
Wirkungsorientierte Projektumsetzung
Das Konzept zur wirkungsorientierten Projektumsetzung beschreibt, wie Projekte so geplant, umgesetzt und ausgewertet werden, dass ihre tatsächlichen Wirkungen messbar sind. Es stellt die Schritte der Wirkungsorientierung, Wirkungsplanung, Evaluation und Monitoring sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Projektwirkung vor. Da im Projektalltag Ziele oft nicht messbar formuliert werden, sodass nicht klar wird, mit welchen Maßnahmen welche Wirkungen erzielt werden sollen, bietet dieses Konzept eine erste Orientierung für Projektleitungen und QM-/Evaluationsverantwortliche.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
• Strukturierte Zielformulierung im Projekt entlang von Maßnahmen und Wirkungen
• Projektplanung entlang der intendierten Wirkungen
• Feststellung und Ausmaß von Zielerreichung
• Konstante Weiterentwicklung von Maßnahmen durch eine konstruktive Fehlerkultur
• Ergebniskommunikation
• Rechtfertigung der Arbeit gegenüber Fördermittelgebenden
Herangehensweise
• Formulierung von Wirkungszielen
• Gemeinsames Erarbeiten von logischen Modellen im Projektteam
• Kontinuierliches Monitoring der Projektmaßnahmen
• Ausrichtung von Evaluationen auf vom Projektteam gewünschte Evaluationszwecke mit Konzeption von Evaluationen auf Basis von logischen Modellen, Wirkungs-zielen und Evaluationsfragestellungen
• Verständliche Aufbereitung der Ergebnisse der Evaluationen sowie Besprechung im Projektteam als Basis für Nutzung, Maßnahmenoptimierung, Ergebniskommunikation und Berichterstattung
Zusammenhang
Die Maßnahme wurde im Rahmen des Projekts „NEO - Campus der Zukunft“ an der Hochschule München erprobt. Insbesondere durch Konzeption, Monitoring und Evaluation von hochschulweiten Beteiligungsformaten und Online-Selbstlerneinheiten zum Thema „Future Skills“ für Studierende sowie virtuellen Laboren für die Durchführung von naturwissenschaftlichen Praktika.
Voraussetzung
• Offenheit und Mitarbeit der Projektmitarbeitenden gegenüber dem Ansatz der wirkungsorientierten Projektumsetzung sowie Mitarbeit bei der Formulierung von Wirkungszielen und logischen Modellen
• Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben im Rahmen von Datenerhebungen insbesondere bei Evaluationen
• Einhaltung von Gütekriterien bei der Durchführung von Evaluationsbefragungen (z. B. Ökonomie,
Freiwilligkeit, Datenschutz, Anonymität, Nichtschädigungsprinzip)
Eignung
• Logische Modelle vereinfachen die Kommunikation von intendierten und erreichten Wirkungen der Maßnahmen.
• Erstellung logischer Modelle erleichtert die Konzeption von Evaluationsinstrumenten erheblich, insbesondere wirkungsorientierte/summative Evaluationen.
• Logische Modelle erleichtern das gegenseitige Verständnis von Maßnahmen innerhalb eines Projekts mit verschiedenen und vielfältigen inhaltlichen Bereichen.
• Monitoring wird kontinuierlich verfolgt und für die Projektberichterstattung genutzt.
• Evaluationsergebnisse werden zur Weiterentwicklung von Maßnahmen genutzt.
Vorgehen/Schritte
1. Information aller Beteiligten über Ansatz der Wirkungsorientierung und Commitment herstellen
2. Wirkungsplanung (zu Projektbeginn):
• Bedarfs- und Umfeldanalyse: Bedarfe und Herausforderungen verstehen
• Wirkungsziele formulieren
• Wirkungslogik (Logisches Modell) erstellen
3. Wirkungsanalyse (projektbegleitend):
• Monitoring der bestehenden Maßnahmen
• Evaluation der bestehenden Maßnahmen
4. Verbesserung der Projektwirkung (projektbegleitend, nachdem erste Evaluationsdaten vorliegen)
• Nutzung von Evaluationsergebnissen für die stetige Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen
• Wirkungsberichterstattung
• Skalierung von Maßnahmen
Hinweise
Effekte
Erwartete Effekte:
-Das Erreichen guter Rahmenbedingungen (z. B. bzgl. Datenschutz) erfordert ausreichend zeitliche Planung und Ressourcen.
-Gute Umsetzbarkeit des Konzepts zur Wirkungsorientierung unabhängig von inhaltlicher Ausrichtung der Projektmaßnahmen.
Unerwartete Effekte:
-Skepsis gegenüber Ansatz der Wirkungsorientierung
-Skepsis gegenüber Evaluationsergebnissen aus Evaluationen mit kleinen Befragtengruppen.
Learnings
• Wirkungsziele und Logische Modelle erleichtern die Konzeption von Maßnahmen und deren Evaluation maßgeblich und führen zu einer strukturierteren Arbeitsweise.
• Die Durchführung von Evaluationen im direkten zeitlichen Zusammenhang zu den zu evaluierenden Maßnahmen erhöht den Rücklauf stark und reduziert Verzerrungen in den Daten.
• Evaluationsdaten müssen nicht dem wissenschaftlichen Anspruch auf Repräsentativität zur Gesamtstichprobe genügen, da dies im praktischen Kontext nicht im-mer erreicht werden kann und da auch wenige relevante Rückmeldungen aus einer Evaluation Maßnahmen maßgeblich verbessern und Wirkungen plausibilisiert werden können.
Methoden
Empfohlen
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Experimentallabor DC/DC-Wandler
In diesem Projekt wird ein neues Modul geschaffen, das im Studiengang Elektrotechnik von Studierenden als technisches Wahlpflichtfach belegt werden kann. Es wird hiermit eine fächerübergreifende Laborveranstaltung im Studiengang geschaffen. Als reines Labormodul steht die gesamte Kontaktzeit für experimentelles Arbeiten an einer ingenieurwissenschaftlichen Fragestellung zur Verfügung (DC/DC-Wandler). Die zusätzliche Begleitung durch Tutoren und eLearning-Angebote erleichtert Studierenden eine erfolgreiche und gewinnbringende Teilnahme. Die erlebte Verknüpfung von Regelungstechnik, Informatik, EMV, Systemtheorie und Leistungselektronik in einer praxisnahen und zeitgemäßen Anwendung erfordert und fördert das fachübergreifende, systematische Denken. Die Unterstützung durch Tutoren und eLearning-Angebote gibt Freiraum, um durch eine hohe persönliche Betreuung sicherzustellen, dass die angestrebten Ziele erfolgreich umgesetzt werden. Durch das unmittelbare Feedback auf die eigene Programmierung und das haptische Erleben beim Arbeiten mit der Hardware und den Messgeräten werden Motivation und Lernerlebnis gestärkt.
Projekt anzeigen
Didaktischer VR-Einsatz im Lehramtsstudium
Der 90-minütige Micro-Workshop sensibilisiert Lehramtsstudierende für den Einsatz von Virtual Reality (VR) in Lehr-Lernprozessen. In drei Phasen (Impuls, Erkundung, Debriefing) werden technologische Grundlagen vermittelt, VR-Szenarien ausprobiert und Einsatzmöglichkeiten für den zukünftigen Unterricht reflektiert. Ziel ist es, Lehramtsstudierende praxisnah an die Potenziale und Herausforderungen immersiver Lernumgebungen heranzuführen.
Maßnahme anzeigen
Digitale Kulturen der Lehre entwickeln. Rahmenbedingungen, Konzepte und Werkzeuge
Die Digitalisierung sowie der damit einhergehende Wandel von Gesellschaft und Arbeitsleben verändern die Anforderungen an Hochschulen, Lehrende und Studierende. Dabei entsteht eine neue Kultur digitaler Lehre mit großen Chancen und Herausforderungen für alle Akteursgruppen. Die Beiträge des vorliegenden Open-Access-Sammelbandes beleuchten die Entstehung digitaler Kulturen in der Hochschullehre und stellen neue Konzepte, Gestaltungsmöglichkeiten sowie Evaluationsergebnisse digitaler Lehr-Lern-Wege vor. Vor diesem Hintergrund werden in den Ausführungen auch digitale Werkzeuge und deren Anwendung sowie Weiterentwicklung in den Blick genommen – sowohl für reine Online-Formate als auch für Mischformen aus digitalen und klassischen Lehransätzen.
Publikation anzeigen