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Intervenieren im Reallabor

Die Studierenden erarbeiten ko-kreativ in Kleingruppen Interventionen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen, die sie im Reallabor-Kontext durchführen und auswerten. Mithilfe der Interventionen werden die Studierenden aktiv als Akteure an der Universität eingebunden. Damit erfahren sie Selbstwirksamkeit und reflektieren gesellschaftliche Verantwortung. [Anm. StIL: Diese Maßnahme wurde in einer Vorgängerversion der Abfrage dokumentiert. Bei der Übertragung auf das aktuelle Format kann es vorkommen, dass die Antworten nicht hundertprozentig zur Frage passen.]

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
nachhaltig
kooperativ
projektorientiert
eigenverantwortlich
Zielgruppe(n)
Studierende
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Technisch-räumliche Infrastruktur
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Dem Gefühl der Handlungsunfähigkeit entgegenwirken, indem projektorientiert die Studierenden in Kleingruppen zu Interventionen animiert und dabei unterstützt werden.

Resignationsgefühl, weil Studierende sich nicht in der Lage fühlen, etwas zu verändern oder das, was sie verändern, hochskaliert auf die ganzen Problemlagen der Welt betrachtet keine Bedeutung hat.

Der Überforderung mit großen Nachhaltigkeitsproblemen entgegenwirken, indem die Studierenden projektorientiert in Kleingruppen zu Interven

Voraussetzung

Durch unterschiedliche Gruppengrößen kann den Arbeitsaufwand für die jeweiligen Studierenden pro Intervention sehr variieren.

Wenn im Semester keine größeren, zentralen Hochschulveranstaltungen geplant sind, bedarf es der Schaffung eines Rahmens für die Interventionsdurchführung und eine damit einhergehende stärkere Eigenwerbung. So wurde im ersten Semesterdurchlauf ein eigenständig vom Projekt organisiertes und finanziertes Nachhaltigkeitsfestival auf die Beine gestellt, wo als Teil dieses die Interventionen durchgeführt oder Projektergebnisse präsentiert wurden.

1. Engagierte Studierende, die darin gefordert wurden, eigenverantwortlich zu arbeiten und sich gemeinschaftlich zu organisieren

2. Neues, gelebtes Rollenverständnis der Lehrenden: Lehrende nicht mehr als Vermittler*innen von Wissen, sondern als Mentor*innen und Begleiter*innen der Studierenden in ihren Vorhaben

3. Arbeit auf Augenhöhe / offene Kommunikation, dadurch Schaffung einer vertrauten Atmosphäre im Seminarkontext

4. Fina

Eignung

  • formativ (projektbegleitend)

1. Zwei anonyme Evaluationsrunden: einmal mitten im Semester und einmal an Ende des Semesters im Etherpad

2. Regelmäßige Gruppen-Reflexionen für einzelne Prozessschritte

3. Konstruktives, freundliches Peer-Feedback zu Interventionsvorhaben und dessen Fortschritt

Vorgehen/Schritte

  1. Einführung in das Konzept Nachhaltigkeit und in das Transformative Lernen (3h)

  2. Campus-Tour zu (un)nachhaltigen Orten & Vorstellung bisheriger Nachhaltigkeitsprojekte an Universitäten (3h)

  3. Einführung in das wissenschaftliche Konzept „Reallabor“ (2h)

  4. Selbstversuch konzipieren, durchführen, auswerten (2 Wochen)

  5. Interventionsideen sammeln & Gruppen festlegen (3h)

  6. Interventionen planen & reflektieren (6h)

  7. Erste Intervention (im Reallabor) beim Autofreien Hochschultag durchführen (1 Tag)

  8. Erste Intervention evaluieren und anpassen (3h)

  9. Zweite, angepasste Intervention (im Reallabor) beim Uni-Jubiläum durchführen (1 Tag)

  10. Gemeinsam alle Gruppen-Interventionen auswerten (4h)

ein Semester bis zu einem Jahr

Hinweise

Effekte

Die Studierenden meldeten in ihren Projektberichten zurück, dass sie sich durch die Interventionsgestaltung und -durchführung nun selbstbewusster in den Themen bewegen und positiv erfahren haben, dass sie durch kleine Handlungen spürbare Veränderungen erzielt haben.

Durch unsere Interventionsmaßnahmen haben die Studierenden die Universitätsroutinen „gestört“ und damit einen Anstoß gegeben, über tiefergreifendere Veränderungen, die grundständig im Hochschulalltag verankert werden, nachzudenken.

Die Studierenden konnten mithilfe ihrer Interventionen verschiedene, bereits an der Hochschule vorhandene Strukturen wiederbeleben, so z. B. die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt und den unieigenen Garten „Gumno“.

Die Studierenden haben sich im Rahmen ihrer Interventionsthemen noch intensiver mit den thematischen Sachverhalten befasst und im Sinne des transformativen Lernens selbst einen Wandel durchlebt (bewussterer Second-Hand-Kauf, eigene Ernährungsanpassungen).

Learnings

1. Das projektorientierte Lernen: Innerhalb der Interventionen können die Studierendengruppen ihre Aktionen planen, umsetzen und im Reallabor beforschen.

2. Herausforderungen: Die Interventionen sind praxisnah. Innerhalb dieser eigenen sich die Studierenden Nachhaltigkeitsthemen an und treffen dabei auf Hürden. Das „erlaubte“ Scheitern und aus Fehlern lernen gehören zum Lernprozess dazu.

3. Aktiv darüber nachdenken: Die Studierenden sind immer wieder dazu angehalten, innerhalb des Interventionsprozesses (Planung, Durchführung) zu reflektieren – sich selbst und als Gruppe. Dabei nehmen sie sich selber immer wieder in ihrem Lernprozess und im besten Fall in ihrem transformativen Lernen unter die Lupe.

Empfehlung

Es ist vorteilhaft, wenn es hochschulische oder regionale Veranstaltungen gibt, die es den Studierenden ermöglichen, sich mit ihrer Intervention anzugliedern. Damit wird ihnen recht unkompliziert ein Publikum eröffnet. Auch vorhandene Strukturen und Gruppen können hilfreich sein, die Interventionen zu unterstützen und zu „bewerben“.

Die finanzielle Unterstützung der Freiraum-Förderung 2022 hat es in der Umsetzung der Interventionen im Projekt ermöglicht, hierfür notwendige Materialien zu beschaffen. Einzelne Interventionsergebnisse sind nun nachhaltig am Campus sichtbar (Wegweiser zu nachhaltigen Orten, nachhaltiger Snackautomat).

Mithilfe der Förderung konnte ein sehr guter Betreuungsschlüssel realisiert werden, der dazu führte, dass jede Interventionsgruppe individuell betreut werden konnte.

Tipps

Durch den Projektcharakter in den ko-kreativ entwickelten Interventionen werden der Zusammenhalt, der kritische Austausch, der Raum zum Scheitern und das nachhaltige Lernen gefördert.

• Sie sollten als Lehrende*r die Reallabor-Theorie ein Stück weit kennen, bevor Sie diese anwenden.

• Investieren Sie Zeit und Muße in die Kennlernphase. Das erleichtert Ihnen über das Semester die gemeinsame Arbeit mit und zwischen den Studierenden. Hier geht es viel um Gruppenprozesse und verantwortlichkeit, daher sollten Sie der sozialen Komponente viel Aufmerksamkeit widmen.

• Planen Sie genügend Raum für die Arbeit in den Interventionsgruppen ein.

• Haben Sie nicht den Anspruch, alles wissen zu müssen. Sie sind kein*e Alleswisser*in, sondern Begleiter*in der entstehenden Studienprojekte. Sie unterstützen

Sonstiges

Das Feedback der Studierenden als auch der Hochschulleitung war durchweg positiv. Die Studierenden haben nach eigener Aussage sowie auch in der Wahrnehmung der Dozierenden einen intensiven Lernprozess im Semesterverlauf durchlebt und damit nachhaltig gelernt.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Kombinieren Sie Methoden und aktivieren Sie dadurch Ihre Studierenden! Setzen Sie Zeitlimits, diese geben Struktur und helfen, Studierenden sich nicht in Themen zu verlieren. Genutzte digitale Tools: • Lernplattform Moodle (Wissensinput, Organisation in Interventionsgruppen) • Etherpad (anonyme Ev

Kontakt

Bearbeiter:innen und Beteiligte
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