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Expert:innen in eigener Sache in der Behindertenmedizin

Behindertenmedizin ist eine neue medizinische Disziplin, die an der Universität Bielefeld von den Professuren für Medizin für Menschen mit Behinderung, Schwerpunkt psychische Gesundheit, sowie für Epileptologie mit Schwerpunkt Behindertenmedizin vertreten wird. Diese Querschnittsdisziplin weist Berührungen und Überschneidungen zu allen anderen medizinischen Fächern auf. Studierende sollen die Krankheitsbilder kennenlernen, von denen Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung besonders betroffen sind, sowie die besonderen Bedürfnisse und Kommunikationsweisen dieser Patientengruppe. Über die reine Wissensvermittlung hinaus geht es um Barrierefreiheit im Gesundheitswesen, den Abbau von Berührungsängsten bei den Studierenden und das Erlernen spezifischer kommunikativer Fertigkeiten. Ein Schwerpunkt ist dabei die Verwendung von Leichter Sprache und Unterstützer Kommunikation sowie ein barrierefreier und entwicklungsbasierter Behandlungsansatz. Gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Patient:innen und Behandelnden (Partizipative Entscheidungsfindung) etabliert sich zunehmend. Das Einbeziehen von Expert:innen in eigener Sache macht den Studierenden die Perspektive der Betroffenen zugänglich. Diese werden von Probanden zu Lehrenden. Eine Schulung stellt sicher, dass der Unterricht professionell gestaltet wird. Die Wirksamkeit der Methode wird durch die Studierenden und der Lehrenden mit Behinderungen evaluiert.

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KulturWissen vermitteln. Studierende erklären Schüler*innen gesellschaftsrelevante Themen

Das Anliegen der Europäischen Ethnologie, zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen, motiviert Studierende des Fachs in besonderer Weise: Vom Klimawandel über Migration bis zum Alltagsrassismus wird eine gesellschaftlich relevante Expertise bereitgestellt. Demgegenüber steht ein geringes Wissen in der Gesellschaft über die Potenziale kulturwissenschaftlichen Wissens. In der Lehre sind innovative Formate eines Wissenstransfers unterrepräsentiert; die Vermittlung dafür notwendiger Kompetenzen findet erst partiell statt. Hier setzt das Projekt an: Es erarbeitet Formate des Wissenstransfers in Form zielgruppenspezifischer Medien. Konkret werden kurze Youtube-Videos für Schülerinnen und Schüler erarbeitet, in denen Studierende aktuelle Themen diskutieren und kulturwissenschaftliche Zugänge, Methoden und Theorien in komprimierter Form vorstellen. Die Studierenden profitieren dabei mehrfach: Sie lernen, ihr Wissen aufzubereiten, und schaffen eine Identifikation mit ihrem Fach; sie erkennen, welche Rolle kulturwissenschaftliches Wissen in der Gesellschaft spielt und sie erproben den Dialog zwischen Theorie und gesellschaftlicher Praxis und erwerben dabei berufsfeldorientierte Kompetenzen.

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