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Förderung innovativer Lehrideen durch Lehrprojekte

Kreative und innovative Lehrideen kommen häufig aufgrund fehlender zeitlicher Ressourcen oder mangelnder Unterstützungsstrukturen nicht zur Umsetzung. Mit der Projektmaßnahme „Förderung innovativer Lehrideen durch Lehrprojekte" wurde im Kontext einer sich wandelnden Lehr- und Lernkultur experimentierfreudigen Lehrenden durch Lehrentlastung Raum gegeben, neue Lehrkonzepte umzusetzen und dabei auf professionelle medientechnische und didaktische Unterstützung zurückgreifen zu können. Durch den Bewerbungsprozess wurde das innovative Lehrpotential an der Hochschule sichtbar und trug zu einer gezielten Vernetzung der Lehrenden bei. Durch den mit dem Lehrprojekt verbunden Transfer in die Hochschule wurde der Austausch über die Lehre innerhalb der Hochschule intensiviert und auch Kontakte zu hochschulübergreifenden Netzwerken aufgebaut. Durch die Überführung in einen Lehrförderpreis konnte erreicht werden, dass die Maßnahme nach Projektende an der Hochschule weitergeführt wird.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Lehrentwicklung
Lehrförderpreis
Unterstützungsstrukturen
Vernetzung
Experimentiermöglichkeit
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Die vielfältigen Anforderungen an Hochschullehrende in den Bereichen Forschung, Selbstverwaltung und Marketing, verringern immer mehr die Ressourcen für die Lehre. Gleichzeitig erfordern die disruptiven Änderungen in der Arbeitswelt eine ständige Weiterentwicklung sowohl der Lehrinhalte als auch der Lehr- und Prüfungsmethoden. Durch die Ausschreibung von Lehrprojekten sollten Frei- und Experimentierräume geschaffen werden für das Entwickeln und Umsetzen neuer Lehr-/Lernkonzepte.

Herangehensweise

Durch Lehrentlastung und die Bereitstellung von professionellen personellen Ressourcen wurden Anreize geschaffen, neue Lehrkonzepte in die Umsetzung zu bringen bzw. weiterzuentwickeln. Wichtig war es, die Bewerbung niederschwellig zu gestalten über ein Antragsformular mit gezielten Fragestellungen. Auch die Dauer des Lehrprojekts war durch die Beschränkung auf ein Semester überschaubar. Es wurde durch die Vorgabe von Auswahlkriterien ein Rahmen gesteckt, in dem aber ausreichend Raum für kreative Ideen war. Ein ebenfalls im Gesamt-Projektes implementiertes Austauschformat mit dem Titel „Snacks aus der Lehre“ unterstützte den Austausch und die Vernetzung innerhalb der Hochschule und trug zur Sichtbarkeit bei.

Zusammenhang

Die Maßnahme wurde durchgeführt im Zusammenhang mit dem projektfinanzierten Ausbau der personellen Ressourcen in der Medientechnik bzw. -didaktik und der Umgestaltung von Lehrräumen, die verschiedene digitale, hybride oder kollaborative Lehr-/Lernsettings unterstützen. Durch die Vergabe von Lehrprojekten konnte neben Projektbeteiligten auch weiteren Lehrende der Freiraum ermöglicht werden, neue Lehrkonzepte auszuprobieren und zu evaluieren, was sich als großer Mehrwert erwies.

Voraussetzung

Relevant für die Durchführung waren medientechnisch und pädagogisch qualifizierte Projektmitarbeitende, die die Lehrprojekte beratend und unterstützend begleiten. Entscheidend für die Akzeptanz war auch, dass in dem Gremium, das die geförderten Lehrprojekte aus den eingereichten Anträgen auswählte, Studierende und Lehrende, die nicht projektbeteiligt waren, partizipieren konnten.

Für die Fortführung über das Projektende hinaus waren die entscheidenden Gelingensbedingungen:

1. Die Bereitschaft der Hochschulleitung bzw. der Fakultäten, Lehrentlastung für Lehrentwicklung zu gewähren.

2. Personelle Ressourcen im Bereich (Medien-)Didaktik zur professionellen Begleitung der Lehrentwicklungen zur Verfügung zu stellen,

Eignung

Durch die eingereichten Lehrideen wurde sichtbar, welch innovatives Potential für die Lehre an der Hochschule vorhanden ist, und zum Teil nur in die Umsetzung kommt, wenn Freiräume dafür geschaffen wer-den. Zum Beispiel entstand im Rahmen eines Lehrprojektes der Kontakt zum EMPAMOS-Netzwerk und entfaltete eine Breitenwirkung dadurch, dass im Laufe des Projektes drei Hochschulangehörige an der Qualifikation zu „Certified Designer for Gameful Motivation“ teilgenommen haben und als Multiplikatoren mit der Methode in die Hochschule wirken. Diese Wirkung trug dazu bei, dass das Modell zum Projektende verstetigt werden konnte. Die Verstetigung erfolgte durch Überführung in einen jährlich vergebenen Lehrförderpreis, der den vorangegangenen Lehrpreis ablöste. Letzterer honorierte zwar auf Basis studentischer Nominierungen gute Lehre durch ein Preisgeld, aber ermöglichte keine zeitlichen und personellen Ressourcen für Lehrentwicklung.

Vorgehen/Schritte

Folgende Rahmenbedingungen sollten für die Einführung von Lehrprojekten oder eines Lehrförderpreises vorhanden sein:

1. Mediendidaktisch qualifizierte Mitarbeitende

2. Bereitschaft, Freikauf für Lehrentwicklung zu geben

3. Interne Austauschformate über die Lehre

Es hat sich als sehr gewinnbringend herausgestellt, die Einführung und Erprobung von technischen und digitalen Tools in der Lehre bzw. die Gestaltung von Lehrräumen, die neue Lehrformate ermöglichen, zu begleiten mit sowohl

(a) Lehrprojekten, die mit zeitlichen und personellen Ressourcen ausgestattet sind, um Lehrinnovationen zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren als auch mit

(b) Möglichkeiten zum Austausch über die Lehre, um voneinander zu lernen.

Dadurch konnte nicht nur eine breite Akzeptanz der durch das Projekt angestoßenen Maßnahmen erreicht werden, sondern viel mehr eine Innovationskultur in der Lehre. Die Qualität der Lehre ist dadurch wieder mehr in den Fokus gerückt und ein größerer Kreis von Lehrenden nimmt seitdem an lehrbezogenen För-derausschreibungen teil.

Hinweise

Effekte

Der erhoffte Effekt eines intensiveren Austausches über die Lehre und einer besseren Vernetzung innerhalb der Hochschule konnte erreicht werden.

Ein weniger erwarteter Effekt ergab sich bei der strukturellen Verankerung der Lehrprojekte mittels der Einführung eines Lehrförderpreises. Dabei wurden aufgrund der Erfahrungen aus den Lehrprojekten zwei Kategorien „Junior“ und „Senior“ etabliert. Es hatte sich gezeigt, dass ein fairer Vergleich zwischen eingereichten Lehrideen von Lehrenden der Kategorie „Senior“ (mindestens 5 Jahren Lehrerfahrung) und Lehrenden der Kategorie „Junior“ (weniger als 5 Jahre Lehrerfahrung) kaum möglich ist. Der positive Nebeneffekt, der sich dadurch einstellte, ist, dass sich im Vergleich zu den Lehrprojekten deutlich mehr Lehrende, die noch nicht so lange an der Hochschule sind, um eine Lehrförderung bewerben. Das ermöglicht ein optimales didaktisches Onboarding mit nachhaltigen Effekten für eine innovative Lehrkultur an der Hochschule.

Learnings

1. Auch Lehrende, denen der Freikauf keine zeitliche Entlastung ermöglicht, weil sie z. B. keinen Lehrauftrag für ihr Fachgebiet vergeben können, bewarben sich aufgrund der didaktischen Begleitung, die für sie die Hauptmotivation darstellte.

2. Auch erfahrene Lehrende sind dankbar für die didaktische Begleitung und den durch regelmäßige Treffen bedingten „Druck“, trotz beschränkter zeitlicher Ressourcen am Ball zu bleiben und neue Wege in der Lehre zu gehen.

Tipps

Wenn Sie einen klassischen Lehrpreis haben, dann ersetzen Sie ihn durch einen Lehrförderpreis. Die Transferwirkung ist um Vieles größer.

Methoden

Empfohlen

Methoden
(1) Vorgabe eines Schwerpunktthemas (z.B. Nachhaltigkeit), um geförderte Lehrenden in den Austausch zu bringen. (2) Bewertungsmatrix anhand der das paritätisch aus Studierenden, Mitarbeitenden und Lehrenden besetzte Gremium entscheidet. (3) Evaluation der Lehrentwicklung mit Teaching Analysis Poll
Formate
(1) Feierlicher Rahmen für Bekanntgabe der Geförderten, z.B. „Tag der Lehre“. (2) Förderung verbinden mit der Erwartung einer Transferleistung für Breitenwirkung.

Nicht empfohlen

Formate
Das Angebot einer Ideenwerkstatt, um für die Bewerbung um eine Förderung Lehr-/Lernsettings zu diskutieren, hat in diesem Rahmen nicht funktioniert, d. h. es wurde nicht angenommen.

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
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