
Digitale Lehr- & Lerninfrastruktur: Weiterentwicklung des Lernmanagementsystems (LMS) OpenOLAT
Ziel der Maßnahme war die technische Weiterentwicklung des Lernmanagementsystems OpenOLAT, um die digitale Lehre besser zu unterstützen und Flexibilisierung und Individualisierung von Studium und Lehre besser gerecht zu werden. Dazu wurden neue Funktionen entwickelt, bestehende Bausteine verbessert und innovati-ve Kursangebote geschaffen werden.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die Herausforderung bestand in einem recht unflexiblen Lernmanagementsystem. Für eine besseren Einsatz und die Umsetzung digitaler Lehre waren Anpassungen des LMS notwendig, insbesondere in Hinblick auf eine individuellere und flexiblere Nutzung als auch zur Förderung des digitalen Austauschs.
Herangehensweise
Zur systematischen Weiterentwicklung der technischen Infrastruktur des LMS OpenOLAT wurden zunächst Optimierungsbedarfe bei den Digitalisierungsbeauftragten der Fachbereiche erhoben und konkrete Verbesserungsvorschläge für bestehende OLAT-Funktionen gesammelt. Die Bedarfe aus den verschiedenen Fachbereichen wurden anschließend abgeglichen, wobei sowohl Verbesserungen mit hoher Übereinstimmung als auch spezifische Bedarfe für innovative Lehrformen berücksichtigt wurden. Die ermittelten Bedarfe wurden im Austausch mit dem Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) als vermittelnde Instanz zum Entwickler Frentix hinsichtlich der Umsetzbarkeit besprochen und entsprechend beauftragt. Basierend auf dieser bedarfsorientierten Analyse wurden die identifizierten Erweiterungen in OpenOLAT systematisch realisiert.
Zusammenhang
Die Maßnahme wurde durch die Digitalisierungsbeauftragten der Fachbereiche zusammen mit Lehrenden und Studierenden in verschiedenen Anwendungsszenarien erprobt. Dabei wurden alle Erweiterungen getestet, um deren Relevanz für ihren jeweiligen Fachbereich bewerten zu können. Im Anschluss erfolgte eine systematische Evaluation. Hierzu wurden qualitative Interviews mit den Digitalisierungsbeauftragten zur Bewertung der Funktionalität, Praxistauglichkeit und der Nachjustierungsbedarfe geführt.
Voraussetzung
Für die erfolgreiche Weiterentwicklung des LMS OpenOLAT war die fristgerechte Umsetzung durch die zuständige Firma Frentix erforderlich, um für die Implementierung eine ausreichende Vorlaufzeit für die Erprobung das Testing der Erweiterungen zu gewährleisten. Wesentlich war zudem die aktive Mitwirkung der Digitalisierungsbeauftragten als fachliche Ansprechpartner*innen und die koordinierende Rolle des VCRP als Vermittlungsinstanz. Eine günstige Voraussetzung bildete die Bereitschaft zur Testung neuer Funktionen während des laufenden Semesters durch die Digitalisierungsbeauftragten, Lehrende und Studierende. Die bestehende technische Infrastruktur und das vorhandene Know-how im Umgang mit OpenOLAT bildeten weitere grundlegende Bedingungen.
Eignung
Die LMS-Erweiterungen wurden mittels qualitativer Interviews der Digitalisierungsbeauftragten in den Fachbereichen sowie der OLAT-Anwender in den zentralen Einrichtungen evaluiert. Die Befragungen ergaben eine klare Unterscheidung zwischen allgemeinen und innovativen Verbesserungen: Allgemeine Systemfunktionen wie eine erleichterte Kursvorschau, Nachfrist-Möglichkeit und die Anzeige der Ursache bei verweigertem Kurs-Zugriff erhielten durchweg positive Bewertungen und wurden als hilfreiche Arbeitserleichterungen im Lehralltag beschrieben. Bei innovativen Erweiterungen zeigten sich zunächst heterogenere Reaktionen. Diese benötigten eine längere Vorlaufzeit und einen stärkeren Support, um von der Mehrheit der Lehrenden als positiv bewertet zu werden.
Vorgehen/Schritte
Basierend auf den Projekterfahrungen werden folgende Empfehlungen für andere Hochschulen zur gewinnbringenden Umsetzung einer systematischen LMS-Weiterentwicklung gegeben:
1. Strukturierte Bedarfserhebung: Regelmäßige Stakeholder-Dialoge: Etablieren Sie systematische Kommunikationswege mit Digitalisierungsbeauftragten der Fachbereiche und beziehen Sie zusätzlich sowohl Lehrend als auch Studierende mit in den Dialog ein. Dies ermöglicht eine fundierte Bedarfserfassung aus verschiedenen Perspektiven.
2. Priorisierung nach Nutzen: Unterscheiden Sie zwischen allgemeinen Systemverbesserungen (hohe Akzeptanz) und innovativen Lehrformen (intensive Einführung erforderlich).
3. Realistische Zeitplanung für externe Entwicklung: Planen Sie einen großzügige Zeitpuffer ein: Die Beauftragung über externe Entwickler erwies sich als langwierig. Kalkulieren Sie mindestens 12 Monate zwischen Beauftragung und vollständiger Implementierung ein.
4. Alternative Entwicklungswege prüfen: Evaluieren Sie frühzeitig, ob interne Entwicklungskapazitäten oder andere Dienstleister schnellere Umsetzung ermöglichen.
5. Systematische Evaluation etablieren: Zweistufiges Evaluationsverfahren: Führen Sie sowohl technische Tests als auch qualitative Interviews mit den Anwendern durch. Besonders bewährt hat sich die Befragung der Digitalisierungsbeauftragten, da diese sowohl über ein technisches als auch ein Lehrverständnis verfügen.
6. Ausreichende Erprobungszeit: Geben Sie den Anwendern genügend Zeit zum Testen und stellen Sie Infomaterialien zur Verfügung, damit fundierte Bewertungen möglich sind.
7. Differenzierte Bewertung: Berücksichtigen Sie, dass innovative Funktionen längere Eingewöhnungszeiten benötigen und zunächst heterogenere Bewertungen erhalten.
8. Change Management berücksichtigen: Stufenweise Einführung: Beginnen Sie mit allgemeinen Systemverbesserungen, da diese schneller Akzeptanz finden. Innovative Lehrformen benötigen intensivere Begleitung und Schulungsmaßnahmen.
9. Kontinuierliche Kommunikation: Informieren Sie regelmäßig über neue Funktionen und deren Nutzen für den Lehralltag sowie den Stand der Entwicklungen.
Fazit: Die Weiterentwicklung eines LMS erfordert einen langfristigen, systematischen Ansatz mit ausreichenden personellen und zeitlichen Ressourcen. Nur durch institutionelle Verankerung und realistische Zeitplanung kann eine nachhaltige Verbesserung der digitalen Lehrinfrastruktur erreicht werden.
Hinweise
Effekte
Unerwartet zeitaufwendig erwies sich die Abstimmung zwischen den verschiedenen Einrichtungen, da die gewünschten Erweiterungen in die unterschiedlichen Entwicklungspläne der beteiligten Instanzen integriert werden mussten. Ein positiver Nebeneffekt war jedoch die Systematisierung der Bedarfserhebung, die zu strukturierteren Kommunikationswegen führte. Überraschend war die unterschiedliche Aufgeschlossenheit gegenüber innovativen versus allgemeinen Systemfunktionen. Vor allem innovative Erweiterungen erforderten eine intensive Einführungsbegleitung. Die Evaluation verdeutlichte die zentrale Rolle der Digitalisierungsbeauftragten als Schnittstelle zwischen technischen Möglichkeiten und praktischen Anwendungsbedarfen.
Learnings
Die Erweiterungen des LMS OpenOLAT haben gezeigt, dass die Akzeptanz von technischen Neuerrungen eine systematische Begleitung und einen Support benötigen. Obwohl genau die erfassten Bedarfe umgesetzt wurden, mussten die Lehrenden sich zunächst an die Erweiterungen gewöhnen.
Tipps
Bei der Bedarfserhebung sollten sowohl Schnittmengen zwischen den einzelnen Fachbereichen identifiziert als auch besonders innovative Einzelwünsche bei einer Umsetzung berücksichtigt werden, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen breiter Akzeptanz und zukunftsweisenden Lehrformen zu erreichen.
Methoden
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