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Lehre innovieren – für Sprechsituationen sensibilisieren – Debattenkultur in Lehrveranstaltungen verbessern. Kurz: Lehrinnovation durch Stärkung der Debattenkultur

Die internationalen andauernden Diskussionen um Wissenschaftsfreiheit stellen Universitäten vor eine Herausforderung, deren Lösung zukunftsweisend sein wird. Die zentrale Frage lautet: Wer darf bzw. kann was wann sagen? Um Diversität und eine gerechte Teilhabe an Studium und Lehre zu fördern, ist es elementar, die ermöglichenden Bedingungen der Teilhabe – vor allem der studentischen – an akademischen Debatten stärker zu thematisieren. Wir gehen davon aus, dass bei Studierenden und bei Lehrenden die Möglichkeiten der Teilhabe bzw. die Sensibilisierung für ihre Bedingungen sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Ziel des Projekts ist es, Lehrende und Studierende für die Sprechsituationen in Lehrveranstaltungen zu sensibilisieren und eine aktive Teilhabe möglichst vieler Studierender an Diskussionen vor allem in Seminaren zu fördern. Mithilfe von siebzehn studentischen Hilfskräften werden studentische Erfahrungen, Expertisen und Ideen bzgl. der Sprechsituationen in Lehrveranstaltungen in konkreten Teilmaßnahmen produktiv gemacht, sodass sie ständigen Eingang in den Prozess der Verbesserung der Lehre finden. Es gilt, das Sprechen über das Sprechen als alltägliche Praxis zu etablieren und als notwendigen Bestandteil guter Lehre anzuerkennen: Studierende sollen sich auch auf dieser Ebene in die Verbesserung der Debattenkultur in Lehrveranstaltungen einbringen können. Dies halten wir für maßgeblich: als Bestandteil der Wissenschaftsfreiheit und als Voraussetzung für gute Wissenschaft.

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Designed to Fail: ein realistisches Bild der wissenschaftlichen Methode

Laborkurse bieten den notwendigen praktischen Einblick in Konzepte und Methoden, die in Vorlesungen vorgestellt werden, und fördern genaue Beobachtung, aktive Teilnahme und Experimente. In unserem Projekt überdenken und gestalten wir einen Laborkurs so um, dass sie den Studierenden über den bestehenden Lehrstoff hinaus den Prozess der wissenschaftlichen Methode vermitteln. Wir werden uns darauf konzentrieren, das so genannte "Lernen durch Scheitern" umzusetzen. Konkret wird ein Laborkurs so gestaltet, dass die Studierenden, wenn sie sich mit wissenschaftlichen Fragen beschäftigen, zunächst (durch kuratierte Hintergrundinformationen) zu falschen Hypothesen gelangen, die nicht durch Experimente bestätigt werden können. Der Prozess ist auf das Scheitern ausgelegt! Dadurch wird ein interessanter und kreativer Prozess in Gang gesetzt, bei dem die ursprüngliche Hypothese überdacht, die Literatur genauer untersucht und neue Vorhersagen getroffen und getestet werden. Das übergeordnete Ziel des Projekts besteht darin zu zeigen, dass Laborkurse ein Mittel sein können, um nicht nur fachliche Konzepte, sondern auch den Prozess der wissenschaftlichen Methode zu vermitteln.

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