisnah aufzeigen, wie die Technologien didaktisch sinnvoll eingesetzt werden können. Kurze Hands-on-Sessions oder Microtrainings eignen sich besonders, Berührungsängste und Hemmschwellen abzubauen.
3. Infrastruktur und Hardware bereitstellen:
Voraussetzung für die Erprobung innovativer Lehrmethoden durch Lehrende ist eine zuverlässige technische Infrastruktur und die Verfügbarkeit von geeigneter Hardware & Software. Ebenso wichtig sind Räume, in denen die Nutzung ohne größere logistische Hürden möglich ist.
4. Frühzeitige organisatorische Abstimmung:
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die enge Abstimmung mit hochschulinternen Strukturen, wie dem Hochschulrechenzentrum und den Medien- oder E-Learning-Zentren. Prozesse wie Geräteverwaltung, Sicherheitsrichtlinien oder Support lassen sich nur in Zusammenarbeit verlässlich regeln. Eine frühzeitige Einbindung dieser Stellen erleichtert nicht nur die Umsetzung, sondern stärkt auch die Nachhaltigkeit der Maßnahme.
5. Didaktische und technische Unterstützung:
Die Erfahrung der Etablierung des VR-Lab zeigt, dass Lehrende besonders profitieren, wenn sie bei der Auswahl, Planung und Umsetzung begleitet werden. Eine Kombination aus didaktischer Beratung und technischer Unterstützung (z. B. Einrichtung, Troubleshooting) erleichtert den Transfer erheblich.
6. Erprobung in realen Lehrkontexten:
Pilotprojekte innerhalb von Lehrveranstaltungen sind ein entscheidender Erfolgsfaktor. Nur so können Lehrende und Studierende die Potenziale der Methoden in der Praxis erfahren. Empfehlenswert ist es, klein zu beginnen - etwa eine einzelne Sitzung, die VR-Elemente einbezieht - und die gewonnenen Erfahrungen systematisch auszuwerten.
7. Austausch und Reflexion fördern:
Formate für Austausch und Reflexion – etwa kollegiale Fallberatungen, Showcases oder kurze Erfahrungsberichte – machen Good Practices sichtbar und regen zur Nachahmung an. So wird Nachhaltigkeit gestärkt und eine Kultur der Innovation gefördert.
8. Nachhaltige Verankerung sicherstellen:
Eine institutionelle Verankerung und Supportstrukturen ist notwendig. Dazu gehören feste Ansprechpartner:innen, transparente Ausleih- und Buchungsmodalitäten sowie die Integration in hochschuldidaktische Programme und Curricula.
Hinweise
Effekte
Lehrende begegnen immersiven Technologien oft mit Skepsis und sehen deren Relevanz für die eigene Lehre begrenzt. Zeit- und Ressourcenknappheit erschweren zusätzlich die Auseinandersetzung mit neuen Methoden, zumal bestehende Lehrkonzepte häufig stark etabliert sind. Daher gilt es, Potenziale nicht nur theoretisch zu erläutern, sondern erfahrbar zu machen. Ein behutsames, individuelles Heranführen hilft, Vertrauen aufzubauen, Hemmschwellen abzubauen und Akzeptanz zu fördern.
In der Praxis zeigt sich, dass einmalige Workshops oder die Bereitstellung von Hardware nicht ausreichen, um neue Lehrmethoden nachhaltig zu etablieren. Notwendig ist eine kontinuierliche Unterstützung, die technische, didaktische und organisatorische Aspekte verbindet. Entscheidend sind begleitende Qualifizierungsangebote, niedrigschwellige Services und geschützte Räume für Austausch und Erproben, damit Lehrende neue Ansätze dauerhaft übernehmen können.
Learnings
Die Implementierung neuer, innovativer Bildungstechnologien braucht Zeit und gelingt nur mit einer kontinuierlichen, didaktischen Begleitung und Betreuung. Innovative Technologien wie Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality oder 360°-Anwendungen entfalten ihr Potenzial nicht von selbst. Die Ausstattung mit Hardware ist nur der erste Schritt – entscheidend sind gezielte Impulse und niedrigschwellige Angebote mit einem explorativen, zugleich aber angeleiteten Charakter, die Lehrende zu einer aktiven und didaktisch durchdachten Nutzung motivieren. Entscheidend ist zudem, fachbereichsspezifische Weiterbildungs- und Beratungsformate ebenso wie kompetenzorientierte Angebote zu entwickeln und umzusetzen.
Tipps
Wo Raum für experimentelle Lehrvorhaben entsteht, gehört auch eine gelebte Fehlerkultur dazu. Fehler dürfen passieren – sie sind Teil des Lernprozesses und ein wertvoller Schritt auf dem Weg zum Erfolg. Zwar ist es sinnvoll, klare Ziele zu definieren, doch ebenso wichtig ist es, Lehrenden die Freiheit zu geben, ihre Lehre ergebnisoffen zu gestalten und die Studierenden transparent in diesen Prozess einzubeziehen.
Sonstiges
Neue Technologien bergen das Risiko, Menschen mit spezifischen Behinderungen und Beeinträchtigungen auszuschließen. Um dem vorzubeugen, sollten stets barrierearme Alternativen vorgesehen werden. Dazu gehören zum Beispiel Untertitel für audiovisuelle Inhalte, 2D-Varianten von VR-Anwendungen, schriftliche Begleitmaterialien oder barrierefreie Plattformzugänge. Lehrkonzepte profitieren insgesamt davon, wenn sie von Beginn an so inklusiv wie möglich gestaltet werden.
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