
Hochschulpodcast: HNEE voices
„HNEE voices“ ist ein seit 2023 regelmäßig erscheinender Hochschul-Wissenschaftspodcast im Interviewformat. Er macht Projekte, Initiativen und Personen aus dem der Hochschule und ihrem Umfeld hörbar, stärkt Austausch und Zugehörigkeit und übersetzt große Themen (z. B. Nachhaltigkeit/Digitale Lehre) in konkrete Beispiele. Die Veröffentlichung erfolgt auf gängigen Podcast-Plattformen.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Innerhalb der Hochschule gingen Geschichten und Projekte der digitalen Lehre und Transformation im Alltag unter; Wissen blieb dezentral und wenig sichtbar.
Zu Projektbeginn zeigte sich: Sobald Vorhaben strukturell wurden und weitere Abteilungen einzubinden waren, stockten Prozesse.
Zudem fehlt vielen Hochschulangehörigen Zeit für feste Termine.
Nötig war ein asynchrones, niedrigschwelliges Transfer-Format, das Projektziele unmittelbar erreicht.
Herangehensweise
Audio ist im Vergleich zu Video technisch und organisatorisch weniger aufwendig. Während Video oft als stärker exponierend wahrgenommen wird, ermöglicht das Podcast-Format, sich hörbar zu machen, ohne sich zeigen zu müssen. Das senkt die Hemmschwelle und erhöht die Bereitschaft zur Teilnahme. Gleichzeitig weckt Audio Neugier und lädt dazu ein, Fachthemen niedrigschwellig zu erkunden. Im Unterschied zu Texten erfordert Hören weniger Konzentration und lässt sich gut in Alltagssituationen integrieren. Der Podcast ist zudem asynchron nutzbar: Inhalte können unabhängig von festen Terminen gehört werden, ohne an organisierten Formaten teilzunehmen.
Produziert wurde mit projektfinanzierter Technik; Hosting und Distribution liefen über externe Anbieter. So konnte ein verlässliches Kommunikations- und Transferformat unabhängig von bestehenden Servicestrukturen etabliert werden.
Zusammenhang
HNEE Voices wurde im Projektkontext als eigenständiges, asynchrones Kommunikations- und Transferformat umgesetzt, unabhängig von Lehrbetrieb und festen Terminen.
Durch HNEE voices etablierte sich Podcasting in der Hochschule, weckte Motivation und eröffnete neue Einsatzfelder in der Lehre. Podcasting wird inzwischen als alternatives Prüfungsformat genutzt. So vielfältig, dass ein zweiter Kanal (HNEE Sounds) entstand.
Zudem wird es in der Curriculumsentwicklung mitgedacht.
Voraussetzung
Für die Durchführung waren klare Rollen und ein verlässliches Team zentral. Für die Initialisierung waren zudem Abstimmung und Genehmigung mit Hochschulleitung und Hochschulkommunikation nötig. In Staffel 1 arbeiteten drei Personen zusammen: Kommunikation, Medientechnik und eine studentische Hilfskraft. Später wurde das Format bei reduziertem Team verschlankt und von Kommunikation und Medientechnik getragen. Wichtig war ein realistisch geplantes Zeitbudget: Neben dem initialen Setup entsteht pro Folge ein wiederkehrender Aufwand für Vorbereitung, Aufnahme, Postproduktion und Veröffentlichung. Ebenso relevant waren konzeptionelle Vorarbeit (Zielgruppe, Format, Episodenstruktur, Veröffentlichungsrhythmus) sowie ein standardisierter Workflow. Technisch und finanziell entscheidend war, dass die notwendige Aufnahmetechnik aus Projektmitteln angeschafft werden konnte und Projektgelder auch die Lizenzierung bzw. Bezahlung benötigter Software ermöglichten.
Eignung
Nachnutzende erkennen die Eignung der Maßnahme an einer Kombination aus quantitativen und qualitativen Indikatoren: Über Hosting- und Plattformdaten (z. B. Abrufe/Abonnements) lässt sich die Nutzung nachvollziehen. Entscheidend ist zudem das Feedback: Es kam ausschließlich positives Echo aus allen Statusgruppen der Hochschule. Gleichzeitig steigt die Nachfrage kontinuierlich. Immer mehr Lehrende und Studierende wollen das Format nutzen, besonders als alternatives Prüfungsformat, aber auch um Themen aus dem Hochschulkosmos zu kommunizieren, bspw. über Gremienarbeit oder Projektarbeiten. Ein weiterer Eignungsnachweis ist die Niedrigschwelligkeit: Inhalte können asynchron veröffentlicht werden, ohne aufwändige Abstimmungs- oder Serviceketten. Dass Podcasting in weitere Strukturen ausstrahlt (Prüfungsformat, Curriculumsentwicklung, zweiter Kanal), belegt die nachhaltige, institutionelle Anschlussfähigkeit.
Vorgehen/Schritte
Tipp: Gäste- und Themenauswahl punktuell mit Hochschulkommunikation, ggf. Hochschulleitung, abstimmen.
Hinweise
Effekte
Erwartete Effekte: Mit HNEE Voices konnte Audio als Teil digitaler Lehre praktisch erprobt und „Technik in Betrieb“ gebracht werden. Gleichzeitig wurden Projekte und Themen der Hochschule sichtbar gemacht und ein niedrigschwelliges, asynchrones Kommunikations- und Transferformat etabliert.
Unerwartete Effekte: Der Podcast entwickelte sich über das Praxisprojekt hinaus zu einer sehr starken Good-Practice mit hoher Reichweite und Beispielwirkung. Dadurch fand Podcasting immer mehr Anwendungen in der Lehre, insbesondere als alternatives Prüfungs- und Lernformat. Aus der Dynamik heraus entstanden weitere Maßnahmen wie eine Open Academy zum Thema „Sound in der Lehre“ sowie eine Sound-/Didaktik-Tagung. Ergänzend wurden Handreichungen und Leitfäden erstellt, die den Einstieg erleichtern. Zudem zeigten sich Wechselwirkungen: Studierende und Lehrende entwickelten eigene Podcasts und Hörstücke; in Lehrveranstaltungen wurden iterative, studierendenzentrierte Prozesse gestärkt, in denen Lehrende st
Learnings
Zielgruppenschärfe:
Je breiter die Zielgruppe, desto schwerer wird eine klare Botschaft. Der Wechsel zwischen internem und externem Fokus zeigte, dass zwei gleichrangige Zielgruppen die Ansprache verwässern; in der Verstetigung hilft ein klarer Schwerpunkt.
Niedrigschwelligkeit:
Teilnehmende reagieren durchweg positiv; die Frustrationsgefahr ist deutlich geringer als bei Videoformaten.
Postproduktion:
Der größte Aufwand liegt in der Postproduktion. Vorgespräch, Interview-Leitfaden und eine passgenaue Aufnahmezeit sind daher entscheidend.
Technisches Setup:
High-End-Technik ist nicht zwingend, aber gute Audioqualität erhöht die Akzeptanz und das Hörerlebnis.
Moderation:
Eine klare Moderationsrolle ist wichtig: eigene Perspektiven ja, Privates dosiert. Ein kleines Ritual erleichtert Einstieg und Übergang.
KI-Unterstützung:
Sprachmodelle helfen bei Vorbereitung und Veröffentlichung; Podcast-KI reduziert Schnittaufwand u.a. durch automatische Audiooptimierung.
Empfehlung
Nein. Rückblickend würden wir kein grundsätzlich alternatives Vorgehen empfehlen. HNEE voices als Kommunikations- und Transfertool, sowie als alternatives Prüfungsformat im Sinne der 4-K-Kompetenzen hat sich als Maßnahme voll bewährt, war sehr erfolgreich und hat die genannten Herausforderungen wirksam adressiert.
Tipps
Es empfiehlt sich, mit einer schlanken, gut beherrschbaren Struktur und einem klaren Kernformat zu starten. Der Podcast sollte erst dann um weitere Rubriken, Kategorien oder zusätzliche Elemente erweitert werden, wenn Workflow, Zeitbudget und Rollen stabil sind. Aus eigener Erfahrung lässt sich berichten: In der ersten Staffel wurde zusätzlich eine Außenreportage pro Folge umgesetzt, unterstützt durch eine studentische Hilfskraft. In der zweiten Staffel fiel diese Ressource weg. Die Außenreportage hätte den Aufwand unverhältnismäßig erhöht, daher wurde das Element gestrichen
Darüber hinaus sollten die größten Learnings beachtet werden (Zielgruppenschärfe, Postproduktion mitdenken, usw.).
Sonstiges
Um Audio als zugängliches Format stärker sichtbar zu machen, wurde es im Projekt durch weitere Maßnahmen unterstützt: Die Open Academy als Fortbildungsformat für Hochschulangehörige behandelte das Thema Sound und stellte neben dem Interviewpodcast auch Hörformate wie Audiowalks und Soundscapes vor. Eine Sound-Tagung griff u. a. wissenschaftliches Podcasting, Datensonifikation und Sound in virtuellen Touren auf.
Ergänzend wurden Handreichungen erstellt, die den Einstieg ins Podcasting erleichtern.
Methoden
Empfohlen
Nicht empfohlen
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Deutsches Zentrum für digitale Aufgaben
Revolutionär. So werden häufig die durch Digitalisierung getriebenen Entwicklungen bezeichnet, die sich in allen Bereichen der akademischen Bildung niederschlagen. In allen Bereichen? Nein! Im Bereich der digitalen Aufgaben klafft eine riesige Lücke zwischen vorhandenem und genutztem Potenzial im Hinblick auf den Einsatz und die Verbreitung der besten verfügbaren Technologie. Dies bindet personelle Ressourcen, bremst eine stärkere Individualisierung des Lernens, auch und gerade unter Berücksichtigung von Diversität und Bildungsgerechtigkeit, und wirkt sich erschwerend auf den Lernerfolg aus. Die Lücke führt dazu, dass Möglichkeiten zur Senkung der Studienabbruchquoten in erheblichem Maße ungenutzt bleiben. Ziel des Projekts ist es daher, ein Deutsches Zentrum für digitale Aufgaben in der Hochschullehre (DZdA) zu etablieren. Dieses soll erstmals allen Hochschulen den Zugang zu qualitätsgeprüften, mehrsprachigen digitalen Aufgaben der besten verfügbaren Technologie ermöglichen und damit die Entwicklung und den Einsatz digitaler Aufgaben in den WiMINT-Fächern bei allen Lehrenden fördern, beides über die Projektlaufzeit hinaus verstetigen und so seine Wirkung auf die Lehrarchitektur aller Hochschulen nachhaltig entfalten. Die Strahlkraft dieses Innovations- und Erneuerungsprozesses entwickelt sich dabei bottom-up aus der Community über die Verbundhochschulen und die landes- und bundesweit agierenden Partner des Projektvorhabens mit bereits über 170 AkteurInnen in Deutschland.
Projekt anzeigen
Erweiterung Versuchstand und Algenkulturen
Durch die Erweiterung des Versuchsstandes um einen zweiten Photobioreaktor konnte zum einen ein redundantes System aufgebaut werden und zum anderen eine didaktisch verbesserte Einteilung der studentischen Versuchsgruppen (auch mit neuen Algenstämmen) erzielt werden.
Maßnahme anzeigen
Hybride handlungsorientierte Lernräume zur Stärkung sozial-emotionaler Lernprozesse in den Sozial- und Gesundheitswissenschaften [1]
[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]
Publikation anzeigen