
Digitale Lehrkompetenz: Peergroups & Erfahrungsaustausch von Lehrenden
Mit der zunehmenden Digitalisierung der Lehre stehen Lehrende immer häufiger vor der Situation, dass sich die – oft ungeplanten und spontanen – Kontakte und Begegnungen erheblich reduzieren. Die Maßnahme zielt daher darauf ab, die Interaktion, den Kontakt und den Austausch der Lehrenden untereinander zu kultivieren. Einsatz findet dabei eine Mischung aus digitalen Austauschmöglichkeiten und Diskussionsrunden. Good-Practice-Vorstellungen und gemeinsame Reflexionsveranstaltungen zu Tooltestphasen runden das Angebot ab.
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Beschreibung
Herausforderung
Lehrende verschiedener Fachbereiche, unterschiedlicher Studiengänge und Standorte kommen oftmals nur wenig in Kontakt miteinander, obwohl sich viele Themen im Lehrkontext überschneiden und ein großes Potenzial im Austausch besteht. Ziel der Maßnahme ist es den fachbereichsübergreifenden Austausch zu fördern.
Herangehensweise
Um den Austausch unter den Lehrenden zu fördern, wurde die Maßnahme eng mit der Maßnahme „Mediendidaktisches Weiterbildungs-, Beratungs- und Coachingangebot“ verknüpft. In einem ersten Schritt dienten Vortragsinputs, Workshops und Veranstaltungen sowohl der Weiterbildung als auch dem Austausch und der Vernetzung, z. B. durch Frage- und Diskussionsrunden. Ergänzt wurden diese Formate durch gezielte Austauschveranstaltungen (z. B."E-Learning am Abend", "Lehre im Dialog", "KI-Lounge" „Digitale KI-Werkstatt“ ). Darüber hinaus gab es mehrere fachbereichsübergreifende Test ausgewählter KI- Tools mit entsprechenden Angeboten zum Austausch zwischen den teilnehmenden Lehrenden. Good-Practice-Videobeispiele haben abrundende Inspiration geboten.
Zusammenhang
Die Durchführung der Maßnahme setzte sich aus folgenden Teilen zusammen:
(1) Partizipativen Workshops, Vorträgen und Weiterbildungsveranstaltungen mit Diskussions- und Frageanteil,
(2) Austauschveranstaltungen zu bestimmten Themen oder für bestimmte Zielgruppen,
(3) Gemeinsames Testen und Ausprobieren von gen. KI-Tools und Austausch über den Einsatz in der Lehre sowie
(4) Good-Practice--Videos.
Voraussetzung
Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Maßnahme ist es, dass Lehrende unmittelbar den Mehrwert der investierten Zeit sehen. Hierzu empfiehlt sich eine Abfrage, zu welchen Themen oder in welchem Rahmen Austausch gewünscht ist. Hilfreich ist es, interne Multiplikatoren zu identifizieren, die Informationen weitertragen und bei der Vernetzung weiterhelfen.
Für einen zeitlich effizienten Austausch eignen sich vor allem digitale Austauschformate. Technisch sollte entsprechend ein Videokonferenztool zur Verfügung stehen, das einen reibungslosen Austausch auch mit größeren Gruppen und in Breakout-Räumen ermöglicht. Für eine nachhaltige Bereitstellung von Good-Practice-Videos sind entsprechende Hard- und Software nötig. Darüber hinaus bedarf es einer Koordination, die sich der Vorbereitung, der Moderation des Austauschs sowie der Nachbereitung annimmt.
Eignung
Bedarfsabfragen fanden durch Design-Thinking-Workshops und Interviews statt. Rückmeldungen zu den Austauschangeboten wurden durch Interviews bzw. Fragebögen eingeholt.
Ansonsten misst sich der Erfolg an der Teilnehmendenanzahl. Hier ist es sinnvoll, die konkreten Zahlen in Relation zu Rahmenbedingungen zu setzen (z. B. Klausur- oder Ferienzeiten) und bei wiederkehrenden Veranstaltungen einen Durchschnittswert heranzuziehen.
Vorgehen/Schritte
Zum Start ist eine erste Bedarfsabfrage empfehlenswert, z. B. mittels eines Design-Thinking-Workshops, Interviews mit Lehrenden oder auch Fragebögen.
Die Ergebnisse dienen als Ausgangspunkt eines ersten Konzepts zu Austausch- und Vernetzungsveranstaltungen.
Empfehlenswert ist dabei eine Mischung aus gezieltem Austausch zu spezifischen Themen einerseits, und andererseits Veranstaltungen wie Vorträgen und Workshops, die den Austausch als „Bei-Element“ nutzen.
Mitbedacht werden sollte neben Themen und Formaten aber auch die Frage des richtigen Zeitpunkts: Welche Uhrzeit ist für die Zielgruppe günstig, gleichzeitig möglichst familienfreundlich? Wann bestehen Klausur- oder Ferienzeiten, wann kollidieren die Termine mit anderen Angeboten? Als wichtig für die Durchführung der Austauschformate hat sich eine regelmäßigkeit (z.B. an jeden 1. Mittwoch im Monat) erwiesen.
Wichtig ist außerdem die Frage der Werbung und Kommunikation.
Schon bei der (internen) Werbung können Boardlinks verteilt werden, über die Themenvorschläge oder Fragen gesammelt werden.
Austauschtreffen sollten mit einer Moderation stattfinden, die sicherstellt, dass die Redezeit zwischen den Teilnehmenden gleichmäßig verteilt ist und vorab gesammelte Themen Beachtung finden. Materialien und Informationen können in Protokollen festgehalten werden. Zugleich ist jedoch wichtig, auch Räume zu schaffen, die ohne strenge Dokumentation erfolgen.
Hinweise
Effekte
Austauschveranstaltungen können zur interdisziplinären und fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit beitragen.
Learnings
Auf die Frage nach dem perfekten Format kann keine allumfassende Antwort gefunden werden. Der Schlüssel liegt in der Variation bei gleichzeitiger Verlässlichkeit in Bezug auf wiederkehrende Angebote. Trotz Präferenz digitaler Veranstaltungen wünschen sich Lehrende außerdem die Beibehaltung gelegentlicher analoger oder hybrider Angebote.
Für den Erfolg der Veranstaltungen ist nicht nur der Inhalt, sondern ebenso die Terminwahl entscheidend. Welche Uhrzeiten oder Wochentage sind beispielsweise sinnvoll, um alle gewünschten Zielgruppen erreichen zu können? Welche Themen sind fachbereichsübergreifend wichtig, welche nur in einem bestimmten Kreis?
Empfehlung
Verfügt die Hochschule über mehrere Standorte, so binden Sie jeden davon individuell ein.
Klären Sie möglichst zu Beginn, ob bei Sie den Austausch hochschulintern gestalten möchten, oder ob Sie Kolleg*innen anderer Hochschulen einbinden möchten. Bewerben Sie die Austauschformte bei der / den Zielgruppen frühzeitig.
Tipps
Bei dieser Maßnahme ist die zielgruppenspezifische Vernetzung das A und O. Das heißt auch, dass unbedingt die relevanten Kommunikationskanäle identifiziert werden müssen. Das sind oft nicht die großen Verteiler, sondern z. b. fachbereichsinterne Social-Media-Seiten oder standortspezifische Infoverteiler.
Mitbedacht werden sollten außerdem die Themen Inklusion und Barrierefreiheit. Achten Sie darauf, z. B. bei der Anmeldung mögliche Barrieren abzufragen. Bei der Terminplanung sollte auch die Familienfreundlichkeit bedacht werden (Abend-, Ferienzeiten). Eine Variation an Tagen und Uhrzeiten ist empfehlenswert.
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