
Kasuistische Demokratiebildung im Lehramt
Soziale Polarisierung äußert sich in Schule zunehmend als religionsbezogene Diskriminierung und Radikalisierung. Das für alle Lehramtsstudierenden (LAS) verpflichtende Modul "Politische Bildung für alle" (PBA) bereitet Dresdener LAS hierauf vor. Das didaktische Konzept beruht auf kasuistischer Demokratiebildung: Lerngegenstand sind komplexe Konfliktfälle aus der sächsischen Schulpraxis, die auch politisch-religiöse Dynamiken betreffen. Die LAS erschließen die Fälle im Modul multiperspektivisch und sie diskutieren Handlungsstrategien im Lichte fachdidaktischer Qualitätsstandards (FQS). Allerdings ist für viele LAS eine religionssensible Konfliktanalyse überfordernd. Aus diesem Grund wird im Projekt die Lernumgebung von PBA mit religionsbez. Expertise weiterentwickelt. Die Herangehensweise ist an partizipatives Design-Based-Research (DBR) angelehnt und in Dresden etabliert: Die Lernumgebung wird iterativ überarbeitet, erprobt und evaluiert. Modell für die Überarbeitung ist "Justice in Schools" (Harvard), der Benchmark kasuistischer Demokratiebildung. Die Konfliktanalyse soll so durch 3 Innovationen gestärkt werden: 1) Fälle werden lebendig erzählt und multimedial inszeniert. 2) Systematisch berücksichtigt wird die Sicht ausgewählter zivilgesellschaftlicher Stakeholder auf Unterricht - beispielsweise Spannungen zwischen den Perspektiven von Eltern und Schulleitung. 3) Zusätzlich stärken strukturierte Diskussionsprotokolle die multiperspektivische Konfliktanalyse.
Auf einen Blick
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Augmented reality und KI in der Medizinlehre
Im klinischen Abschnitt lernen Medizinstudierende Krankheitsbilder kennen, welche durch MRT/CT diagnostiziert werden. Das Erkennen der Pathologie, die Umsetzung des Schnittbildes in eine dreidimensionale Welt und der Transfer auf den tatsächlichen Patienten ist schwierig. Zudem erhalten Studierende im OP bei minimal-invasiven Eingriffe nur limitierte Einblicke in das Operationsgeschehen. Aus konventionellen Dünnschicht MRTs können inzwischen automatisiert naturgetreue 3D Abbilder der Patientenanatomie entstehen. In diesem Verbundprojekt der Universität Siegen (technischer Anteil) und dem Universitätsklinikum Bonn (medizindidaktischer Anteil) soll diese Technik im Blockpraktikum der Fächer Neurologie, Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Gynäkologie an den Siegener Lehrkrankenhäuser eingesetzt werden. Konkret erheben Studierende an realen Patient:innen klinische Befunde und erhalten danach Zugang zu 3D-Animationen der gleichen Patient:innen allerdings in geänderter Reihenfolge. Unter Supervision durch die Lehrenden sollen sie dann versuchen, reale Patient:innen und 3D-Animationen einander zuzuordnen und so ihr Verständnis der zugrundeliegenden Pathologie zu schärfen. Der Lernerfolg wird mit dem einer Bonner Kohorte von Blockpraktikant:innen verglichen, die keinen Zugang zu den 3D-Animationen hat. Die Technik soll auch in den Studiengängen der Lebenswissenschaftlichen Fakultät in Siegen eingesetzt werden
Projekt anzeigen
Workspace zur Unterstützung des Studieneinstiegs
Der Studieneinstieg ist eine Phase, in der viele Studierende Unsicherheit und Überforderung erleben, da viele Dinge erledigt werden müssen und vieles neu ist. Der Workspace zum Thema „Onboarding“ leitet Schritt für Schritt durch die verschiedenen Phasen des Onboarding-Prozesses und gibt den Studierenden so ein Gefühl von Orientierung und Informationssicherheit zurück.
Maßnahme anzeigen
Simulationsbasiert beraten erproben und reflektieren: Drei Einsatzszenarien von virtual gaming simulations (VGS) zum Lerncoaching im schulischen Kontext
[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]
Publikation anzeigen