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Innovative Lehrkonzepte: Bamberger Best Practices

In der Vortragsreihe Bamberger Best Practices in der Lehre stellen Dozierende der Otto-Friedrich-Universität Bamberg erfolgreich erprobte, innovative Lehrformen und -werkzeuge vor. Im Anschluss an eine Inputphase wird moderiert durch eine Hochschuldidaktikerin Raum für Austausch geschaffen. Pro Semester werden 4-5 Konzepte in einem einstündigen Format vorgestellt und im Nachgang mit den Teilnehmenden diskutiert. Ziel ist es, den fakultäts- und uniübergreifenden Diskurs zum Thema guter Lehre anzuregen und durch inhaltliche Impulse Dozierende bei der Weiterentwicklung ihrer Lehre zu unterstützen.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Didaktische Formate / Konzepte
Diskurs über gute Lehre
Interdisziplinärer Austausch
Vortragsreihe
Praxisnahe Wissensweitergabe
Zielgruppe(n)
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Tutor:innen/stud. Mentor:innen
Studierende
Professor:innen
Mitarbeiter:innen aus Service, Verwaltung & Wissenschaftsmanagement
Lehrbeauftragte
Hochschul-, Fachbereichs-/Fakultätsleitung
(Fach-)Öffentlichkeit
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Projektkoordination
Wissenstransfer/Dissemination entwickeln
Partizipationsformate/Community Building entwickeln
Technisch-räumliche Infrastruktur
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Lehr-/Studienangebote
Lehr-/Lernmaterialien entwickeln
Lehrkonzepte/-formate entwickeln
Curricula/Studienprogramme entwickeln
Strukturelle Rahmenbedingungen
Anreizsysteme entwickeln
Supportangebote
Weiterbildungsangebote für die Lehre entwickeln
Angebote für Lernbegleitung und Studienberatung entwickeln
Angebote für Austausch und Kollaboration entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Eine Vortragsreihe zur guten Lehre steht vor mehreren Hürden: Wissenschaftler*innen haben wenig Zeit für Weiterbildung, etablierte Kommunikationswege fehlen und Lehrinnovationen bleiben oft verborgen. Selbst bekannt gemachte Ansätze sind schwer übertragbar zwischen Fächern. So wirken viele Impulse wirkungslos. Zudem ist es herausfordernd, jedes Semester genügend Lehrende für Beiträge zu gewinnen.

Herangehensweise

An vielen Lehrstühlen wird gute und innovative Lehre durchgeführt, jedoch bleibt dies häufig isoliert im eigenen fach(-didaktischen) Kontext. Die Idee der Bamberger Best Practices in der Lehre (BBPL) Vorträge greift hier an. Unter anderem durch die Vernetzung im Gesamtprojekt konnte das Zentrum für Hochschul-didaktik jedes Semester 4-5 Dozierende /Dozierendenteams finden, die ein innovatives und erfolgreiches Lehrkonzept erprobt haben. Diese Konzepte werden in kurzen digitalen Vorträgen von 20-30 Minuten vorgestellt. Die Vorträge sind für alle Interessierten – auch außeruniversitär – zugänglich. Hierbei wird nicht unterschieden, ob Studierende, Dozierende oder Mitarbeitende des Third Spaces.

Durch die offene Form, bietet das ZHD den Dozierenden eine Plattform, ihre Lehrideen vorzustellen, zu inspirieren und gleichzeitig konstruktives Feedback zu erhalten. Des Weiteren wird ihnen eine gewissen Sichtbarkeit im hochschuldidaktischen Diskurs geboten.

Zusammenhang

Die BBPL-Reihe wurde 8 Semester durchgeführt und war für alle Interessierten im DACH-Raum geöffnet. Durch das einstündige Format, meist um die Mittagszeit herum, und den kostenfreien Zugang war die Teilnahme niederschwellig. Für Lehrende, die das Zertifikat Hochschullehre der Bayerischen Universitäten erhalten wollen, konnten durch die Anmeldung und Teilnahme Arbeitseinheiten erworben werden.

Voraussetzung

Für die Durchführung der Reihe war entscheidend, geeignete Lehrkonzepte auszuwählen, vor allem aus dem Umfeld von DiKuLe. Ebenso wichtig war eine gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, damit die Veranstaltungen nicht nur intern wahrgenommen werden. Eine besondere Herausforderung lag darin, die sehr unterschiedliche Teilnehmerschaft – von verschiedenen Fakultäten – gezielt zu erreichen und zusammenzuführen.

Eignung

Es wurden stichprobenartige Evaluationen direkt im Nachgang der Vorträge durchgeführt, die gute bis sehr gute Rückmeldungen bezüglich der Länge des Formats sowie der unterschiedlichen Schwerpunkte der Vorträge beinhalteten.

Vorgehen/Schritte

1. Themen- und Dozierendenauswahl

• Geeignete Lehrkonzepte frühzeitig identifizieren (Projektkontext, bestehende Netzwerke)

• Engagierte Dozierende finden, die aktiv in der Lehre sind

• Abstimmung mit verschiedenen Fachbereichen und Stakeholdern im Third Space (auch andere Vortragsreihen bei der zeitlichen Planung berücksichtigen)

• Grobes Oberthema für das Semester festlegen, aktuelle Trends berücksichtigen

2. Terminplanung und Struktur

• Einheitliches, aber flexibles Zeitfenster wählen, um verschiedene Zielgruppen zu erreichen

• Unterschiedliche Wochentage oder Uhrzeiten anbieten, um Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen zu vermeiden

• Vorträge auf 30 Minuten begrenzen, Diskussion maximal 30 Minuten

• Pünktlicher Beginn und Abschluss strikt einhalten

3. Vorbereitung der Vortragenden

• Dozierende erhalten Templates für Inhalte, Lernziele und kurze, publikumsfreundliche Beschreibungen

• Inhalte auf Verständlichkeit, lockeren Stil und niederschwellige Ansprache prüfen

• Zusammenarbeit mit Dozierenden bei der Titelwahl und rhetorischer Aufbereitung für Flyer und Kommunikation

• Einweisung der Vortragenden etwa 15 Minuten vor Beginn

4. Öffentlichkeitsarbeit und Teilnehmergewinnung

• Frühzeitige Information und Werbung ein bis zwei Monate vor Beginn

• Nutzung von internen Kanälen, Uni-Mailinglisten und LinkedIn

• Reminder eine Woche vor jedem Termin

• Zielgruppenorientierte Ansprache, um heterogene Teilnehmendenstruktur zu erreichen

5. Durchführung der Vorträge

• Teilnehmer pünktlich einlassen und kurze organisatorische Hinweise geben

• Format kurz, knapp und locker halten, keine Überziehung (Ziel ist erfahrungsbasierter Austausch)

• Diskussion nur so lange führen, wie Fragen bestehen (Zeit der Teilnehmenden wertschätzen)

• Einheitliches Vorgehen über alle Vorträge gewährleisten

• Kurzfeedback der Teilnehmenden über Befragungslink einholen.

6. Nachbereitung und kontinuierliche Weiterentwicklung

• Feedback auswerten und Teilnehmerlisten ggf. dokumentieren

• Dozierenden danken und Anerkennung zeigen durch Mail

• Veranstaltungen in Arbeitseinheitensystem übertragen

• Recruiting und Themenplanung für das nächste Semester parallel starten

Hinweise

Effekte

Wir rechneten nicht damit, dass die Vortragsreihe auch deutschlandweit besucht wird. In 8 Semestern hatten wir über 700 Teilnehmende aus 59 unterschiedlichen Institutionen. Die Rückmeldungen waren häufig darauf bezogen, dass die Kürze des Angebots sehr positiv bewertet wurde und auch die Einblicke in unterschiedliche Fachrichtungen und Fachdidaktiken viele neue Impulse setzten. Für die Vortragenden war es eine überraschende Herausforderung neben den sonst üblichen wissenschaftlichen Vorträgen, eigene didaktische Konzeption vorzustellen und aus der eigenen Erfahrung zu berichten. Das bisher nicht übliche Beschreiben der eigenen didaktischen Konzepte, hatte bei den Referierenden auch den Nebeneffekt, dass sie ihre eigene Lehre nochmals reflektierten, was als sehr spannend bewertet wurde.

Learnings

Niederschwellige Angebote, in denen hochschuldidaktisch gerahmt Dozierende eigene Lehrinnovationen anderen Dozierenden vorstellen, hat den Diskurs über gute Lehre sehr bereichert und zum Teil auch das lehrbezogene Netzwerk der Dozierenden erweitert. Gleichzeitig ist uns nochmals stärker bewusst geworden, dass Lehrende bedingt durch ihre Forschungstätigkeit einen fachwissenschaftlich spezifischen Blickwinkel mitbringen und eine gute Vorbesprechung mit den Vortragenden sowie eine Begleitung bis hin zum Vortrag hilfreich ist, damit der interdisziplinäre Austausch gefördert wird.

Empfehlung

Grundsätzlich bewerten wir Formate, bei denen Dozierende in den Erfahrungsaustausch kommen, als sehr hilfreich für die Reflexion der eigenen Lehre – sowohl für Vortragende als auch Zuhörende. Dabei ist es uns nur teilweise gelungen, die Vortragsthemen mit dem allgemeinen hochschuldidaktischen Weiterbildungsangebot in dem jeweiligen Semester zu verschränken, so dass die in den Vorträgen gesetzten Impulse thematisch weiter vertieft werden könnten. Um eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Thema des Innovieren der eigenen Lehre bieten zu können, sollten den jeweiligen Vorträgen weitere thematisch passende Fortbildungsformate folgen.

Tipps

• Kontinuierliche Dokumentation: Wir haben interessante Lehrinnovationen in einer fortlaufenden Liste dokumentiert, direkt auch mit Info, ob Bereitschaft bestünde und wenn ja, in welchem Semester.

• Regelmäßige Ideensessions: Feste Termine im Team oder informelle Kaffeegespräche können Inspirationen liefern.

• Interdisziplinärer Austausch: Kolleg:innen aus anderen Fachbereichen bringen oft überraschende Perspektiven und schlagen gerne Kolleg:innen vor.

• Hospitation in Lehrveranstaltungen: Individuelle Einblicke nach Absprache können neue Vortragende hervorbringen.

• BBPL-Vorträge mit einem größeren Angebot verknüpfen: Neue Ideen in einem kurzen Format vorstellen, bevor sie in größeren Veranstaltungen eingesetzt werden.

Sonstiges

Die BBPL-Vorträge sind nur ein Beispiel für einen Raum, der den Diskurs über gute Lehre ermöglicht, gerade auch mit Dozierenden und Hochschuldidaktiker:innen anderer Universitäten und Hochschulen. Insbesondere der Austausch mit Kolleginnen anderer Universitäten und Hochschulen kann neue Perspektiven hinzubringen und andere Formen des Lernens über die eigene Lehre begünstigen.

Methoden

Empfohlen

Methoden
kurze Impulse, interaktive Diskussionen, Fallbeispiele
Formate
Vortragsreihe, einstündiges Kurzformat, Diskussionsrunde
Technische Tools
Zoom

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
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