
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – Digita
Um qualitative Lehre unter Aspekten der Nachhaltigkeit zu gewährleisten, muss ein grundlegendes Verständnis von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an alle Lehrenden der Hochschule vermittelt wer-den. Dazu ist ein Moodlekurs zum selbstgesteuerten Lernen entstanden, in dem Gestaltungskompetenzen sowie didaktische Prinzipien erlernt und abgefragt werden.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
BNE ist seit 2017 im Nationalen Aktionsplan für alle Bildungsbereiche festgeschrieben. Mit der sich zuspitzenden Klimakrise besteht akuter Handlungsbedarf. Bildungseinrichtungen wie die HTW Berlin stehen in der Verantwortung, allen Studierenden – unabhängig vom Studiengang – Zugang zu zentralen Zukunftskompetenzen zu ermöglicht und so ihre Resilienz zu stärken. Um diesbezüglich Wissensvermittlung leisten zu können, bildet der digitale BNE Crashkurs Lehrende der HTW zu Multiplikator*innen aus.
Herangehensweise
Um breitflächig und langfristig Lehrenden zu ermöglichen, sich im Bereich BNE zu bilden und ihre Curricula dahingehend anzupassen, wurde ein digitalisierter Kurs zum selbstgesteuerten Lernen im Lernmanagementsystem Moodle der Hochschule angelegt. So werden nicht nur möglichst viele Lehrende unter minimalem personellem Aufwand erreicht, sie können den Kurs außerdem zeitlich flexibel nutzen. Vereinfacht wird dies durch die Unterteilung in verschiedene thematische Unterbereiche. Grundlagenwissen zu den Dimen-sionen der Nachhaltigkeit und Gestaltungskompetenzen einer BNE werden mit Lehr-Lernkonzepten ver-bunden. Methoden zur direkten Anwendung in Seminaren werden erläutert und zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden Verweise zu Unterthemen der verschiedenen Fachbereiche sowie weiterbildende Quellen aufgezeigt.
Zusammenhang
In zwei Präsenzveranstaltungen wurde ein Prototyp des BNE Crashkurses mit Mitarbeitenden der Hoch-schule durchgeführt, um Inhalte sowie verschiedene didaktische Methoden zu erproben, Bedarfe abzufragen und anzupassen. Nach der Fertigstellung des digitalisierten Kurses wurden die Inhalte von einer Testgruppe erprobt und Schwierigkeiten behoben.
Voraussetzung
Relevante Voraussetzung war ein grundsätzliches Interesse für den Kurs. Lehrende der HTW Berlin mit unterschiedlichen Vorkenntnissen haben gemeinsam am Präsenzkurs teilgenommen und im offenen Aus-tausch Inhalt und Aufbau des Kurses diskutiert sowie ein anschließendes Feedback eingereicht.
Der digitale Crashkurs BNE selbst startete im November 2025 und wurde nach einer ersten Probephase evaluiert und überarbeitet. Die Testpersonen waren dabei eine Mischung aus Menschen mit tiefergehen-dem BNE-Wissen sowie Fachfremde. So soll sowohl inhaltliche Qualität als auch ein niederschwelliges Verständnis für alle gewährleistet werden.
Eignung
Um als Bildungseinrichtung sozial-ökologische Verantwortung wahrzunehmen, müssen Lehrende entspre-chende Kompetenzen erwerben. Der digitalisierte Crashkurs zum selbstgesteuerten Lernen bietet sich vor allem an, um bei großen Bildungseinrichtungen allen Lehrenden die Möglichkeit zu geben, nachhaltiges Basiswissen zu erlangen und in ihre Lehre zu übertragen.
Nach erfolgreichem Durchlaufen des digitalen Crashkurses haben Teilnehmende ein grundsätzliches Verständnis von Nachhaltigkeit und nachhaltiger Lehre und wissen durch praxisnahe Beispiele, wie sie das Erlernte in ihre Curricula integrieren können.
Hochschulen können anhand der Teilnehmendenzahlen vom Moodlekurs überblicken, wie viele Lehrende am Kurs teilgenommen haben. Gleichzeitig kann in Umfragen für Hochschulstatistiken aufgenommen wer-den, ob Lehrende nachhaltige Themen erfolgreich in ihre Lehre aufgenommen haben. Befragt und ausgewertet werden kann die Selbsterfahrung von Lehrenden sowie die Wahrnehmung der Studierenden.
Vorgehen/Schritte
• Um die Motivation zur Teilnahme zu erhöhen, sollte der digitalisierte BNE Crashkurs Qualitäts-standards erfüllen, sodass Lehrenden die Teilnahme für das Berliner Zertifikat für Hochschullehre oder Vergleichbares angerechnet werden kann.
• Der Kurs sollte an einem zentralen, für alle Mitarbeitenden zugänglichen Ort angelegt sein, wie z.B. Moodle oder ein ähnliches Lernmanagementsystem der Hochschule.
• Ein niederschwelliger Einstieg in das Thema ist wichtig, um sicherzustellen, dass auch Lehrende mit wenig, bis keinem Vorwissen die Möglichkeit zur Teilnahme haben.
• Die Unterteilungen in verschiedene Themenblöcke ist empfehlenswert, um den Lernfortschritt einfacher in den Arbeitsalltag zu integrieren – z.B. „Einstieg: Nachhaltigkeit/nachhaltige Entwicklung“, „Was ist BNE?“, „Die Sustainable Development Goals (SDGs)“ und ein Transferteil mit praktischen Anwendungen und Verbindung zu bereits bestehenden Hochschulprojekten.
• Eine Gamifizierung der Lehr-Lerninhalte ist eine ratsame Methode um das Thema positiv zu vermitteln.
• Kurze, visuell ansprechende Lernabschnitte mit Quizabfragen unterstützen die Lerneffekte.
• Methoden und alltagstaugliche Praxisbeispiele helfen Lehrenden beim Verstehen und bei der praktischen Umsetzung in die Curricula.
• Eine eingebettete digitale Bibliothek (z.B. erstellt mit Anwendungen wie „Padlet“) mit weiterführen-den Links, ermöglicht Lehrenden, optisch ansprechend fachspezifischer in die Tiefe zu gehen und sich über den Moodlekurs hinaus zu informieren. Systematisch unterteilt in unterschiedliche Themenbereiche kann die digitale Bibliothek nicht nur zum Vertiefen, sondern auch als Nachschlage-werk genutzt werden.
Beispiele für Themenbereiche sind u.a. “Daten & Fakten“, „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“, „Sustainable Development Goals (SDGs)“ „Methoden, Material & Praxisanregungen zu BNE“, „Soziale Nachhaltigkeit“, Ökologische Nachhaltigkeit“, „Ökonomische Nachhaltigkeit“, „Literaturempfehlungen“, „Weiterbildungen“, studiengangspezifische Themensammlungen etc.
ACHTUNG: Die digitale Bibliothek sollte übersichtlich bleiben, um eine „Reizüberflutung“ für Nutzende zu vermeiden. Außerdem sind ein regelmäßiges Pflegen und Updaten einer dafür zuständigen Person ratsam.
• Eine Ansprechperson für auftretende Schwierigkeiten und Fragen ist nicht zwingend notwendig, aber je nach Kapazitäten ist ratsam.
• Um Aufmerksamkeit für den Kurs zu generieren, sollten ausreichend Zeit und Ressourcen für Kommunikation in der Projektplanung – auch über die Entstehung des Kurses hinaus – bedacht werden (Bsp. Kick-Off-Event, Rundmails, strategische Platzierung von Werbung auf der Homepage der Hochschule, Verbreitung über Hochschulinterne Netzwerke, …).
Hinweise
Effekte
Erwartet:
• Mitunter großes Erstaunen der Proband*innen im positiven Sinne über die Vielfalt an Themen die dem Bereich der Nachhaltigkeit zugeordnet werden können
• Sowohl persönlich als auch beruflich zahlreiche Anknüpfungspunkte
• Befürchtung von Lehrenden, Nachhaltigkeit nicht in die Curricula unterbringen zu können und Sorge vor Mehrarbeit
• Wunsch nach mehr Community und hochschulinternen Anknüpfungspunkten
Unerwartet:
• Das Vorwissen zum Thema Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung war noch deutlich geringer, als vorab angenommen
Learnings
Weniger ist mehr:
• Lehr-Lerninhalte sollten möglichst niederschwellig und auf den Punkt gebracht präsentiert werden.
• Einfache Sprache hilft – auch im akademischen Kontext – beim Verständnis neuer Themen.
Spielerisch lernen:
• Auch erfahrene Lehrende haben deutlich mehr Freude am Lernen zurückgemeldet, wenn das Lehr-Lernmaterial optisch ansprechend (bunte Bilder, Videos, …) und der Lernfortschritt gamifiziert war.
Kommunikation:
• Ein guter, kontinuierlichen Kommunikationsplan ist essentiell, sodass Lehrende vom Kurs erfahren.
Empfehlung
Nein, das Vorgehen hat wie abgebildet gut funktioniert.
Tipps
Es sollte unbedingt ausreichend Zeit für mehrere Probe- und Feedbackrunden eingeplant werden. Außer-dem sollten möglichst Menschen aus allen Fachbereichen sowie mit unterschiedlichstem Vorwissen zu den Proband*innen gehören.
Sonstiges
Sollte die Möglichkeit bestehen, bei der Erstellung des digitalisierten BNE Crashkurses mit Vertreter*innen aus den unterschiedlichen Fachbereichen der Hochschule zusammenzuarbeiten, kann der Kurs um fach-spezifischere Themenfelder erweitert werden.
Eine weitere Möglichkeit ist, nach diesem Prinzip für Lehrende der unterschiedlichen Fachbereiche Anschlusskurse zu entwickeln.
Methoden
Empfohlen
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Alice in Wood-Land
Ein radikaler Perspektivenwechsel soll Studierenden den anatomischen Aufbau von Holz auf eine neue Art vermitteln. Anders als beim herkömmlichen mikroskopischen Ansatz sollen sich dabei nicht nur die Dimensionsverhältnisse ändern, sondern vielmehr -ähnlich wie bei Alice im Wunderland- die Blickwinkel der Studierenden. Basierend auf bereits vorhandener Datensätze auf früheren Forschungsvorhaben an der Imaging-Beamline des Helmholtz-Zentrum Hereon am Deutschen Elektronensynchrotron sollen dazu aus diesen synchrotronstrahlungsbasierten Röntgenmikrotomographien diverser Holzarten in einem ersten Schritt 3D Holzkörper rekonstruiert und mit Blick auf eine optimale Darstellung der anatomisch-strukturellen Besonderheiten der verschiedenen Zellen aufbereitet werden. Im nächsten Schritt sollen die 3D-Holzkörper in eine virtuelle Realität übertragen werden. Bereits zu diesem Zeitpunkt soll es möglich sein, den Holzkörper virtuell mittels VR-Brille zu betreten und zu erkunden. Um den Fokus auf spezifische strukturelle Merkmale des jeweiligen Probekörpers zu lenken soll in einem letzten Schritt der Datenverarbeitung und des Programmierens eine AR konstruiert werden, die diese erlebbar macht. Zum Ende der Projektlaufzeit soll die Implementierung in eine Lehrveranstaltung getestet werden. Basierend auf der Auswertung dieser Lehreinheit können dann noch finale Modifikationen an den VRs / ARs vorgenommen werden.
Projekt anzeigen
Open-Source-Projekte einführen und mit gestalten
Die Einführung und Nutzung von freien Open-Source-Projekten für die Hochschule erlaubt die Anpassung an hochschuleigene Bedarfe, eine Integration in bestehende Systeme und eine nachhaltige Nutzung auch nach Projektende. Das wird vor allem durch die Community eines Open-Source-Projektes gesichert, die gemeinsam die weitere Nutzung der Tools und die Mitgestaltung an der Software ermöglicht. Zudem wird die dauerhafte Finanzierung von Lizenzen hinfällig.
Maßnahme anzeigen
Räume der Hochschullehre
Wie gestalten wir die Hochschullehre der Zukunft? Welche Räume fördern effektives Lernen und kreative Entfaltung? Die Beiträger*innen zeigen aus interdisziplinärer Perspektive die Wechselwirkungen zwischen Raum, Technologie und Lehrmethoden. Von hybriden Lernumgebungen, die Studierende in ihrer Selbstorganisation unterstützen, bis zu digitalen Prüfungsformaten im Nachhaltigkeitskontext verdeutlichen sie, wie universitäre Räume als Katalysatoren für kritisches Denken und kreatives Lernen fungieren. Das Fazit: Interaktive Formate und neue didaktische Konzepte transformieren die Lehre und revolutionieren das Lernen.
Publikation anzeigen