
Kleinsatellit als Chance für Fach-, Semesterübergreifenden und interdisziplinären Lehre
Wachsende gesellschaftliche Relevanz, aktive Partizipation und nicht zuletzt die Faszination von und an Raumfahrttechnologien werden in diesem Projektvorhaben als Methode genutzt, die intrinsische Motivation von Studierenden zu stärken und gleichzeitig innovative, zukunftsweisende Lehrinhalte in den Bereichen Elektrotechnik und Informatik zu vermitteln. Semester-, sowie Studiengangsübergreifend arbeiten Studierende in diesem Lehrinnovationsprojekt an der Realisierung eines Kleinsatellit (CubeSat) und sind durch die Integration in bestehende Lehrveranstaltung bei den Phasen der Konzeption, Entwicklung, Implementierung und Test aktiv beteiligt. Dabei wird wie in einer realen Raumfahrtanwendung das Vorhaben in Primär- und Sekundärmission aufgeteilt, wobei im Rahmen des Projektes die Primärmission (On-Board Avionik) im Fokus steht und sich zunächst an Studierende aus den Studiengängen Elektrotechnik, Informatik und Mathematik (EIM) richtet. Die Strahlkraft des Gesamtvorhabens wird im Verlauf durch die Sekundärmission erweitert. Der besondere Charme darin besteht dabei darin, dass hier Studierende aller (auch nicht technischer) Fachbereiche der TUHH gleichermaßen partizipieren können. Als Konkretum und um die Wertigkeit des Vorhabens zu unterstreichen, wird für das Projekt eine Basisstruktur eines CubeSat beschafft, sodass sich die Lehrinhalte auf die Primärmission (und damit der Avionik) richten und direkt in bestehende Module aus den EIM Studiengängen integriert werden können.
Auf einen Blick
Ausführliche Beschreibung
Der Grundstein für eine nachhaltige Verankerung der Inhalte wurde innerhalb der Module erfolgreich gelegt und wird auch über den Projekthorizont hinaus einen klaren Fokus im Bereich der Raumfahrtelektronik in der Lehre an der TUHH bilden. Die entwickelten Lehrkonzepte und praktischen Anteile schaffen eine belastbare Basis für eine langfristige Weiterentwicklung dieses Themenfeldes.
Ein besonders erfreulicher Nachhaltigkeitsaspekt ist die Etablierung der studentischen Arbeitsgruppe Hamburg Space Team im CubeSat Lab der TUHH. Diese ist bereits sehr gut auf dem Campus vernetzt und wird durch projektbegleitende Veranstaltungen kontinuierlich mit interessierten und motivierten Studierenden versorgt. Dadurch entsteht eine starke intrinsische Motivation innerhalb der Studierendenschaft, weitere eigenständige Aktivitäten zu initiieren und voranzutreiben. Schon jetzt beteiligen sich Studierende aktiv an Wettbewerben sowie an studentischen Raumfahrtmissionen.
Darüber hinaus hat bereits eine Vernetzung mit anderen Hochschulen begonnen, an denen Kleinsatelliten gemeinsam mit Studierenden entwickelt werden. Auf diese Weise wirkt das Projekt nicht nur innerhalb der TUHH nachhaltig, sondern trägt auch zu einer nationalen/europäischen Zusammenarbeit studentischer Arbeitsgruppen bei. Diese Vernetzung fördert den langfristigen Wissenstransfer und stärkt die Ausbildung im Bereich der Raumfahrtelektronik über Institutions- und Projektgrenzen hinaus.
Ein zentrales Learning auf Projektebene war die große Bedeutung der aktiven Einbindung der Studierenden in die Gestaltung der Arbeitsgruppe und der Projektstrukturen. Obwohl dies bereits im ursprünglichen Konzept vorgesehen war, hat sich in der praktischen Umsetzung gezeigt, wie wichtig es ist, den Studierenden echte Gestaltungsspielräume zu eröffnen.
Aus Sicht der Lehrenden bestand die Rolle vor allem darin, moderierend und unterstützend einzugreifen, bei Bedarf zu justieren oder auch zu intervenieren. Jedoch ausdrücklich nicht darin, vorzugeben, was Studierende möchten oder wie sie ihr CubeSat-Lab gestalten sollten. Diese Haltung hat sich als äußerst wertvoll erwiesen.
Besonders bereichernd war es zu beobachten, welches Maß an Motivation, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein in den Studierenden steckt und wie aktiv sie bereit sind, ihren Campus und ihre Lernumgebung selbst zu gestalten, wenn man ihnen das Vertrauen und die Freiheit dazu gibt. Dieses Vertrauen hat wesentlich zum Erfolg des Projekts beigetragen und stellt ein wichtiges Learning für zukünftige Lehr- und Projektformate dar.
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