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Der Selbstlernkurs: Discover DH-(Kompetenzen)

Geisteswissenschaftliche Studierende bleiben in Angeboten zur Förderung von Datenkompetenz häufig unterrepräsentiert. Der Online-Selbstlernkurs "Discover Digital Humanities" adressiert diese Lücke: Studierende erwerben niedrigschwellig und fachkulturell eingebettet DH-Grundkompetenzen. Angesiedelt im Ergänzungsbereich der Bachelor- und Masterstudiengänge ist er für interessierte Studierende aller Fächer wählbar. Der Kurs verbindet theoretische Grundlagen mit konkreten Methoden sowie Tools und Hands-on-Elementen. Didaktisch setzt er auf einen handlungsorientierten Ansatz mit interaktiven H5P-Elementen und gestuften Lernstandserhebungen. Eine zentrale Gestaltungsentscheidung war die ko-kreative Einbindung von Studierenden in die Kursentwicklung. In dem Begleitseminar "Let's Discover Digital Humanities" erprobten und bewerteten sie Kursinhalte und entwickelten eigene Lerneinheiten, was frühzeitig Hinweise zu Verständlichkeit, Workload und Zielgruppenpassung lieferte.

Kategorien

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Students as Partners (SaP)
Digital Humanities
Online-Selbstlernkurs
Datenkompetenz
Ko-Kreativität
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Geisteswissenschaftliche Studierende finden in Angeboten zur Förderung von Datenkompetenz selten einen fachkulturellen Anknüpfungspunkt. Eine Studieneingangsbefragung im Wintersemester 2024/2025 an der Universität Duisburg-Essen zeigte, dass mehr als die Hälfte der befragten Geisteswissenschaftsstudierenden noch nie von „Digital Humanities" gehört hatte, aber digitale Kompetenzen als berufsrelevant einschätzten.

Herangehensweise

Der fehlende fachkulturelle Anknüpfungspunkt wurde durch zwei konzeptionelle Weichenstellungen adressiert: Alle Methoden und Tools werden anhand konkreter, aktualitätsbezogener geisteswissenschaftlicher Fragestellungen eingeführt. Durch die Platzierung des Kurses im Ergänzungsbereich der UDE werden Studierende aller Fachsemester und -hintergründe erreicht. Der verbreiteten Unbekanntheit der DH wurde zudem didaktisch begegnet: Ein Ansatz mit gestuften Lerneinheiten ermöglicht es, ohne Vorkenntnisse einzusteigen und schrittweise Kompetenz aufzubauen. Um sicherzustellen, dass Inhalte und deren Aufbereitung tatsächlich zur Zielgruppe passen, wurden Studierende in der Kurskonzeption ko-kreativ eingebunden. Das Begleitseminar Let's Discover Digital Humanities lieferte Feedback zu Verständlichkeit und Workload, bevor der Kurs offiziell startete, und ermöglichte es den Studierenden, begleitet Lernmaterialien für den Kurs zu entwickeln.

Zusammenhang

Der maßgeblich von der Universitätsbibliothek (UB) konzipierte Kurs "Discover Digital Humanities" wird ab Wintersemester 2026/27 im Ergänzungsbereich der UDE angeboten, als fachkulturell eingebettetes Pendant zum bestehenden Selbstlernkurs Discover the Data. Die Entwicklung und Durchführung des ko-kreativen Begleitseminars Let's Discover Digital Humanities im Wintersemester 2025/26 erfolgte in enger Kooperation zwischen der UB und dem Zentrum für Hochschulqualitätsentwicklung (ZHQE) der UDE.

Voraussetzung

Für die Entwicklung des Kurses waren mehrere Voraussetzungen entscheidend. Auf institutioneller Ebene brauchte es eine etablierte Infrastruktur: Die Verankerung im Ergänzungsbereich setzt voraus, dass entsprechende Strukturen und Prozesse für die Kursanmeldung und Leistungsverbuchung an der Hochschule bereits existieren. Inhaltlich war ein ausgewiesenes Netzwerk aus Fachexpert:innen unerlässlich. Die thematische Breite der DH erfordert verschiedene Perspektiven, daher sind Kooperationen innerhalb der Hochschule sowie die Nachnutzung vorhandener Open Educational Resources, insbesondere der Plattform forTEXT, eine Grundbedingung. Für das ko-kreative Begleitseminar waren hochschuldidaktische Kenntnisse im Projektteam sowie Kapazitäten für die Begleitung und Auswertung des studentischen Feedbacks erforderlich. Zudem mussten Studierende bereit sein, sich nicht nur als Lernende, sondern aktiv als Mitgestalter:innen einzubringen, was eine offene, vertrauensvolle Seminarkultur voraussetzte.

Eignung

Da der Kurs erst ab dem Wintersemester 2026/27 offiziell startet, liegen noch keine Evaluationsdaten vor. Erste Hinweise auf die Eignung des Ansatzes liefern jedoch zwei Quellen: Zum einen das Begleitseminar Let's Discover Digital Humanities, in dem Studierende sich selbstständig in DH-Inhalte einarbeiteten, eigene Lernmaterialien entwickelten und differenziertes Feedback zu Verständlichkeit und Workload gaben. Zum anderen wurde der Kurs im Rahmen eines Critical Friends Audits durch externe Expert:innen aus dem DH-Bereich kritisch gesichtet, sodass nicht nur blinde Flecken aufgedeckt wurden, sondern auch die grundsätzliche Tragfähigkeit des Konzepts bestätigt wurde. Belastbare Daten werden nach der Erstdurchführung im Wintersemester 2026/27 vorliegen. Die geplante Evaluation wird Hinweise zu Workload, Lernfortschritt und Zielgruppenpassung liefern und damit eine fundierte Einschätzung der Übertragbarkeit ermöglichen.

Vorgehen/Schritte

Insbesondere der Bereich der Anwendungsbeispiele zur niedrigschwelligen Heranführung an die Nutzung von Methoden und Tools bietet viel Potenzial für die Nachnutzung. Im Rahmen unseres Projektes legten wir Wert darauf, dass Studierende anhand authentischer, geisteswissenschaftlicher Fragestellungen in diese eingeführt werden. Die Nachnutzung bietet die Möglichkeit, die Umsetzungsschritte auf eigene Schwerpunkte oder Fragestellungen des jeweiligen Fachbereichs abzubilden. Das Repertoire der Methoden und Tools kann außerdem sukzessive erweitert werden, sodass neu entwickelte Tools und Plattformen oder weiterentwickelte Methoden eingebracht werden können.

Eine Empfehlung in Anknüpfung an das Ko-Kreation-Seminar "Let's Discover Digital Humanities" ist außerdem die frühe Hinzuziehung der studentischen Perspektve, um Inhalte schon im Entstehen zu evaluieren und hinsichtlich ihrer Verständlichkeit und Wirksamkeit für die Zielgruppe zu prüfen.

Da die Lerneinheiten größenteils auf Basis verschiedener H5P-Contenttypen bestehen, ist eine technische Umgebung, die die Einbindung dieser zulässt, erforderlich.

Hinweise

Effekte

Aufgrund der geringen Nachfrage des laufenden Seminars " Discover the Data " durch Studierende der Geisteswissenschaften war eine Grundannahme zu Projektbeginn, dass diese Studierndengruppe die quantitative Arbeit mit Daten sowie die Arbeit mit digitalen Methoden nicht oder nur nachrangig als Teil ihres Fachgebiets wahrnimmt. Ein Frageblock in der Studieneingangsbefragung bestätigte diesen Eindruck. Der Begriff und das Konzept hinter den "Digital Humanities" wurde daher durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit an die Studierendenschaft herangetragen. Sehr erfreulich war das Interesse an Veranstaltungen, sowohl an dem Ko-Kreation-Seminar als auch an veranstalteten Workshops zu Methoden und Tools.

Im Laufe des Projekts wurde außerdem ein großes Interesse seitens der Lehrenden der geisteswissenschaftlichen Fakultät außerhalb der Germanistik an dem Seminarkonzept und den -inhalten deutlich, aus denen sich weitere Kooperationen ergaben.

Learnings

Zur erfolgreichen Implementierung der Maßnahme musste auf mehreren Ebenen agiert werden:

  • Es brauchte eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung des Angebots bei der Studierendenschaft als Zielgruppe, aber auch bei den Lehrenden als Multiplikator:innen.

  • Von Vorteil war die Vernetzung innerhalb der Einrichtung, aber auch mit externen Akteur:innen, um möglichst breites Expert:innenwissen in die Materialgestaltung des Kurses einfließen zu lassen.

  • Es wurde ein konkretes Konzept entwickelt, welches in der laufenden Arbeit flexibel an die realen Gegebenheiten und Herausforderungen angepasst werden musste.

  • Die frühe Hinzuziehung der studentischen Perspektive in der Entwicklung der Materialien war sehr lohnend, da so bereits während der Konzeption Leerstellen aufgedeckt und Schwerpunkte gesetzt werden konnten.

Empfehlung

Besonders förderlich war für uns die Vernetzung mit UDE-internen, aber auch mit externen Expert:innen gezeigt; die Breite der Methoden und Tools, die in den Digital Humantiies zur Anwendung kommen, machen es einerseits notwendig, bestehende Ressourcen nachzunutzen, aber auch innerhalb von Kooperation neu zu entwickeln. Eine Empfehlung aus der Projekterfahrung ist daher, möglichst früh im Verlauf Kontakte zu ebendiesen Ansprechpersonen herzustellen.

Tipps

Ein besonders lohnender Schritt zur Evaluation des Selbstlernkurses war die Ausrichtung eines "Critical Friends Audits". Hierfür wurden Expert:innen mit verschiedenen Schwerpunkten aus dem DH-Bereich (insg. drei Critical Friends (CF), davon zwei zur Sichtung des Selbstlernkurses) zur Bewertung des Konzeptes und der Materialien herangezogen. Die CF füllten zunächst Feedbackbögen zur Gesamtwertung sowie zur Bewertung von Teilaspekten in der Umsetzung des Selbstlernkurses aus, um das Feedback im anschließenden Audit unter Beteiligung der Projektmitglieder und weiterer Interessierter mit eigenen Impulsen aus ihren Erfahrungen und Institutionen anzureichern. Im letzten Schritt wurde das mögliche Vorgehen bis Projektende in einem gemeinsamen Workshop-Format (World Café) weiter ausgearbeitet.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Umfrage, studentische Evaluation, interne und externe Begutachtung
Formate
Critical Friends Audit, Ko-Kreation-Seminar
Technische Tools
H5P (Materialerstellung)

Kontakt

Projekt Kontakt

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