
Digitale Lernkompetenz: Selbstlernangebote zur Förderung von Future Skills
Ziel der Maßnahme ist die Entwicklung digitaler Selbstlernangebote zur Förderung zukunftsrelevanter Schlüsselkompetenzen, um Studierende auf das selbstorganisierte Lernen in hybriden Hochschulumgebungen vorzubereiten. Durch multimediale Lernnuggets und Selbstlernkurse werden Selbstlern-, Kollaborations- und Digitalkompetenzen nach dem Future Skills-Modell vermittelt. Die Plattform #kompetentdurchsstudium der Hochschule Koblenz wurde hierzu gezielt weiterentwickelt und neu ausgerichtet.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
In einer digitalisierten Hochschulwelt benötigen Studierende neue Schlüsselkompetenzen für selbstorganisiertes Lernen. Der "Drift to Self-Organisation" erfordert über klassische Studienkompetenzen hinaus digitale Fähigkeiten, KI-Kompetenzen und Data Literacy. Die Herausforderung bestand darin, bestehende Angebote der Plattform #kompetentdurchsstudium flexibel an individuelle Bedarfe anzupassen, neue Angebote zu entwickeln und Future Skills durch multimediale Selbstlernangebote zu vermitteln.
Herangehensweise
Die bestehende Plattform #kompetentdurchsstudium wurde strategisch weiterentwickelt und um einen strukturierten Selbstlernbereich mit sieben Themenbereichen erweitert: Lernorganisation, Studienorganisation, Studieren mit KI, Kommunikation, Wissenschaftliches Arbeiten, Digitales Arbeiten und Data Literacy. Durch ein Team aus Lerncoaches, Projektmitarbeitenden und eingeladenen Expert*innen entstanden multimediale Lernangebote - von kompakten Lernnuggets bis hin zu vollständigen Selbstlernkursen. Zusätzlich wurden sogenannte „kds-Bausteine“ (kds=kompetentdurchsstudium) anhand des Selbstlernangebots entwickelt, die Lehrende auf Anfrage in ihre Lehrveranstaltungen integrieren können. Die Angebote orientieren sich am Future Skills Triple Helix-Modell nach Ehlers (2020) und ermöglichen durch Podcasts, Videos, Quizzes und Selbsttests individuelles, zeitlich flexibles Lernen mit abwechslungsreicher, multimedialer Lernerfahrung.
Zusammenhang
Die Maßnahme wurde im Rahmen der auf der hochschulweiten Plattform #kompetentdurchsstudium im LMS OpenOlat durchgeführt. Die entwickelten Selbstlernangebote stehen allen Studierenden der Hochschule zur individuellen Nutzung zur Verfügung und können zeitlich flexibel und bedarfsorientiert genutzt werden. Zusätzlich wurden Bausteine entwickelt, die Lehrende auf Anfrage in ihre Lehrveranstaltungen integrieren können, wodurch eine Verbindung zur curricularen Lehre geschaffen wird.
Voraussetzung
Für die Durchführung waren mehrere Voraussetzungen zentral: Eine Bedarfsanalyse, die bereits bestehende Lernplattform kompetentdurchsstudium als technische Grundlage, die kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Ein interdisziplinäres Team aus Projektmitarbeitenden, Lerncoaches und externen Expert*innen ermöglichte die inhaltliche Entwicklung der Angebote. Besonders wichtig war der Peer-to-Peer-Ansatz durch studentische Lerncoaches, die entsprechend geschult wurden und eigene Lernangebote entwickelten. Mit dem Wachstum des Angebots wurde die Navigation der Plattform stetig evaluiert und angepasst, um die Nutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Technische Infrastruktur für multimediale Inhalte (Video-, Audio- und Textproduktion) sowie die hochschulweite Zugänglichkeit der Lern– und Videoplattform waren weitere wesentliche Bedingungen für die erfolgreiche Umsetzung.
Eignung
Die Eignung der Maßnahme für die Begegnung der identifizierten Herausforderungen lässt sich anhand einer systematischen Evaluationsstrategie auf mehreren Ebenen nachvollziehen. Quantitative Belege liefert die datenbasierte Analyse durch technische Auswertung der OpenOLAT-Nutzungsdaten. Ergänzend erfolgten qualitative Evaluationen durch Studierendenworkshops, Studierendenbefragungen am Campus sowie Fokus-Gruppen. Für eine breite Studierendenbeteiligung wurde Multi-Kanal-Feedback über Social Media-Kampagnen und zielgerichtete Instagram-Umfragen implementiert. Die Qualitätssicherung erfolgte durch systematische Zyklen aus Test-Erprobung, Evaluation, sowie darauffolgende Nachjustierung für alle erarbeiteten Konzepte und digitale Angebote.
Vorgehen/Schritte
1. Analysieren Sie bestehende Angebote, befragen Sie Studierende zu Bedarfen und prüfen Sie verfügbare technische Ressourcen (LMS, Produktion).
2. Starten Sie mit 2-3 prioritären Themenbereichen statt vollständigem Angebot. Fokussierte Entwicklung ermöglicht frühzeitiges Feedback.
3. Gewinnen Sie studentische Lerncoaches für Inhaltsentwicklung. Diese bringen authentische Perspektiven mit. Bieten Sie Schulungen an.
4. Nutzen Sie verschiedene Formate: Videos, Podcasts, PDFs, Quizzes. Einfache Produktionsmittel genügen - Authentizität vor Perfektion.
5. Etablieren Sie Feedback-Mechanismen: LMS-Daten, Befragungen, Social Media. Nutzen Sie Test-Evaluation-Anpassung-Zyklen.
6. Entwickeln Sie modulare Bausteine für Lehrveranstaltungen. Sprechen Sie Lehrende proaktiv an und bieten Sie Module an.
7. Planen Sie intuitive Nutzerführung und passen Sie diese regelmäßig an. Struktur ist entscheidend für Akzeptanz.
8. Kooperieren Sie mit externen Expert*innen für spezielle Themen. Dies gewährleistet Aktualität und neue Impulse.
Hinweise
Effekte
Learnings
Die zyklische Vorgehensweise - Erproben, Evaluieren, Anpassen - erwies sich als Kernerfolgsfaktor und ist unbedingt zu empfehlen, besonders mit Fokus auf qualitative Bewertungsverfahren. Eine zentrale Herausforderung war die Studierendenmotivation für Evaluationen. Hier mussten mehrere Ansätze zur Evaluation herangezogen werden, wie Fokusgruppen Interviews, Fragebögen und Instagram Umfragen. Rückblickend ist zu empfehlen, partizipative Evaluationsmethoden von Beginn an spielerisch in Lernangebote zu integrieren und verschiedene Feedback-Kanäle (Social Media, Pulse-Umfragen, informelle Gespräche) parallel zu etablieren. Planen Sie bewusst Ressourcen für ungeplante Entwicklungen ein, um flexibel auf aktuelle Bedarfe reagieren zu können. Der Peer-to-Peer-Ansatz durch studentische Lerncoaches war entscheidend für Authentizität unserer Angebote.
Methoden
Empfohlen
Nicht empfohlen
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Lernendenzentriertes Physikpraktikum an der Hochschule Merseburg
Im Projekt PhysLab@HoMe wird das Physikpraktikum an der Hochschule Merseburg unter zwei Gesichtspunkten umgestaltet: Die inhaltlichen und kompetenzorientierten Lernziele des Praktikums sollen besser erreicht werden und dabei die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Studierenden größere Beachtung finden. Studierende werden sich weitestgehend eigenständig in Kleingruppen durch die Inhalte und Experimente des physikalischen Grundpraktikums durcharbeiten. Sie werden die Versuche mit Hilfe geeigneter Materialien vorbereiten, durchführen, auswerten und diskutieren. Die Rolle der Lehrenden wird sich von Erklärenden und Prüfenden zu einer Art Coaches ändern, welche individuell auf die Gruppen eingehen und den maximalen Lernerfolg sichern. Schwerpunkte und Aufgaben der Lehrenden variieren je nach Schwierigkeiten und bisherigen Lernerfolgen einer Gruppe. Studierende werden im Praktikum den für sie selbst bestmöglichen Lernerfolg erreichen, unabhängig von ihrem persönlichen Hintergrund und ihrem Vorwissen. Sie werden dabei experimentelle, wissenschaftliche und persönliche Kernkompetenzen entwickeln. Dazu gehören u.a. thematische Inhalte, die Diskussion von Ergebnissen und ihrer Zuverlässigkeit sowie die Reflexion des eigenen Experimentierens (positive Fehlerkultur). Das Projekt reiht sich ein in die Umgestaltung der Physiklehre an der Hochschule Merseburg von traditionellen Lehrformen zu studierendenzentrierter und aktivierender Lehre.
Projekt anzeigen
Agile Lehrformate etablieren
Agile Lehrveranstaltungen wurden so gestaltet, dass Studierende in Teams selbstorganisiert arbeiten, ihre Prozesse transparent machen und Lernschritte iterativ reflektieren. Methodisch kamen vor allem Scrum (Sprints, Reviews), Design Thinking (nutzerzentrierte, ergebnisoffene Problemlösung), Kanban Boards (Visualisierung von Arbeit), LEGO Serious Play (kreative Modellbildung) und Retrospektiven (systematische Reflexion) zum Einsatz. Blended-Learning-Formate verzahnten asynchrone Teamphasen mit Präsenzterminen. Die Erfahrungen zeigen eine hohe Anwendbarkeit über Fächer hinweg. Eine individuelle Anpassung an Lernziele, Inhalte und Zielgruppe ist für eine erfolgreiche Umsetzung nötig. Herausforderungen von agilen Formaten waren u.a. ein intensiverer Betreuungs- und Kommunikationsbedarf, die Sicherstellung der curricularen Anschlussfähigkeit, sowie die Akzeptanz für innovative Lehrformate bei Kollegen und Studierenden. Die Ergebnisse wurde in einem OER Methoden-Baukasten gebündelt.
Maßnahme anzeigen
#PartiWoche – Partizipative Gestaltung des Campus der Zukunft. Strategie digital. Magazine für Hochschulstrategien im digitalen Zeitalter.
[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]
Publikation anzeigen