
Kölner Musikgeschichten: Postmigrantische Kulturen erforschen, verorten und vernetzen
Kölns postmigrantische Kulturen leben von Musikgeschichten, die in diesem Lehrprojekt zu erforschen, verorten und zu vernetzen sind: Studierende erproben Feld- und Quellenforschung anhand zweier Themenfelder Istanbul in Köln (Jahr 1) und Rom in Köln (Jahr 2). Sie gehen in Köln ins Feld (Semester 1 und 3), entdecken Ensembles, Szenen, Solist:innen und dokumentieren diese postmigrantischen Musikgeschichten mit Kurzvideos und Kurztexten in einer digitalen Karte. In Exkursionen nach Istanbul (Semester 2) und Rom (Semester 4) erfahren sie traditionelle und aktuelle Musikpraktiken der Herkunftsländer. Die erprobten Feld- und Quellenforschungen reflektieren sie in Arbeitstagungen (Semester 2 und Semester 4) mit einer Gastprofessor:in, Fachkolleg:innen der HfMT und eröffnen einen Dialog zwischen der transkulturellen und historischen Musikforschung, die an der HfMT Köln und darüber hinaus getrennte Wissenschaftskulturen sind. Studierende erlernen somit Fachmethoden und -kulturen im internationalen Kontext und entwickeln berufliche Kompetenzen über Tutorien, Lehraufträge, Projektdokumentation und - management. Partner der HfMT sind Kolleg:innen am Orient-Institut Istanbul und am Deutschen Historischen Institut in Rom. Geplant sind u.a. zwei Gastprofessuren in Musikethnologie für die Sommer-semester 2024 und 2025, Exkursionen nach Istanbul und Rom, Arbeitstagungen und mehr.
Auf einen Blick
Ausführliche Beschreibung
In unserem Projekt 'Kölner Musikgeschichten. Postmigrantische Kulturen erforschen, verorten und vernetzen' konnten wir feststellen, dass der Fach- und Methodenaustausch zwischen Historischer Musikwissenschaft und Ethnomusikologie neue Perspektiven auf die jeweiligen Forschungsthemen und Fachstrukturen ermöglicht und doppelt fruchtbar ist: So können historische Kontextualisierungen heutigen Themen eine andere Tiefe und ein höheres Verständnis für musikalische, soziale und institutionelle Prozesse und Phänomene verleihen. Ebenso profitieren historische Fragestellungen beispielsweise von Reflektionen der eigenen Forscher*innenperson und der damit verbundenen Stellung im (historischen) Feld – ein Ansatz, der in ethnographischen Forschungen bereits etabliert ist, in der Historischen Musikwissenschaft aber bisher selten anzutreffen ist. Ein weiterer entscheidender Punkt für die Arbeit mit Studierenden ist, dass Ethnographie den Zugang zu historischen Themen aus dem Heute heraus ermöglicht. Studierende erleben ihre Umgebung, reflektieren sie als Feld und finden somit auch einen Einstieg in historische Themen, was heute besonders wichtig erscheint.
Die Einbeziehung von Gastprofessuren hat den Fachaustausch stark internationalisiert, aber auch den hausinternen Kontakt zwischen den Disziplinen (insbesondere mit Musikpädagogik und Tanzwissenschaft) gestärkt. Auch nach Abschluss des Lehrprojektes sollen diese und weitere Projektlearnings vertieft und erweitert werden: Dies wird in Form eines hochschulinternen Austauschs über (ethnographische) Ansätze und Methoden weiterer Disziplinen wie der Musikpädagogik und der Tanzwissenschaft erfolgen. Ebenso streben wir eine Verstetigung und Weiterentwicklung des internationalen Netzwerkes an, das wir im Rahmen des Projektes mit Partner*innen u. a. in den USA, in Österreich, in Großbritannien, in der Türkei und in Italien geknüpft haben.
Kontakt
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