
Aufbau und Gestaltung von Good Practice Prüfungen
Die Maßnahme beschreibt einen strukturierten Prozess zur Gewinnung und Begleitung von Lehrenden bei der Entwicklung digitaler, kompetenzorientierter Prüfungen im Projekt. Geeignete Lehrende werden über fakultätsweite Ausschreibungen, Informationsveranstaltungen und persönliche Ansprache akquiriert und teilweise durch Freikäufe entlastet. Nach einem Informationsgespräch und einer Good-Practice-Abfrage werden gemeinsam prüfungsdidaktische Ziele, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die technische Umsetzbarkeit geklärt. Anschließend entwickeln Lehrende mit didaktischer und technischer Unterstützung digitale Prüfungen, wobei der Fokus auf Kompetenzorientierung, praxisnahen Aufgaben und dem sinnvollen Einsatz digitaler Prüfungssysteme liegt. Die Prüfungen werden semesterweise erprobt, evaluiert und iterativ weiterentwickelt. Die entstandenen Good Practices werden dokumentiert, veröffentlicht und durch Peer Reviews gesichert, um sie einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
• Mangel an Motivation oder Zeit bei Lehrenden
• Fehlende Expertise in kompetenzorientierter Prüfungsdidaktik und digitaler Umsetzung
• Unsicherheit bezüglich rechtlicher und technischer Rahmenbedingungen
• Fehlende Iteration und Qualitätskontrolle bei digitalen Prüfungen
• Schwierigkeit, erfolgreiche Ansätze zu verbreiten
Herangehensweise
Zusammenhang
Im Rahmen des Projekts ii.oo betreuten wir 56 Lehrende im Rahmen ihrer individuellen Lehrveranstaltungen und unterstützten sie bei der Weiterentwicklung ihrer digitalen Prüfungskonzepte. Die Prüfungen wur-den jedes Semester evaluiert und auf Basis der Evaluationsergebnisse weiterentwickelt. Durch die oben genannte Vorgehensweise konnten über die Projektlaufzeit 38 Good Practices entwickelt und dokumentiert werden, die wir fortlaufend auf unserer Website veröffentlichten.
Voraussetzung
• Rechtlich: Einhaltung der Rechtsvorschriften wie BayFeV von Prüfungen. Anpassung der HS eige-nen Regelwerke wie APO, ASPO,…
• Organisatorisch: Zuständigkeiten geklärt / Prozesse definiert: Prüfungsplanung, Prüfungsaufsicht, Technischer Support, Archivierung
• Technisch: Infrastruktur Hard-/Software - Bereitstellung, Wartung des Prüfungssystems. Kapazität in den PC-Räumen
• Didaktisch: Prüfungskonzept/Fragen digitalisieren – Anwendung des CA / Kompetenzorientierung
• Personelle Ressourcen
Eignung
Die Anzahl der Lehrenden und Prüfungen blieb im Projektverlauf mindestens gleich bzw. ist angestiegen. Weiterentwicklungen spiegelten sich in Evaluationsergebnissen wider, und mehrere Lehrende pilotierten erfolgreich komplett neue Prüfungskonzepte. Austauschformate wurden in Feedbackgesprächen positiv hervorgehoben und von Lehrenden aktiv mitgestaltet. Auch sonst wurde viel positives Feedback von den Lehrenden an die Projektmitarbeitenden herangetragen.
Vorgehen/Schritte
• Akquirieren von Lehrenden
Lehrende wurden gezielt über Ausschreibungen, Informationsveranstaltungen und persönliche Ansprache gewonnen. Anschließend hat eine Informationsveranstaltung zum Projekt ii.oo stattgefunden, sodass das Interesse der Lehrenden geweckt wurde. Die interessierten Lehrenden wurden in einer Liste gesammelt und nach Absprache mit dem VPL wurden fünf GP-Lehrende ausgewählt.
• Erstgespräch, Freikauf und Good-Practice-Abfrage
Die ausgewählten Lehrenden wurden einzeln zu einem Informationsgespräch eingeladen, an dem die zukünftige Betreuungsperson und, falls verfügbar, der technische Support teilnahmen. Im Gespräch wurden die Rahmenbedingungen, Ziele und Unterstützungsangebote erläutert. Lehrende konnten zum Teil Freikauf erhalten, um die zusätzliche Arbeit für die Entwicklung digitaler, kompetenzorientierter Prüfungen auszugleichen. Anschließend füllten die Lehrenden die Good-Practice-Abfrage selbstständig aus, in der prüfungsdidaktische Ziele, rechtliche Rahmenbedingungen und technische Umsetzbarkeit abgefragt wurden. Diese Abfrage wurde dann von den Projektmitarbeitenden gesichtet und die Prüfung auf Ihre technische Umsetzbarkeit hin geprüft.
• Konzeption der Prüfungen und Begleitung
Nach dem Ausfüllen der Good-Practice-Abfrage arbeiten die Lehrenden gemeinsam mit dem Projektteam an der konkreten Prüfungsgestaltung. Dabei werden die in der Abfrage festgehaltenen prüfungsdidaktischen Ziele, rechtlichen Rahmenbedingungen und technischen Anforderungen berücksichtigt. Das Projektteam unterstützt die Lehrenden sowohl didaktisch als auch technisch, z. B. bei der Formulierung kompetenzorientierter Aufgaben, der Umsetzung digitaler Prüfungsformate und der Auswahl geeigneter Tools.
• Austausch- und Netzwerkformate schaffen
Ein gestuftes Vorgehen hat sich bewährt: Interdisziplinäre Veranstaltungen bieten einen niederschwelligen Einstieg und fördern Netzwerkbildung. Aufbauend darauf erhöhen fachlich fokussierte Clustertreffen die inhaltliche Tiefe und den fachbezogenen Nutzen. Semester-Kick-off-Termine informieren über Evaluationsangebote und fördern den kontinuierlichen Austausch. Workshops zu konzeptionellen Grundlagen unterstützen die Lehrenden bei der praxisnahen Umsetzung.
• Iterative Umsetzung und Feedback
Die Prüfungen werden zunächst pilotiert und getestet. Alle Konzepte werden semesterweise von den Studierenden evaluiert, um praxisnahe, faire und kompetenzfördernde Prüfungsformate zu gewährleisten.
• Sicherung der Good Practices
Abgeschlossene Prüfungen und erfolgreiche Konzepte werden dokumentiert, veröffent-licht und in Peer Reviews überprüft. Standardisierte Templates zur Abfrage relevanter In-formationen reduzieren Abstimmungsaufwand und erleichtern die Übertragung der Maß-nahme in neue Kontexte. Ein strukturierter, offener Prozess der kontinuierlichen Verbesse-rung schafft langfristig Qualität und Akzeptanz und macht die Ansätze für andere Lehren-de nachvollziehbar und adaptierbar.
Hinweise
Effekte
Erwartbar: Trotz der begleitenden Maßnahmen gestaltete sich die Akquise von Lehrenden an einigen Hochschulen schwieriger als erwartet. Teilweise zeigte sich zu wenig Bereitschaft, die Konzepte der Kompetenzorientierung umzusetzen, und viele Lehrende nahmen zunächst eine eher „konsumierende“ Haltung ein, was die Umsetzung erschwerte.
Unerwartet: Es wurden auch Lehrdeputatsermäßigungen nicht angenommen, weil die Lehrenden langfristig Ersatz hätten suchen müssen. Angebote auf Augenhöhe funktionierten teils besser als eine Beratung durch das Projektteam, wenn sich Lehrende in Austauschformalen oder Peer Review Verfahren unterstützen konnten.
Learnings
Die enge Zusammenarbeit mit den Good-Practice-Lehrenden war ein zentraler Erfolgsfaktor im Projekt ii.oo.
• Persönliche Ansprache und Motivation sind entscheidend
Direkte Gespräche, regelmäßige Termine, Hinweise auf passende Veranstaltungen und verlässliche Ansprechpartner steigern die Bereitschaft der Lehrenden zur Mitwirkung deutlich. Anreize wie Freikäufe oder Lehrdeputatsermäßigungen wirken motivierend, sind aber nicht immer ausschlaggebend.
• Gestuftes Vorgehen erleichtert Umsetzung
Ein Einstieg über interdisziplinäre Austauschformate, gefolgt von fachlich fokussierten Clustertreffen, ermöglicht Netzwerkbildung, schrittweise Kompetenzentwicklung und nachhaltige Zusammenarbeit.
• Klarheit und Struktur schaffen
Früh definierte Rahmenvorgaben, standardisierte Templates und ein strukturierter kontinuierlicher Verbesserungsprozess reduzieren Abstimmungsaufwand, erhöhen die Effizienz und erleichtern die Nachnutzung.
Empfehlung
Von Beginn an Austauschangebote auf Augenhöhe schaffen, die sich auf spezifische Fachbereiche und Themen konzentrieren. Die Lehrenden nicht mit zu vielen Angeboten konfrontieren – weniger ist hier mehr.
Methoden
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[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]
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