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Expert:innen in eigener Sache in der Behindertenmedizin

Behindertenmedizin ist eine neue medizinische Disziplin, die an der Universität Bielefeld von den Professuren für Medizin für Menschen mit Behinderung, Schwerpunkt psychische Gesundheit, sowie für Epileptologie mit Schwerpunkt Behindertenmedizin vertreten wird. Diese Querschnittsdisziplin weist Berührungen und Überschneidungen zu allen anderen medizinischen Fächern auf. Studierende sollen die Krankheitsbilder kennenlernen, von denen Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung besonders betroffen sind, sowie die besonderen Bedürfnisse und Kommunikationsweisen dieser Patientengruppe. Über die reine Wissensvermittlung hinaus geht es um Barrierefreiheit im Gesundheitswesen, den Abbau von Berührungsängsten bei den Studierenden und das Erlernen spezifischer kommunikativer Fertigkeiten. Ein Schwerpunkt ist dabei die Verwendung von Leichter Sprache und Unterstützer Kommunikation sowie ein barrierefreier und entwicklungsbasierter Behandlungsansatz. Gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Patient:innen und Behandelnden (Partizipative Entscheidungsfindung) etabliert sich zunehmend. Das Einbeziehen von Expert:innen in eigener Sache macht den Studierenden die Perspektive der Betroffenen zugänglich. Diese werden von Probanden zu Lehrenden. Eine Schulung stellt sicher, dass der Unterricht professionell gestaltet wird. Die Wirksamkeit der Methode wird durch die Studierenden und der Lehrenden mit Behinderungen evaluiert.

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Das Erlernen grundlegender Techniken der Ultraschalldiagnostik gehört zu den Zielen des Medizinstudiums. Junge ÄrztInnen müssen unabhängig vom späteren Fachgebiet in der Lage sein, ein Ultraschallgerät zu bedienen, Bilder von Organen zu erstellen und diese zu interpretieren. Bisher sind praktische Kurse aber nur an wenigen Fakultäten curricular integriert. Somit hängt es von der studentischen Präferenz für ein Wahlfach ab, ob diese wichtige Fertigkeit erlernt wird. Ein Grund für die geringe Lehr-Intensität ist, dass die Lehre nicht gut standardisiert werden kann – dies ist für reliable und valide Prüfungen aber erforderlich. In diesem Projekt wird eine standardisierbare Lehrmethode für eine komplette Semesterkohorte mit neuartigen Simulationsmodellen etabliert und hinsichtlich ihrer Effektivität evaluiert. Die Modelle werden zuvor modelliert und von einem hochauflösenden 3D-Drucker gedruckt, dass sie der menschlichen Anatomie exakt entsprechen und nicht durchsichtig sind. Studierende des dritten klinischen Semesters erlernen an diesen Modellen den Umgang mit dem Ultraschallgerät und die Bild-Interpretation. Die Effektivität der Methode wird in einer Cross-over-Studie untersucht, in der die Studierenden Ultraschallbilder interpretieren, die sie entweder selbst akquiriert haben oder die von Experten aufgenommen wurden. Es soll die Hypothese getestet werden, dass das selbstständige Erheben der Bilder die Befundqualität erhöht.

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