
Werkstatt Lehre – kompakt weiterbilden
Die Werkstatt Lehre ist ein kompaktes Workshop-Programm für Lehrende der Universität Bremen. Praxisnah und niedrigschwellig bietet sie Raum für hochschuldidaktische Weiterqualifizierung. Als gemeinsames Angebot verschiedener lehrunterstützender Einrichtungen und Akteur:innen der Universität Bremen bietet sie ein- bis zweimal jährlich an einem oder zwei Tagen einen entspannten Rahmen für Impulse, Inspiration und Austauschmöglichkeiten rund um das Lehren und Lernen. Angeboten werden 45-minütige Kurzworkshops und 90-minütige-Workshops, in denen aktuelle Entwicklungen, innovative Ansätze und Trends aus dem Bereich Lehren und Lernen an Hochschulen vorgestellt, diskutiert und direkt ausprobiert werden. Die Workshops können einzeln besucht werden. Zusätzlich können Impulsvorträge, Podiumsdiskussionen oder Good-Practice-Beispielen von Lehrenden Teil des Programms werden. So entsteht ein Raum, in dem Wissen geteilt, Erfahrungen gewechselt und neue Perspektiven gewonnen werden.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Mit der Werkstatt Lehre sollte ein Format etabliert werden, das Lehrenden der Universität Bremen regelmäßig die Möglichkeit bietet, in kurzer und kompakter Form Impulse für die eigene Lehre zu erhalten. Die Universität Bremen reagiert damit auf eine zentrale Herausforderung des Lehralltags: Der Wunsch nach hochschuldidaktischer Weiterbildung ist bei Lehrenden oft groß, ihre zeitlichen Ressourcen sind jedoch begrenzt.
Zusammenhang
Das Format ist im Rahmen des Projekts SKILL – studierendenzentriert, kollaborativ, innovativ Lehren und Lernen an der Universität Bremen entstanden. Es dient als Maßnahme zum Ausbau hochschuldidaktischer Qualifizierungsangebote an der Universität Bremen.
Voraussetzung
Personelle Ressourcen:
Programmkoordination für Akquise von Workshopleitungen, Planung, Organisation und Werbung
Personen bzw. Einrichtungen, die Workshops anbieten, z. B. aus Hochschul- und Mediendidaktik, Lehrende mit Good-Practice-Beispielen oder externe Expert:innen
technische Ansprechpersonen am Veranstaltungsort, insbesondere bei Hybridformaten
ggf. Moderation für übergreifende Programmpunkte wie Keynotes oder Podiumsdiskussionen
ggf. studentische Mitarbeitende zur Unterstützung von Planung und Durchführung
Räumliche Ressourcen:
geeignete Veranstaltungsräume
ggf. Flächen für Austausch und Vernetzung, z. B. ein Werkstatt-Café
Technische und materielle Ressourcen:
Präsentationstechnik, stabile Internetverbindung, Moderationsmaterialien
ggf. digitale Tools wie Videokonferenzsysteme, digitale Whiteboards oder Audience-Response-Systeme
Finanzielle Ressourcen:
ggf. Mittel für Technik, Material und Werkstatt-Café
ggf. Mittel für Honorare externer Workshopleitungen
Vorgehen/Schritte
Für die Planung und Durchführung einer Werkstatt Lehre braucht es mindestens ein bis zwei Personen, die die Organisation federführend übernehmen, den Überblick behalten und die Abstimmung zwischen allen Beteiligten koordinieren. Die zentralen Planungsschritte sind:
1. Grobplanung (mindestens 6 Monate vorher starten)
Organisationsteam bilden und Verantwortlichkeiten klären
Finanzrahmen, Termin und Räumlichkeiten abstimmen
Website anlegen bzw. aktualisieren
Save-the-Date-Nachrichten über geeignete Kanäle versenden
groben Zeitplan für die weitere Planung festlegen
2. Programmplanung (ca. 5 Monate vorher starten)
Dozierende bzw. Workshopleitungen gewinnen
Workshopangebote sammeln, auswählen und Beschreibungstexte einholen
Technik- und Materialbedarfe abfragen
Programm erstellen, inkl. Zeitslots, Pausen und Raumzuweisungen
ggf. übergreifende Programmpunkte wie Keynote oder Podiumsdiskussion planen
3. Bewerbung (ca. 3 Monate vorher starten)
Programm auf der Website veröffentlichen
Angebot über relevante Hochschulkanäle bewerben, z. B. Veranstaltungskalender, Newsletter, Informationsmails
ggf. Poster, Postkarten oder digitale Ankündigungen einsetzen
Werbemaßnahmen ca. einen Monat vor der Veranstaltung verdichten
4. Vorbereitung (ca. 3 Wochen vorher starten)
Anmeldungen prüfen und Teilnehmendenlisten erstellen, ggf. mit Fotoeinwilligung
Auf- und Abbau, Beschilderung, Materialien und Verpflegung planen
Ansprechpersonen vor Ort und technische Unterstützung klären
Evaluation der Workshops vorbereiten
Dozierende über Ablauf, Räume, Technik und weitere relevante Informationen informieren
5. Durchführung (am Veranstaltungstag)
Aufbau koordinieren, ggf. bereits am Tag vor der Veranstaltung
Teilnehmende empfangen und Orientierung geben
Dozierende organisatorisch und technisch unterstützen
Ablauf, Räume, Technik und Materialien im Blick behalten
Evaluation der Workshops durchführen, z. B. über die Dozierenden
Abbau nach Veranstaltungsende koordinieren
Rückmeldungen und Beobachtungen für die Nachbereitung festhalten
6. Nachbereitung (zeitnah nach der Veranstaltung)
Evaluation und sonstige Rückmeldungen von Teilnehmenden auswerten
Teilnehmendenzahlen und Erfahrungen dokumentieren
Lessons Learned für die nächste Werkstatt Lehre festhalten, z. B. in einer gemeinsamen Reflexionsrunde
ggf. Abrechnung erstellen und abschließen
ggf. Workshopmaterialien oder Teilnahmebescheinigungen versenden
Hinweise
Learnings
Der Zeitpunkt der Werkstatt Lehre sollte so gewählt werden, dass möglichst viele Lehrende daran teilnehmen können. An der Universität Bremen wurden hierfür verschiedene Zeitfenster erprobt. Die höchsten Teilnehmendenzahlen konnten erzielt werden, wenn die Werkstatt Lehre in der zweiten Septemberhälfte stattfand. Dies lässt sich unter anderem damit erklären, dass dieser Zeitraum am Ende der vorlesungsfreien Zeit und außerhalb der Schulferien liegt: Die Haupturlaubszeit klingt ab, gleichzeitig rückt der Beginn der Vorlesungszeit näher. Damit steigt bei vielen Lehrenden der Bedarf, ihre Lehrveranstaltungen vorzubereiten und sich mit didaktischen Fragen auseinanderzusetzen. Da Hochschulen unterschiedlich organisiert sind, kann der beste Zeitpunkt andernorts ein anderer sein. Dies sollte daher vor Ort ausprobiert werden.
Empfehlung
Zu Beginn war die Idee, den Veranstaltungsort regelmäßig zu wechseln. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass dies mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden ist. Rückblickend wäre es sinnvoller, von Anfang an einen festen Ort zu wählen, der für Lehrende gut erreichbar ist und über eine passende Ausstattung für Workshops verfügt – beispielsweise Moderationswände, gängige Präsentationstechnik sowie ausreichend Arbeitsflächen. Darüber hinaus sollte der Ort idealerweise über geeignete Ressourcen für die Vorbereitung eines Werkstatt-Cafés verfügen, etwa eine Küche mit Küchengeräten, Geschirr, Spülmaschine und ausreichend Platz zur Vorbereitung und Bereitstellung von Getränken und Snacks.
Tipps
Idealerweise werden die thematischen Bedarfe von Lehrenden im Vorfeld ermittelt, damit das Workshopangebot an aktuellen Fragen und Herausforderungen ausgerichtet werden kann. Hinweise auf relevante Themen können z. B. aus kurzen Bedarfserhebungen, dem Austausch mit Fachbereichen, Studiengängen oder Lehrendennetzwerken gewonnen werden.
Wichtig ist zudem eine frühzeitige Bewerbung über geeignete Hochschulkanäle, über die möglichst viele Lehrende erreicht werden.
Ein niedrigschwelliges Anmeldeverfahren erleichtert Lehrenden die Anmeldung und unterstützt zugleich die Planung durch einen Überblick über die Teilnehmendenzahlen.
Methoden
Empfohlen
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Raum frei für XR in der Lehre
XR-Technologie (Oberbegriff für VR = virtual, AR = augmented und MR = mixed reality) bietet vielversprechende, didaktisch sinnvolle Möglichkeiten für die Hochschullehre. Diese Potentiale wurden bisher an der Universität Bayreuth nur ansatzweise ausprobiert. Neben einer begrenzten Anzahl an XR-Brillen (Hololens 2) fehlen bisher Best-Practice-Beispiele und mediendidaktische Kompetenzen zum Einsatz von XR in der Lehre. Dabei stellt die digitale Medienkompetenz fächerübergreifend eine essentielle Fähigkeit für die Arbeitswelt dar, die bei Studierenden aktiv gefördert werden sollte. Mit dem Projekt "XR Lehre" sollen XR-Einsatzszenarien im Blended Learning entwickelt, gemeinsam mit Studierenden ausprobiert und strukturiert evaluiert werden. Daraus sollen didaktische Empfehlungen abgeleitet und über den Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe hinaus campusweit zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt wird gemeinsam vom Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe und dem FBZHL durchgeführt. Das Projekt "XR Lehre" wurde von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre für September 2022 bis August 2023 bewilligt. Der Transfer in weitere Fachbereiche ist vorgesehen. "XR Lehre" ist ein zukunftsweisendes, innovatives Projekt in der Hochschullehre.
Projekt anzeigen
Immersive Technologie in der Hochschule etablieren
Das VR-Lab bietet Lehrenden einen Raum, um immersive Technologien wie Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality, Extended Reality und 360°-Anwendungen für die eigene Lehre zu erproben. Da in der Hochschullehre häufig nur begrenzte Zeit und Ressourcen für experimentelle Methoden zur Verfügung stehen – trotz hoher Motivation und Engagement seitens der Lehrenden – setzt das Labor gezielt hier an. Es unterstützt Lehrende auf unterschiedlichen Kompetenzstufen, fördert praxisnahes, eigenständiges Ausprobieren und schafft eine kollegiale, förderliche Lernatmosphäre. Zentrales Element ist eine gelebte Experimentier- und Fehlerkultur, die dazu ermutigt, Neues zu wagen und aus den Auseinandersetzungen mit Bildungstechnologien produktive Lernerfahrungen zu gewinnen. Entscheidend ist zudem die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse, um Vorbehalte abzubauen und Technikskepsis entgegenzuwirken. Der Erfolg des Lehrlabors basiert auf dem Zusammenspiel technischer, didaktischer und sozialer
Maßnahme anzeigen
Do students’ beliefs and orientations toward peer feedback predict peer feedback quality and perceptions?
[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]
Publikation anzeigen