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Digitaler Fachbereich: Flexibilisierung der Hochschullehre

Im Rahmen des Teilprojektes "Digitaler Fachbereich" wurde die Maßnahme „Flexibilisierung der Hochschullehre“ an den Pilotfachbereichen bauen-kunst-werkstoffe (b-k-w) und Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) durchgeführt und flexible Studienmodelle entwickelt. Ziel war es, analoge, digitale und hybride Lehr‑ und Lernangebote optimal miteinander zu kombinieren, asynchrone Selbstlernphasen (durch erhöhte Anteile von z. B. Blended‑Learning, Flipped Classroom, digitale Selbstlerneinheiten) einzuführen und die Rhythmisierung von Lehrveranstaltungen anzupassen, um eine höhere zeitliche, örtliche und inhaltliche Flexibilisierung zu erreichen.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Flexibilisierung der Lehre
Hybride Lehr-Lernangebote
Flipped Classroom
Semesterrhythmisierung
Selbstlerneinheiten
Zielgruppe(n)
Hochschul-, Fachbereichs-/Fakultätsleitung
Lehrbeauftragte
Mitarbeiter:innen aus Service, Verwaltung & Wissenschaftsmanagement
Professor:innen
Studierende
Tutor:innen/stud. Mentor:innen
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Supportangebote
Angebote für Austausch und Kollaboration entwickeln
Lehr-/Studienangebote
Curricula/Studienprogramme entwickeln
Lehr-/Lernmaterialien entwickeln
Lehrkonzepte/-formate entwickeln
Technisch-räumliche Infrastruktur
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Strukturelle Rahmenbedingungen
Supportstrukturen entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Die Maßnahme zielte darauf ab, fehlende organisatorisch abgestimmte Vorgehen und starre Semester‑ bzw. Studienstrukturen aufzubrechen,
durch welche die Potenziale digitaler und hybrider Lehr‑Lernformate für mehr zeit‑ und ortsunabhängiges Studium nicht vollständig ausgeschöpft werden konnten.
Die Herausforderung bestand darin, eine tragfähige Struktur für hybride Lehre und flexible Formate zu schaffen.

Herangehensweise

In den Pilotfachbereichen wurden die Bedarfe von Studierenden und Lehrenden primär mithilfe von Design-Thinking-Workshops, qualitativen Interviews und Expertenreviews erfasst.
Daraus abgeleitet wurden digitale Selbstlernkurse entwickelt, die Studierenden eine flexible und individuelle Gestaltung ihrer Lernprozesse ermöglichen. Ziel war die optimale Kombination
digitaler und analoger Lehrformate zur Verbesserung der Studienorganisation und Förderung überfachlicher Kompetenzen.
Die digitalen Selbstlernkurse sind im LMS OpenOLAT verankert und können von Studierenden eigenständig durchlaufen werden.
Parallel wurde die analoge Lehre gezielt mit digitalen Einheiten angereichert, sodass Flipped Classroom/Blended-Learning-Modellen entstanden, die den individuellen Bedürfnissen der
Studierenden gerecht werden.

Zusammenhang

Die Maßnahmen wurden in mehreren Iterationen erprobt, evaluiert und systematisch weiterentwickelt. Primär kamen folgende Instrumente zum Einsatz:

·         Leitfaden-gestützte Interviews mit Lehrenden

·         Quantitative Datenerhebungen mit Online-Fragebögen in verschiedenen Lehrveranstaltungen (u.a. Baubetrieb 2, BENT, Einführung in das Gesundheits- und Sozialmanagement)

Voraussetzung

Für die erfolgreiche Durchführung der Maßnahme war insbesondere das Interesse und die Bereitschaft der Lehrenden entscheidend, ihre Seminarinhalte digital aufzubereiten und didaktisch
sinnvoll in modulare Strukturen zu überführen. Ebenso wesentlich war der Zugang zu moderierten Workshops und Evaluationen mit Studierenden und Lehrenden, um Bedarfe frühzeitig zu
identifizieren und praxisnahe Lösungen zu entwickeln.
Die Arbeit in interdisziplinären Projektteams – bestehend aus technischer, didaktischer und administrativer Expertise – ermöglichte eine ganzheitliche Umsetzung.
Voraussetzung war zudem die Verfügbarkeit digitaler Infrastruktur, wie das Lernmanagementsystem OpenOLAT sowie angebundene Systeme (z. B. HIS, WebUntis), um die Studienorganisation
durchgängig digital abbilden zu können.

Eignung

Nachnutzende erkennen die Eignung der Maßnahme anhand vielfältiger Evaluationsergebnisse.

Qualitative Expertenreviews und Gruppendiskussionen bestätigten die verbesserte Usability.

Die individuelle Kombination von Modulen in verschiedenen Formaten und Zeitrastern wurde von Studierenden als besonders hilfreich empfunden.
In den Evaluationen zeigten sich eine deutlich höhere Zufriedenheit mit der Studienplanung und ein gestiegenes Gefühl von Selbststeuerung.
Auch die Integration digitaler Selbstlerneinheiten, z. B. Future-Skills-Module in OpenOLAT, wurde positiv bewertet, da sie zeitunabhängiges Lernen und individuellere Studienverläufe ermöglichten.

Vorgehen/Schritte

  1. Umfassende Bedarfsanalyse: Die Weiterentwicklung digitaler und flexibler Lehr- und Lernangebote erfordert eine systematische, fachbereichsübergreifende Bedarfsanalyse unter Einbezug aller relevanten Gruppen (Studierende, Lehrende, Verwaltung, Supportstrukturen).

  2. Förderung flexibler Lehrformate: Digitale Selbstlerneinheiten und Flipped-Classroom-Modelle sollten hochschulweit weiterentwickelt und verstetigt werden. Qualitätssicherung, regelmäßige Evaluation sowie interaktive Elemente und Erfahrungsaustausch fördern Aktivierung und Lernerfolg.

  3. Förderung digitaler Übungsformate: Digitale Übungsformate sind gezielt in Lehrstrukturen zu integrieren. Plattformen wie iMathAS oder OpenOLAT ermöglichen durch automatisiertes Feedback und adaptive Aufgaben eine individualisierte Förderung.

  4. Förderung digitaler Prüfungsformate: E-Portfolios und projektbasierte Prüfungen ermöglichen kontinuierliche Leistungsbewertung. Pilotprojekte sollten evaluiert und erfolgreiche Ansätze übertragen werden, um flexible und gerechtere Prüfungsformen zu etablieren.

  5. Ausbau digitaler Selbstlernkurse: Selbstlernkurse sollten curricular verankert werden. Sie ermöglichen zeit- und ortsunabhängiges Lernen, individuelles Lerntempo und unterstützen die Vereinbarkeit von Studium, Arbeit und Privatleben.

  6. Flexibilisierung von Kontaktzeiten: Digitale und asynchrone Lehrformate erfordern oft höheren Vorbereitungs- und Betreuungsaufwand.

  7. Digitalisierungsbeauftragte: Jeder Fachbereich sollte eine verantwortliche Person für digitale Lehre benennen, um Bedarfe zu erkennen, Entwicklungen zu koordinieren und Lehrende zu unterstützen.

  8. Niederschwellige Technik: Benutzerfreundliche, zuverlässig funktionierende Systeme und zugängliche Supportstrukturen sind zentrale Voraussetzungen erfolgreicher digitaler Lehre.

  9. Weiterentwicklung dualer Studiengänge: Flexiblere Zeitstrukturen, digitale Elemente und hybride Formate können die Vereinbarkeit von Studium und Praxisphasen verbessern; zugleich sollte die Kooperation mit Praxispartnern gestärkt werden.

  10. Erhaltung von Austauschrunden: Regelmäßige Austauschformate zu Digitalisierung und Flexibilisierung fördern Good Practice, Innovation und Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre.

Hinweise

Effekte

Erwartete Effekte waren vor allem eine spürbare Steigerung der zeitlichen und organisatorischen Flexibilität für Studierende sowie eine höhere Zufriedenheit mit der Veranstaltungsplanung.
In quantitativen Evaluationen berichteten Studierende über deutlich verbesserte Planbarkeit und wahrgenommene Flexibilität durch modulare Wahlmöglichkeiten.
Unerwartet zeigte sich jedoch, dass die erhoffte verstärkte soziale Interaktion im LMS durch z.B. Foren und Talk Lounges kaum stattfand.
Viele Studierende nutzten bevorzugt externe Kanäle, sodass digitale Austauschformate geringer nachgefragt wurden als prognostiziert.

Learnings

Rückblickend lassen sich folgende zentrale Learnings benennen:

1. Ganzheitliches Change‑Management ist essenziell. Technische Ausstattung, didaktische Konzepte und organisatorische Rahmenbedingungen müssen von Anfang an kohärent geplant
und transparent kommuniziert werden. Die Heterogenität der Studierendenschaft verlangt nach flexiblen, digitalen Angeboten, aber auch nach analogen Lernräumen.

2. Iterative, partizipative Entwicklung erhöht die Passgenauigkeit. Design‑Thinking‑Workshops und Experten‑Reviews helfen, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und Prototypen zielgerichtet
nachzujustieren.

3. Lernräume müssen nicht nur technisch, sondern auch methodisch betreut werden, um digitale Kollaboration nachhaltig zu verankern.

4. Der Aufwand für Entwicklung, Pflege und Aktualisierung digitaler Module ist nicht zu unterschätzen. Langfristige Entlastung kann durch standardisierte Templates und fortlaufende
Schulungs‑ sowie Supportangebote für Lehrende entstehen.

Tipps

·         Frühzeitige Kommunikation in den Fachbereichen sichert Akzeptanz.

·         Start mit Bedarfsanalyse: Klären Sie zu Beginn die spezifischen Anforderungen von Studierenden und Lehrenden mittels Interviews oder Workshops, um passgenaue Module
und technische Lösungen zu entwickeln .

·         Nutzung von Standard‑Templates: Setzen Sie einheitliche LMS-Kursvorlagen (vgl. Musterkurs) ein, um Erstellungs‑ und Pflegeaufwand zu reduzieren und schnelle Roll‑outs zu ermöglichen.

·         Phasenweise Skalierung: Pilotieren Sie neue Formate zunächst in kleinem Umfang (Modulebene), bevor Sie diese auf ganze Fachbereiche ausweiten, um Ressourcenbedarf
frühzeitig zu validieren.      

·         Evaluation nicht nur als Abschluss, sondern als iteratives Werkzeug verstehen.

Sonstiges

Die partizipative Entwicklung und Evaluation der Maßnahme haben nicht nur die Lehre, sondern auch die Zusammenarbeit in den Fachbereichen und innerhalb der Hochschule gestärkt

Methoden

Empfohlen

Methoden
Design‑Thinking‑Workshops mit Lehrenden und Studierenden zur iterativen Bedarfsanalyse, ergänzt durch partizipative Prototypentests und regelmäßige Experten‑Reviews.
Formate
Blended‑Learning‑Sequenzen, Flipped‑Classroom‑Phasen, digitale Selbstlernkurse
Technische Tools
LMS‑Musterkurse mit barrierearmen, transparenten Strukturen, ergänzt durch automatisierte Quiz‑Plugins, Analytics‑Dashboards, WebUntis.

Nicht empfohlen

Methoden
Reine, quantitative Online‑Befragungen ohne qualitative Interviews oder partizipative Work-shops führten zu oberflächlichen Erkenntnissen und verhinderten eine echte Nutzerzentrierung.

Kontakt

Projekt Kontakt
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Flexibilisierung der Lehre Link aufrufenKultur der Digitalität, Teilprojekt Digitaler Fachbereich. Maßnahme: Flexibilisierung der Lehre/Link/

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