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Prüfungsrahmen LOCAM-AI: Prüfen nach der Funktion von KI

KI-Detektoren sind unzuverlässig und erzeugen eine Kultur des Misstrauens. LOCAM-AI ersetzt die Frage „Wurde KI benutzt?“ durch die Frage „Welche Funktion hat KI in diesem Prüfungselement?“ und ordnet Prüfungselemente in drei Typen: KI kann unterstützen, KI erfordert angepasste Kriterien, oder das Format muss neu gedacht werden.

Kategorien

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Prüfungskultur
kompetenzorientiertes Prüfen
LOCAM-AI
Constructive Alignment
KI-Detektion
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Bei schriftlichen Hausarbeiten und Berichten ist die Eigenleistung nicht mehr sicher erkennbar. Eigene Studien im Projekt zeigten zudem, dass Sprachmodelle identische Leistungen inkonsistent bewerten. Weder KI-Detektion noch KI-Bewertung lösen das Problem.

Herangehensweise

LOCAM-AI zerlegt eine Prüfung in ihre Elemente und fragt für jedes Element, welche Funktion KI dort haben kann. Die Elemente werden typisiert: Typ A hoher Unterstützungsnutzen bei geringem Validitätsrisiko, KI darf unterstützen; Typ B Unterstützungsnutzen mit deutlichem Validitätsrisiko, Prüfungsdesign und Bewertungskriterien werden angepasst; Typ C hoher Transformationsdruck, das Format wird neu gedacht. Formative KI-Unterstützung wird klar von der summativen Leistungsfeststellung getrennt; Prozesssichtbarkeit (KI-Nutzungsdokumentation, Reflexionsanteil, mündlich-performative Elemente) ersetzt die Detektion.

Zusammenhang

Entwickelt im Projekt KI4Edu an der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit dem Lehr-Lernrahmen (Input, Co-Design, Präsenz) und erprobt in den eigenen Modulen der Lehrkräftebildung Bautechnik. Aufwand für Nachnutzende: Analyse eines Moduls mit dem Raster geschätzt ein Arbeitstag, Anpassung der Prüfung ein bis drei Arbeitstage.

Voraussetzung

Kompetenzorientiert formulierte Lernziele (Constructive Alignment). Bei Formatänderungen die Abstimmung mit Prüfungsausschuss und Prüfungsordnung; prüfungsrechtliche Fragen früh mit der Hochschulverwaltung klären.

Eignung

Das Raster ist fachunabhängig und eignet sich besonders für Module mit schriftlichen Prüfungsleistungen. Es macht Diskussionen über KI in Prüfungen sachlich, weil es nicht pauschal erlaubt oder verbietet, sondern Element für Element entscheidet. Es baut auf dem Modell LOCAM (Learning Outcomes & Competency Assessment Model, Karl 2011) auf.

Vorgehen/Schritte

  1. Prüfung in ihre Elemente zerlegen, entlang des Modells LOCAM (Learning Outcomes & Competency Assessment Model, Karl 2011): formaler Rahmen, Durchführung, Inhaltsdefinition, Bewertung, Evaluation.

  2. Für jedes Element bestimmen, welche Funktion KI dort haben kann.

  3. Elemente typisieren: Typ A (KI darf unterstützen), Typ B (Prüfungsdesign und Bewertungskriterien anpassen), Typ C (Format neu denken).

  4. Formative KI-Unterstützung klar von der summativen Leistungsfeststellung trennen.

  5. Prozesssichtbarkeit schaffen: KI-Nutzungsdokumentation, Reflexionsanteil, mündlich-performative Elemente.

  6. Angepasste Prüfung mit Prüfungsausschuss und Prüfungsordnung abgleichen und den Studierenden zu Semesterbeginn transparent machen.

Hinweise

Effekte

Erprobt in den eigenen Modulen der Lehrkräftebildung Bautechnik. Das Raster macht Diskussionen über KI in Prüfungen sachlich, weil es nicht pauschal erlaubt oder verbietet, sondern Element für Element entscheidet. LOCAM-AI ist Bestandteil des offenen Kurses „Künstliche Intelligenz in der Lehre“ auf baukompetenz.digital und des Workshops im Zertifikat Didaktik IDEAL der UDE.

Learnings

Verbote sind weder durchsetzbar noch lernförderlich. Am meisten verändert sich nicht die Prüfungsform, sondern das, was bewertet wird: nicht nur das Ergebnis, sondern auch Begründung, Prüfung und Risikobewusstsein im Umgang mit KI.

Empfehlung

Mit einem einzelnen Modul beginnen und das Raster gemeinsam mit den Prüfenden durchgehen, statt eine ganze Prüfungsordnung auf einmal umzustellen. Prüfungsrechtliche Fragen früh mit der Hochschulverwaltung klären.

Tipps

Ein kurzes mündliches Element zu einer schriftlichen Arbeit (etwa zehn Minuten Rückfragen zum Vorgehen) erhöht die Validität deutlich und ist mit wenig Aufwand umzusetzen.

Sonstiges

Methoden: LOCAM nach Karl (2011), Constructive Alignment, 3-P-Modell (Produkt, Prozess, Person), Future-Skills-Bezug. Ausführlich beschrieben in report fachdidaktik bau:technik Nr. 7: https://doi.org/10.17185/duepublico/85421

Kontakt

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Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Prüfungsmodell LOCAM-AIDownloadLOCAM-AI: Prüfungsmerkmale nach KI-Wirkung und Transformationsdruck (Typ A bis C). Weiterentwicklung von Karl (2011); Quelle: Karl (2026), report fachdidaktik bau:technik Nr. 7.CC-BY 4.0PNG1.67 MB

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