
Barrierefreie und modulare Tool-Entwicklung
Das NoSQLconcepts Tool wurde so weiterentwickelt, dass es barrierefrei genutzt werden kann. Zusätzlich wurde ein modulares Docker-System erstellt, das es Lehrenden ermöglicht, mit geringem Aufwand eine eigene Instanz des Tools aufzusetzen. Ziel war es, sowohl Zugänglichkeit als auch Nachnutzung für verschiedene Zielgruppen zu erleichtern.
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Beschreibung
Herausforderung
Im Rahmen der Maßnahme wurden zwei zentrale Herausforderungen adressiert: Zum einen sollte die technische Barrierefreiheit des digitalen Lerntools verbessert werden. Zum anderen ging es darum, das Setup und die Nachnutzung für Lehrende möglichst niedrigschwellig zu gestalten – insbesondere für Personen, die nur über begrenzte technische Vorkenntnisse verfügen. Zusätzlich stellte sich die Frage, wie mit unterschiedlichen Kenntnisständen der zukünftigen Nutzenden umgegangen werden kann.
Herangehensweise
Für die barrierefreie Gestaltung wurden UI-Komponenten eingesetzt, die gängige Standards der Barrierefreiheit erfüllen, etwa aus der Material UI-Bibliothek. Darüber hinaus wurde auf ausreichende Farbkontraste geachtet, alternative Texte für visuelle Inhalte eingebunden und Testläufe mit Screenreadern wie NVDA durchgeführt. Ziel war es, das Tool auch für Personen mit Einschränkungen in der visuellen Wahrnehmung nutzbar zu machen. Um das Setup für Lehrende zu vereinfachen, wurde ein Docker-Projekt entwickelt, das eine weitgehend automatisierte Installation des Tools ermöglicht. Begleitend wurde eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt, die insbesondere Lehrenden ohne tiefgehende technische Vorkenntnisse den Einstieg erleichtert. Ergänzend wurden Usability-Tests mit Studierenden durchgeführt, deren Rückmeldungen direkt in die Weiterentwicklung eingeflossen sind.
Zusammenhang
Erprobt und eingesetzt wurde die Maßnahme in drei konkreten Lehrkontexten: im regulären Praktikum „Data Science (DBMS)“, in einer ergänzenden Blockveranstaltung zum gleichen Thema sowie in der Vorlesung „Programmierung von Datenbanken“.
Voraussetzung
Für die Durchführung war es notwendig, eine eigene Instanz des Tools auf einem Server oder Hosting-Dienst bereitzustellen. Außerdem war eine grundsätzliche Bereitschaft zur Arbeit mit Web-Technologien wie Docker und Datenbankanbindungen erforderlich.
Eignung
Der Erfolg der Maßnahme lässt sich unter anderem an der positiven Rückmeldung der Studierenden erkennen. Diese äußerten in Online-Umfragen sowie in direktem Feedback konkrete Verbesserungsvorschläge, die zeitnah umgesetzt wurden. Die Evaluation zeigt, dass das Tool durch diese Maßnahmen nicht nur zugänglicher, sondern auch effektiver in der Anwendung und Weitergabe geworden ist. So ist es heute deutlich einfacher als zu Beginn der Projektphase, das Tool in neuen Lehrkontexten zu implementieren.
Vorgehen/Schritte
Zu Beginn eine detaillierte Definition der Anforderungen an das Lerntool erstellen
Kontinuierliche Rücksprache mit den Stakeholdern und Anpassung der Anforderungen
Web Disability Aspekte direkt bei der Entwicklung berücksichtigen
Frühzeitig Maßnahmen zur Übertragbarkeit aufstellen
Frühzeitig Lösungsvorschläge für Maßnahmen sammeln und evaluieren
Mit der Entwicklung und/oder Anpassung beginnen
Mit Testusern ausprobieren
Feedback einholen
Fortlaufend weiterentwickeln
Hinweise
Effekte
Ein zentrales Hindernis bleibt die technische Einstiegshürde für einige Lehrende, insbesondere wenn keine Vorerfahrung mit Web-Technologien oder Tools wie Docker vorhanden ist. Um dieser Hürde zu begegnen, wurde eine niedrigschwellige Anleitung entwickelt, die Schritt für Schritt durch die Einrichtung des Tools führt. Die-se Maßnahme hat sich als hilfreich erwiesen, reicht jedoch nicht in allen Fällen aus, um die Einstiegshürde vollständig zu beseitigen.
Ein besonders positiver Effekt zeigte sich durch die kontinuierliche Einbindung von Studierendenfeedback. Die Rückmeldungen der Nutzenden während des Kurses gaben wertvolle Hinweise auf Verbesserungsbedarf und wurden direkt in die Weiterentwicklung integriert. Auch im Hinblick auf die Barrierefreiheit konnten Fortschritte erzielt werden. Allerdings traten hier technische Einschränkungen zutage – etwa bei der barrierearmen Darstellung von Graphen und Diagrammen.
Learnings
Ein zentrales Learning aus der Maßnahme ist, dass offene und verständliche technische Strukturen wesentlich zur erfolgreichen Nachnutzung durch andere Lehrende beitragen. Transparente Feedbackprozesse im laufenden Lehrbetrieb haben sich als besonders wirkungsvoll erwiesen, da sie konkrete, praxisnahe Hinweise liefern, die direkt in die Weiterentwicklung einfließen können.
Empfehlung
Ein alternatives Vorgehen wäre es, langfristig eine gehostete Web-Version des Tools anzubieten, sodass keine lokale Installation mehr notwendig ist. Dies würde die Nutzung noch weiter vereinfachen und insbesondere technisch weniger affine Lehrpersonen stärker einbinden. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass bei einer gehosteten Version des Tools alle Nutzenden auf einen zentralen Server (Host) angewiesen wären. Das bringt sowohl technische als auch organisatorische Herausforderungen mit sich. So müsste das bestehende Nutzerverwaltungssystem grundlegend überarbeitet werden, um eine einfache und sichere Verwaltung von Kursen und Zugängen zu ermöglichen. Gleichzeitig wären auch datenschutzrechtliche Fragen zu klären, insbesondere im Hinblick auf personenbezogene Daten und Zugriffsrechte. Die Nutzungsbedingungen müssten in diesem Zuge ebenfalls weiterentwickelt und klar formuliert werden.
Tipps
Bei der technischen Testung des Tools sollten unterschiedliche Endgeräte sowie mehrere Screenreader eingesetzt werden, um Barrieren frühzeitig zu erkennen. Außerdem empfiehlt es sich, technisch weniger erfahrene Lehrpersonen bereits in frühen Phasen der Implementierung mit einzubeziehen. So können Hürden früh identifiziert und gemeinsam Lösungen gefunden werden.
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