Maßnahme Bühne
Zum Projekt

Gestaltung mobiler Interaktions- und Infoformate

Die umfassende Partizipation Studierender in der Lehre wird in der Praxis wenig umgesetzt. Gründe dafür können fehlendes Wissen, geringe Motivation sowie ein nicht klar erkennbarer Mehrwert für Lehrende und Hochschulen sein. Im Rahmen des Verbundprojekts D2C2 entwickelte die Community Kunst und Gestaltung ein innovatives Ausstellungs- und Interaktionsformat. Ziel war es, erfolgreiche Beispiele studentischer Mitge-staltung sichtbar und unmittelbar an Hochschulen erlebbar zu machen. Drei mobile Wagen, aufgebaut als Pop-up-Räume, boten Informationsflächen, Workshopbereiche und Präsentationen dieser partizipativen Lehrprojekte, die über 4 Jahre Forschungsarbeit entstanden. Durch niedrigschwelligen Zugang, Präsenz vor Ort, interaktive Formate und ein dreitägiges Workshopprogramm förderte die RoadShow Austausch, Vernet-zung und Bewusstseinsbildung über Partizipation. Die Präsentation erfolgte im Sommer 2025 an zehn Standorten, darunter Festivals, Tagungen und Hochschulveranstaltungen. Für di

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Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Students as Partners (SaP)
Partizipation
Austausch- und Pub.format
Pop-Up Ausstellungskonzept
Kunst- und Gestaltungslehre
Zielgruppe(n)
Studierende
(Fach-)Öffentlichkeit
Akteur:innen außerhalb der Hochschule
Hochschul-, Fachbereichs-/Fakultätsleitung
Professor:innen
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Supportangebote
Angebote für Austausch und Kollaboration entwickeln
Projektkoordination
Kommunikationsprozesse & Öffentlichkeitsarbeit entwickeln
Partizipationsformate/Community Building entwickeln
Wissenstransfer/Dissemination entwickeln
Lehr-/Studienangebote
Lehrkonzepte/-formate entwickeln
Technisch-räumliche Infrastruktur
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Partizipation von Studierenden in der Lehre bleibt oft abstrakt und schwer umsetzbar. Einigen Lehrenden fehlt das Wissen, anderen die Motivation. Auch ist der Mehrwert partizipativer Lehre für Lehrende, Studierende und Hochschulentscheidende nicht sichtbar genug. Die fachspez. Community Kunst und Gestaltung des Verbundprojekts D2C2 beschäftigte sich 4 Jahre lang intensiv mit diesem Thema. Es fiel auf, dass es neue Arten der Vermittlung braucht, um Partizipation an der Hochschule zu fördern.

Herangehensweise

Das Format RoadShow setzt hier an. Ziel war es, konkrete Beispiele erfolgreich implementierter studentischer Partizipation, Arbeitsergebnisse, Methoden und Platz für Austausch direkt an die Hochschulen zu bringen. Dafür wurden drei Wagen konzipiert, die, basierend auf Fahrradanhängern, vor Ort zu einen Pop-Up Raum aufgebaut können, in dem das Thema stud. Partizipation präsentiert und diskutiert werden kann. Ein Wagen bot mit einer Infowand, Flyern und Verpflegung Raum für lockere Gespräche, ein weiterer diente mit Tisch, Stühlen und Pinnwand als Workshopraum und ein dritter zeigte Arbeitsergebnisse aus partizipativ entwickelten Seminaren sowie multimedial aufbereitete Infomaterialien. Ein dreitägiges, standortspezifisch gestaltetes Workshopprogramm vermittelte Handlungswerkzeuge wie Bewertungshilfen und Best-Practice-Beispiele. Partizipation lebt von Austausch, Präsenz und Vernetzung. Durch das informelle Setting des Formats RoadShow werden diese Aspekte gefördert und erlebbar gemacht.

Zusammenhang

Die Maßnahme entstand im Rahmen des Verbundprojekts D2C2 in Sachsen, das sich u.a mit partizipativer Lehre auseinandersetzte. Die Kunst- und Gestaltungslehre-Community entwickelte das Format, um vier Jahre Forschungs- und Verbundarbeit zu präsentieren. Umgesetzt wurde es gegen Ende des Projekts in der Transferphase mit neun Stationen im Sommer 2025 an Unis, div. Veranstaltungen wie dem University:Future Festival Berlin, hochschuldidaktischen Tagungen und Weiterbildungsangeboten der Hochschulen

Voraussetzung

Das Format basierte auf 4 Jahren Forschungsarbeit innerhalb des Verbundprojekts. Hier entstanden an der HTW Dresden im Bereich Design Infomaterialien und Spiele zum Thema Partizipation und Gruppenarbeit sowie Methodenkarten zum Thema Feedbackkultur. Die Kontakte zu Hochschulen kamen aus dem Verbundnetzwerk, bei außerhochschulischen Tagungen und Festivals wurde sich über Open Calls beworben. Benötigt wurde für den Besuch an den einzelnen Orten ledigl. eine Außenfläche für die Wagen und ein Stromanschluss. Der Transport erfolgte per Lieferwagen, Bahn oder zu Fuß. Lagerung und Wartung übernahm die HTWD.

Mindestens zwei Pers. betreuten die Wagen und leiteten Workshops. Pro Standort halfen bis zu drei weitere Pers. bei der Durchführung aus. Die grobe Planung des Besuchs vor Ort erfolgte einige Monate, die Detailplanung ca. 2 bis 3 Wochen im Voraus. Standzeiten variierten zwischen 1 und 3 Tagen. Material- und Transportkosten für die Wagen wurden über Projektmittel gedeckt.

Eignung

Obwohl keine formale Evaluation durchgeführt wurde, zeigen mehrere Indikatoren die Eignung der Maß-nahme, die Sichtbarkeit von partizipativ gestalteten Lehrmethoden zu erhöhen:

Quantitativ wurden über alle Stationen ca. 700-800 Personen erreicht, die mit den Wagen und Inhalten interagierten. Die Workshops waren gut besucht, wenn auch nicht immer voll ausgelastet. Eine Interessen-tenliste für die Spiele füllte sich mit ca. 30-45 Einträgen von Personen, die diese in der eigenen Lehre nutzen wollen. Anfragen nach Informationen und Kooperationsmöglichkeiten zeigten das Interesse von verschiede-nen Akteur:innen an partizipativen Ansätzen. Qualitativ zeigte sich die Wirksamkeit in der Intensität der In-teraktionen: Besuchende (Lehrende, Studierende und Hochschulentscheidende) verweilten lange an den Wägen und führten intensive Gespräche. Positive Rückmeldungen und konkrete Nachnutzungswünsche für die Wagen selbst belegen, dass die Maßnahme die ursprüngliche Herausforderung adressiert.

Schritte

Ausschlaggebend für die Entscheidung, das Thema studentische Partizipation mit dem gewählten Format der Roadshow sichtbarer zu machen, waren die verschiedenen Dialog- und Interaktionsmodi, mit denen Auf-merksamkeit erzeugt werden sollte: in diesem konkreten Fall waren das lockere Infogespräche, Workshops und die Ausstellung von Ergebnissen. Überlegen Sie zunächst, ob die Aufteilung in verschiedene Formate (Ausstellung, Workshop, offener Dialog etc.) für Ihr Thema sinnvoll ist. Entscheidend sind dabei ihre Zielgruppe und deren unterschiedliche Zugänge zu Inhalten, die gewünschte Wirkung (Wissenstransfer, Erfahrung, Vernetzung) sowie die Art ihrer bisherigen Inhalte. Eignet sich ein Dialog, ein Workshop oder eine Ausstellung am besten für Ihr Thema? Und könnte die Ergänzung durch weitere Formate hilfreich sein? Inhalte, die zuvor mit gewohnten Formaten präsentiert wurden, entfalten häufig eine noch interessantere Ebene, wenn sie für ein anderes Format aufbereitet werden. Aus Postersessions können Workshops werden, aus Workshops Ausstellungsstücke entstehen etc.

Idealerweise verfügen Sie bereits über thematisch passende Materialien aus Forschung oder Praxis, die Sie für kompakte, dialogorientierte Formate aufbereiten können. Workshops in diesem Setting sind eher Impulse als Deep Dives . Gestalten Sie theoretische Inhalte so niedrigschwellig wie möglich. Ziehen Sie Didaktik-Expert:innen hinzu. Arbeiten Sie in interdisziplinären Teams – besonders die Einbindung gestalterischer Expertise macht Inhalte sinnlich ansprechend und zugänglich.

Einer der Pluspunkte der Roadshow war die hohe Mobilität des Veranstaltungsformats. Mobilität muss jedoch nicht so aufwendig sein, man muss keine eigenen modularen Wagen bauen, um mobil zu sein! Arbeiten Sie zB. mit einer Kombination aus vorhandenen Kisten und und Rollbrettern oder nutzen Sie die Infrastruktur vor Ort clever. Ansprechend wird es dann, wenn ein bis zwei Schlüsselelemente selbst gestaltet und pro-duziert werden. Das können Schilder, Ausstellungselemente oder farbige Akzente sein, die den Wiedererkennungseffekt steigern. Die physische Präsenz vor Ort und die gestalterische Eigenständigkeit der Road-show war eine große Stärke. Investieren Sie, wenn möglich, Energie in clevere, einprägsame Lösungen, auch wenn es nur kleine Details sind.

Sie mehr Zeit ein als gedacht, gerade beim Bau physischer Elemente. Für eine vergleichbare Maßnahme sollten Sie ca. ein Jahr Entwicklungszeit mit klaren Projektphasen einplanen.

Standorte finden Sie über Kooperationen und Netzwerke. Ein aktives Einbinden von Laufkundschaft und direkte Ansprache sind ebenso wichtig wie eine Bewerbung im Voraus über Social Media.

Hinweis: Die originalen mobilen Wagen können bei Interesse für eigene Veranstaltungen genutzt werden – sprechen Sie uns gern an.

Hinweise

Learnings

Es lohnt sich sehr, einige thematische Inhalte schon fertig zu haben, bevor man damit anfängt, ein mobiles Transferprojekt zu gestalten. Mithilfe von diesen bereits bestehenden Inhalten lassen sich klare Rahmenbedingungen schaffen, die wiederum für die Ausgestaltung des Transferformats wichtig sind. Zusätzliche Inhalte können hier ergänzen, nicht jedoch bestehendes übertönen.

Eine grobe Simulation der Ausstellungssituation (zB mithilfe von abgeklebten Flächen, Tischen oder Stühlen) ist bei dieser Größenordnung und Komplexität praktisch und spart Arbeit. Es ist wichtig, ein räumliches Gefühl für die Dimensionen von solchen Modulen zu erlangen, um später konkreter mit externen Partnern und Orten planen zu können.

Die Reduktion auf egut bearbeitbare Materialien wie Holz oder Aluminiumstrangprofile erwies sich als sehr praktisch. So konnte flexibel auf geplante, noch nicht fertiggestellte Inhalte reagiert werden . Dies erleichtert auch die Budgetplanung.

Empfehlung

Sollte ein maximal mobiles Konzept angedacht sein, muss noch deutlich mehr Zeit eingeplant werden, um die mobilen Komponenten gründlich zu testen. Dass die Wagen zu schwer würden, fiel in diesem Projekt recht spät auf, mit mehr Zeit nach hinten raus hätte man damit eventuell noch einen besseren Umgang gefunden.

Tipps

Rechtzeitig Entscheidungen für das Kernthema, die dazu passenden Interaktionsformate und die Dimensionen der physischen Elemente treffen. Alles weitere lässt sich im Anschluss gut daran anpassen.

Klare Anforderungen setzen und mit allen Akteur:innen kommunizieren. Es kommt im weiteren Verlauf häufig zu Umplanungen, da hilft es, wenn Rahmenbedingungen wie Standortvoraussetzungen und Mobilität fest sind.

Ausreichend Zeit für den Bau von physischen Elementen einplanen. Das gilt sowohl für komplexe Elemente wie die hier entwickelten Wagen, aber auch einzelne Schilder, Flyer oder Plakate benötigen mehr Aufwand als man am Anfang der Planung einschätzen würde.

Bauteile gehen schneller kaputt als man es sich wünscht. Es ist sinnvoll, genügend Ersatzteile einzuplanen und mitzuführen.

Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Fotodokumentation der RoadshowDownloadIn dem Dokument werden die verschiedenen Wagen und der Einsatz an unterschiedlichen Orten dargestellt. Weiterhin ist ein Video verlinktCC-BY-SA 4.0PDF9.60 MB

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