
Taktiler Informationszugang und Barrierefreiheit
In einem Lernsetting ergab sich die Anforderung, interaktiv aufbereitete naturwissenschaftliche Daten visuell und taktil zugänglich zu machen, um Lernende mit Sehbehinderung/Blindheit nicht auszuschließen. Es wurde eine Recherche zu AR/VR-Anwendungen für visuell beeinträchtigtes Publikum durchgeführt und geeignete Hardware getestet. Es gilt, die weitere Entwicklung geeigneter Soft- und Hardware im Blick zu behalten.
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Beschreibung
Herausforderung
Bei der Vermittlung (natur-)wissenschaftlicher Zusammenhänge ist die Visualisierung von Daten ein probates Mittel. In einem Lernsetting sollten geographische Messdaten auf einem Globus interaktiv aufbereitet visualisiert werden. Um hier visuell beeinträchtigte Menschen nicht auszuschließen, sollte nach taktilen Ausgabemöglichkeiten für Messdaten gesucht werden, die zugleich eine interaktive Navigation von Ort zu Ort ermöglichen.
Herangehensweise
Die Literaturrecherche und Nachfragen im kollegialen Umfeld ergaben, dass zur taktilen Zugänglichkeit von AR-/VR Anwendungen noch großer Forschungsbedarf besteht (vergl. auch Expertise der Universität Marburg. Zugleich sind im Bereich der Kunst und der (Lern-)Spiele erste Lösungsmöglichkeiten erprobt worden. Hardware-seitig kommen taktile Stifte, Handschuhe oder perspektivisch ‚künstliche Haut‘ in Betracht. Leider konnten wir diese Möglichkeiten aus organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten nicht testen. Wir empfehlen aber, die technologische Entwicklung aufmerksam weiter zu verfolgen.
Zusammenhang
Die Maßnahme erfolgte zur Unterstützung eines Teilprojekts, das im Rahmen einer AR-Anwendung visuell auf einem Globus veranschaulichte geografische Daten auch nicht-visuell lernenden (z.B. sehbehinderten) Menschen zugänglich machen sollte.
Voraussetzung
Als limitierend erwies sich der noch sehr begrenzte Forschungsstand zu taktilen Zugangsmöglichkeiten im Bereich der AR/VR-Anwendungen sowie der begrenzte finanzielle und technologische Spielraum im universitären Kontext. Erste positive Beispiele lassen jedoch hoffen, dass bald tragfähige Lösungen einsatzbereit entwickelt sind.
Eignung
In einem noch verhältnismäßig jungen Tätigkeitsfeld wie der AR/VR sind ein explorativ recherchierendes Vorgehen und kreative Lösungen gefragt, zumal wenn Barrierefreiheitsmaßnahmen den Ausschluss gesundheitlich beeinträchtigter Personen aus diesem stark visuell dominierten Feld verhindern sollen. Exklusion ist keine Option. Der aktuelle Forschungsstand limitiert praktische Umsetzungsmöglichkeiten, es besteht aber Aussicht auf technologische Verbesserungsmöglichkeiten, die bereits im Ansatz vorhanden sind. Nachnutzende sollten sich an diesen Ansätzen orientieren und diese zu Reife und Anwendung bringen.
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