
Festival of Digital Connections für Studierende
Anfang Oktober 2022 fand an der Uni Göttingen drei Tage lang das Festival of Digital Connections statt. Etwa 200 überwiegend niedersächsische Studierende nahmen daran für drei Tage teil. Das Programm umfasste rund 40 Workshops, Keynotes, eine Toolmesse und Diskussionen zu Studium und Leben im Kontext der Digitalisierung.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die Corona-Pandemie stoppte Präsenzlehre und Großveranstaltungen, wodurch Austausch, Lernen und Zugehörigkeitsgefühl litten. Digitale Tool-Angebote der Unis erhielten kaum Studierenden-Feedback. Das dreitägige Festival in Göttingen für drei Verbundhochschulen stärkt interne und fächerübergreifende Kooperation, präsentiert Tools und sammelt Rückmeldungen zur Weiterentwicklung des Tool-Angebots.
Herausforderungen: Wegfall persönlichen Austauschs, geringes Feedback, mangelhafte Identifikation
Herangehensweise
1. Planung & Vernetzung
Zielgruppenanalyse, Festlegung von Themen und Look & Feel sowie Online-Evaluation (Themen, Tools, Speaker*innen). Kontaktliste aller Fachschaften anlegen. Abstimmungen zu Räumen, Catering und Unterkünften.
2. Programmdesign
Auswahl von Workshops, Vorträgen, Hands-on-Sessions und Toolmesse, Keynotes und Side-Events.
3. Logistik & Promotion
Buchung von Veranstaltungsräumen, Technik sowie Mensa- und Hostel-Kontingenten. Planung von Stadtrallye und Community-Abend. Bewerbung über Social Media, Poster, Postkarten, E-Mails und Screens
4. Durchführung
Eröffnung mit Infotisch; parallele Sessions (Workshops, Diskussionen, Labs, Toolmesse); sichtbares Orga-Team mit T-Shirts, Namensbändern und Awareness-Team; Community-Abend und Stadtrallye.
5. Nachbereitung & Transfer
Auswertung aller Sessions und Feedback von Teilnehmenden sowie Speaker*innen. Integration der Ergebnisse in die Weiterentwicklung der Tools und künftige Veranstaltungen.
Zusammenhang
Vor Semesterstart des Wintersemesters 2022 bot das Festival mehreren thematischen Stages, parallelen Sessions und einem bunten Rahmenprogramm auf dem Campus. Die Formate Workshops, Hands-on, Keynotes, Lightning/Community Talks, Paneldiskussionen und Labore generierten Vernetzung der Studierenden, informelle Begegnungen, öffentliche Sichtbarkeit und den Transfer der Co³Learn-Ergebnisse.
Voraussetzung
Der weitläufige Campus der Uni Göttingen stellt zahlreiche Seminarräume mit bewährter Technik bereit. Das umfangreiche Co³Learn-Kernteam übernimmt Backoffice-Aufgaben, Zeitplanung, Speaker-Begleitung, Moderation sowie Auf-/Abbau von Veranstaltungstechnik und Spielekonsolen. Neben allen hauptamtlichen Mitarbeitenden wurden alle studentischen Mitarbeitenden in die Durchführung integriert. Ein Budget für Speaker*innen sichert attraktive Workshops mit Expert*innen aus Wirtschaft, Praxis, Social Media und Studierenden-Influencer*innen. Die Sachmittel des Verbundprojekts ermöglichen die kostenfreie Teilnahme.
Zur Bewerbung werden Social Media, Stud.IP, uniweite Newsletter, Twitter, Instagram, AStA, Fachschaften und gedruckte Poster eingesetzt. Ein Hygiene-Konzept gewährleistet Sicherheit. Die Programmvielfalt reicht von Workshops, Hands-on-Sessions, Keynotes, Lightning- und Community Talks bis zu abendlichen Angeboten wie Kneipentour, digitaler Schnitzeljagd, Toolmesse und Selfie-Station.
Eignung
Die Nachnutzung des Festivals zeigt sich in den Rückmeldungen: Studierende loben den intensiven fachlichen Austausch zur Digitalisierung von Lehre und Studium sowie das Knüpfen neuer Kontakte auf sozialer Ebene. Vor Ort wurden Vorträge, Workshops und Diskussionen rege genutzt, auch das Rahmenprogramm stieß auf große Resonanz. Umfrageergebnisse belegen durchweg positives Feedback – nicht nur von Teilnehmenden, sondern auch von Speaker*innen und Aussteller*innen der Tool-Messe. Unter dem Hashtag #festivalconnection dokumentierten Studierende und Referent*innen vor, während und nach der Veranstaltung ihre Eindrücke und interagierten kontinuierlich auf Instagram & Co. Viele fragten eine Wiederholung an und es gab keine technischen oder inhaltlichen Pannen. Die feierliche Eröffnung im Rathaus, die musikalische Begleitung und das Catering trugen zusätzlich zur hohen Zufriedenheit bei. Gruppenbildungen während der Workshops und spontane Treffen auf dem Campus waren sichtbar.
Schritte
1. Team & Organisation
Alle Mitarbeitenden (Haupt- und Studierendenteam) sind die Tage vor, während und nach dem Festival vor Ort präsent. Klare Aufgabenverteilung für Auf-/Abbau, Speaker-Betreuung, Backoffice, Social Media und Technik wird zentral dokumentiert. Mobile Endgeräte mit Messengern und Telefonkette sichern schnelle Kommunikation auf dem weitläufigen Campus. Arbeitszeiten sind flexibel bis zu zwölf Stunden täglich (bei Bedarf auch abends), digitaler Zugriff auf alle organisatorischen Daten gewährleistet Transparenz.
2. Räumlichkeiten & Infrastruktur
Genutzt werden das Zentrale Hörsaalgebäude mit Foyer (ZHG) und der Digital Creative Space in der Bibliothek. Räume und Technik (Beamer, Mikrofone, Bestuhlung, Geschirr) werden frühzeitig über den Hausdienst gebucht. Ein Materialraum beherbergt Moderationskoffer, Wasser, Gläser sowie Technik und das ruhige Backoffice dient als Team-Arbeits- und Pausenraum. Das Studentenwerk stellt Mensa-Gutscheine für die Festivalzeit aus. Ein Hygiene-Konzept (Maskenpflicht, Selbsttests) wurde erstellt.
3. Programmgestaltung & Speaker*innen
Themen orientieren sich an Studierenden-Bedürfnissen (Zusammenarbeit, mentale Gesundheit, prekäre Lebenslagen, Care-Arbeit, Queer studieren, WG-Organisation). Peer-Learning steht im Zentrum: Workshops, Panels und Labs werden von Studierenden, Influencer*innen und Praxisexpert*innen geleitet. Unternehmens-Vertreter*innen treten nur selektiv auf. Frühe Ansprache, Honorarverträge und gemeinsame Werbeplanung sichern das Engagement. Vielfältige Formate (Hands-on-Sessions, Lightning Talks, Community Talks, Keynotes) fördern Interaktion.
4. Festival-Charakter & Rahmenprogramm
Mehrere thematische Stages (Digitales, Social Impact, Gamification, Career & Life Hacking) bieten parallele Sessions. Das Rahmenprogramm wie Kneipentour, Gaming Area, digitale Schnitzeljagd, Toolmesse, Selfie-Station und Livemusik schaffen informelle Begegnungen.
5. Bewerbung & Teilnehmer*innen-Aktivierung
Multichannel-Kampagne über Stud.IP/LMS-Banner, VPL-Newsletter, AStA- und Fachschafts-Mails, Twitter, Instagram (#festivalconnection) sowie Poster und Postkarten beinhalten Einladungsschreiben mit klaren Calls-to-Action.
6. Verpflegung, Unterkunft & Finanzierung
To-go-Boxen verringern große Essensreste, Verbindlichkeit der Anmeldung erhöhen (gegen No-Shows). Mensa-Gutscheine und Hostel-Frühstück sichern die Grundversorgung. Zimmerbelegungen werden vorab geplant. Eine grobe Kostenplanung mit Puffern für Honorare und Catering ist unerlässlich. Aufträge und Abrechnungen laufen über den jeweiligen Verbundstandort; Zuständigkeiten für Formulare und Zahlungsprozesse werden frühzeitig geklärt.
Fazit
Die integrierte Planung von Team, Räumen, Programm und Kommunikation sowie die durchdachte Logistik schaffen ein nachhaltiges, positives Festivalerlebnis für alle Beteiligten.
Hinweise
Effekte
Das Festival zeigte gemischte Effekte: Die No-Show-Rate war höher als erwartet, weshalb Catering-Kontingente und wenige Übernachtungsplätze ungenutzt blieben. Weniger Teilnehmende pro Workshop führten jedoch zu intensiven, interaktiven Diskussionen. Die Tool-Messe im Foyer wurde weniger aufgesucht, da das Nebenprogramm ebenso großartig war – künftig könnte man passierende Hochschulangehörige gezielter einladen oder spontane Sessionbeitritte anbieten. Ein Termin im Semester lockt mehr Publikum, erschwert aber Raumplanungen. Positiv fiel auf, dass sich Studierende vor Ort erstmals vernetzten, großes Interesse an den Themen zeigten und Moderation wie Speaker*innen stark wertschätzten. Insgesamt überwog das Feedback, viele fordern eine Wiederholung im Folgejahr. Auch die eingeladenen Speaker*innen hoben Atmosphäre und Organisation lobend hervor.
Learnings
• Studierende zeigten großes Interesse an digitalen Lern- und Lebensweltthemen, beteiligten sich aktiv und kritisch an Diskussionen zu Post-Corona-Studium.
• Das Festival-Format erwies sich als attraktiv, brachte jedoch hohen organisatorischen Aufwand auf verschiedenen Ebenen mit sich.
• Studentische Speaker*innen und eine gezielte Social-Media-Strategie waren entscheidend für Reichweite und Teilnehmendenbindung.
Livestreams einiger Sessions ermöglichten weiteren Personen die Teilnahme und erhöhte die Reichweite für das Verbundprojekt und die Speaker*innen
• Fundierte Eventmanagement-Erfahrung und Assistenzkapazitäten würden Planung, Durchführung sowie Sachbearbeitung und Buchhaltung immens unterstützen.
• Die geplante öffentlichkeitswirksame Nachbereitung konnte nicht umgesetzt werden – künftig sollten redaktionelle Ressourcen und Zeitfenster rechtzeitig eingeplant werden.
Tipps
Ticketpflicht mit geringer Gebühr erhöht Verbindlichkeit und reduziert No-Shows. Alternativ ein eintägiges Format ohne Übernachtung anbieten. Ein schlankeres Side-Event-Programm und großzügige Pausen zwischen Slots verbessern den Ablauf. Eine Druckversion des Programms ergänzt das digitale Angebot. Einheitliche Erkennungsmerkmale (Badge, T-Shirts) stärken das Gemeinschaftsgefühl. Zusätzliche Assistenz in Orga und Abrechnung entlastet das Kernteam. Bewerbung über universitäre Kanäle (Mailinglisten, LMS-Banner), AStA und Fachschaften steigert die Reichweite. Technische Livestream-Vorbereitung ermöglicht hybride Teilnahme; Anreize zur Hashtag-Nutzung motivieren zu Social-Media-Berichten.
Methoden
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