
Flexible DaZ-Professionalisierung im Lehramt
Dynamische gesellschaftliche Entwicklungen stellen hohe Anforderungen an Lehrkräftebildung und Schulen: Lehrachitekturen müssen agil auf diversifizierte Studienbiografien und neue Zielgruppen reagieren können. Schulen sind mit zunehmenden Anforderungen an die Sprachbildung konfrontiert. Dies gilt insbesondere für die mehrsprachige Metropole Ruhr mit ihren überdurchschnittlich vielen Schulen in herausfordernder sozialer Lage. Diesen strukturellen und inhaltlichen Herausforderungen stellen sich die drei Partner*innen der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) mit dem vorliegenden Verbundvorhaben. Dafür werden im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) (1) das obligatorische DaZ-Modul studiumsbegleitend, individuell profilierend und flexibler gestaltet, (2) eine Spezialisierung auf neu zugewanderte Schüler*innen ermöglicht und (3) Theorie-Praxis-Bezüge konzeptionell innoviert und strukturell flexibilisiert. Im gut ausgebauten Bereich DaZ der UA Ruhr ergänzen sich die Forschungs- und Lehrgebiete hervorragend. Gelenkt wird der Verbund durch die zentralen Stakeholder der drei Universitäten. Ein externer Expert*innenrat berät an Gelenkstellen des Projekts. Die Bedingungen für das Gelingen sind in der 2007 gegründeten UA Ruhr hervorragend: Sie ist mit aktuell ca. 20.000 Lehramtsstudierenden bundesweit der bedeutendste lehrkräftebildende Bildungsraum, und bietet ihren Studierenden am Ruhrcampus3das gesamte, gemeinsame Lehrveranstaltungsangebot.
Auf einen Blick
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

BNE-Professionalisierung im Fach Mathematik
In Anbetracht existenzieller Herausforderungen des 21. Jahrhunderts haben sich die Mitgliedsstaaten der UN globale Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Als Wegbereiter aller Nachhaltigkeitsziele (UNESCO, 2021) gilt das Konzept Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), welches als Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer Lernenden in Schule ermöglichen soll, sich aktiv an der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung zu beteiligen. Hierbei muss die Mathematik als unabdingbarer Bestandteil von BNE gesehen werden, sofern Nachhaltigkeitsfragen ernsthaft inhaltlich diskutiert werden wollen (wie bspw.: Was bewirkt ein Tempolimit? Wie entwickeln sich Infektionszahlen?). Obwohl universitärer Lehrkräftebildung für eine erfolgreiche Umsetzung von BNE in Schule große Bedeutung zugesprochen wird (BMBF, 2017), liegen bisher kaum Ansätze vor, wie BNE gewinnbringend in die Professionalisierung von Mathematiklehrkräften integriert werden kann. Ausgehend hiervon zielt das Projekt darauf ab, ein Seminarkonzept zur Implementierung und Verstetigung von BNE in der universitären Ausbildung von angehenden Mathematiklehrkräften zu entwickeln. Zur weiterführenden Erforschung von Bedingungen für erfolgreiche BNE (an Universitäten) sowie zur Beurteilung des Seminars soll der Kompetenzaufbau der Lehramtsstudierenden mittels Mixed-Method-Ansatz analysiert werden. Zentrales Ziel des Projekts ist nicht nur das Betreiben von BNE selbst, sondern auch die Aufarbeitung praxisnaher Materialien (OER).
Projekt anzeigen
Schritt-für-Schritt-Ansatz
Nach Motivationsbildung und Kontexteinbettung, wird die Vermittlung technisch komplexer Inhalte in kleine, logisch aufeinander aufbauende Schritte gegliedert, um Überforderung bei der Zielgruppe zu vermeiden. Durch diese kleinschrittige Struktur können sich die Nutzenden systematisch in technische und didaktische Konzepte einarbeiten. Diese Maßnahme haben wir in einem Tutorial zur Erstellung von Open Educational Resources (OER) und im Rahmen eines Workshops angewandt, in dem die Teilnehmenden ihre eigene OERs für die Hochschullehre technisch implementieren sollen.
Maßnahme anzeigen
Schütze, Judith & Gerlach, Jana (2026). Gender- und intersektionale Perspektiven für eine diskriminierungssensible Lehrgestaltung.
Eine diskriminierungssensible Lehre birgt nicht nur das Potenzial, institutionalisierte Ungleichheitsdynamiken zu unterbrechen, sondern eröffnet auch die Möglichkeit, neue (Selbst-)Erkenntnisse zu gewinnen. Gender- und intersektionale Perspektiven unterstützen Lehrende dabei, ihre Rolle als Lehrperson sowie ihre Lehrpraxis kritisch zu reflektieren, strukturelle Ungleichheiten und Barrieren in Lehr- und Lernprozessen zu erkennen und abzubauen sowie Lernräume so zu gestalten, dass sich alle respektiert und repräsentiert fühlen.
Publikation anzeigen