
Mit Transfer auf verschiedenen Ebenen nachhaltig
Mit dem an der TH Köln entwickelten Ebenen-Modell begegnen wir der Frage, wie Projektergebnisse in Hochschule und Scientific Community wirksam und nachhaltig transferiert werden können. Ziel ist es, mit Transfermaßnahmen aus dem Projekt REDiEE eine möglichst breite Wirkung zu erreichen. So sollen nicht nur einzelne Lehrende/Personen erreicht werden, sondern bewusst gesteuerte Impulse für die Hochschulentwicklung gesetzt und Erkenntnisse im wissenschaftlichen Diskurs geteilt werden. Dazu strukturieren wir Transfer auf drei Wirkungsebenen: Individuum, Hochschule und Scientific Community. Anhand dieser Ebenen erkennen wir, wen wir mit Impulsen aus dem Projekt erreichen können, welche Kanäle und Formate sich dafür jeweils eignen und wie wir diese füllen möchten. Transfer denken wir dabei als kontinuierlichen Prozess, der projektbegleitend geplant, in Maßnahmen realisiert und regelmäßig reflektiert wird.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Projekte mit begrenzten Mitteln und begrenzter Dauer strategisch nachhaltig in der Hochschule verankern, ohne dass sie nach Projektabschluss versanden
Den Wirkungskreis von Projekten über die unmittelbar Beteiligten hinaus ausweiten und eine Breitenwirkung des Transfers in der Hochschule erzielen
Ergebnisse so teilen, dass sie (innerhalb und außerhalb der eigenen Hochschule) von Anderen (weiter-)genutzt werden können
Transfer nicht als “nachgelagert” denken
Herangehensweise
Unser Modell für Transfermaßnahmen basiert auf drei vernetzten Ebenen, die als Grundlage für passgenaue Formate und Maßnahmen dienen. Durch ihre Vernetzung greifen die Maßnahmen schlüssig ineinander:
Ebene Individuum Wie nutzen Lehrende/Hochschuldidaktiker*innen Ergebnisse und Konzepte weiter? Beispiel: Wie erreichen Lehrkonzepte andere Lehrende, sodass diese sie übernehmen oder anpassen können?
Ebene Hochschule Wie wirken Projektimpulse auf die strategische Hochschulentwicklung? Beispiele: Wie verankern wir digitale/hybride Lehre? Welche Räume/Infrastrukturen brauchen wir, um sie hochschulweit im Sinne der Lehrstrategie zu ermöglichen?
Ebene Scientific Community Wie entfalten Erkenntnisse Wirkung im wissenschaftlichen Diskurs? Beispiele: Welche Communities sind relevant? Wie und wo teilen wir Ergebnisse, entwickeln sie weiter und regen Austausch an?
Zusammenhang
Erprobt im Rahmen des Lehrentwicklungsprojekts “REDiEE - Roll-out, Empowerment, Design in Engineering Education”
Voraussetzung
Für die Umsetzung und die nachhaltige Wirkung der Transfermaßnahmen auf allen beschriebenen Ebenen sind die folgenden Bedingungen zentral:
Projekte als Initiation für strategische Hochschulentwicklung erkennen
Bedeutung und hoher Stellenwert von Lehre und Hochschuldidaktik innerhalb der Hochschule
Unterstützung durch die Hochschulleitung, die die Wirkung auf Hochschulebene mitträgt
Bereitschaft der Hochschule zur kontinuierlichen Weiterentwicklung
Anschlussfähigkeit der Projektthemen an die strategischen (zukünftigen) Ziele der Hochschule
Publikation der Ergebnisse durch Projektmitarbeitende und Lehrende
Verschiedene Akteursgruppen der Hochschule mit verschiedenen Perspektiven für eine Beteiligung
gewinnen und einbeziehen, Partizipation und Co-Kreation ermöglichen
Entwickelte Lehrpraktiken und -konzepte begleitend beforschen und als Reflexionspotenzial für die
Hochschule und die Scientific Community bereitstellen
Eignung
Basierend auf langjähriger Erfahrung in strategischer Hochschulentwicklung sichern wir die Qualität von Transfergegenständen durch wissenschaftliche Fundierung (z. B. Lehrkonzepte via Scholarship of Teaching and Learning). Eine evaluative Erhebung zeigt: Lehrende tauschen sich vor allem direkt mit Kolleg*innen und Studierenden aus. Beforschung und Publikationen werden als Hürde empfunden – hier braucht es hochschuldidaktische Impulse und Begleitung.
An unserer Hochschule besteht großes Engagement für gemeinsame Hochschulentwicklung, was sich in hoher Beteiligung an Transfermaßnahmen widerspiegelt. Um die tatsächliche Wirkung des Modells zu messen, wäre eine Langzeitstudie nötig, die den Wandel kontinuierlich begleitet – dies ist in der Projektlaufzeit jedoch nicht umsetzbar.
Handlungsempfehlungen aus dem Expertisezirkel wurden an das Präsidium übergeben und fließen so in die strategische Hochschulentwicklung ein
Vorgehen/Schritte
Transfermaßnahmen eines Projekts auf verschiedenen Handlungs- bzw. Wirkungsebenen strukturieren (bei uns: Individuum, Hochschule und Scientific Community).
Relevanz verschiedener Ebenen für das Projekt und seine Nachwirkung einschätzen (Wen wollen wir auf welchen Ebenen erreichen?)
Anhand der Wirkungsebenen konkrete Transfermaßnahmen planen und umsetzen
Transfermaßnahmen zeitlich über die gesamte Projektlaufzeit planen und fortlaufend Impulse setzen
Erarbeitete Transfermaßnahmen kontinuierlich im Projektteam reflektieren und z.B. (ungewollte) ungleiche Abdeckung der Transferebenen identifizieren sowie neue Maßnahmen entwickeln
Auf ein Zusammenspiel der Transfermaßnahmen achten und die zentrale Zielsetzung / den Fokus im Blick behalten
Hinweise
Learnings
Die Umsetzung des Modells gelingt durch das Zusammenspiel von Eigeninitiativen (z. B. Lehrende) und gezielten Transferimpulsen des Projektteams. Transfer wird oft erst nachträglich bedacht – prozessbegleitende Maßnahmen brauchen jedoch einen klaren Fokus auf nachhaltige Wirkung.
Strategische Themen und Entwicklungen der Hochschule sind bei der Planung zu berücksichtigen. Lehrende sehen zwar hohes Transferpotenzial in ihren Lehrkonzepten, nutzen aber vor allem den direkten Austausch mit Kolleg*innen und Studierenden. Hier sollte das Projektteam weitere Formate aktiv fördern.
Scholarship of Teaching and Learning-Publikationen sind für Lehrende herausfordernd und benötigen Anstoß, Vorbilder sowie Begleitung. Transfer bleibt oft eine „Black Box“: Wie wirken Aktivitäten, wen erreichen sie – und mit welchem Impact?
Tipps
Frühzeitiger Beginn: Bereits vor Projektbeginn ein klares Modell für die Transferebenen konzipieren(d.h. Verortung der einzelnen Maßnahmen auf den Wirkungsebenen) und fest im Projektaufbau verankern. Dabei kritisch reflektieren, welche Wirkungsebenen in welchem Umfang und mit welcher Tiefe gezielt adressiert werden sollen.
Regelmäßiger Abgleich: In festgelegten Intervallen das Modell mit dem tatsächlichen Ist-Zustand vergleichen.
Flexibilität sicherstellen: Bei Abweichungen oder identifizierten Handlungsbedarfen bei der Abdeckung der Wirkungsebenen das Modell gezielt anpassen (Maßnahmen anpassen oder neu entwickeln)
Methoden
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