
KI in der Hochschulbildung: Co-intelligente Lehr-Lernprozesse und kompetenzorientierte Prüfungskultur
Generative Künstliche Intelligenz verändert die Bedingungen akademischen Lehrens, Lernens und Prüfens grundlegend. Sie eröffnet Möglichkeiten für adaptives, personalisiertes und feedbackorientiertes Lernen und gefährdet zugleich Transparenz, Eigenleistung, Prüfungsgerechtigkeit und Kompetenzentwicklung. Der Bericht stellt den konzeptionellen Kern des Projekts KI4Edu vor: einen KI-gestützten Lehr-Lernrahmen und einen damit verbundenen kompetenzorientierten Prüfungsrahmen. Beide Modelle folgen dem Prinzip der Co-Intelligenz, einer didaktisch regulierten Zusammenarbeit von Mensch und KI. Generative Systeme strukturieren, entlasten und erweitern Lehr- und Lernprozesse; pädagogische Verantwortung, Bewertung, Sinnzuschreibung und Transfer bleiben beim Menschen. Der KI4Edu-Lehr-Lernrahmen organisiert Hochschullehre als Zusammenspiel von Input, Co-Design und Präsenz und verbindet so KI-gestützte Selbstlernphasen, kollaborative Lernprozesse und soziale Reflexionsräume. Der Prüfungsrahmen setzt auf Prozesssichtbarkeit, Reflexion und Handlungskompetenz statt auf KI-Detektion. Er knüpft an Constructive Alignment, die Taxonomie nach Bloom, Future Skills, das angepasste 3-P-Modell (Produkt, Prozess, Person) und LOCAM nach Karl an und erweitert diese zu LOCAM-AI. Ziel ist eine Prüfungskultur, in der Future Skills, kritisches Denken, digitale Souveränität und reflektierte KI-Nutzung sichtbar, förderbar und überprüfbar bleiben.
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