
Netzwerk Diklusion phasen- und länderübergreifende professionelle Lerngemeinschaft für digital-inklusive Bildung in der Lehrer:innenbildung
Ziel des Netzwerks ist es, mit verschiedenen Expertisen im transdisziplinären Team diklusive Lehr- und Lernszenarien als digital-inklusive OER-Modulbausteine für die Lehrer:innenbildung (Müller 2018) zu entwickeln. Innerhalb der professionellen Lerngemeinschaften erweitern die Expert:innen (Hochschuldozent:innen, Studierende, Lehrkräfte, Medienberater:innen, Studienleiter:innen) ihre eigene professionellen Kompetenzen und erarbeiten Konzepte für die Umsetzung in ihren Seminaren für (angehende) Lehrkräfte und erproben diese. Die Bausteine umfassen Module zur Kompetenzentwicklung für einen digital-inklusiven Unterricht für Schüler:innen mit Beeinträchtigung (Sehen, Hören, Sprache, , Kognition, …). Das hier beantragte Vorhaben wird von drei Barcamps (sogenannte „Unkonferenzen“, deren Inhalt zu Beginn der Konferenz festgelegt wird) umrahmt. Dies bietet sich für wenig erforschte Themengebiete zur Exploration an. Das Netzwerk trifft sich über drei Jahre hinweg zu diklusiven Themen, die durch die Barcamps erarbeitet, weiterentwickelt und evaluiert werden.
Auf einen Blick
Ausführliche Beschreibung
Zukünftige Perspektiven über den Projekthorizont hinaus
1. Verstetigung und institutionelle Verankerung
Langfristig streben wir die curriculare Integration der diklusiven Didaktik in den lehrer:innenbildenden Studiengängen an. Die durch das Netzwerk entwickelten OER-Modulbausteine sollen dauerhaft in allen drei Phasen der Lehrkräftebildungeingebunden und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ziel ist es, diklusive Bildung als selbstverständlichen Bestandteil pädagogischer Professionalität zu etablieren.
2. Ausbau von Partnerschaften und Transfer
Das Netzwerk Diklusion soll sich überregional und international weiter vernetzen. Perspektivisch möchten wir den Transfer in weitere Bildungsbereiche, Länder und in die schulische Praxis ausweiten. Dabei spielen Kooperationsvereinbarungen mit Bildungseinrichtungen, Ministerien und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen eine zentrale Rolle.
3. Nachhaltige OER-Entwicklung und Open Innovation
Auch nach Projektende sollen die entwickelten Materialien als lebendige OER fortbestehen. Dazu entwickeln wir unsere bereits bestehende Community of Practice weiter, in der sich Lehrende, Studierende und Expert:innen kontinuierlich austauschen, Materialien kollaborativ weiterentwickeln und neue Ideen testen. Diese offene Innovationskultur sichert die Aktualität und Qualität der Inhalte.
4. Professionalisierung und Weiterbildung
Das Netzwerk Diklusion stärkt die Professionalisierung von Lehrkräften, Ausbildenden und schulischen Entwicklungsakteur:innen im Bereich diklusiver Bildung. In Kooperation mit Landesinstituten, Universitäten und Schulen entstehen praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Fortbildungsformate, die zur Weiterentwicklung von Unterricht und Schule im digitalen Wandel beitragen.
5. Forschung und Wirksamkeitsstudien
Zur nachhaltigen Wirkungsmessung planen wir begleitende Evaluations- und Forschungsprojekte, die den Impact der OER-Module und der Netzwerkarbeit auf die Lehrkräftebildung oder diklusiver Praxisidee untersuchen. Die Ergebnisse sollen sowohl der Qualitätsentwicklung als auch der wissenschaftlichen Fundierung unserer Arbeit dienen.
Learnings auf Projektebene – Erfahrungen aus dem Netzwerk Diklusion
1. Partizipation stärkt Qualität und Akzeptanz
Ein wesentliches Learning ist, dass echte Beteiligung aller Akteur:innen, – also von Studierenden, Dozierenden, Fachberater:innen und Menschen mit Behinderungen, – maßgeblich zur Relevanz und Qualität der erarbeiteten Materialien beiträgt. Diese Co-Kreation fördert zugleich die Akzeptanz und Identifikation mit den Ergebnissen.
Tipp: Räume für partizipative Gestaltung müssen aktiv geschaffen, moderiert und kontinuierlich reflektiert werden.
2. Diversität im Team als Innovationsmotor
Das Netzwerk lebt von seiner Vielfalt an Perspektiven, Professionen und regionalen Kontexten. Unterschiedliche Hintergründe, fachlich, kulturell und biografisch, haben zu innovativen Konzepten und Materialien geführt, die inklusiv, anschlussfähig und praxisnah sind.
Tipp: Diversität sollte nicht als Herausforderung, sondern als Stärke begriffen und aktiv gefördert werden, z.B, durch inklusive Kommunikationsformen.
3. Flexibilität als Erfolgsfaktor
Gerade im Hinblick auf personelle Fluktuationen, institutionelle Unterschiede und unterschiedliche Vorwissenstände im Netzwerk war Flexibilität entscheidend. Agile Projektplanung, iteratives Vorgehen und offene Feedbackschleifen waren essenziell.
Tipp: Erfolgreiches Projektmanagement braucht ein Gleichgewicht aus Struktur und Offenheit für emergente Entwicklungen.
4. Offene Bildungsressourcen brauchen klare Qualitätsprozesse
Bei der Entwicklung von OER-Modulbausteinen wurde deutlich: Offenheit darf nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden. Es braucht klare didaktische, gestalterische und ethische Qualitätskriterien, um Materialien nachhaltig nutzbar und inklusiv zu gestalten.
Lernimpuls: OER-Entwicklung sollte stets begleitet sein von Peer-Reviews, Praxistests und Rückmeldungen der Zielgruppen.
5. Netzwerkpflege ist (auch) Beziehungsarbeit
Ein unterschätzter, aber zentraler Erfolgsfaktor ist die kontinuierliche Beziehungspflege im Netzwerk. Vertrauen, Verlässlichkeit und eine wertschätzende Kommunikation bilden das Fundament für langfristige Zusammenarbeit.
Praxisbeispiel: Regelmäßige Check-ins, niedrigschwellige Austauschformate und transparente Aufgabenverteilung erhöhen die Verbindlichkeit und Motivation, Treffen auch vor Ort, nicht nur online.
6. Workflows gezielt entwickeln
Ein zentrales Learning war, dass die erstmalige Entwicklung klarer Workflows entscheidend für das Gelingen neuer Strukturen ist. Diese Prozesse kosten Zeit, sind aber unerlässlich, um Verlässlichkeit, Orientierung und Zusammenarbeit im Netzwerk zu ermöglichen.
Kontakt
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