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Communitybuilding für Lehrende

Die Maßnahme richtet sich an Lehrende mit hohem Workload, die dennoch einen praxisorientierten Austausch zu digitalen Lehr- und Lernwerkzeugen suchen. In locker gestalteten Workshops werden Hierarchien bewusst aufgehoben und eine greifbare, weniger akademische Ansprache gewählt. Ziel ist es, keinen zusätzlichen Zeitaufwand zu erzeugen, sondern tatsächlichen Mehrwert zu bieten: Dazu zählen individuelle 1:1-Gespräche, Anerkennung ausgezeichneter Lehre sowie ein asynchrones Social-Network (Academic Cloud Hub) für Publikationen, Ankündigungen und informellen Austausch. Ergänzend ermöglichen Kontakte über LinkedIn und ähnliche Netzwerke gezielt Unterstützung einzuholen. Durch fach- und institutsübergreifende Vernetzung werden didaktische und technische Herausforderungen – etwa der Einsatz von KI-Tools – gemeinsam adressiert. Als Impuls dienen eine gemeinsame Lehr-Lern-Plattform und Academic Cloud Tools.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Communitybuilding
Lehrende
Austausch
Lehrqualität
Interdisziplinarität
Zielgruppe(n)
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen/LfBA
Professor:innen
Mitarbeiter:innen aus Service, Verwaltung & Wissenschaftsmanagement
Lehrbeauftragte
Hochschul-, Fachbereichs-/Fakultätsleitung
Akteur:innen außerhalb der Hochschule
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Technisch-räumliche Infrastruktur
Plattformen/Portale entwickeln
Lernassistenz-/Monitoringsysteme entwickeln
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Projektkoordination
Wissenstransfer/Dissemination entwickeln
Partizipationsformate/Community Building entwickeln
Kommunikationsprozesse & Öffentlichkeitsarbeit entwickeln
Strukturelle Rahmenbedingungen
Supportstrukturen entwickeln
Anreizsysteme entwickeln
Supportangebote
Weiterbildungsangebote für die Lehre entwickeln
Beratungs-/Coachingangebote für die Lehre entwickeln
Angebote für Austausch und Kollaboration entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Die zentrale Aufgabe bestand darin, Lehrende mit hohem Workload für einen praxisorientierten Austausch zu digitalen Lehrtools zu gewinnen und aktiv in die Formatgestaltung einzubinden. Sie sollten offen über Wissenslücken oder Scheitern sprechen, eigene Bedarfe benennen und gezielt Unterstützung suchen können. Da institutsinterne Netzwerke häufig nicht ausreichen, liegt der Fokus auf fach- und institutsübergreifender Diskussion didaktischer und technischer Fragen sowie aktueller Trends wie KI.

Herangehensweise

Zur Initiierung des Austauschs wurden zunächst persönliche Netzwerke sowie gezielt recherchierte Lehrpreisträger identifiziert und per E-Mail mit individualisierten Einladungen und konkreten Terminvorschlägen angeschrieben. Gleichzeitig erfolgte die Präsenz auf hochschulinternen Veranstaltungen wie Messen, Tage der offenen Tür und Lehrwerkstatt-Workshops, um im direkten Gespräch das Booklet, Unterstützungsmaterialien und Austauschformate vorzustellen. Durch die Kombination aus schriftlichen Informationen und persönlichen Kontakten konnten Lehrende frühzeitig über anstehende Termine informiert und zur aktiven Mitgestaltung ermutigt werden.

Zusammenhang

Im Erprobungskontext wurde ein flexibles Beratungsangebot etabliert, das je nach Bedarf telefonisch, online oder per E-Mail in einfacher oder mehrfacher Form genutzt werden kann – auch als Follow-up nach anderen Veranstaltungen bezogen auf Lehrunterstützung. Ergänzend wurde ein wiederkehrendes Austauschformat realisiert: Online-Wissensnuggets für größere Gruppen von Interessierten in Plenum, gefolgt von individuellen Beratungsmöglichkeiten.

Voraussetzung

Für die Durchführung der Maßnahmen ist zunächst sicherzustellen, dass das Angebot nicht als zusätzliche Belastung, sondern als dienstleistungsorientierte Unterstützung wahrgenommen wird. Dafür sind umfangreiche Vorbereitungsarbeiten nötig, etwa Erstellung von Informationsmaterialien und systematischer Kontaktaufbau. Klare Rahmenbedingungen für Veranstaltungen und Formate – inklusive termingerechter Einladungen – dienen der Komplexitätsreduzierung und schaffen Orientierung. Ein Fokus auf Hands-on-Übungen und den Austausch von Erfahrungswissen fördert die Zugänglichkeit. Zudem muss ein geschützter Raum gewährleistet sein, in dem weder die Stimmung von akademischer Konkurrenz noch Videoaufzeichnungen stattfinden.

Eignung

Als zentrale Erfolgsmerkmale gelten durchweg positives Feedback der beratenden Lehrenden sowie hohe und regelmäßig stabile Teilnehmerzahlen in den Austauschformaten. Folgetermine nach Erstberatungen und die eigenständige Kontaktaufnahme der Lehrenden zur Community belegen das nachhaltige Interesse. Ergänzend weisen eingehende E-Mail-Rückmeldungen zu eingesetzten Tools und die eigenverantwortliche Einbindung sicherer, DSGVO-konformer Anwendungen über die Academic Cloud oder StudIP/SSO auf Praxistauglichkeit hin. Zudem fließen eigene Ideen und Impulse zur Lehrverbesserung in die Veranstaltungen ein, und die didaktische Beratung unter Peers mit Expertise des Projekts – dokumentiert im HFD-Dossier – bestätigt die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit des Angebots.

Schritte

Für eine erfolgreiche Adaption sollten ausreichend personelle und zeitliche Kapazitäten bereitstehen, idealerweise in einer dauerhaft etablierten Funktion für Community-Building, unterstützt von Top-down-Fürsprechern als Grundlage für bottom-up-Prozesse. Ein schlanker Abstimmungsaufwand im Team bei gleichzeitiger Freiheit für kreative Umsetzung ermöglicht es, Angebote agil zu gestalten. Studentische Hilfskräfte können Design, Recherche und Kontaktpflege übernehmen, oder eingebrachte Audio- und Videoschnitt-Expertise die Veranstaltungen professionell unterstützt. Ein standortübergreifendes Team und persönliche Netzwerke der Mitglieder gewährleisten Zugang zu relevanten Hochschulstrukturen und Lehrenden. Die Formate sollten stets unverbindlichen Mehrwert bieten, ohne Druck oder Verpflichtungen, und mit gezielter Bewerbung der Academic Cloud ein gemeinsames Wissensniveau schaffen. Ein Academic-Cloud-Hub ermöglicht Lehrenden in einer Mehrheit innerhalb einer Gruppe den standortübergreifenden Peer-Austausch.

Offenheit in der persönlichen Kontaktaufnahme, Resilienz bei Absagen sowie telefonische Nachfassaktionen tragen zur Nachhaltigkeit bei. Regelmäßige Evaluationen und niedrigschwellige, themenspezifische Angebote sichern die langfristige Akzeptanz und Weiterentwicklung.

Hinweise

Effekte

Durch die proaktive Ansprache wurden Lehrende erreicht, ohne dass sie zuvor selbst den Kontakt gesucht hatten. In mehreren Einzelterminen konnten individuelle Fragen und Probleme in der Lehre bearbeitet werden, was durchweg positives Feedback im persönlichen Austausch brachte. Das Format „Wissensnugget“ entwickelte sich zum festen Anlaufpunkt: wiederholte Anmeldungen, steigende Teilnehmerzahlen und wachsende Bekanntheit in der Zielgruppe zeugen von lebhaftem Austausch unter Gleichgesinnten. Die Authentizität der Vortragenden förderte echtes Interesse und Offenheit. Eine wechselseitige Dynamik entstand dadurch, dass Teilnehmende einerseits Beratung erhielten und andererseits ihre eigenen Praxiserfahrungen im Format teilten, wodurch der Rollenwechsel zwischen Lehrendem und Lernendem den kontinuierlichen Peer-Austausch beflügelte.

Learnings

Das niedrigschwellige Hands-on-Format auf Augenhöhe stellte sich sehr wirkungsvoll dar: Eine einfache Anmeldung für ein kompaktes 45-Minuten-Vortrags-und-Diskussions-Setting und die konsequente Weiterentwicklung zur Reihe erzeugten hohe Teilnehmerzahlen und regelmäßige Rückkehrer*innen. Lehrende zeigten große Begeisterung für gute Lehre. Viele engagierte „Leuchtturm“-Dozierende mit großen Veranstaltungen nutzten die Gelegenheit, ihr Erfahrungswissen einzubringen. Zugleich hat sich der Einsatz digitaler Tools in der Präsenzlehre nachhaltig weiterentwickelt: Formate wie High-Flex und Blended Learning sind etabliert. Für die Gewinnung zukünftiger Referent*innen im Wissensnugget-Format bewährte sich ein schrittweises Vorgehen: Erst eigene Teilnahme der Lehrperson am Format als Teilnehmende*r, dann individuelle praxisnahe Aufbereitung des Themas – unterstützt durch technische und didaktische Begleitung und im Anschluss Anfrage als Expert*in im Wissensnugget die Entwicklung zu teilen.

Empfehlung

Die Position des Communitymanagements wird dauerhalft benötigt und sollte nicht projektspezifisch angesiedelt und finanziert werden. Netzwerke für Personen, Veranstaltungen und Plattformen müssen dauerhalt gepflegt, weiterentwickelt und unterstützt werden. Es wird kein eigenständiges Wachstum von Netzwerken geben.

Tipps

Es sollte jederzeit klar erkennbar sein, welchen konkreten Mehrwert sie für Lehrende bieten –zeitsparende Praxis-Tools, passgenaue Beratung oder unkomplizierte Vernetzungsmöglichkeiten. Eine allzu stark auf das Netzwerk allein fokussierte Kommunikation wirkt schnell wie eine zusätzliche Verpflichtung; besser ist es, stetig erreichbar zu sein und den Nutzen direkt zu vermitteln. Wer sich inhaltlich einbringt, sollte sichtbare Anerkennung erhalten: sei es durch eine kurze Vorstellung als Fachexpert*in, eine Erwähnung auf Kanälen der Hochschule oder ein digitales Badge. Die Teilnahmebereitschaft zu Terminen etwa mittwochs zur Mittagszeit oder frühen Nachmittagstermine ist höher als freitags. So entsteht ein adaptives Format, das Lehrenden echten Gewinn ohne zusätzliche Belastung bietet.

Sonstiges

Es hilft sehr, sich intensiv inhaltlich mit Communitybuilding für Lehrende auseinanderzusetzen und mit und eigener Community sowie bestehenden Communitys für Lehrende auszutauschen. Explizit der Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Communitybuildern generiert den Ausbau der eigenen Expertise sowie einen Mehrwert für das eigene Netzwerk von lehrenden.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Digitales Austauschformat (45 Min) mit Vortrag und Diskussion. Lehrende teilen untereinander good practice oder Herausforderungen in zwei Anwendungsszenarien. Es gibt geringe Moderation zu Beginn und zum Abschluss. Format bietet einfache Anmeldung und Ausblick auf Reihe mit Wiedererkennungswert.
Formate
Gemeinsames Whiteboard über Veranstaltungen hinweg gefüllt, sodass Zugriff auf alle Inhalte der Veranstaltungsreihe (Links, Kontakte, Szenarien) besteht. Zur Bewerbung extra E-Mailverteiler für Interessierte, da Projektnewsletter in größeren Abständen erscheint.
Technische Tools
Videokonferenz und Whiteboard, E-Mail Verteiler

Nicht Empfohlen

Methoden
Videokonferenz und Whiteboard, E-Mail Verteiler
Formate
Offene Fragen, Themendiskussionen angeregt, zur Interaktion aufgefordert
Material
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