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Reallabor „Innovatives Lernraumdesign“

Im Reallabor „Innovatives Lernraumdesign“ wurden vier Modellräume für hybride und studierenden-zentrierte Lehr-/Lernszenarien entwickelt, realisiert und evaluiert. Konzeptionelle Grundlage waren die DORT-Perspektive, mit den Aspekten Didaktik, Organisation, Raum und Technik, sowie ein nutzer:innen-zentrierter Reallaboransatz mit den Phasen Co-Design, Co-Produktion und Co-Evaluation.

Kategorien

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Reallabor
Lernraumgestaltung
Lernraumtransformation
Hybride Lernumgebungen
Studierendenzentrierte Lehre
Zielgruppe(n)
Mitarbeiter:innen aus Service, Verwaltung & Wissenschaftsmanagement
Professor:innen
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Hochschul-, Fachbereichs-/Fakultätsleitung
(Fach-)Öffentlichkeit
Studierende
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Technisch-räumliche Infrastruktur
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Projektkoordination
Projektmanagement entwickeln
Kommunikationsprozesse & Öffentlichkeitsarbeit entwickeln
Bedarfs-/Wirkungsanalysen entwickeln
Supportangebote
Angebote für Austausch und Kollaboration entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Forschungserkenntnisse zu Innovationsprozessen bei der Lernraumgestaltung an Hochschulen sowie Erfahrungen der Covid-19-Pandemie zeigen, dass die Digitalisierung von Lehre und Studium die Campus-entwicklung grundlegend verändert. In diesem Zusammenhang ist es erforderlich, innovative Strategien zur Gestaltung und Organisation von hybriden und studierendenzentrierten Lehr-Lern-Settings zu entwickeln und zu erproben, um Blended-Learning-Formate zu fördern.

Herangehensweise

Die zentrale Fragestellung des Reallabors „Innovatives Lernraumdesign“ war: Welche Strategien, Prozesse und Strukturen der Lernraumgestaltung stellen die nachhaltige und innovative Umsetzung hybrider Lehr-/Lernsettings bei studierendenzentrierten Lehr-/Lernformaten sicher? Basierend auf der DORT-Perspektive, welche Didaktik, Organisation, Raum und Technik zusammenführt, wurden Entwicklungsmethoden und -prozesse in allen Projektphasen systematisch analysiert, um Handlungsstrategien zur Skalierung hybrider und studierendenzentrierter Lehr- und Lernumgebungen an Hochschulen ableiten zu können.

Zusammenhang

Mit dem Reallabor „Innovatives Lernraumdesign“ wurde ein Experimentierfeld zur Entwicklung, Modellie-rung, Realisierung und Evaluierung von vier Modellräumen für hybride und studierendenzentrierte Lehr-/Lernsettings geschaffen. Mit der Verankerung an zwei Fachbereichen, Ingenieurwissenschaften

sowie Gestaltung und Kultur, konnten sowohl interdisziplinäre Kompetenzen zur Lernraumgestaltung als auch unterschiedliche Perspektiven zu Prozessen der Lernraumorganisation integriert werden.

Voraussetzung

Voraussetzungen für die Konzeption, Realisierung und Evaluierung des Reallabors waren ein interdiszipli-näres Projektteam sowie die Kooperation mit hochschulinternen und externen Akteur:innen, Insbesondere die Einbindung von Nutzenden, wie Studierenden und Lehrenden, und Stakeholdern aus Hochschulleitung und Verwaltung. Zudem war ein iteratives Vorgehen in allen Phasen, Co-Design, Co-Produktion und Co-Evaluation, relevant. Darüber hinaus zeigte der zeit- und ressourcenintensive Prozess zur Aushandlung der grundlegenden Rahmenbedingungen für die Konzeption und Realisierung der Modellräume, dass es einer ganzheitlichen, hochschulübergreifenden Strategie zur Gestaltung des Lernraums Hochschule bedarf. Auf dieser Basis können zukünftig zügiger fundierte Entscheidungen im Projektverlauf getroffen werden bzw. kurzfristig Lösungsstrategien bei akuten Problemstellungen und Herausforderungen abgestimmt werden.

Eignung

Das Reallabor wurde mit einem Mixed-Method-Approach evaluiert: quantitative Befragungen mit Studierenden & ehrenden; qualitative Fokusgruppeninterviews mit Studierenden; Interviews mit Lehrenden. Die Evaluation hat gezeigt, dass die Modellräume insgesamt signifikant positiver wahrgenommen werden als Standardseminarräume, insbesondere in den Bereichen Attraktivität (einladender, besser, gefälliger, angenehmer, motivierender, freundlicher) und hedonische Qualitäten (wertvoller, verbindender, vorzeigbarer, stilvoller, kreativer, erfinderischer, fortschrittlicher, innovativer). Im Bereich der pragmatischen Qualitäten werden die Seminarräume als einfacher, klarer, überschaubarer und berechenbarer sowie den Nutzererwartungen besser entsprechend bewertet. Es gibt auch Aspekte, bei denen es keine signifikanten Unterschiede gibt: So werden die Modellräume nicht als sicherer, organisierter oder pragmatischer wahrgenommen. Die qualitativen Daten bestätigen Akzeptanz und Wirksamkeit der Räume.

Vorgehen/Schritte

Die vier Modellräume basieren auf zwei empirisch fundierten Raumtypologien: Flexible Learning En-vironments (FLE) und Active Learning Environments (ALE). Die FLE-orientierten Räume („Rollercoaster“ und „Level Up“) lösen die frontale Ausrichtung auf, fördern Gruppenarbeit und flexible Nutzung. Die ALE-orientierten Räume, („O Mode“ und „X Mode“) ermöglichen aktivierende und hybride Lehrszenarien. Alle Räume sind einheitlich mit hybrider Medientechnik ausgestattet und funktionieren ohne Betreuungspersonal auch als informelle Lernorte außerhalb der Lehre.

Durch die konsequente Anwendung der DORT-Perspektive (Didaktik, Organisation, Raum, Technik) in allen Projektphasen konnten wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Lernraumgestaltungsmaßnahmen gewonnen werden. Auf der didaktischen, räumlichen und technischen Ebene wurden folgende Meilensteine erfolgreich umgesetzt:

• Standortanalyse von Lernumgebungen auf dem Hochschulcampus

• Aufnahme und Analyse von Bedarfen (Lehren und Lernen)

• Analyse und Transfer des Forschungsstandes zur Lernraumgestaltung

• Technikrecherche für hybride Settings

• Konzeption und Planung der Modellräume

Auf organisatorischer Ebene zeigten sich dagegen systemische Barrieren: Innovationsprojekte, die in be-stehende Hochschulstrukturen eingreifen, erzeugen einen hohen Abstimmungsbedarf. Besonders zeitin-tensiv waren:

• Aushandlungsprozesse zur Verortung und Ausstattung

• Abstimmung von Maßnahmen und Terminen mit Verwaltung und Zentralen Services

• Überführung des Reallaborprojekts in den Regelbetrieb

Vor diesem Hintergrund ist es bei Innovationsprozessen erforderlich, mit agilen Methoden in der Verwaltung auf veränderte Anforderungen an Prozesse und Strukturen zu reagieren. Außerdem sollten Realla-borprojekte konsequent von Anfang an in reguläre Verwaltungsprozesse und -strukturen integriert werden, z.B. mit zuständigem Personal bzw. Ansprechpartner:innen in der Hochschulverwaltung. Darüber hinaus zeigt der zeit- und ressourcenintensive Aushandlungsprozess der grundlegenden Rahmenbedingungen, dass es einer ganzheitlichen, hochschulübergreifenden Strategie zur Gestaltung des Lernraums Hochschule bedarf. Auf dieser Basis können zukünftig zügiger fundierte Entscheidungen im Projektverlauf getroffen werden bzw. kurzfristig Lösungsstrategien bei akuten Herausforderungen abgestimmt werden.

Im Rahmen des Reallabors wurde die Publikation „Learning Space Experiences: Reallabore zur Transformation des Lernraums Hochschule. Ein Workbook zur Modellierung, Implementierung und Evaluierung von innovativen und nachhaltigen Lernumgebungen“ (Ninnemann et al. 2025) erarbeitet, welches zentrale Erkenntnisse für weitere bzw. andere Lernraumprojekte zusammenfasst. Darüber hinaus wurde ein digitales Handbuch realisiert, welches weitere Informationen zum Projekt für hochschulinterne und externe Interessent:innen zur Verfügung stellt.

Hinweise

Effekte

Die Herausforderungen im Projektverlauf auf der Ebene der Organisation zeigen deutlich, dass zentrale Aspekte zur erfolgreichen Umsetzung innovativer Lernumgebungen nicht über bestehende Erkenntnisse zu Didaktik, Raum und Technik erfasst bzw. antizipiert werden können. Hier wurden vielfältige

Forschungsdesiderate und fehlende Best Practices deutlich. Es bedarf weiterer Experimentierräume, um den technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen flexibel, agil und nachhaltig begegnen und zukunftsfähige Lösungen sowie deren Skalierung erarbeiten zu können. Dazu gehören nicht zuletzt auch die finanzielle Ausstattung und die personellen Ressourcen für innovative Lernraumprojekte, mit denen über die Ausnahmesituation eines Leuchtturmprojektes hinaus die Gestaltung und Organisation von Lernumgebungen – bezogen auf sich hochschulweit verändernde Bedarfe von Nutzer:innen und Anforderungen von Stakeholder:innen an Hochschulen – geplant und realisiert werden kann.

Learnings

Lernraumgestaltungsmaßnahmen bedürfen eines uneingeschränkten Commitments und der Unterstützung durch die Hochschul- und Fachbereichsleitungen, damit Maßnahmen auf einem hohen Innovationsniveau und mit nachhaltigen Konzepten realisierbar und insbesondere skalierbar sind.

Empfehlung

Das gewählte Vorgehen, basierend auf den Modellen nutzerzentrierter Entwicklungsprozesse und der Reallaborpraxis, hat sich bewährt.

Tipps

In den Reallaborphasen von Co-Design, Co-Produktion und Co-Evaluation konnten zahlreiche Tipps und Tricks identifiziert werden. Diese sind in der Publikation „Learning Space Experiences: Reallabore zur Transformation des Lernraums Hochschule. Ein Workbook zur Modellierung, Implementierung und Evalu-ierung von innovativen und nachhaltigen Lernumgebungen“ (Ninnemann et al. 2025) anhand von relevanten Fragestellungen entlang der DORT-Perspektive dokumentiert.

Sonstiges

Eine zentrale Erkenntnis ist, dass neue Lernumgebungen von Nutzenden gut angenommen werden, dass sich aber insbesondere im Bereich der Organisation Herausforderungen ergeben. Während Aspekte der Didaktik, des Raums und der Technologie auf der Grundlage eines bereits umfangreichen Wissens in Forschung und Praxis analysiert werden können, sind organisatorische Fragen noch nicht systematisch beobachtet und konzeptualisiert worden und bedürfen weiterer Untersuchungen in Reallaboren.

Methoden

Empfohlen

Methoden
DORT-Perspektive, Reallabormodell mit Co-Design, Co-Produktion und Co-Evaluation, Mixed-Methods-Approach bei der Evaluierung, User Experience Research mit Personas, User Journeys und UEQ4wave
Formate
Reallabor, Workshops, Interviews, Nutzungsszenarien, Sprechstunden für Nutzer:innen
Technische Tools
Bring-Your-Own-Device-fähige Technik (USB-C), Plug & Play-Setups, Digitales Handbuch für Nutzer:innen und Stakeholder

Nicht empfohlen

Methoden
Nutzer:innenbefragungen OHNE vorherige Aufnahme und Analyse des Forschungsstands
Formate
Einmalige Informationsveranstaltungen ohne begleitende Unterstützungsangebote
Technische Tools
Komplexe Systeme mit hohem Wartungs- und Personalaufwand und eingeschränkter Kompatibilität (v. a. firmenspezifische Konferenztechnik)

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
Keine Kontaktdaten vorhanden
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
„(R)Evolution Seminarraum? Erkenntnisse im Reallabor Innovatives Lernraumdesign an der HTW Berlin.Link aufrufenNinnemann; Celik; Piehl; Rubik: „(R)Evolution Seminarraum? Erkenntnisse im Reallabor Innovatives Lernraumdesign an der HTW Berlin./Link/
Digitales Handbuch Reallabor Innovatives LernraumdesignLink aufrufen/Link/
Innovatives LernraumdesignLink aufrufenNinnemann; Celik; Piehl (2025): Innovatives Lernraumdesign. Strategien zur Verknüpfung von Lernen und Raum in hybriden und studierendenzentrierten.../Link/
Learning Space Experiences: Reallabore zur Transformation des Lernraums Hochschule. BerlinLink aufrufenNinnemann; Celik; Piehl; Rubik (2025): Learning Space Experiences: Reallabore zur Transformation des Lernraums Hochschule. Berlin/Link/
The relevance of learning space organisation. Insights from a real-world laboratory for hybrid and..Link aufrufenNinnemann; Celik; Piehl (2024): The relevance of learning space organisation. Insights from a real-world laboratory for hybrid and student-centred.../PDF/
Zukunftsorientierte Lernraumentwicklung. Handlungsempfehlungen für die Begleitung partizipativerLink aufrufenPrill; et al. (2024): Zukunftsorientierte Lernraumentwicklung. Handlungsempfehlungen für die Begleitung partizipativer Prozesse in der .../PDF/

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