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Tag der Lehre 2026 – erster Baustein zu einer partizipativen Strategieentwicklung Lehre

Die Universität Konstanz erarbeitete bereits Elemente für eine Lehrstrategie, wie dem Kodex für gute Lehre, Förderprogramme und vergangene Tage der Lehre. Diese Elemente sollen im Prozess einer partizipativ erarbeiteten Lehrstrategie verdichtet und expliziter werden. Studierende, Lehrende und Mitarbeitende werden aktiv eingebunden, um sowohl die vielfältigen Perspektiven aufzunehmen als auch eine breite Tragweite der Strategie in die Universität zu gewährleisten. Der Tag der Lehre 2026 wurde bewusst als Auftakt für den Strategieprozess geplant. Im Fokus standen die Fragen, wie Lehre zukunftsfähig und innovativ gestaltet werden kann, welche Kompetenzen Absolvent*innen benötigen und wie sich diese Anforderungen in Studium und Lehre integrieren lassen. Impulse externer Gäste wurden mit interaktiven Workshops verbunden. Dadurch wurde ein gemeinsames Strategiebewusstsein geschaffen, die Beteiligung zentraler Zielgruppen aktiviert und die universitätsweite Verankerung von Beginn an gestärkt.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
hochschulweite Zusammenarbeit
fächerübergreifender Austausch
Bewusstsein für strat. Wandel
universitätsweite Verankerung
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Ein partizipativ gestalteter Prozess erfordert die Einbindung der gesamten Universität. Alle Zielgruppen müssen von Beginn an in den Prozess involviert werden. Es bedarf es eines Formats, das die strategische Bedeutung des Vorhabens universitätsweit sichtbar und erfahrbar macht. Ziel ist der Anstoß eines gemeinsamen Diskussionsprozesses, der im Gesamthochschulkontext weiterentwickelt wird, um langfristig eine Lehrstrategie zu schaffen, die von der Universität getragen und im Alltag gelebt wird.

Herangehensweise

Die universitätsweite Tragweite und erstmalige Kommunikation des Vorhabens machten das Format einer Tagung zur Notwendigkeit. Um den gesamtuniversitären Blick einzubeziehen, wurden Vertretende aus allen Zielgruppen, Studierende, Lehrende und Mitarbeitende, sowie aus allen Sektionen/Fakultäten eingeladen. Persönliche Einladungen, eine hochschulweite Kommunikation sowie die Einbettung in die Jubiläumsfeier der Universität sorgten für eine universitätsweite Sichtbarkeit. Ein Mix aus Impulsvorträgen und Workshops mit Selbstbeteiligung bildeten das Programm. Erste Handlungen für den Weg zur Lehrstrategie sollen als Ergebnisse aus der Tagung abgeleitet werden. Um die Zielsetzung zu erreichen und darauffolgende Maßnahmen strategisch anzugehen, wurde auch der Critical Friend des Projekts in die Planung einbezogen und zur Teilnahme eingeladen. Dieser berät das Projekt extern auf Hochschulleitungsebene, gibt strategische Impulse, begleitet die Reflexion und sichert so die Qualität des Vorgehens.

Zusammenhang

Die Maßnahme wurde aus dem Projektkontext dynaKON entwickelt und bildet den Auftakt universitätsweiten Entwicklung der Lehrstrategie, welche über die Projektlaufzeit hinaus bestehen und gelebt werden soll. Weitere Tage der Lehre (oder ähnliche Tagungsformate) sollen zu einem späteren Zeitpunkt im Projektverlauf stattfinden. Zudem sollen weitere partizipative Formate entwickelt werden, die den Tag der Lehre ergänzen.

Voraussetzung

Erforderlich ist eine Programmgestaltung, die sowohl Vergleichsinput von externer Seite, wie weiteren Hochschulen mit gleicher Zielsetzung, als auch themenspezifische Workshops bietet, die teilweise selbst von Teilnehmenden angeboten werden. Für einen gewinnbringenden Auftakt der Strategieentwicklung ist es wichtig, Vertretende aus allen Fachbereichen zur Teilnahme der Tagung zu gewinnen.

Eignung

Das Format eignete sich vor allem als Auftaktveranstaltung einer mehrjährigen Strategieentwicklung, um Transparenz über das übergeordnete Projektvorhaben zu schaffen und alle Zielgruppen zu erreichen. Die Workshopformate mit gemischten Personengruppen aus verschiedenen Fachbereichen boten tieferen Einblick in den momentanen Kenntnisstand der Themen. Anhand der Protokolle der einzelnen Sessions können Rückschlüsse gezogen werden, welche Themengebiete an der Universität bereits vorhanden sind, ausgebaut werden müssen oder womöglich (abhängig von der Ausrichtung der Universität) von marginaler Relevanz sind. Die Resonanz ist nicht allein an der Teilnehmendenzahl zu messen, sondern auch an der Qualität und Nachhaltigkeit der entstandenen Gespräche sowie den daraus resultierenden strategischen Folgemaßnahmen. Das Format ist jedoch weniger geeignet, um konkrete Entscheidungen vorzubereiten. Hierzu würden sich kleinere Gesprächsrunden/Werkstattformate eignen.

Vorgehen/Schritte

  1. Ziel und Funktion klären:

    Die Tagung sollte als strategisches und partizipativ ausgelegtes Format definiert und kommuniziert werden und nicht nur als reine Vortragsreihe konzipiert sein. Die Zielgruppen und der von ihnen erwartete Mehrwert müssen vorab präzisiert werden. Was benötigen wir von den Teilnehmenden, um gut mit den Ergebnissen weiterarbeiten zu können? Anhand dieser Zielsetzung kann das Programm gestaltet werden.

  2. Räumlichkeiten wählen und Grundausstattung sichern:

    Die Wahl externer Räumlichkeiten erfolgte bewusst, um einen Rahmen außerhalb der gewohnten Arbeitsumgebung zu schaffen. Der räumliche Abstand zum Arbeitsalltag sollte eine besondere Atmosphäre ermöglichen, den Austausch fördern und den Fokus gezielt auf die inhaltlichen Schwerpunkte der Tagung richten. Die Tagungsräume mussten für Universitätsangehörige gut erreichbar sein, um eine rege Teilnahme zu ermöglichen. Bei hybriden partizipativen Methoden bedarf es der notwendigen technischen Ausstattung am Veranstaltungsort und vorheriger Testung von Tools. Vorteilhaft ist die Wahl eines externen Veranstaltungsortes, der die Raumausstattung sowie die Verpflegung bereitstellt und somit die Kapazitäten der Organisations-Teams der Veranstaltung entlastet.

  3. Programmplanung: Vortragende, Beiträge und Moderation gewinnen:

    Es empfiehlt sich Lehrende, wissenschaftliche Mitarbeitende und Studierende neben Rundmails und Plakaten auch persönlich anzusprechen. Gezielte Impulse von Externen bieten Einblicke in Herausforderungen anderer Hochschulen zum selben Thema. Eine Standortbestimmung der eigenen Hochschule erlaubt einen Einblick in den status quo und die Einschätzung/Wünsche der verschiedenen Zielgruppen. In das Programm sollten mehrere parallele Workshops eingeplant werden, die unterschiedliche Themenschwerpunkte und Methoden beinhalten, die für die verschiedenen Zielgruppen interessant sind und diesen einen Mehrwert bieten können.

  4. Teilnahme niedrigschwellig gestalten:

    Um möglichst viele Interessent*innen zu gewinnen, ist es von Vorteil zu kommunizieren, dass die Anmeldung kostenfrei und während der Arbeitszeit/Vorlesungszeit ohne Anrechnung von Fehlzeiten bei einer Teilnahme gewährleistet ist. Die Anmeldung sollte niedrigschwellig über ein Webseitenformular verlaufen.

  5. Ergebnisse sichern:

    Ein bis zwei Personen protokollieren pro Session. Bei interaktiven Workshops mit Flipcharts sollten die Ergebnisse auch fotografisch gesichert werden. Zum Veranstaltungsende kann Feedback QR-gestützt eingeholt werden, ggf. auch per Mail im Nachgang maximal wenige Tage nach der Tagung, bestenfalls noch während der Tagung.

  6. Ergebnisse weiterverarbeiten:

    Protokolle sollten zeitnah zusammengetragen sowie Fotografien von Workshopnotizen verschriftlicht werden. Um die Teilnehmenden weiterhin im Prozess beizubehalten und den Prozess transparent zu kommunizieren, sollten die Ergebnisse der Tagung aufbereitet und in einem Folgetermin präsentiert werden.

Hinweise

Effekte

Die Teilnehmenden erlebten die Workshopformate der Tagung als bereichernd, das Bewusstsein für das strategische Projektvorhaben wurde durch diese Maßnahme universitätsweit verankert. Zwischen Lehrenden, Studierenden und Mitarbeitenden entstanden neue Kontakte und vor allem in den Workshops eine Sensibilisierung der Perspektiven der verschiedenen Zielgruppen untereinander. Bemerkenswert war die starke Einbringung in Diskussionen der anwesenden Studiereden, auch wenn die Gesamtzahl dieser Zielgruppe geringer als erhofft ausfiel.

Learnings

Entscheidend ist, das Thema und Ziel der Tagung früh und für die Zielgruppen verständlich zu benennen. Terminlage und Dauer beeinflussen die Teilnahme, besonders während der Vorlesungs-/Prüfungszeit. Somit sollte ein Termin während der Vorlesungszeit, jedoch außerhalb der Prüfungszeiten gewählt werden.
Zudem sollte der Absender der Einladungen strategisch gewählt werden. Persönliche Einladungen an Mitarbeitende mit Absender der Hochschulleitung signalisieren die Relevanz der Veranstaltung und führen zu einer höheren Verbindlichkeit.
Eine große Herausforderung zeigte sich in der Adressierung der Studierenden zur Teilnahme am Tagungsformat. Erreicht werden diese über Social Media, Mailinglisten, Plakate oder digitale Visualisierungen auf Bildschirmen. Die verschiedenen Kanäle sind nicht direkt an das Projekt angebunden und somit in Abhängigkeit weiterer Abteilungen, die die Information an die Zielgruppe weiterleiten.

Empfehlung

Rückblickend empfiehlt sich das Format für ein universitätsweit strategisches Vorgehen. Einige Teilnehmenden signalisierten, dass das Format regelmäßiger stattfinden sollte, um die Dynamik des Themas aufrechtzuerhalten. Gewinnbringend war die gezielte Durchmischung der Zielgruppen in Gruppenarbeiten: So kamen Personen ins Gespräch, die sich im Arbeitsalltag seltener begegnen.

Tipps

Nicht alle Kommunikationswege funktionieren gut, besonders mit Blick auf die Studierendengewinnung. Studierende freuen sich, eingeladen zu werden, finden aber kleine Partizipationsformate besser als große Tagungen.

Mit Blick auf die Moderation ist es wichtig, die Diskussion nach Keynotes/Impulsvorträgen aktiv anzuregen. Es empfiehlt sich dazu, ggf. eine Person aus dem Themenfeld als Moderation zu wählen, da eine externe Moderation die Diskussion ggf. nicht so weit in die thematische Tiefe lenken kann, wie benötigt.

Sonstiges

Der Tag der Lehre 2026 an der Universität Konstanz verfolgte einen übergreifenden Ansatz: Er sollte dazu beitragen, Zukunftsthemen fächerübergreifend zusammenzuführen und einen gesamtuniversitären strategischen Veränderungsprozess anzuregen. Das Format dieses Tags der Lehre geht damit über den Charakter einer reinen Netzwerkveranstaltung hinaus und ergänzt es um die langfristig strategische Weiterentwicklung mit der Qualitätssicherung eines externen Blicks.

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