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Partizipatives Lernen

Studierende lernen in angeleiteten Gruppen die Inhalte zur historischen Semantik von mhd. Wörtern. Durch das eigene Erstellen von Inhalten, gelingt ihnen ein Blick hinter die Funktionsweise der Lehr-Lern-App WABE. Ihre Produkte können anschließend eingepflegt werden, bieten neue Inhalte und ein greifbares Erfolgserlebnis für Lernende. Besonders herausfordernd sind hier leistungsheterogene Gruppen, deren Ergebnisse womöglich stärker überprüft werden müssen.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Mittelhochdeutsch
Object Based Learning
Learning by Designing
Blended Learning
Partizipatives Lernen
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Digitale Lehr-Lern-Tools sind auch für Lernende nicht gleichermaßen intuitiv und zugänglich. Je höher die Komplexität des Tools, desto unwahrscheinlicher ist eine eigenständige Annahme des Tools. Dem kann durch reduzierte Komplexität oder Anleitung begegnet werden. Die Maßnahme sucht durch einen partizipativen Ansatz Nutzungshürden zu reduzieren und das Tool in unterschiedlichen Lernstadien der Zielgruppen zu verankern.

Herangehensweise

Die Gruppen arbeiten anhand einer Handreichung die einzelnen Schritte eines WABE-Steckbriefs durch. Dazu gehören Rechercheprozesse mit analogen (ggf. Wörter- und Handbücher) und digitalen Tools, etwa zur Suche nach Handschriftendigitalisaten. Diese werden im Plenum vorbesprochen. Jede Gruppe erhält ein Wort, an dem Übersetzungsangebote, Laut- und Bedeutungswandel sowie Schriftvarianz im Mittelalter erarbeitet werden. Die Lehrperson/en steht für Rückfragen bereit. Die Lernenden durchlaufen die Arbeitsschritte und erstellen eigene Steckbriefe. Diese können im Plenum wieder diskutiert, gemeinsam ergänzt und überarbeitet werden. Im Nachgang werden die Ergebnisse gesammelt, von den Mitarbeitenden überprüft und ggf. ergänzt, um anschließend in WABE eingepflegt zu werden. So lernen die Teilnehmenden Funktion, Inhalt und Aufbau von WABE kennen – mit dem besonderen Anreiz, ihre eigenen Beiträge zeitnah in der App zu finden. WABE konnte so nachhaltig in die Lernendengruppen eingeführt werden.

Zusammenhang

Die Maßnahme wurde in verschiedenen Veranstaltungsformaten erprobt. Sie wurde in klassischen Seminarkontexten mit wöchentlichen Sitzungen, in einem Blockseminarformat mit Posterpräsentation und in einem curricular verankerten Peer-To-Peer Format erprobt.

Voraussetzung

Für die Durchführung war auf der Anwendungsseite eine Form der Handreichung notwendig, an der sich die Lernendengruppen orientieren konnten. Diese wurde im Projektzeitraum laufend angepasst. Zudem sollten Erklärungen zu den gängigen Recherchetools entweder Teil des didaktischen Gesamtkonzepts oder der Handreichung sein, da die Arbeit am Steckbrief ansonsten zu schnell ins Stocken geraten kann. Zuletzt bietet sich eine thematische Vorauswahl an Worten an, die sich entweder an einem Oberthema, an einer Begleitveranstaltung oder anderen nachvollziehbaren Parametern orientieren. Banale, aber nicht unerhebliche Bedingung ist ebenfalls ein ungehinderter Zugang zu Endgeräten und dem Internet.

Eignung

Aus Evaluationen mit Partneruniversitäten ging hervor, dass der motivierende Charakter unter den Lernenden bei der Steckbrieferstellung besonders positiv aufgefallen sei. Außerdem ging aus Einzelfeedbacks der Lernendengruppen im Anschluss der Lehrveranstaltungen hervor, dass die Aussicht darauf, selbst einen Anteil am Learning Design haben zu können, die Einarbeitung in dessen Handhabung und Offenheit zur Integration in die eigenen Lerngewohnheiten begünstigt haben.

Vorgehen/Schritte

1. Identifizieren Sie ein „hinter den Kulissen“ – Szenario

Unerheblich, Ob Sie WABE oder ein anderes digitales Tool durch partizipatives Lernen besser vermitteln und in Ihrer Lernendengruppe integrieren möchten, bietet es sich an zunächst Szenarien zu identifizieren, in denen Studierende in den „Maschinenraum“ der Lehr-Lern-App blicken können. Was stellt einen geeigneten Rahmen dar, was überfordert Lernende nicht und wie können sie einbringen. In unserem Fall war es die Verschränkung von Lerninhalten und der Steckbriefarbeit im „Maschinenraum“ von WABE.

2. Einen Rahmen abstecken

Um Lernende „hinter die Kulissen“ einzuladen, müssen Sie einen geeigneten Rahmen festlegen. Der Rahmen umfasst rechtliche, technische und didaktische Aspekte, um beiden Seiten die nötige Sicherheit zu geben. Für WABE hieß das eine Handreichung zu erstellen und Lernende zwar an den Vorgängen partizipieren zu lassen, aber nicht im Backend der APP selbst Inhalte verfassen zu lassen. Hierfür wurde der Zwischenschritt über die Überprüfung durch Mitarbeitende/Lehrende eingefügt.

3. Inhalte vorbereiten

Im Sinne der Zeiteffizienz, die auf den technischen und Verständnishürden der Lernenden ausgerichtet sein sollte, müssen die Inhalte der Lerneinheit vorbestimmt werden. Die Lernenden haben darauf keinen Einfluss. Der Inhalt richtet sich nur nach dem Konzept der Lehrenden. Für WABE bedeutete dies z.B. Wörter im Rahmen von klassischen mittelhochdeutschen Wortfeldern zu bearbeiten (z.B. höfische Zentralbegriffe).

4. Einteilung und Anleitung von Gruppen

Die Einteilung von Gruppen bietet sich dort an, wo heterogene Lernendengruppen sich gegenseitig bereichern/ausgleichen können. Die Gruppen sollten dennoch in einer Plenumsdiskussion und durch Beigabematerial angeleitet werden.

5. Arbeitsphase

Während der Arbeitsphase orientieren die Lernenden sich an den Arbeitsschritten, die zuvor im Plenum besprochen und in der Handreichung noch einmal festgehalten wurden. Gruppen erhalten ggf. Hilfsmittel und können die moderierende Lehrperson um Unterstützung bitten. Hier werden die Arbeitsschritte zur Generierung neuer Inhalte der Lern-App nachvollzogen und gleichzeitig die Inhalte selbst gelernt.

6. Ergebnissicherung

Die Ergebnissicherung sollte zweigeteilt stattfinden. Zunächst sollte im Plenum für eine erste kritische Reflexion der Ergebnisse durchgeführt werden (z.B. in einer Posterpräsentation). Hier sollen die Lernenden sich gegenseitig konstruktiv feedbacken. Es bietet sich an, dass noch einmal auf die Veröffentlichung hingewiesen wird. Im zweiten Schritt werden die Ergebnisse von Lehrenden/Mitarbeitenden geprüft und in die App eingepflegt. Es kann sich anbieten die Lernenden bei erfolgter Integration darauf hinzuweisen. Das verstärkt den Annahmeeffekt.

Hinweise

Effekte

Im Fall von WABE ließen sich zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen digitalen Tools finden.

Learnings

Eines der größten Learnings war die simple Feststellung, dass auch junge Lernende nicht automatisch digital affiner sind und eine angeleitete Hinführung zu digitalen Tools brauchen, um diese sinnvoll einsetzen und in ihren eigenen Lernalltag integrieren zu können.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Learning by Designing, partizipatives Lernen, Object-Based Learning
Formate
Peer-To-Peer Formate, Posterpräsentationen
Technische Tools
s.o.l.i.d. – App-Baukasten WABE

Nicht empfohlen

Formate
Singuläre Veranstaltungen/Einzelsitzungen haben sich als weniger nachhaltig erwiesen. Ausgenommen sind bspw. Blockveranstaltungen oder genau darauf zugeschnittene Formate z.B. klausurvorbereitende Tutoriensitzungen.

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
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