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PES+PLUS
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Praxis-Erfahrungen studentischer (PES-)Lehrkräfte unterstützen und im Studium integrieren

Aufgrund des Lehrkräftemangels nutzen Schulen in Rheinland?Pfalz immer häufiger die Möglichkeit einer befristeten Anstellung von Vertretungslehrkräften. Diese können als Maßnahme des Personalmanagements im Rahmen Erweiterter Selbstständigkeit (PES) von Schulen direkt angeworben und flexibel eingesetzt werden. Sowohl die Fachbereiche der Universität als auch das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) beobachten eine wachsende Zahl an Lehramtsstudierenden, die als PES?Kräfte an Schulen arbeiten. Während sie Lücken im Schulbereich füllen, bewegen sich die Studierenden selbst in einem unbegleiteten Raum des Bildungswesens. Für sie ist weder eine Vorbereitung, noch eine Betreuung zur Reflexion der Tätigkeiten vorgesehen, da diese in keinen etablierten Unterstützungsbereich für Praktika oder Vorbereitungsdienst fallen. So muss den Studierenden nicht nur eine Balance zwischen den Anforderungen von Studium und Schule gelingen, sie müssen auch unbegleitet einen Umgang mit den Herausforderungen des „Praxisschocks“ finden. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu einer Fossilisierung (intuitiver) didaktisch?pädagogischer Methoden oder sogar zu einer Wegorientierung vom Lehrberuf kommt, da Erfahrungen nicht reflektiert und aufgearbeitet werden können.? Im Projekt wird ein Informations? und Unterstützungsangebot für studentische Lehrkräfte entwickelt, das Maßnahmen für Information, Austausch und Reflexion umfasst, die mit Angeboten der Fachdidaktiken und des ZfLs verzahnt sind.

Auf einen Blick

Ausführliche Beschreibung

Das Projekt PES+PLUS widmet sich einer aktuellen und herausfordernden Thematik im Kontext der Lehrkräftebildung: dem Einsatz von Studierenden als Vertretungslehrkräfte an Schulen. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Lehrkräftemangels übernehmen Studierende bereits vor ihrem Abschluss zunehmend eigenverantwortlich Unterricht an Schulen. Diese Situation bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich: für die betroffenen Studierenden, für Schulen sowie für die Qualität der Lehrkräftebildung insgesamt.

Ziel des Projekts ist es, diesen Entwicklungen mit fundierten Angeboten, wissenschaftlicher Begleitung und strukturellen Impulsen zu begegnen. In einem interdisziplinären Team wurden im bisherigen Projektverlauf verschiedene Maßnahmen entwickelt, erprobt und reflektiert. Dabei wird stets das Ziel verfolgt, Studierende in ihrer professionellen Entwicklung zu unterstützen.

Ein zentrales Ergebnis ist das entwickelte Gesamtkonzept, das neben Informations- und Unterstützungsangeboten für Studierende auch Maßnahmen zur Sensibilisierung von Hochschul-, Verwaltungs- und Schulakteur*innen umfasst. Zu den etablierten Angeboten zählen u. a.:

• Ein Mentoring-Programm, das Studierende (Mentees) mit erfahrenen Lehrkräften (Mentor*innen) verbindet,

• ein Buddy-Programm mit acht kooperierenden Schulen,

• regelmäßige Workshops und Informationsveranstaltungen,

• wöchentliche Beratungs- und Walk-in-Sprechstunden,

• eine Checkliste als Onboarding-Leitfaden für Schulen und Studierende,

• ein Pool an Materialien mit Empfehlungen für Vertretungsstunden und

• gezielte Öffentlichkeitsarbeit über Website, Social Media, Newsletter sowie klassische Printprodukte.

Die Projektaktivitäten wurden im Rahmen mehrerer Netzwerktreffen, im ZfL-Kontext (u. a. Kollegiale Leitung, Mitgliederversammlung), auf universitären Gremiensitzungen und in verschiedenen externen Fachformaten präsentiert. Ein Positionspapier wurde im Auftrag des Senats entwickelt, zudem wurde eine quantitative Studie durchgeführt und wird aktuell durch qualitative Begleitforschung ergänzt.

Schon jetzt zeichnen sich verschiedene Elemente ab, die sich für eine langfristige Verstetigung eignen („Perspektiven“). Dazu zählen z. B. das Mentoring- und Buddy-Programm, erprobte hybride Veranstaltungsformate, die Begleitung und Reflexion von Vertretungstätigkeiten im Rahmen der universitären Lehrkräftebildung sowie Materialien wie Leitfäden oder Checklisten. Auch strukturelle Anbindungen – etwa über das Zentrum für Lehrkräftebildung (ZfL), universitäre Netzwerke, Kooperationen mit Schulen und überregionale Bildungsnetzwerke – legen eine Weiterführung nahe. Der „Runde Tisch“ mit Vertreter*innen aus Bildungsverwaltung, Hochschulen, Verbänden und Schulen hat sich als Plattform für Austausch und Verständigung bewährt und soll weitergeführt werden. Die Veröffentlichung von Studien- und Projektergebnissen, eine geplante Abschlusstagung sowie die engere Zusammenarbeit mit Studierenden – z. B. über eine Projektwerkstatt – bilden weitere zentrale Perspektiven für die kommenden Monate und darüber hinaus.

Im bisherigen Projektverlauf haben sich zentrale Erkenntnisse („Learnings“) herauskristallisiert, die auch für andere Projekte von Relevanz sein können:

1. Das Thema studentische Vertretungslehrkräfte ist komplexer als erwartet. Was zunächst als pragmatische Lösung im Kontext von Lehrkräftemangel erscheint, berührt grundlegende Fragen der Verantwortung, Ausbildungsqualität und Professionalisierung.

2. Forschung ist unverzichtbar. Nur mit empirischer Begleitung (quantitativ wie qualitativ) lassen sich valide Aussagen über Wahrnehmungen, Bedarfe, Wirkungen und Herausforderungen treffen.

3. Kommunikation und Haltung sind entscheidend. Die Thematik muss in verschiedene Richtungen mit einer strategischen Haltung adressiert werden – innerhalb der Universität (Lehrende, Verwaltung, Gremien), gegenüber Studierenden, gegenüber Schulen, aber auch gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Der Einsatz von Studierenden als Vertretungskräfte funktioniert als kurzfristige strukturelle Lösung, doch es steht die Frage im Raum, wie Professionalität nachhaltig aufgebaut und begleitet werden kann.

4. Flexibilität und Offenheit sind entscheidend. Angebote und Formate müssen laufend überprüft und an die realen Bedarfe der Studierenden angepasst werden – inhaltlich, zeitlich und strukturell.

5. Nachhaltigkeit ist machbar, aber kein Selbstläufer. Vorhandene Strukturen (z. B. das ZfL) können genutzt werden, müssen aber gezielt weiterentwickelt werden.

PES+PLUS zeigt, wie komplexe Herausforderungen im Bildungssystem nicht nur verwaltet, sondern aktiv/ konstruktiv bearbeitet werden können. Es liefert konkrete Impulse, schafft Bewusstsein für eine bislang wenig beleuchtete Thematik und zeigt Wege auf, wie Studierende als künftige Lehrkräfte nicht nur „funktional“ eingesetzt, sondern begleitet und gestärkt werden können, indem man ihre Erfahrungen noch stärker in den Professionalisierungsprozess einbindet und strukturell mitdenkt.

Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Materialsammlung für Vertretungsstunden an SchulenLink aufrufen/Link/
Newsletter zum Thema Studentische Vertretungskräfte an SchulenLink aufrufen/Link/
Öffentliche Tagung zum Thema Studentische VertretungskräfteLink aufrufen/Link/
Onboarding-Checkliste für studentische Vertretungskräfte an SchulenLink aufrufen/Link/
Projekt-Website mit Informationen für StudierendeLink aufrufen/Link/

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