
Produktion digitaler Selbstlernmodule für die Lehre im Psychologie-/ Psychotherapiestudium
Im Rahmen des Projektes wurden digitale Selbstlernmodule für Studierende der Psychologie/ Psychotherapie erstellt. Ziel war es, den Studierenden durch die Selbstlernmodule und darin eingebundene Psychotherapievideos mehr Praxiseinblicke und Übungsfelder zu bieten. Die Maßnahmenschritte beinhalten bspw. die Lernzielklärung, curriculare Anbindung, Studierendenbefragung, Erstellung von Grob- und Feinkonzepten sowie die technische Umsetzung im Autorentool. [Anm. StIL: Diese Maßnahme wurde in einer Vorgängerversion der Abfrage dokumentiert. Bei der Übertragung auf das aktuelle Format kann es vorkommen, dass die Antworten nicht hundertprozentig zur Frage passen.]
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die Vermittlung therapeutischer Kompetenzen kann im Studium der Psychologie/ Psychotherapie durch den Einsatz von Therapievideos erfahrener Therapeuten unterstützt werden. Dennoch werden Therapievideos im Studium nach unserer Erfahrung oft nur in kurzen Ausschnitten gezeigt. Die Aufgaben der Studierenden beschränken sich häufig auf die Wahrnehmung und Bewertung der Therapiesituationen; es gibt beim Betrachten der Videos wenig Möglichkeiten selber aktiv in die therapeutische Rolle zu schlüpfen (z
Voraussetzung
- Verzögerungen haben sich insbesondere bei der Entwicklung der Therapievideos ergeben, siehe hierzu Maßnahmendokumentation „Produktion von authentischen Gesprächsvideos für die Lehre im Psychologie-/ Psychotherapiestudium“
- Offenheit aller Projektbeteiligten für ein agiles Vorgehen in der Entwicklung der Module: frühes Einbinden der Zielgruppe und sonstigen Stakeholder, Erstellen von konkreten Zwischenergebnissen (Inkremente), regelmäßiges Feedback innerhalb des Teams und von Stakeholdern, kurze Entscheidungswege, etc.
Eignung
formativ (projektbegleitend)
Nach der Fertigstellung eines Moduls wurden Studierende rekrutiert und um die Evaluation des Moduls gebeten. Die Studierenden bearbeiteten die Selbstlernmodule sowie einen Feedback-Fragebogen zu Design, Navigation, Struktur und Inhalt. Der Großteil der Studierenden evaluierte die Selbstlernmodule online. So konnten die Selbstlernmodule in einem realistischen Setting (selbstgesteuert, zeit- und ortsunabhängig) getestet werden. Um detailliertere Einblicke in das Nutzungsverhalten zu erhalten (z.B. Schwierigkeiten bei der Navigation oder bestimmten Texten), wurden die Module zusätzlich von einigen Studierenden vor Ort in Präsenz bearbeitet; dabei wurde die Think-Aloud-Methode eingesetzt. Die Studierenden waren im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit Inhalt und Umsetzung der Selbstlernmodule. Auf Grundlage der Evaluation wurden in einem abschließenden Bearbeitungsschritt Verbesserungen an den Modulen und am Masterlayout vorgenommen.
Vorgehen/Schritte
Entscheidung über die Anzahl der Lernmodule auf Basis einer Ressourcen- und Zeitplanung; grobe inhaltliche Zielsetzung der Modulreihe (Vor Projektbeginn (Anmerkung: Die angegebenen Zeiten addieren sich nicht zu einer Gesamtdauer pro Lernmodul, da die Arbeitsschritte teils parallel durchgeführt wurden.))
Teilnahme aller Projektmitarbeiter und Hilfskräfte an einem Workshop zu agiler Content-Produktion bei einem externen E-Learning-Anbieter; Einarbeitung; Festlegen der Kommunikations- und Kollaborationstools für die Arbeit im Team (z.B. Kanban-Board, regelmäßige Teamtreffen, Erreichbarkeiten) (1 Monat)
Studierendenbefragung in Fokusgruppen zu Erwartungen an digitale Selbstlernmodule; darauf aufbauend: (a) Erstellung von drei Personas (typische Beispielnutzer, die die Zielgruppe repräsentieren ) (b) Erstellung eines Leitfadens zur optischen Gestaltung der Selbstlernmodule (z.B. Größe des Texts, Umgang mit Bildern, Mood Board), (c) inhaltliche Schwerpunktsetzung der einzelnen Module und Dreh der Therapievideos (die Entstehung der Therapievideos ist in der Maßnahmendokumentation „Produktion von authentischen Gesprächsvideos für die universitäre Lehre im Psychologie-/ Psychotherapiestudium“ ausführlich beschrieben) (3 Monate)
Klärung der curricularen Anbindung an bestimmte Veranstaltungen unter Abstimmung mit Studiendekan, Modulverantwortlichen und Lehrenden; Festlegung von konkreten Lernzielen der Selbstlernmodule auf Basis der Studierendenbefragung und des Modulhandbuchs; Prüfung, ob die Modulhandbücher geändert werden müssen (1 Monat)
Einarbeitung in das Autorentool (kommerzielle Software zur Erstellung von E-Learning-Modulen); Entwicklung eines Masterlayouts im Corporate Design der Universität mit dem Ziel einer ansprechenden, barrierefreien und intuitiven Benutzeroberfläche (Navigation und Design) (2 Monate)
Inhaltliche Vorbereitung jedes Lernmoduls: Erstellung eines Grobkonzepts für jedes Lernmodul; Auswahl geeigneter Videoausschnitte; Literaturrecherche (z.B. zu jeweiliger psychischer Störung, die im Fallbeispiel dargestellt wird) (2 Wochen)
Erstellung des inhaltlichen Feinkonzepts jedes Moduls: Formulierung von Texten, Vorbereitung von Interaktionen, Ideen für Bilder (2 Wochen)
Technische Umsetzung jedes Lernmoduls mit dem Autorentool: Auswahl passender Masterfolien, Anpassen von Texten an das Layout, finale Auswahl von Bildern; Gestalten von Interaktionen; gegenseitiges Feedback im Team und Überarbeitung der jeweiligen Module (2 Wochen)
Evaluation der Selbstlernmodule durch Bachelor- bzw. Masterstudierende; Rückmeldung von Lehrenden und Therapeuten; Einarbeitung des Feedbacks aus der Evaluation; Überarbeitung des Masterlayouts (3 Monate)
Einbindung der Module in die Lernplattform der Universität; Erstellung von Anleitungen zur Nutzung und Bearbeitung der Module; Übergabe aller Module und Materialien an die Modulverantwortlichen und Dozierenden (2 Wochen)
ein Semester bis zu einem Jahr
Hinweise
Effekte
Basierend auf den Ergebnissen der Evaluation durch Studierende sowie der Einschätzung unseres Teams und der Lehrenden, die die Lernmodule zukünftig einsetzen werden, sind die entwickelten Selbstlernmodule sehr gut dazu geeignet, therapeutische Videos in einem Selbstlernraum didaktisch sinnvoll einzubetten und eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Durch das Selbstlernsetting haben die Studierenden genügend Zeit auch längere Ausschnitte von Therapievideos zu sehen und können therapeutische Übungsaufgaben in ihrem eigenen Tempo erfolgreich bearbeiten.
Die entwickelten Selbstlernmodule werden in den dafür vorgesehenen Lehrveranstaltungen eingesetzt. Teils wurden die Module in bestehende Veranstaltungskonzepte integriert, teils wurden neue Veranstaltungskonzepte entwickelt, die die Selbstlernmodule als integralen Bestandteil umschließen.
- Die Lehrenden waren sehr aufgeschlossen und dankbar für die Entwicklung von zusätzlichem Lehrmaterial durch das Projektteam; sie konnten sic
Learnings
Produkte:
- Zehn inhaltliche digitale Selbstlernmodule sowie zwei Einführungsmodule (je eins für Bachelor/ Master)
Learnings:
- Die frühe Teilnahme an einem Workshop zu agiler Content-Produktion bei einem externen Dienstleister hat den Einstieg erleichtert. Wir lernten die verschiedenen Rollen in einem Entwicklerteam kennen (z.B. Instructional Designer, Visual Designer) und konnten einen Transfer auf unser Projektteam herstellen (Aufgaben im Projektverlauf, Kompetenzen und Interessen der Teammitglieder).
- Um alle Aufgaben im Überblick zu behalten, war die Arbeit mit einem Kanban-Board unverzichtbar. Zur Durchsicht des Boards haben wöchentliche Teammeetings in Präsenz stattgefunden.
- Wir haben gute Erfahrungen mit der Nutzung eines kommerziellen Programms zur Erstellung von E-Learnings gemacht. Das Programm hat die Möglichkeit geboten, einen Masterfoliensatz im Corporate Design der Universität zu erstellen. Diese Masterfolien stehen der gesamten Universität zukünftig zur Verfügung (z.B. fü
Empfehlung
- Andere Lehrende und Support-Teams an der eigenen Universität, die bereits E-Learnings (ggf. mit derselben Software) erstellt haben
Tipps
Folgt man dem Ansatz der agilen Content-Produktion, ist die Entwicklung von digitalen Selbstlernmodulen kein geradliniger Prozess. Wir empfehlen, in einem frühen Projektstadium Entwürfe zu erstellen, die in mehreren Iterationen verbessert werden können (s.o. agiles Vorgehen). Dabei sollte frühestmöglich die Perspektive der Zielgruppe (hier: Studierende) und weiterer wichtiger Stakeholder einbezogen werden, um früh zu erkennen, ob die Entwicklungen die Wünsche der „Kunden“ erfüllen. Weiterhin ist aus unserer Sicht hilfreich, wenn man Zeit in die Entwicklung guter Vorlagen (z.B. Masterlayout, Wording Guide) investiert, insbesondere wenn mehrere Module entwickelt werden sollen.
Methoden
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