
Didaktische Werkstatt Gesundheit (DWG)
Mit dem Projekt Didaktische Werkstatt Gesundheit erhalten Lehramtsstudierende der Berufspädagogik Gesundheit an der Hochschule Fulda konkrete Unterstützung für ihre Unterrichtsversuche in drei studienbegleitenden schulischen Praktika. Dazu zählt die Bereitstellung von Anschauungsobjekten, medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterial für den Unterricht in den Fächern Gesundheit, Pflege und Physiotherapie. Dies ist für den Unterricht an den Schulen der beruflichen Bildung besonders wichtig, da hier für den Aufbau von Handlungskompetenz Abläufe nicht nur theoretisch durchdrungen, sondern auch praktisch erlernt werden. Neben Material, das über ein Ausleihsystem zur Verfügung gestellt wird, entsteht eine Sammlung digitaler Medien und didaktischer Anregungen, die entlang der Curricula systematisiert und über die Projekthomepage kostenlos abrufbar sein wird.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die Didaktische Werkstatt Gesundheit unterstützt Lehramtsstudierende der Berufspädagogik Gesundheit sowie angehende Pflegepädagog*innen bei der Planung, Durchführung und Reflexion ihrer Unterrichtsversuche, die sie im Rahmen von studienbegleitenden Praktika absolvieren. Der Unterricht ist dabei an den Prinzipien von Handlungs- und Lernfeldorientierung ausgerichtet. Um berufliche Handlungen im Unterricht vollständig durchdringen zu können, wird Anschauungs- und Simulationsmaterial benötigt.
Herangehensweise
Die Grundidee der DWG ist es daher den Studierenden Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen, mit denen sie Lernumgebungen für Lernziele auf kognitiver, affektiver und psychomotorischer Ebene schaffen können. Zu diesem Zweck können sich Studierende in der DWG über 600 Unterrichtsmaterialien ausleihen;
· Anschauungsobjekte und Modelle
· Simulationsmaterialien, Messinstrumente sowie therapeutisch und pflegerische Materialien
· Impulse für Lernfelder im Bereich der psychischen und sozialen Gesundheit
· Verbrauchs- und Arbeitsmaterialien
· Medien und Methodenmaterialien
Eine digitale Material- und Mediensammlung ergänzt das Angebot um Verlinkungen zu öffentlich zugänglichen gesundheitsspezifischen Videos, Arbeitsblätter, Rätsel etc. Diese ist über ein etabliertes Ausleihsystem kostenfrei zugänglich. Die Bestandsübersicht ist über eine Schlagwortsuche systematisiert: https://didaktische-werkstatt-gesundheit.librishare.de/
Zusammenhang
Durch die enge Verzahnung von materieller Ausstattung, digitaler Infrastruktur und kollaborativen Arbeitsprozessen leistet die DWG einen nachhaltigen Beitrag zur Professionalisierung angehender Lehrpersonen sowie zur Profilschärfung der Fachdidaktik Gesundheit als noch junge wissenschaftliche Disziplin. Daher gilt es Studierende der Fachdidaktik Gesundheit auf die Besonderheiten spezifisch vorzubereiten und sie als zukünftige Vertreter*innen der Fachdidaktik Gesundheit zu qualifizieren.
Voraussetzung
Die DWG fungiert als Begegnungs- und Arbeitsort für die kollaborative Unterrichtsvorbereitung. Studierende entwickeln, erproben und reflektieren hier gemeinsam Unterrichtskonzepte, die anschließend zur Weiternutzung und Weiterentwicklung bereitgestellt werden. Auf diese Weise entsteht eine wachsende, qualitativ hochwertige Sammlung didaktischer Materialien und Konzepte. Die DWG dient zudem auch als Lager für Unterrichtsmaterialien. Zusätzlich wurde ein Arbeitsplatz eingerichtet, durch den die weitere Recherche zu Unterrichtsmaterialien, die Organisation der Ausleihe und Verwaltung des Ausleihsystems gewährleistet wird. Darüber hinaus wurde die DWG mit einer Sitzecke für Planungs- und Beratungsgespräche eingerichtet, die zu einem kommunikativen Austausch, wie beispielsweise der Praktikumsreflexion, einlädt. Um diesen inspirierenden Raum für die kollaborative Unterrichtsvorbereitung zu schaffen, wurde ein Büroraum zur eigentlichen Werkstatt umgestaltet.
Vorgehen/Schritte
Für die erfolgreiche Übertragung der Maßnahme empfehlen wir zunächst eine sorgfältige Analyse der lokalen Rahmenbedingungen. Insbesondere sollten frühzeitig die technischen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen geprüft werden. Erfahrungen aus dem Projekt zeigen, dass bestehende IT-Infrastrukturen und Verwaltungsprozesse erheblichen Einfluss auf die Umsetzung haben können. Daher sollten relevante Akteurinnen und Akteure – beispielsweise Bibliotheken, Rechenzentren, Beschaffungsstellen oder Finanzabteilungen – bereits in der Planungsphase eingebunden werden.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausreichend Zeit für die Beschaffung, Inventarisierung und Dokumentation der Materialien vorzusehen. Diese Aufgaben wurden im Projektverlauf deutlich aufwendiger als ursprünglich angenommen. Neben der Bestellung der Materialien sollten auch Prozesse für Lagerung, Ausleihe, Wartung sowie die Erstellung von Nutzungshinweisen und Pflegeanleitungen berücksichtigt werden.
Für die technische Umsetzung hat sich gezeigt, dass pragmatische und flexible Lösungen häufig zielführender sind als komplexe Eigenentwicklungen. Wenn die Integration in bestehende Systeme nicht kurzfristig realisierbar ist, können externe Anbieter eine praktikable Alternative darstellen. Wichtig ist dabei, frühzeitig Alternativszenarien zu entwickeln und technische Risiken einzuplanen.
Im Bereich Personal empfehlen wir, insbesondere für technische Aufgaben ausreichend qualifiziertes Fachpersonal einzuplanen. Sofern studentische Hilfskräfte eingesetzt werden, sollten deren Einarbeitung, Betreuung und mögliche Personalwechsel von Beginn an in die Ressourcenplanung einbezogen werden.
Grundsätzlich hat sich ein iteratives Vorgehen bewährt. Viele Lösungen konnten erst im Projektverlauf entwickelt und optimiert werden. Nachnutzenden empfehlen wir daher, ausreichend Spielräume für Anpassungen vorzusehen und regelmäßige Abstimmungen mit allen Beteiligten einzuplanen. Die Maßnahme lässt sich besonders erfolgreich adaptieren, wenn technische Infrastruktur, organisatorische Prozesse und personelle Ressourcen von Beginn an gemeinsam betrachtet werden.
Hinweise
Effekte
Ein erwarteter Effekt war der Aufbau einer digitalen und physischen Infrastruktur zur Ausleihe von Materialien. Unerwartet zeigte sich jedoch, wie stark organisatorische und technische Rahmenbedingungen den Projektverlauf beeinflussen. Die Personalgewinnung, insbesondere im IT-Bereich, erwies sich als deutlich schwieriger als angenommen. Zudem wurde der Aufwand für die Beschaffung, Inventarisierung und Dokumentation von rund 700 Artikeln erheblich unterschätzt. Technische Anpassungen, etwa aufgrund nicht realisierbarer Bibliotheksanbindungen oder hochschulinterner Infrastrukturänderungen, führten zu Verzögerungen und zusätzlichen Arbeitsschritten. Positiv wirkte sich die spätere Verlängerung des Förderzeitraums aus, wodurch zwischenzeitliche Verzögerungen ausgeglichen werden konnten. Zudem führte die Suche nach Alternativen letztlich zu praxistauglichen Lösungen wie der Einführung eines externen Ausleihsystems.
Learnings
Im Projektverlauf wurde deutlich, wie wichtig realistische Zeit- und Ressourcenplanungen für organisatorische und technische Aufgaben sind. Insbesondere der Aufwand für Beschaffung, Inventarisierung, Retourenmanagement sowie die Erstellung von Bedienungs- und Pflegeanleitungen wurde anfangs unterschätzt. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Beschäftigung studentischer Hilfskräfte zwar eine hilfreiche Alternative sein kann, deren Einarbeitung und Betreuung jedoch erhebliche personelle Ressourcen bindet. Auch die technische Umsetzung digitaler Infrastrukturen erfordert frühzeitige Abstimmungen mit beteiligten Einrichtungen sowie klare Zuständigkeiten. Schließlich wurde deutlich, dass technische Lösungen häufig erst durch mehrere Anpassungsschritte und iterative Entwicklungsprozesse entstehen. Flexibilität und kontinuierliche Nachsteuerung erwiesen sich daher als wesentliche Erfolgsfaktoren.
Empfehlung
Rückblickend empfehlen wir, technische und organisatorische Rahmenbedingungen bereits in der Antragsphase deutlich konkreter zu definieren. Insbesondere bei geplanten Schnittstellen zu bestehenden IT-Systemen sollten Machbarkeit, Zuständigkeiten und mögliche Alternativen frühzeitig geprüft werden. Darüber hinaus würden wir empfehlen, den Aufwand für Beschaffung, Inventarisierung und Dokumentation als eigenständiges Arbeitspaket einzuplanen. Bei Verzögerungen des Projektstarts sollte zudem eine Anpassung aller Budgetbereiche möglich sein, nicht nur der Personalmittel. Im Bereich der technischen Umsetzung kann es sinnvoll sein, externe Anbieter frühzeitig als Alternative zu internen Lösungen in Betracht zu ziehen, um langwierige Abstimmungsprozesse zu vermeiden.
Tipps
Technische Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten frühzeitig klären.
Beschaffung, Inventarisierung und Dokumentation als eigene Arbeitspakete einplanen.
Ausreichende personelle Ressourcen für technische Aufgaben vorsehen.
Einarbeitungszeiten für studentische Hilfskräfte berücksichtigen.
Frühzeitig Alternativen zu internen IT-Lösungen prüfen.
Regelmäßige Abstimmungen mit Verwaltung, Bibliothek und IT-Abteilungen durchführen.
Zeitliche Puffer für Lieferverzögerungen, Retouren und technische Anpassungen vorsehen.
Sonstiges
Trotz verschiedener Herausforderungen konnten die Projektziele erreicht und nachhaltige Strukturen aufgebaut werden. Besonders hilfreich war die Möglichkeit, den Zeitraum zur Mittelverausgabung zu verlängern, wodurch Verzögerungen aufgefangen werden konnten. Das Projekt hat gezeigt, dass Flexibilität, pragmatische Lösungsansätze und die Bereitschaft zur Anpassung zentrale Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung komplexer Infrastrukturvorhaben sind.
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