
Evaluation von fachspezifischen Communities
Die wesentlichen Herausforderungen bestehen darin, dass es wenig Einblicke in Aktivitäten innerhalb fachspezifischer Professional Learning Communities gibt, die Fluktuation der Teilnehmenden wechselt und es kaum Studien zu Learning Communities gibt, die zwar einerseits fachspezifisch und andererseits hochschul-übergreifend agieren und zudem eine fachspezifische Koordination haben. Um diese komplexen Herausforderungen anzugehen, wurden die fPLC in zwei Schritten evaluiert. Ziel war es, zum einen die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmenden der fPLCs zu optimieren und zum anderen Erkenntnisse zum Aufbau und zur Koordinierung entsprechender Communities zu erhalten. Es erfolgte eine Online-Befragung der Teilnehmenden im Jahr 2024 und ein Gruppeninterview mit den Community-Koordinierenden im Jahr 2025.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die wesentlichen Herausforderungen bestehen darin, dass es wenig Einblicke in Aktivitäten innerhalb fachspezifischer Professional Learning Communities gibt, die Fluktuation der Teilnehmenden wechselt und es kaum Studien zu Learning Communities gibt, die zwar einerseits fachspezifisch und andererseits hochschulübergreifend agieren und zudem eine fachspezifische Koordination haben.
Herangehensweise
Um den zuvor benannten Herausforderungen zu begegnen, wurde eine Evaluation der Zusammenarbeit in den jeweiligen fPLCs realisiert. Hierzu wurde zum eine Online-Befragung der Teilnehmenden durchgeführt. Dabei kam ein semi-strukturierter Fragebogen zum Einsatz, um Aktivitäten, Herausforderungen und Mehrwert bezüglich der Zusammenarbeit aus der Teilnehmer*innenperspektive zu erheben (1. Erhebung). Zum anderen hat ein qualitatives Gruppeninterview mit den Community-Koordinierenden stattgefunden (2. Erhebung). Gegenstand waren Rolle und Aufgaben, Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Netzwerkaufbau sowie die sich daraus ergebenden Herausforderungen, Bewältigungsstrategien und Learnings aus der Koordinierendenperspektive. Durch die quantitative und qualitative Evaluation konnten Einblicke in die Zusammenarbeit in den Communities gewonnen und Erkenntnisse zum Aufbau und zur Begleitung entsprechender Communities generiert werden.
Zusammenhang
Im Rahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung im VerbundD2C2 sind Strukturen und laufende Prozesse analysiert und optimiert worden. Die fPLCs waren hochschulübergreifend organisiert und in eine übergeordnete Verbundstruktur eingebettet. Sie dienten zum einen dem fachbezogenen Austausch zu spezifi-schen Themen der jeweiligen Communites und zum anderen eigneten sie sich für hochschul- und mediendidaktische Impulse oder gezielte Unterstützung von Lehrenden durch die übrigen Verbundkolleg*innen.
Voraussetzung
Die Teilnahmebereitschaft von Lehrenden und Studierenden für die Online-Befragung und die der Koordinator*innen, um die qualitativen Gruppeninterviews durchführen zu können.
- Zeitliche Ressourcen waren nötig, um die Evaluation umsetzen und die Daten auswerten zu können.
- Eine vorherige Teilnahme an der StIL-Weiterbildung „Evaluation von innovativen Lehrprojekten“ war hilfreich, um das Evaluationsprojekt durch die Begleitung von Expert*innen zu planen.
- Es bedurfte zudem der Mitarbeit der Community-Koordinierenden, um die Fragen für den Onlinefragebogen zu entwickeln und den Zugang zu den Teilnehmenden zu erhalten.
- Ein geeignetes Befragungstool musste verfügbar sein, um die Online-Befragung durchführen zu können.
- Zeitliche Ressourcen mussten geschaffen werden, um eine Teilnahme zu realisieren sowie die qualitative Auswertung zu erarbeiten.
Eignung
Die Koordinierenden haben auf Basis der Online-Befragung mit den Teilnehmenden der Communities Anpas-sungen hinsichtlich der thematischen Ausrichtung bzw. den Aktivitäten vorgenommen. So wurde beispiels-weise ein Fokus auf das Teilen von Lehr-Lern-Konzepten gelegt, da sich die Teilnehmenden dies ganz konkret gewünscht hatten.
Die Ausführungen der Koordinierenden ergab wiederum, dass der Erfahrungsaustausch zu den Herausforderungen und Bewältigungsstrategien zwischen den Community-Koordinierenden sehr wertvoll war und durch die Reflexion des eigenen Koordienierungshandelns ein größeres Bewusstsein für die eigenen Aktivitäten geschaffen hat.
Vorgehen/Schritte
- Detaillierte Planung im Voraus: Einigen Sie sich mit den Koordinierenden auf einen gemeinsamen Erhebungszeitraum, um sicherzustellen, dass alle Communities gleichzeitig befragt werden.
- Einheitlicher Fragebogen: Nutzen Sie einen gemeinsamen Fragebogen für alle Communities, um die Auswertung zu erleichtern und vergleichbar zu machen. Ergänzen Sie bei Bedarf einen Ab-schnitt mit fachbereichsspezifischen Fragen.
- Achten auf das Wording: Achten Sie auf das Wording im Fragebogen, da Begriffe je nach Fachbereich unterschiedliche Bedeutung haben können.
- Definition von bestimmten Inhalten/Vermeidung von Mehrdeutigkeit: Definieren Sie konkrete Inhalte, bspw. was genau mit "Grad der Beteiligung" gemeint ist, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden der Communities dies gleich interpretieren.
- Vorbereitung auf das Gruppeninterview: Bitten Sie die zu interviewenden Koordinierenden darum, eine Visualisierung oder anderweitig geeignete Übersicht (bspw. eine Verlaufskurve zur Arbeit im Projekt und ihrer Befindlichkeit in dieser Koordinationsarbeit) zu zeichnen. Diese kann dann einerseits für einen Einstieg hilfreich sein, um den anderen zu Beginn des Interviews den eigenen Prozess fokussiert vorzustellen und andererseits kann es als weiterer Gesprächsstimulus dienen.
Hinweise
Effekte
Reflexionsbasierte Professionalisierung der Koordinierungstätigkeit: Den reflexiven Erfahrungsaustausch zwischen den fPLC-Koordinierenden im Gruppeninterview haben diese als wertvoll empfunden und er kann so zu einer zielgerichteten Professionalisierung der Koordinationsarbeit beitragen.
Bedarfserhebung und teilnehmendenzentrierte Themenfokussierung: Die Koordinierenden ha-ben auf Basis der ersten Online-Befragung mit den Teilnehmenden der Communities Anpassungen hinsichtlich der thematischen Ausrichtung bzw. den Aktivitäten vorgenommen. So wurde beispielsweise mehr Fokus auf das Teilen von Lehr-Lern-Konzepten gelegt, da sich die Teilnehmenden dies gewünscht hatten.
Learnings
Die Abfrage der Netzwerkaktivitäten in der ersten Erhebung (Online-Befragung) hat einen sehr wesentlichen Erkenntnisgewinn und Orientierung für die zukünftige Zusammenarbeit in den jeweiligen fachspezifischen Professional Learning Communities gegeben.
Empfehlung
Ergänzend und inhaltlich spannend zu den Gruppeninterviews mit den Koodinator*innen wären zusätzliche (dialogisch problemzentrierte) Interviews mit einzelnen fPLC-Teilnehmenden oder ebenfalls Gruppeninterviews bzw. Gruppendiskussionen. Diese verfügen über vertiefte Einblicke in die Zusammenarbeit innerhalb der Communities und/oder zu Transferaktivitäten und -bedarfen in die Lehre. Außerdem können sie darüber be-richten, welche konkreten Herausforderungen sie selbst wahrnehmen und welche Empfehlungen sie haben, um diesen zu begegnen.
Sonstiges
Für Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -entwicklung sollten entsprechende zeitliche und personelle Ressourcen im Projektantrag berücksichtigt werden.
Methoden
Empfohlen
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Netzwerk der Musikhochschulen 4.0
Das Netzwerk 4.0 als gemeinsamer Verbund von 18 deutschen Musikhochschulen versteht und verbindet Innovation sowohl in struktureller als auch in inhaltlicher Hinsicht; die Netzwerk-Struktur sowie die Netzwerk-Projekte selber stärken die Lehre an den Musikhochschulen und stehen somit im Dienst der Studierenden. Dabei greift das Netzwerk 4.0 die an Musikhochschulen auftretenden spezifischen insbesondere didaktischen Frage- und Problemstellungen auf, entwickelt Lösungen und begegnet mit deren Umsetzung den individuellen Herausforderungen an den Musikhochschulen. Wie beispielsweise müssen digitale Anwendungen optimiert werden, damit ein traditionelles Musikstudium durch die Digitalität einen Mehrwert erhalten kann? Antworten und Lösungen auf diese und ähnliche Fragen werden nachhaltig in den Netzwerk-Musikhochschulen implementiert und dadurch dem Wissenschaftssystem langfristig zur Verfügung stehen.
Projekt anzeigen
"Mensch was brauchst Du?" - ein Lernspiel
„Mensch, was brauchst du?“ ist ein Spiel zum Austausch über Lernbedürfnisse, das auf der Spielmechanik des bekannten Gesellschaftsspiels „Mensch ärgere dich nicht!“ basiert. Es regt Studierende durch Spielimpulse dazu an, ihre individuellen Lernbedürfnisse zu reflektieren, zu formulieren und anonymisiert für Lehrende sichtbar zu machen. Durch die strukturierte, spielerische Interaktion gehen die Studierenden ihren Lernbedürfnissen auf den Grund und erfahren zudem, wie unterschiedlich diese sein können. Gleichzeitig baut das Spiel aufgrund seines spielerischen Zugangs Barrieren ab, die Studierende durch Hierarchien im Hochschulsystem oft daran hindern, offen zu äußern, was sie als Einzelpersonen beim Lernen unterstützen würde. Lehrende ergeben sich daraus authentische, nachvollziehbare Einblicke in die Vielfalt der Lernbedarfe. Die Ergebnisse bieten konkrete Anknüpfungspunkte für einen dialogischen Austausch und unterstützen die Entwicklung von studierendenorientierten Lehre.
Maßnahme anzeigen
E-Assessment für Entity-Relationship-Diagramme mit FeeDI
[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]
Publikation anzeigen