
Digitaler Zwilling durch Minimum Viable Product
In Anlehnung an agile Methoden wurde ausgehend von einem ersten lauffähigen Prototyp (MVP) des digitalen Zwillings schrittweise eine zunehmende Anzahl von Funktionen implementiert. Dadurch konnte der digitale Zwilling frühzeitig mit Studierenden getestet, evaluiert und optimiert werden. So wurde eine langwierige Entwicklung ohne zwischenzeitliches Feedback von Studierenden vermieden.
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Beschreibung
Herausforderung
Durch lange technische Entwicklungszeiten besteht die Gefahr, dass die tatsächlichen Bedürfnisse der Studierenden aus den Augen verloren werden. Wenn die Evaluation erst am Ende des Projekts erfolgt, können unter Umständen größere Anpassungen erforderlich werden, die nicht mehr innerhalb der Projektlaufzeit umgesetzt werden können. Diese Problematik wird durch die Umsetzung des Projekts durch Fachexperten zusätzlich verstärkt, da diese den Bedarf der Studierenden nicht immer richtig einschätzen.
Herangehensweise
Dies geschieht durch die Entwicklung eines ersten einfachen Prototyps des digitalen Zwillings. Dieser Ansatz wird in der Produktentwicklung als Minimum Viable Product (MVP) bezeichnet. Er ermöglichte es, die grundlegenden Funktionen des digitalen Zwillings zu testen und frühzeitig Feedback von den Studierenden zu erhalten. Die Zusammenarbeit mit der Unterstützungsstruktur war entscheidend, um rechtzeitig Methoden zur Erhebung von Nutzeranforderungen und Evaluationsmöglichkeiten abzustimmen. Durch die Anwendung eines nutzerzentrierten Designs konnte sichergestellt werden, dass der Prototyp den tatsächlichen Bedürfnissen der Studierenden entsprach. Der iterative Entwicklungs- und Evaluationsprozess ermöglichte es, auf Feedback zu reagieren und Anpassungen vorzunehmen, sodass der Prototyp besser an die Anforderungen der Studierenden angepasst werden konnte. Dies erhöhte nicht nur die Akzeptanz des digitalen Zwillings, sondern auch seine Effektivität als Lehr- und Lernmedium.
Zusammenhang
Dieser Ansatz wurde die gesamte Laufzeit über im Teilprojekt „Digitaler Zwilling in Bioprozessen“ angewandt Die einzelnen Entwicklungsstufen wurden im Wahlpflichtfach „Bioprozessführung” regelmäßig von Studierenden getestet und evaluiert.
Ziel war die Entwicklung eines digitalen Zwillings für eine bioverfahrenstechnische Versuchsanlage zur Herstellung biologischer Produkte mit Mikroorganismen oder Zellkulturen und dessen Einbindung in Lehrveranstaltungen des Studiengangs „Biotechnologie".
Voraussetzung
Die Integration der übergreifenden Unterstützungsstruktur, die die einzelnen Teilprojekte in den Bereichen Didaktik, Konzeption, Evaluation sowie Medien- und IT-Technik unterstützt hat, war für die Umset-zung sehr wertvoll.
Eignung
Die mit agilen Methoden verbundenen kurzen Entwicklungszyklen unter Verwendung von nutzerzentrierten Gestaltungsrichtlinien und MVPs sind heute in der industriellen Produkt- bzw. Softwareentwicklung Standard. Durch diese Maßnahme konnte die grafische Benutzeroberfläche nutzerfreundlich gestaltet werden, was zu einer intuitiven Bedienung des digitalen Zwillings führte. Zudem konnte die Funktionalität des digitalen Zwillings schrittweise ausgebaut werden. Dies wurde von den Studierenden in mehreren Evaluationen besonders positiv bewertet.
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