
Digitales kompetenzorientiertes Prüfen implementieren
Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Good Practices für digitales kompetenzorientiertes Prüfen. Es umfasst die Schritte Neukonzeption, Weiterentwicklung, Erprobung, Implementierung und Verfügbarmachung für die Fachdisziplinen BWL, MINT, Soziales und Gesundheit. Durch ein durchgängiges Constructive Alignment und eine Änderung der Haltung gegenüber Prüfungen bei Studierenden und Lehrenden sollen die Qualität der Lehre weiter verbessert und Täuschungsversuche entscheidend gemindert werden. Das Verbundprojekt, an dem neun Hochschulen beteiligt sind, setzt auf dem Forschungsstand zur Didaktik und Durchführung von digitalen Präsenz- und Online-Prüfungen auf und integriert zudem die Erfahrungen aus den Corona-Semestern. Die technische Umsetzung erfolgt in etablierten Prüfungssystemen, sieht Kompatibilität zu Campus-Management-Systemen vor und berücksichtigt eine zukünftige Cloud-Lösung, die von Hochschulen gemeinsam genutzt werden kann. Den rechtlichen Rahmen des Projekts bildet die Bayerische Fernprüfungserprobungsverordnung.
Auf einen Blick
Ausführliche Beschreibung
Im Projektverlauf hat sich gezeigt, dass erfolgreiche Zusammenarbeit vor allem von drei Faktoren abhängt: klaren Strukturen, verbindlicher Kommunikation und persönlichen Begegnungen.
Unsere Learnings auf Projektebene lassen sich in verschiedene Themenfelder clustern, wobei einige Schwerpunkte besonders hervorstachen.
1. Herausforderungen im Verbund
Die größte Herausforderung lag in den unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Interessensprofilen der beteiligten Hochschulen. Ungleiche personelle und technische Ressourcen führten teils zu unterschiedlichen Fortschrittsgeschwindigkeiten. Prozesse, Anforderungen und gewachsene Strukturen unterschieden sich stark, sodass einheitliche Vorgehensweisen kaum möglich waren und nicht alle Projektergebnisse an jeder Hochschule implementiert werden konnten.
Die eigentlichen Herausforderungen lagen mehr auf organisatorischer Ebene bei der Implementierung von Prozessen als auf technischer Ebene bei der eigentlichen Prüfungsdurchführung. Ein weiteres Thema war die Verbindlichkeit: Das Engagement einzelner Beteiligter schwankte, was zu Lücken im Gesamtprozess und zu Verzögerungen führte.
2. Teamführung, Zuständigkeiten und Arbeitsorganisation
Die Fluktuation im Projektteam bremste die Dynamik stärker als prognostiziert und führte zu wiederholten Verzögerungen bei der Maßnahmenerreichung. Überraschend deutlich wurde zudem, wie sehr ein zeitweises Managementversagen durch schlechtes Projektmanagement und unklare Zielvorgaben, die Motivation und Kohärenz im Team beeinträchtigen kann und nicht bei allen wieder eingefangen werden konnte. Diese unerwarteten Wechselwirkungen machten sichtbar, dass Verbundprojekte nicht nur von Strukturen, sondern in hohem Maße von verlässlicher Steuerung, Transparenz, Kontinuität und der frühzeitigen aktiven Rolle der wissenschaftlichen Leitungen abhängig sind.
Neben einer klaren Leitungsstruktur braucht es eine eindeutige und transparent kommunizierte Arbeitsorganisation. Zuständigkeiten sollten von Beginn an klar benannt und idealerweise mit einer verantwortlichen Ansprechperson verknüpft sein, um Abläufe effizient zu gestalten und Entscheidungen zu beschleunigen. Regelmäßige Jour Fixes fördern den Informationsaustausch und sorgen dafür, dass alle Beteiligten auf dem aktuellen Stand bleiben, was ein wichtiger Beitrag zur Motivation und zum Zusammenhalt im Projekt darstellt.
3. Arbeitsweise
Digitale Tools erleichtern die Zusammenarbeit, dennoch erwiesen sich Präsenztreffen als unverzichtbar. Gerade bei komplexeren Themen haben sich persönliche Treffen als wirkungsvoller erwiesen, da hier fokussierter und im direkten persönlichen Austausch gearbeitet werden konnte. Teamtagungen in Präsenz stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Projektplanung und Arbeitsmotivation. Wichtig ist zudem, Erfolge schon im Projektverlauf immer wieder sichtbar zu machen, um die Motivation aufrecht zu erhalten.
Kleine, themenspezifische und klar strukturierte Gruppen haben sich als besonders produktiv erwiesen. Präsenztreffen in kleinen Arbeitsgruppen wurden bei bestimmten Themen produktiver bewertet als größere digitale Formate, da hier tiefgreifender an den Themen gearbeitet werden konnte.
4. Hochschulspezifische Learnings
Damit Projekte auf Hochschulebene Wirkung entfalten, braucht es eine klare Strategie und eindeutige Zielvorgaben. Eigeninitiative spielt dabei eine große Rolle: Statt abzuwarten, ist es hilfreich, Themen aktiv vorzubereiten und im Dialog mit Lehrenden oder Mitarbeitenden selbst die nächsten Schritte anzustoßen. Kurze Abstimmungswege und ein engagiertes Kernteam haben sich hier als sehr wirksam erwiesen. Ebenso wichtig ist die zeitnahe Verankerung der Ergebnisse in den bestehenden Strukturen der Hochschule. Leitungsebenen müssen von Anfang an eingebunden und motiviert werden, damit Ergebnisse nicht nur vorliegen, sondern auch tatsächlich umgesetzt werden. Ein dritter Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen. Projekte profitieren stark von einer guten Integration in bestehende Strukturen wie Fakultäten, zentrale Dienste oder IT, da diese Bereiche auch unmittelbar an der Durchführung der Prüfungen beteiligt sind und wirkungsvoll unterstützen können.
Zukunftsperspektive
Die Inhalte des Projekts werden in Zukunft vor allem über das Kompetenzzentrum Digitales Prüfen an der Hochschule München sowie über weitere E-Learning Center der beteiligten Hochschulen weitergetragen. In Kooperation mit dem BayZiel wurden ein Arbeitskreis sowie eine Impulsreihe zum Thema digitales Prüfen etabliert, über die vhb steht ein online Kurs zu den Projektinhalten zur Verfügung. In Kooperation mit dem HFD wurde ein Blickpunkt zu den Good Practices veröffentlicht. Zusätzlich sind alle Inhalte und Materialien über die Projektwebsite weiterhin verfügbar.
Kontakt

Studie „Haltung gegenüber (digitalen) Prüfungen"
Im Rahmen der Maßnahme werden die Haltungen von Studierenden und Lehrenden gegenüber digitalen Prüfungen erfasst, um authentische Leistungen zu fördern und Täuschung zu reduzieren. Das digitale Prüfen während der Corona-Pandemie hat sowohl bei Lehrenden als auch bei Studierenden zunehmend zu Unsicherheiten und gegenseitigen Vorurteilen und bisweilen Ressentiments geführt. Daher war es besonders wichtig, sich dem Thema mit einer Methode zu nähern, die Austausch, Reflexion und Vertrauen ermöglicht. Daher wurde die Thematik mit einer qualitativen Studie bearbeitet. Aufbauend auf Thesen, die aus bestehender Literatur abgeleitet wurden, wurden insgesamt 42 leitfadengestützte Interviews, 20 mit Lehrpersonen und 22 mit Studierenden durchgeführt, die wiederum relevante Perspektiven beider Zielgruppen erfasst haben. Daraus wurden praxisnahe Handlungsempfehlungen für eine faire, transparente und motivierende Prüfungskultur abgeleitet.
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Digitale Prüfungen evaluieren
Zur Optimierung der im Projekt ii.oo entwickelten, digitalen kompetenzorientierten Prüfungskonzepte (Good Practices) war es erforderlich, die Rückmeldungen der Studierenden zu den Prüfungen einzuholen, um Verbesserungspotentiale zu identifizieren und Studierenden faire und praxisnahe Prüfungsformate zu ermöglichen. Da es zum Start des Projekts 2021 noch keine Evaluationsinstrumente für digitale Prüfungen gab, weil das Thema durch Corona erst breit in die Hochschulen integriert wurde, ist ein eigenes Evaluationskonzept sowie ein Fragebogen entwickelt worden, der an verschiedenen Hochschulen und in verschiedenen Fachbereichen eingesetzt werden konnte.
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Tio – interaktiver Chatbot zur Prüfungsgestaltung
Im Arbeitspaket „Digitale Prüfungssysteme“ bestand die Herausforderung darin, dass die Strukturen, Strategien und Prozesse der neun Verbundhochschulen stark voneinander abwichen. Deutlich zeigte sich dies bei den Prüfungsformen, unterschiedlichen Bezeichnungen und Begrifflichkeiten sowie unterschiedlichen digitalen Prüfungssystemen. Diese Heterogenität erschwerte es, einheitliche und klar strukturierte Anwendungsfälle (Use Cases) für Lehrende zu definieren und übersichtlich aufzubereiten. Nach einem intensiven Austausch über geeignete Umsetzungsmöglichkeiten wurde entschieden, sämtliche Anwendungsfälle in einem regelbasierten Chatbot abzubilden und über die Projektwebseite bereitzustellen. Tio unterstützt Lehrende dabei, das passende Prüfungsformat auszuwählen und erleichtert gleichzeitig den Zugang zu Good Practices. Dadurch erhalten auch Supportmitarbeitende und weitere Interessierte einen transparenten Einblick in die unterschiedlichen Prüfungsoptionen der bayerischen Hochschulen.
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Kommunikationsstrategien für Verbundprojekte
Das Projekt ii.oo war ein bayernweiter Verbund von neun Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs) und erforderte eine mehrstufige Kommunikations- und Abstimmungsstruktur. Die hochschulübergreifende Zusammenarbeit brachte die Herausforderung mit sich, unterschiedliche Kulturen, Prozesse und Systeme zu harmonisieren. Dies wurde durch ein mehrstufiges Governance-Modell gelöst: Der Lenkungskreis (LK), bestehend aus drei Vizepräsidenten, und der erweiterte Lenkungskreis (eLK) mit allen neun Vizepräsident:innen waren für die wissenschaftliche Ausrichtung und strukturelle Verankerung der Ergebnisse verantwortlich. Beide Gremien tagten alle drei Monate. Die operative Umsetzung lag bei den Arbeitspaket(AP)-Leitungen, die eng mit den wissenschaftlichen Projektleitungen und der operativen Projektleitung zusammenarbeiteten. Auf Team-Ebene fanden wöchentliche Koordinationstreffen statt, um den Informationsfluss zu sichern. Ein Projektmanagement-Tool unterstützte die transparente Aufgabenvert
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Aufbau und Gestaltung von Good Practice Prüfungen
Die Maßnahme beschreibt einen strukturierten Prozess zur Gewinnung und Begleitung von Lehrenden bei der Entwicklung digitaler, kompetenzorientierter Prüfungen im Projekt. Geeignete Lehrende werden über fakultätsweite Ausschreibungen, Informationsveranstaltungen und persönliche Ansprache akquiriert und teilweise durch Freikäufe entlastet. Nach einem Informationsgespräch und einer Good-Practice-Abfrage werden gemeinsam prüfungsdidaktische Ziele, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die technische Umsetzbarkeit geklärt. Anschließend entwickeln Lehrende mit didaktischer und technischer Unterstützung digitale Prüfungen, wobei der Fokus auf Kompetenzorientierung, praxisnahen Aufgaben und dem sinnvollen Einsatz digitaler Prüfungssysteme liegt. Die Prüfungen werden semesterweise erprobt, evaluiert und iterativ weiterentwickelt. Die entstandenen Good Practices werden dokumentiert, veröffentlicht und durch Peer Reviews gesichert, um sie einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.
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Kompetenzorientierung durch Wissensmanagement
Die Maßnahme zielt darauf ab, Wissen im Projekt und darüber hinaus verfügbar zu machen, um digitale Prüfungen systematisch im Sinne des Constructive Alignment kompetenzorientiert zu gestalten. Neben Workshops und Austauschformaten sind die Erstellung von Materialien wie Leitfäden, Fact-Sheets, Checklisten, Glossaren und eines interaktiven Online-Selbstlernkurses zentrale Maßnahmen des Wissenstransfers und der Ergebnissicherung.
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Studie „Haltung gegenüber (digitalen) Prüfungen"
Im Rahmen der Maßnahme werden die Haltungen von Studierenden und Lehrenden gegenüber digitalen Prüfungen erfasst, um authentische Leistungen zu fördern und Täuschung zu reduzieren. Das digitale Prüfen während der Corona-Pandemie hat sowohl bei Lehrenden als auch bei Studierenden zunehmend zu Unsicherheiten und gegenseitigen Vorurteilen und bisweilen Ressentiments geführt. Daher war es besonders wichtig, sich dem Thema mit einer Methode zu nähern, die Austausch, Reflexion und Vertrauen ermöglicht. Daher wurde die Thematik mit einer qualitativen Studie bearbeitet. Aufbauend auf Thesen, die aus bestehender Literatur abgeleitet wurden, wurden insgesamt 42 leitfadengestützte Interviews, 20 mit Lehrpersonen und 22 mit Studierenden durchgeführt, die wiederum relevante Perspektiven beider Zielgruppen erfasst haben. Daraus wurden praxisnahe Handlungsempfehlungen für eine faire, transparente und motivierende Prüfungskultur abgeleitet.
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Digitale Prüfungen evaluieren
Zur Optimierung der im Projekt ii.oo entwickelten, digitalen kompetenzorientierten Prüfungskonzepte (Good Practices) war es erforderlich, die Rückmeldungen der Studierenden zu den Prüfungen einzuholen, um Verbesserungspotentiale zu identifizieren und Studierenden faire und praxisnahe Prüfungsformate zu ermöglichen. Da es zum Start des Projekts 2021 noch keine Evaluationsinstrumente für digitale Prüfungen gab, weil das Thema durch Corona erst breit in die Hochschulen integriert wurde, ist ein eigenes Evaluationskonzept sowie ein Fragebogen entwickelt worden, der an verschiedenen Hochschulen und in verschiedenen Fachbereichen eingesetzt werden konnte.
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Im Arbeitspaket „Digitale Prüfungssysteme“ bestand die Herausforderung darin, dass die Strukturen, Strategien und Prozesse der neun Verbundhochschulen stark voneinander abwichen. Deutlich zeigte sich dies bei den Prüfungsformen, unterschiedlichen Bezeichnungen und Begrifflichkeiten sowie unterschiedlichen digitalen Prüfungssystemen. Diese Heterogenität erschwerte es, einheitliche und klar strukturierte Anwendungsfälle (Use Cases) für Lehrende zu definieren und übersichtlich aufzubereiten. Nach einem intensiven Austausch über geeignete Umsetzungsmöglichkeiten wurde entschieden, sämtliche Anwendungsfälle in einem regelbasierten Chatbot abzubilden und über die Projektwebseite bereitzustellen. Tio unterstützt Lehrende dabei, das passende Prüfungsformat auszuwählen und erleichtert gleichzeitig den Zugang zu Good Practices. Dadurch erhalten auch Supportmitarbeitende und weitere Interessierte einen transparenten Einblick in die unterschiedlichen Prüfungsoptionen der bayerischen Hochschulen.
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Aufbau und Gestaltung von Good Practice Prüfungen
Die Maßnahme beschreibt einen strukturierten Prozess zur Gewinnung und Begleitung von Lehrenden bei der Entwicklung digitaler, kompetenzorientierter Prüfungen im Projekt. Geeignete Lehrende werden über fakultätsweite Ausschreibungen, Informationsveranstaltungen und persönliche Ansprache akquiriert und teilweise durch Freikäufe entlastet. Nach einem Informationsgespräch und einer Good-Practice-Abfrage werden gemeinsam prüfungsdidaktische Ziele, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die technische Umsetzbarkeit geklärt. Anschließend entwickeln Lehrende mit didaktischer und technischer Unterstützung digitale Prüfungen, wobei der Fokus auf Kompetenzorientierung, praxisnahen Aufgaben und dem sinnvollen Einsatz digitaler Prüfungssysteme liegt. Die Prüfungen werden semesterweise erprobt, evaluiert und iterativ weiterentwickelt. Die entstandenen Good Practices werden dokumentiert, veröffentlicht und durch Peer Reviews gesichert, um sie einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.
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Prüfungen in Zukunft vielfältiger
Klaus Kreulich von der Hochschule München erklärt im Interview, wie das Projekt ii.oo kompetenzorientierte Prüfungen umsetzt und welche Innovationen für die Prüfungskultur in Zukunft relevant sind.
Publikation anzeigen
Good Practices: Digitale kompetenzorientierte Prüfungen
Im Blickpunkt "Digitale kompetenzorientierte Prüfungen" werden sechs inspirierende Good Practices zu Digitalen kompetenzorientierten Prüfungen vorgestellt. Zudem liefert der Blickpunkt Einblicke in konkrete Chancen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für Digitale kompetenzorientierte Prüfungen.
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