Maßnahme Bühne
Zum Projekt

KI-basiertes Feedback in simulierten Lernsettings

Aktuelle Machine-Learning-Ansätze sollen entwickelt werden, um menschliches Verhalten in ausgewählten Kommunikationssituationen anhand definierter Kriterien objektiv und reliabel zu erfassen. Aufbauend auf umfangreichen Vorarbeiten wurde ein Machine-Learning-Algorithmus weiterentwickelt, der Mimik im Hinblick auf definierte Kriterien auswertet. Studierende erhalten darauf basierend automatisiertes, KI-gestütztes Feedback zu ihrem kommunikativen Verhalten in digital angereicherten Präsenzsettings (z. B. Arzt-Patienten- oder Beratungsgespräche). Der Mehrwert liegt insbesondere in höherer Objektivität und Skalierbarkeit gegenüber rein menschlichem Feedback. Der Ansatz wurde pilotiert und auf die Grundschulpädagogik ausgeweitet. Für Eltern-LehrerInnen-Gespräche wurde ein strukturierender Leitfaden entwickelt, der als Grundlage für KI-gestützte Avatare als Gesprächspartner dient.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Machine Learning zur Verhalten
KI-basiertes, automatisiertes
Digitale Gesprächssimulationen
Kompetenzorientierte Lehre in
Objektivität und Skalierbarkei
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Mit der Maßnahme wurde die Herausforderung adressiert, kommunikatives und professionelles Verhalten von Studierenden in praxisnahen Lehr-Lern-Situationen objektiv, reliabel und skalierbar zu erfassen und zu bewerten. Bisher ist qualifiziertes Feedback stark von individuellen Beobachtungen Lehrender abhängig, zeitintensiv und nur begrenzt standardisierbar. Die Maßnahme reagiert somit auf die begrenzte Objektivität menschlichen Feedbacks, den hohen personellen Aufwand sowie wiederholbarem Training

Herangehensweise

Im technisch-methodischen Strang werden effiziente Multi-Task-Architekturen zur Analyse affektiver Stimme und emotionaler Mimikry entwickelt. Für nicht-verbale „vocal bursts“ zeigt ein mehrzieliges Netzwerk auf Basis moderner Sprachrepräsentationen (z. B. data2vec, wav2vec2), dass sich Emotion, Herkunft und weitere Merkmale simultan vorhersagen lassen – mit deutlicher Überlegenheit gegenüber Baselines. Anwendungsbezogen wurde untersucht, wie Mimik (z. B. Lächeln, Blickkontakt) Ad-hoc-Anvertrauen in klinischen Entscheidungssituationen beeinflusst. Die Er-gebnisse zeigten eine positive Korrelation zwischen wahrgenommener Vertrauenswürdigkeit und Anvertrauen, jedoch keinen isolierten Effekt eines (digitalen) Lächelns – ein Hinweis auf die Bedeutung kontextueller und komplexer nonverbaler Muster für Ent-rustable Professional Activities.

Zusammenhang

Die Maßnahme wurde primär als Lehrinnovationsprojekt als auch als Forschungstool erprobt. Der Einsatz erfolgte in curricular verankerten Lehrveranstaltungen, in denen kommunikative Kompetenzen systematisch trainiert werden. Konkret wurde das Verfahren im Seminar Grundschulpädagogik eingesetzt, das auf das Training kommunikativer Fertigkeiten – insbesondere im Kontext von Eltern-LehrerInnen-Gesprächen – ausgerichtet ist.

Voraussetzung

Zentrale Voraussetzung war eine enge interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Informatik, Medizindidaktik, Medizinischer Psychologie und Grundschulpädagogik. Durch die Bündelung technischer Expertise (Machine Learning, Algorithmik), fachdidaktischer Perspektiven sowie kommunikations- und professionsbezogener Kompetenzmodelle konnte ein praxisnahes System entwickelt werden. Die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven ermöglichten die Operationalisierung von Verhaltenskriterien und eine didaktisch sinnvolle Einbettung in Lehrveranstaltungen.

Eignung

Die Eignung der Maßnahme zeigt sich in den Ergebnissen der Begleitforschung (Medizin) sowie begleitenden Evaluation in den Pilotseminaren der Grundschulpädagogik. Dabei wurde sowohl die technische Funktionalität als auch die didaktische Wirksamkeit (Nützlichkeit, Verständlichkeit und Anschlussfähigkeit des Feedbacks für die Kompetenzentwicklung) untersucht. Die Rückmeldungen der Studierenden weisen in der Medizin als auch in der Grundschulpädagogik auf eine hohe Akzeptanz sowie einen wahrgenommenen Mehrwert des KI basierten Feedback im Vergleich zu rein mündlichem Feedback hin. Besonders hervorgehoben wurden die strukturierte Rückmeldung, die Möglichkeit wiederholter Übungsszenarien sowie die Transparenz der zugrunde liegenden Kriterien. Zudem zeigt die erfolgreiche Implementierung in unterschiedlichen Kontexten (Medizin und Grundschulpädagogik), dass der Ansatz übertragbar und skalier-bar ist. Die Kombination aus empirischer Evaluation, curricularer Verankerung und interdisziplinä

Vorgehen/Schritte

Bildung eines interdisziplinären Teams (Informatik, Sprachwissenschaft, Fachdidaktik)

Entwicklung und intensive Testung von Prototypen innerhalb von Lehrveranstaltungen

Evaluation der dabei entstandenen Lehr-Lernszenarien

Hinweise

Effekte

Eine zentrale – zugleich erwartete wie herausfordernde – Voraussetzung war die sehr präzise Operationalisierung kommunikativer Kompetenz in ihren verbalen, nonverbalen und paraverbalen Dimensionen. Die Notwendigkeit, diese Aspekte für die algorithmische Analyse eindeutig zu definieren, stellte eine wesentliche inhaltliche Herausforderung dar und führte zu einer deutlich geschärften curricularen Klärung von Bewertungskriterien. Der Einsatz von Avataren ermöglichte darüber hinaus skalierbare, wiederholbare Trainingssituationen. Unerwartet deutlich war die hohe Akzeptanz KI-gestützter Feedbackformate bei den Studierenden.

Learnings

Die Operationalisierung kommunikativer Kompetenz (verbal, nonverbal, paraverbal) ist die zentrale fachliche Schlüsselaufgabe – und zugleich der größte Qualitätshebel für KI-gestütztes Feedback. Interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit ist unverzichtbar, um technische Machbarkeit, fachliche Validität und didaktische Sinnhaftigkeit zu verbinden.

KI-gestütztes Feedback wird von Studierenden gut akzeptiert, wenn Kriterien transparent gemacht und nachvollziehbar erläutert werden.

Empfehlung

nein

Tipps

Vor der technischen Umsetzung sollten verbale, nonverbale und paraverbale Kriterien präzise definiert und fachlich abgestimmt werden. Die Qualität der Operationalisierung entscheidet über die Qualität des Feedbacks. Mit kleineren Lehrsettings starten, Evaluationsergebnisse systematisch nutzen und das System schrittweise weiterentwickeln.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Regelmäßige Online-Meetings des interdisziplinären Teams zur Entwicklung und zum Re-view. Die unterschiedlichen Fachsprachen der beteiligten Disziplinen machen die Kommuni-kation durchaus herausfordernd.
Formate
Zoom-Meetings, Präsenztreffen, asynchrones Arbeiten an Teilaufgaben in Subgruppen
Technische Tools
NOVA, LLMs

Nicht empfohlen

Methoden
keine
Formate
keine
Technische Tools
keine

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
Keine Kontaktdaten vorhanden

Das könnte Sie auch interessieren

Projekt 101337
Projekt

Digitallabor Mathematik für die Chemie

Viele Studierende im Fach Chemie haben Defizite in mathematischen Grundlagen, da im Curriculum häufig eine direkte Verknüpfung mit der Anwendung in der Chemie fehlt. In den bisherigen Curricula werden außerdem selten ausreichende Möglichkeiten zum Erlernen von Programmierfähigkeiten geboten, die angesichts der wachsenden Bedeutung von Computermodellen und disruptiver Technologien wie Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz in der Chemie dringend benötigt werden. Das Ziel unseres Projekts ist ein modulares und adaptives Digitallabor, in dem Studierende für die Chemie relevante mathematische Konzepte eigenständig in Python-Programmen umsetzen und direkt mit einem chemischen Kontext verknüpfen. So werden mathematische Grundlagen eng mit der Fachausbildung verknüpft und gleichzeitig Kenntnisse im Programmieren und Visualisieren von Daten erworben. Die einzelnen Versuche enthalten Elemente der forschungsnahen Lehre. In ihre Entwicklung wird die Studierendenperspektive systematisch eingebracht. Im Digitallabor erwerben die Studierenden essentielle Fähigkeiten für die moderne naturwissenschaftliche Arbeit, beispielsweise indem sie Grenzen von Modellen sowie systematische Wege zu ihrer Verbesserung eigenständig evaluieren. Es ermöglicht den Studierenden zudem interaktives, individualisiertes und dezentralisiertes Lernen, was die Hochschullehre insbesondere für stärker diversifizierte Studierendenkohorten resilienter und zukunftsfester macht.

Projekt anzeigen
Maßnahme 100012
Maßnahme

Selbstmanagementtraining PROFI

Das präventive Selbstmanagementtraining PROFI richtet sich an Lehramtsstudierende. Ziel ist es, Prokrastination bei der selbstregulierten Kompetenzentwicklung zu reduzieren und Intentionen zum Studienabbruch vorzubeugen. Um dies zu erreichen, werden Selbstreflexion und persönliche Zielsetzungen gefördert.

Maßnahme anzeigen
Publikation 100107

Digitale Lehr- und Lernlabore zur Förderung digitalitätsbezogener Professionskompetenzen in der Lehrkräftebildung

[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]

Publikation anzeigen